DIAZEPAM DESITIN RECT 5MG
Desitin Arzneimittel GmbH
Wirkstoff: Diazepam →
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 5 ST | 36,74 € |
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Indikation
- Status epilepticus
- akute klinische Intervention bei akuten Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen
- Prämedikation vor chirurgischen oder diagnostischen Eingriffen und postoperativer Medikation
- Zustände mit erhöhtem Muskeltonus
- Tetanus sowie Fieberkrämpfe
Dosierung
Basiseinheit: 2,5 ml Rektallösung (1 Klistier) enthalten 5 mg Diazepam
- allgemein
- Dosierung richtet sich nach individueller Reaktionslage, Alter und Gewicht des Patienten sowie Art und Schwere der Krankheit
- grundsätzlich Dosis so gering wie möglich halten
- geeignet in allen Fällen, in denen eine i. v.-Verabreichung oder orale Anwendung schwierig oder nicht angezeigt
- abhängig von der rektal zu applizierenden mg-Menge Diazepam, möglichst kleinste Anzahl der Klistiere anwenden.
- zur optimalen individuellen Medikation stehen die Klistier in 2 Wirkstärken (mit 5 und 10 mg Diazepam) zur Verfügung
- Richtlinien für Einzeldosen:
- Behandlung des Status epilepticus
- Erwachsene
- initial: 5 - 10 mg Diazepam, rektal
- max.: 10 mg Diazepam
- optional Wiederholung nach 10 - 15 Minuten bis max. 30 mg Diazepam
- initial: 5 - 10 mg Diazepam, rektal
- Kinder
- je nach Alter und Gewicht: rektal 5 - 10 mg Diazepam (Maximaldosis 20 mg)
- bis 15 kg KG: 5 mg Diazepam, rektal
- >/= 15 kg KG: 10 mg Diazepam, rektal
- falls notwendig mit Wiederholung (bis zu 10 mg)
- maximale Wirkung nach 11 - 23 Minuten
- je nach Alter und Gewicht: rektal 5 - 10 mg Diazepam (Maximaldosis 20 mg)
- optional Wiederholung der Behandlung nach 2 - 4 Stunden
- Erwachsene
- Behandlung akuter Angst-, Spannungs-, Erregungszustände sowie Tetanus, Fieberkrämpfe
- Erwachsene
- 5 - 10 mg Diazepam, rektal
- falls erforderlich: Wiederholung nach 3 - 4 Stunden
- 5 - 10 mg Diazepam, rektal
- Kinder
- < 3 Jahre (10 - 15 kg KG)
- 5 mg Diazepam, rektal
- >/= 3 Jahre (>/= 15 kg KG)
- 5mg 2mal oder
- 10 mg Diazepam, rektal
- falls erforderlich: Wiederholung alle 12 Stunden, bis max. 4 Dosen
- < 3 Jahre (10 - 15 kg KG)
- Erwachsene
- Prämedikation vor chirurgischen Eingriffen in Anästhesiologie oder Chirurgie und diagnostischen Untersuchungen/postoperative Medikation
- am Vorabend der Operation
- Erwachsene: 10 - 20 mg Diazepam
- 1 Stunde vor Narkosebeginn
- Erwachsene: 5 - 10 mg Diazepam, rektal
- nach der Operation
- Erwachsene: 5 - 10 mg Diazepam, ggf. mit Wiederholung
- am Vorabend der Operation
- Behandlung von Zuständen mit erhöhtem Muskeltonus (Muskelverspannungen)
- initial: 10 - 20 mg Diazepam / Tag, rektal, in mehreren Einzelgaben über den Tag verteilt
- oder 5 - 10 mg Diazepam abends, rektal, als Einzeldosis
- rektale Therapiefortsetzung, sofern die orale Weiterbehandlung nicht in Betracht kommt, mit 5 - 10 mg Diazepam, rektal / Tag (max. 2 Klistiere zu 5 mg) als Gesamtdosis in ein bis zwei Einzelgaben über den Tag verteilt
- Kinder erhalten in der Regel niedrigere Dosen
- Behandlung des Status epilepticus
- Behandlungsdauer:
- vom Arzt bestimmt
- vor allem zur akuten klinischen Intervention, weniger zur chronischen Therapie bestimmt
- bei akuten Krankheitsbildern Anwendung nur als Einzelgabe oder auf wenige Tage beschränkt
- bei längerer Anwendungsdauer (> 1 Woche) beim Absetzen schrittweise Dosisreduktion (Absetzphänomene berücksichtigen)
- Hinweis
- eine fortgesetzte Anwendung nur bei zwingender Indikation nach sorgfältiger Abwägung des therapeutischen Nutzens gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit, jedoch sollte die Behandlungsdauer 4 Wochen nicht überschreiten
- Jugendliche > 50 kg KG: wie Erwachsene
- ältere oder geschwächte Patienten sowie Patienten mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Ateminsuffizienz sowie eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion; Patienten, die gleichzeitig andere zentral wirksame Medikamente erhalten
- initial: max. 5 mg Diazepam 1mal / Tag, rektal
- schrittweise Dosissteigerung ausgerichtet an der erzielten Wirkung
- max. Einzeldosis: 5 mg Diazepam, rektal
- Neugeborene und Säuglinge < 6 Monate: kontraindiziert
Kontraindikationen
Diazepam - rektal
- Überempfindlichkeit gegen Diazepam oder andere Benzodiazepine
- Abhängigkeitsanamnese (Alkohol, Medikamente, Drogen)
- akute Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel- sowie Psychopharmakaintoxikation (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)
- Myastenia gravis
- schwere Ateminsuffizienz
- Schlafapnoe-Syndrom
- schwere Leberinsuffizienz
- Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von 6 Monaten
Therapiehinweise
Ausschleichend dosieren.
Nebenwirkungen
Diazepam - rektal
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Appetitzunahme
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verwirrtheit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Niedergeschlagenheit (Depression)
- Änderung des sexuellen Bedürfnisses (Zu- oder Abnahme der Libido)
- ohne Häufigkeitsangabe
- emotionale Dämpfung
- Konzentrationsstörungen
- verringerte Aufmerksamkeit
- Zunahme der Libido
- Halluzinationen1
- „paradoxe" Reaktionen1, wie z.B. akute Erregungszustände1, 2, Suizidalität1, Angst1, 2, Spannungszustände, Schlaflosigkeit1, Wutanfälle1, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, vermehrtes oder lebhaftes Träumen, innere Unruhe2, Agitation, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Nervosität, Feindseligkeit, Alpträume
- Demaskierung einer bereits vorhandenen Depression
- Verstärkung der Symptome einer Depression bei Patienten mit vorbestehender depressiver Erkrankung
- Abhängigkeit
- Absetzerscheinungen (z.B. Rebound-Phänomene) bzw. Entzugssymptome
- bei Therapie mit Benzodiazepinen allgemein beachten, dass sich eine Entzugssymptomatik einstellen kann, wenn der Patient auf ein Benzodiazepin mit einer deutlich kürzeren Eliminationshalbwertszeit wechselt
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- unerwünscht starke Beruhigung, Tagessedierung und Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit)
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerzen
- Ataxie
- Verwirrtheit
- anterograde Amnesie, die mit unangemessenem Verhalten verbunden sein kann
- ohne Häufigkeitsangabe
- Artikulationsstörungen (verlangsamtes oder undeutliches Sprechen)
- in hoher Dosierung und bei längerer Anwendung des Präparates; reversibel
- Bewegungs- und Gangunsicherheit
- in hoher Dosierung und bei längerer Anwendung des Präparates; reversibel
- Tremor
- Artikulationsstörungen (verlangsamtes oder undeutliches Sprechen)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Sehstörungen wie Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Nystagmus
- in hoher Dosierung und bei längerer Anwendung des Präparates; reversibel
- Sehstörungen wie Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Nystagmus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- ohne Häufigkeitsangabe
- Vertigo
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Bradykardie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arrhythmie
- Herzversagen einschließlich Herzstillstand
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hypotonie
- Kreislaufabfall
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Glottisspasmen
- Brustschmerzen
- Atemdepression einschließlich Atemstillstand
- atemdepressive Wirkung kann bei Atemwegsobstruktion und bei Patienten mit einer Hirnschädigung verstärkt in Erscheinung treten; ist besonders bei Kombination mit anderen zentral wirksamen (insbesondere atemdepressiv wirkenden) Substanzen zu beachten
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Übelkeit
- Erbrechen
- epigastrische Beschwerden
- Obstipation
- Diarrhoe
- Mundtrockenheit
- ohne Häufigkeitsangabe
- vermehrter Speichelfluss
- kolikartigen Bauchschmerzen und Durchfall bei mehrtägiger Verabreichung des Präparates in sehr hoher Dosierung, wie z.B. bei Tetanus
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leber- und Gallenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gelbsucht
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- allergische Hautveränderungen wie Pruritis, Urtikaria, Flush, Hautausschlag
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- vermehrte Muskelspasmen1
- Muskelschwäche
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Harnverhaltung
- ohne Häufigkeitsangabe
- Inkontinenz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Zyklusstörungen bei Frauen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Müdigkeit
- Mattigkeit
- verlängerte Reaktionszeit
- ohne Häufigkeitsangabe
- Sturzgefahr
- Frakturen
- Toleranzentwicklung
- Überhangseffekte und Tagessedierung am Morgen nach der abendlichen Verabreichung (Konzentrationsstörung und Restmüdigkeit)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- erhöhte Werte für Transaminasen und für die alkalische Phosphatase
- ohne Häufigkeitsangabe
Legende:
- = beim Auftreten dieser Nebenwirkungen sollte das Präparat abgesetzt werden
- = diese Nebenwirkungen können durch plötzliches Absetzen des Präparates nach etwa 2 - 4 Tagen, insbesondere nach längerer täglicher Anwendung auftreten. Symptomatik kann sich in Zittern, Schwitzen äußern und sich bis zu bedrohlichen körperlichen und seelischen Reaktionen, z.B. Krampfanfälle, symptomatische Psychosen (z.B. Entzugs-Delir), steigern
- daher ist Behandlung ausschleichend zu beenden
Anwendungshinweise
- Rektallösung
- rektale Applikation (geeignet wenn i.v. oder orale Anwendung schwierig / nicht angezeigt)
- Kinder: möglichst in Bauch- oder Seitenlage bringen
- Erwachsene: in Seitenlage bringen
- Tubeninhalt jeweils komplett verabreichen
- Folienpackung aufreißen; Verschlusskappe drehen und abnehmen
- ganze Länge der Tubenspitze in den After einführen
- bei Neugeborenen und Kleinstkindern nur ca. bis zur Hälfte
- Tube dabei mit der Spitze nach unten halten
- Inhalt der Tube durch kräftigen Druck mit Daumen und Zeigefinger komplett entleeren
- Tube unter fortgesetztem Zusammendrücken herausziehen (Auslaufen verhindern)
- anschließend dem Patienten die Gesäßbacken einige Zeit zusammendrücken
Stillzeithinweise
Diazepam - rektal
- Diazepam sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden, da Diazepam und seine Stoffwechselprodukte in die Muttermilch übergehen
- Milch-Plasma-Ratio zeigt starke individuelle Unterschiede
- Diazepam wird vom Neugeborenen wesentlich langsamer metabolisiert als von Kindern oder Erwachsenen
- deshalb ist bei zwingender Diazepam-Therapie abzustillen, um unerwünschte Effekte beim gestillten Kind zu vermeiden
Schwangerschaftshinweise
Diazepam - rektal
- in der Schwangerschaft sollte Diazepam nur in Ausnahmefällen bei zwingender Indikation verordnet werden (nicht in hohen Dosen und nicht über einen längeren Zeitraum)
- keine klinischen Daten über exponierte Schwangere für Diazepam vorliegend
- Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
- Diazepam und sein Hauptmetabolit N-Desmethyldiazepam passieren die Plazenta
- Diazepam akkumuliert im fetalen Kompartiment und kann im Blut des Neugeborenen das Dreifache der maternalen Serumkonzentration erreichen
- Missbildungsrisiko beim Menschen nach Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalte gaben
- Fallberichte über Fehlbildungen und geistige Retardierung der pränatalen exponierten Kinder nach Überdosierung und Vergiftungen mit Benzodiazepinen
- bei Anwendung von Diazepam im weiteren Verlauf der Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum oder in hohen Dosen
- kann postnatal durch Gewöhnung und körperlicher Abhängigkeit zu Entzugserscheinungen (Hyperaktivität, Erregbarkeit) beim Neugeborenen kommen
- Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft, vor und unter der Geburt
- kann zum Auftreten von Hypothermie, Ateminsuffizienz, herabgesetzter Muskelspannung, Hyperaktivität, Erregbarkeit, Hypotonie, Atemdepression, Trinkschwäche (sog. „Floppy-Infant-Syndrom") beim Neugeborenen führen
- beim Neugeborenen ist mit der Möglichkeit von Atemstörungen, die eine Beatmung erforderlich machen, zu rechnen
- der behandelnde Arzt sollte daher Patientinnen auffordern, eine während der Behandlung mit Diazepam eintretende Schwangerschaft sofort mitzuteilen, um im gegebenen Fall über eine Weiterführung bzw. das Beenden der Behandlung zu entscheiden
- Frauen im gebährfähigen Alter
- falls Diazepam einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet
- Fertilität
- klinische Daten zur Fertilität liegen nicht vor
- bei Mäusen zeigten sich nach ein- bis sechswöchiger Behandlung mit Diazepam Anomalien der Spermienköpfe
Warnhinweise
Diazepam - rektal
- Diazepam darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei zerebellarer und spinaler Ataxie
- Kinder und Jugendliche
- Therapie mit Diazepam sollte nur bei zwingender Indikation erfolgen
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Diazepam sollte nicht angewendet werden
- Anwendung von Diazepam als Schlafmittel nur dann gerechtfertigt, wenn gleichzeitig die Diazepam-Wirkungen am Tage erwünscht sind
- medikamentöse Therapie von Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände oder Schlafstörungen
- nicht alle Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände oder Schlafstörungen bedürfen einer medikamentösen Therapie
- oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder durch eine Therapie der Grundkrankheit beeinflusst werden
- zu Beginn der Therapie sollte die individuelle Reaktion des Patienten auf das Medikament kontrolliert werden, um evtl. relative Überdosierungen aufgrund von Akkumulationen möglichst schnell erkennen zu können
- gilt insbesondere für ältere und geschwächte Patienten, Kinder und Jugendliche sowie für Patienten mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- und Ateminsuffizienz sowie eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
- weiterhin sollten den Patienten unter Berücksichtigung der spezifischen Lebenssituation (z.B. Berufstätigkeit) genaue Verhaltensweisungen für den Alltag gegeben werden
- Diazepam sollte nicht gleichzeitig mit Alkohol und/oder Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem eingenommen werden
- gleichzeitige Einnahme kann die Wirkungen von Diazepam verstärken und möglicherweise zu tiefer Sedierung und klinisch relevanter Herz-Kreislauf- und/oder Atemdepression führen
- Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von Opioiden
- gleichzeitige Anwendung von Diazepam und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
- aufgrund dieser Risiken ist gemeinsame Verordnung von Hypnotika/Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Substanzen wie Diazepam zusammen mit Opioiden nur bei den Patienten angebracht, für die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen
- wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Diazepam und einem Opioid getroffen, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden, und die Behandlungdauer sollte so kurz wie möglich sein
- Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung zu überwachen
- in dieser Hinsicht dringend empfohlen, die Patienten und deren Umfeld zu informieren, auf derartige Symptome zu achten
- gleichzeitige Anwendung von Diazepam und Opioiden kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
- ältere Patienten (>= 65 Jahre)
- Vorsicht bei älteren Patienten wegen der Sturzgefahr, insbesondere bei nächtlichem Aufstehen
- Risikopatienten
- Patienten mit Psychosen
- Benzodiazepine nicht zur primären Behandlung von Psychosen empfohlen
- Patienten mit Depressionen oder Angstzuständen, die von Depressionen begleitet sind
- Benzodiazepine sollten nicht zur alleinigen Behandlung von Depressionen oder Angstzuständen, die von Depressionen begleitet sind, angewendet werden
- unter Umständen kann depressive Symptomatik verstärkt werden, wenn keine geeignete Behandlung der Grunderkrankung mit Antidepressiva erfolgt (Suizidgefahr)
- ältere und geschwächte Patienten, Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion
- Vorsicht bei der Anwendung, ggf. Dosisreduktion
- Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz
- niedrigere Dosis empfohlen auf Grund des Risikos einer Atemdepression
- Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen
- dürfen nicht mit Benzodiazepinen behandelt werden, da bei ihnen die Gefahr einer Enzephalopathie besteht
- Patienten im Schock
- dürfen nur mit Diazepam behandelt werden, wenn gleichzeitig Maßnahmen zum Ausgleich des Volumenmangels ergriffen worden sind
- Patienten mit Abhängigkeit von Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem einschließlich Alkohol
- keine Behandlung mit Diazepam, außer bei aktuen Entzugserscheinungen
- Patienten mit Psychosen
- Toleranzentwicklung
- nach längerer und wiederholter Einnahme von Benzodiazepinen über wenige Wochen kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen
- Abhängigkeitsentwicklung
- Anwendung von Benzodiazepinen kann zur Entwicklung von psychischer und physischer Abhängigkeit führen
- gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung besonders hoher Dosen, sondern auch bereits für den therapeutischen Dosierungsbereich
- Risiko einer Abhängigkeit
- steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung
- Risiko auch bei Patienten mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Anamnese erhöht
- wenn sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hat, treten bei plötzlichem Abbruch der Behandlung Entzugssymptome auf
- Anwendung von Benzodiazepinen kann zur Entwicklung von psychischer und physischer Abhängigkeit führen
- Absetzerscheinungen / Entzugssymptome
- beim Beenden insbesondere einer längeren Behandlung kann es zu Entzugssymptomen kommen
- mögliche Symptome:
- Schlafstörungen
- vermehrtes Träumen
- Kopfschmerzen
- Muskelverspannungen
- Angst
- innerer Unruhe
- Schwitzen
- Zittern
- Spannungszustände
- Stimmungswechsel
- Verwirrtheit
- Reizbarkeit
- in schweren Fällen können außerdem folgende Symptome auftreten:
- Verwirrtheitszustände
- Depersonalisation
- Derealisation
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und körperlichem Kontakt
- Taubheit
- Parästhesien in den Extremitäten
- Halluzinationen
- epileptische Anfälle
- symptomatische Psychosen (z. B. Entzugsdelir)
- auch beim plötzlichen Beenden einer kürzeren Behandlung kann es zu Absetzerscheinungen (Rebound-Phänomenen) kommen, wobei die Symptome, die zu einer Behandlung mit Benzodiazepinen führten, vorübergehend in verstärkter Form wieder auftreten können
- Begleitreaktionen: Stimmungswechsel, Angstzustände und Unruhe
- Risiko von Entzugs- bzw. Absetzsymptomen nach plötzlichem Beenden der Therapie höher
- schrittweise Reduktion der Dosis empfohlen
- Information des Patienten
- empfohlen, den Patienten zu Beginn der Therapie über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren und ihm die allmähliche Verringerung der Dosis genau zu erklären
- darüber hinaus wichtig, dass dem Patienten die Möglichkeit von Rebound-Phänomenen bewusst ist, wodurch die Angst vor solchen Symptomen (falls sie beim Absetzen des Medikaments auftreten sollten) verringert werden kann
- Amnesie
- Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen
- unter Umständen werden Handlungen ausgeführt, an die sich der Patient später nicht mehr erinnern kann
- Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung und kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer (7 - 8 Std.) verringert werden
- Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen
- Psychische und „paradoxe" Reaktionen
- insbesondere bei älteren Patienten oder Kindern möglich
- in diesen Fällen sollte Behandlung mit Diazepam beendet werden
- Reaktionsvermögen
- während der Behandlung mit Diazepam sowie 24 Stunden nach der letzten Anwendung darf der Patient keine Kraftfahrzeuge steuern oder Maschinen bedienen, mit denen er sich oder andere Menschen gefährden könnte
- nach ambulanter Anwendung sollte der Patient erst nach einer Stunde und nur in Begleitung nach Hause entlassen werden
- weiterhin ist der Patient anzuweisen, keinen Alkohol einzunehmen
- Langzeitanwendung
- fortgesetzte Anwendung sollte nur bei zwingender Indikation nach sorgfältiger Abwägung des therapeutischen Nutzens gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit erfolgen, jedoch sollte Behandlungsdauer 4 Wochen nicht überschreiten
- bei einer Langzeittherapie Kontrollen des Blutbildes und der Leberfunktion empfohlen