DIGITOXIN AWD 0.07MG

Teva GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Digitoxin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ST 15,27 €
N3 100 ST 17,90 €

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Fachinformationen

Indikation

  • manifeste chronische Herzinsuffizienz (auf Grund systolischer Dysfunktion)
  • Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern
  • paroxysmales Vorhofflimmern/Vorhofflattern

Dosierung

  • manifeste chronische Herzinsuffizienz (aufgrund systolischer Dysfunktion); Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/ Vorhofflattern; paroxysmales Vorhofflimmern/Vorhofflattern
    • allgemein
      • sorgfältig überwachte Einstellung auf die individuelle therapeutische Dosis notwendig
      • Höhe der individuellen Dosierung hängt vom Glykosidbedarf sowie von der Eliminationsgeschwindigkeit ab
      • Dosierung individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg
      • tägliche Erhaltungsdosis von 0,07 - 0,1 mg Digitoxin häufig ausreichend, um effektive Digitoxin-Serum-Konzentrationen zu erreichen
      • für eventuelle Dosiserhöhung die Digitoxin-Serum-Konzentration bestimmen
        • allerdings bedenken, dass der Assay auch auf andere Glykoside anspricht und somit falsch positive Messergebnisse liefern kann
        • daher Patienten während eines vorübergehenden Absetzens der Dosierung von Digitoxin beobachten
      • Patienten mit einigen besonderen Krankheitsbildern müssen mit reduzierter Glykosiddosierung und unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung behandelt werden
      • regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitigem Monitoring der Digitoxin-Serumkonzentrationen empfohlen
      • im allgemeinen wird in Abhängigkeit vom Glykosidbedarf in der Praxis mit einer mittelschnellen Sättigungsbehandlung begonnen
    • Überwachung der Serumspiegel
      • Digitoxin-Serum-Spiegel mittels Radioimmunoassay bestimmen
      • Blutentnahme erfolgt vor der täglichen Gabe
      • die therapeutischen Serumkonzentrationen im Steady state liegen in d. R. zwischen 10 - 30 ng/ml; höhere Werte insbesondere > 35 ng/ml können mit toxischen Erscheinungen einhergehen
      • andere Glykoside, Spironolacton und dessen Metaboliten sowie die Metaboliten von Digitoxin können mit den Radioimmunoassays interferieren
      • daher Messwerte, die mit dem klinischen Zustand des Patienten nicht im Einklang stehen, mit Vorsicht interpretieren
    • Dosierung
      • Erwachsene:
        • 0,2 - 0,3 mg Digitoxin über 3 Tage
        • ab dem 4. Tag Erhaltungsbehandlung: 0,07 - 0,1 mg Digitoxin
      • Empfehlungen als Anhaltspunkte für die Einleitung der Behandlung (Aufsättigung) und Dauertherapie
        • a) Patienten > 60 Jahre, außer bei stark Muskulösen, bei denen wie unter b) dosiert wird:
          • mittelschnelle Sättigungsbehandlung über 3 Tage:
            • z. B. 1 Tablette Digimed 0,07 mg 3mal / Tag (entsprechend 0,21 mg Digitoxin / Tag)
          • Erhaltungsbehandlung ab 4. Tag:
            • z. B. 1 Tablette Digimed 0,07 mg 1mal / Tag (entsprechend 0,07 mg Digitoxin / Tag)
          • für höhere Dosierungen (z. B. 0,08 mg, 0,1 mg) sind Darreichungsformen mit geeigneterem Wirkstoffgehalt einzusetzen
        • b) Patienten < 60 Jahre, außer bei Untergewichtigen, bei denen wie unter a) dosiert wird
          • Sättigungsbehandlung über 3 Tage:
            • z.B. 0,1 mg 3mal / Tag (entsprechend 0,3 mg Digitoxin / Tag)
          • Erhaltungsbehandlung ab 4. Tag:
            • z. B. 0,1 mg 1mal / Tag (entsprechend 0,1 mg Digitoxin / Tag)
          • es stehen entsprechende Darreichungsformen mit höherem Wirkstoffgehalt zur Verfügung
      • eingeschränkte Leber- und/oder Nierenfunktion
        • gleichzeitig bestehende schwerer Leber- und Niereninsuffizienz:
          • Digitoxinbedarf kann vermindert sein
        • sehr schwere Niereninsuffizienz (GFR < 10 ml/min)
          • Digitoxinbedarf insbesondere zu Beginn der Therapie überprüfen und ggf. die Dosierung vermindern
      • Umstellung von Digoxin auf Digitoxin
        • vorausgegangene Behandlung mit anderen Herzglykosiden berücksichtigen
        • bei Umstellung auf die obengenannten Digitoxin 0,07 mg-Formen bei Nierengesunden:
          • Behandlungspause von 2 Tagen
          • bzw. bei Patienten mit gestörter Nierenfunktion (z. B. älteren Patienten): Behandlungspause von 3 Tagen oder länger
        • bereits mit Herzglykosiden vorbehandelte Patienten sollten bei Umstellung auf Digitoxin besonders engmaschig kontrolliert werden
      • Anwendungsdauer
        • bestimmt der behandelnde Arzt
        • Digitalisbedürftigkeit bei Langzeittherapie durch kontrollierte Auslaßversuche überprüfen

Kontraindikationen

Digitoxin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Digitoxin oder andere herzwirksame Glykoside
  • Verdacht auf Digitalisintoxikation
  • Kammertachykardie oder Kammerflimmern
  • AV-Block II. oder III. Grades, pathologische Sinusknotenfunktion (ausgenommen bei Schrittmacher-Therapie)
  • vorgesehene elektrische Kardioversion
  • akzessorische atrioventrikuläre Leitungsbahnen (z.B. WPW-Syndrom) oder Verdacht auf solche
  • Carotissinussyndrom
  • Hypokaliämie
  • Hypercalcämie
  • Hypomagnesiämie
  • hypertrophe Kardiomyopathie mit Obstruktion (idiopathische hypertrophe Subaortenstenose)
  • thorakales Aortenaneurysma
  • gleichzeitige intravenöse Gabe von Calciumsalzen

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Digitoxin - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen
        • bilden sich nach Absetzen in der Regel wieder zurück
      • nesselsuchtartige oder scharlachartige Hautausschläge mit Veränderungen im Blutbild (ausgeprägte Eosinophilie)
      • Hautrötung (Erythem)
      • Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)
      • Schmetterlingserythem (Lupus erythematodes)
  • Endokrine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie)
        • bildet sich nach Absetzen in der Regel wieder zurück
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • psychische Veränderungen (z.B. Alpträume, Agitiertheit, Verwirrtheit)
      • Depressionen
      • Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
      • Psychosen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Sprachstörungen (Aphasien)
      • Schwäche
      • Teilnahmslosigkeit (Apathie)
      • Unwohlsein
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Veränderung des Farbsehens (Grün-/Gelb-Bereich) bereits im therapeutischen Bereich
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Herzrhythmusstörungen
        • jede Form von Herzrhythmusstörungen, insbesondere Extraschläge, die von den Herzkammern ausgehen (Extrasystolen), Kammertachykardien (Bigeminie/Trigeminie = Doppel-/Dreifachschläge)
        • schnelle Schlagfolge der Vorhöfe (Vorhoftachykardien) (bei sehr hoher Dosierung)
        • Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhof und Herzkammer (AV-Block I. - III. Grades)
        • Störungen der Herzschlagfolge (z.B. Verlangsamung der Herzfrequenz [Bradykardie])
        • Auftreten von Herzrhythmusstörungen wird begünstigt durch zusätzliches Vorliegen von Elektrolytstörungen (Kalium, Calcium, Magnesium)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Appetitlosigkeit
      • Übelkeit (Auftreten von Übelkeit sollte als frühes Zeichen einer übermäßig hohen Dosierung angesehen werden)
      • Erbrechen
      • abdominelle Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen)
      • Durchfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gefäßverschluss im Bauchraum (Mesenterialinfarkt)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelschwäche
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • Schlaflosigkeit

Hinweis

  • Nebenwirkungen können die Symptome einer Überdosierung sein

Anwendungshinweise

  • Einnahme vorzugsweise nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

Stillzeithinweise

Digitoxin - peroral
  • Digitoxin wird in die Muttermilch abgegeben, daher sollte vorsichtshalber abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Digitoxin - peroral
  • während der Schwangerschaft ist die Patientin besonders sorgfältig zu überwachen und auf eine individuelle, bedarfsgerechte Dosierung zu achten
  • bisherige Erfahrungen mit Digitalis-Glykosiden in therapeutischen Dosierungen während der Schwangerschaft haben keine Hinweise auf eine Schädigung des Embryos oder Föten ergeben
  • Dosisanpassung
    • während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann der Glykosidbedarf ansteigen
    • nach der Geburt dagegen häufig Dosisreduzierung angezeigt
  • nach Digitalis-Vergiftungen der Mutter wurde auch beim Föten über Intoxikationserscheinungen berichtet

Warnhinweise

Digitoxin - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei
    • Bradykardie infolge von Erregungsbildungs- und/oder -leitungsstörungen, AV-Block I. Grades
    • Hyperkaliämie, da vermehrt Erregungsbildungs- und -leitungsstörungen auftreten können
    • älteren Patienten oder wenn anzunehmen ist, dass die renale Clearance von Digitoxin vermindert ist
    • Schilddrüsenerkrankungen
      • bei einer Hypothyreose sollten Aufsättigungs- und Erhaltungsdosis verringert werden
      • bei einer Hyperthyreose kann eine Dosiserhöhung erforderlich sein
    • akutem Myokardinfarkt (Patienten mit akutem Myokardinfarkt sind z.B. häufig hypokaliämisch und/oder neigen zu Herzrhythmusstörungen).
    • akuter Myokarditis, Cor pulmonale oder Hypoxämie infolge schwerer Atemwegserkrankung, da eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Digitalis-Glykosiden besteht
    • Patienten, die in den vorangegangenen 2 Wochen Herzglykoside erhalten haben
      • hier kann eine verringerte Aufsättigungsdosierung nötig sein
  • Glykosidempfindlichkeit
    • erhebliche interindividuelle Unterschiede der Glykosidempfindlichkeit
    • erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht z.B. bei
      • Patienten höheren Lebensalters
      • Hypothyreose
      • Hypoxämie
      • Myokarditis
      • akutem Myokardinfarkt
      • Störungen des Säure-, Basen- und Elektrolythaushaltes
    • entsprechende Patienten bzw. Krankheitsbilder sollten mit reduzierter Glykosiddosierung behandelt und sorgfältig überwacht werden
  • Überwachung der Serumspiegel
    • therapeutische Breite der Herzglykoside ist gering
      • Dosis, die um ca. 60 % über der therapeutischen Dosis liegt, löst mit größter Wahrscheinlichkeit Intoxikationen aus
    • Digitoxin-Serum-Spiegel können mittels Radioimmunoassay bestimmt werden
      • Blutentnahme sollte vor der täglichen Gabe erfolgen
      • die therapeutischen Serumkonzentrationen im steady state liegen in der Regel zwischen 10 - 30 ng/ml
        • höhere Werte insbesondere über 35 ng/ml können mit toxischen Erscheinungen einhergehen
      • andere Glykoside, Spironolacton und dessen Metaboliten sowie die Metaboliten von Digitoxin können mit den Radioimmunoassays interferieren
        • daher sollten Messwerte, die mit dem klinischen Zustand des Patienten nicht im Einklang stehen, mit Vorsicht interpretiert werden
  • Digitoxin-Toxizität
    • Digitoxin-Toxizität kann sich durch das Auftreten von Arrhythmien äußern, von denen einige solchen Arrhythmien ähneln können, für die das Arzneimittel therapeutisch angezeigt sein könnte
      • besondere Vorsicht z.B. erforderlich bei Vorhoftachykardie mit wechselndem AV-Block, da der Rhythmus klinisch einem Vorhofflimmern entspricht
  • Digitoxin kann ST-T Veränderungen im EKG verursachen, ohne dass gleichzeitig eine Myokardischämie vorliegt
  • für die Beurteilung, ob ein unerwünschtes Ereignis auf Digitoxin zurückzuführen ist, sollte der klinische Zustand des Patienten zusammen mit den Serum-Kalium-Spiegeln sowie der Schilddrüsenfunktion als wichtigste Faktoren herangezogen werden
  • Kaliummangel
    • bei Kaliummangel wird das Myokard für Digitoxin sensibilisiert, obwohl die Digitoxin-Serumkonzentration im therapeutischen Bereich liegen kann
    • Kaliummangel kann z.B. auftreten durch Dialyse, Absaugen von Magen-Darm-Sekret, Unterernährung, Durchfall, längeres Erbrechen, sowie bei hohem Alter oder bei chronischer Herzinsuffizienz (z.B. infolge von Diuretikatherapie)
  • Elektrolyte
    • im Allgemeinen sollten schnelle Änderungen der Serumkaliumkonzentration oder anderer Elektrolyte (z.B. Magnesium, Calcium) vermieden werden
    • Kontrollen der Serum-Elektrolyte sollten in regelmäßigen Abständen (in Abhängigkeit vom klinischen Zustand) erfolgen