DILZEM 120mg retard

Pfizer Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Diltiazem →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 100 ST 30,69 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Symptomatische koronare Herzkrankheit
    • Chronisch stabile Angina pectoris (Belastungs-Angina)
    • Instabile Angina pectoris (Crescendo-Angina, Ruhe-Angina)
    • Vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
  • Hypertonie

Dosierung

  • koronare Herzkrankheit
    • 1 Retardtablette (120 mg Diltiazemhydrochlorid) 2mal / Tag
    • Dosissteigerung, schrittweise, im Bedarfsfall: bis 3 Retardtabletten (360 mg Diltiazemhydrochlorid) / Tag
    • bei Langzeittherapie und andauerndem therapeutischem Effekt, in Abständen von 2 - 3 Monaten überprüfen, ob Tagesdosis reduziert werden kann
    • Behandlungsdauer: i.d.R. Langzeittherapie; Unterbrechung oder Änderung der Dosierung nur auf ärztliche Anweisung
  • Bluthochdruck
    • 1 Retardtablette (120 mg Diltiazemhydrochlorid) 2mal / Tag
    • Dosissteigerung, schrittweise, bei unzureichender Blutdrucksenkung: bis 3 Retardtabletten (360 mg Diltiazemhydrochlorid) / Tag
    • nach Erreichen eines stabilen antihypertensiven Effektes, Möglichkeit einer Dosisverringerung prüfen
    • Behandlungsdauer: i.d.R. Langzeittherapie; Unterbrechung oder Änderung der Dosierung nur auf ärztliche Anweisung
  • Hinweise
    • Beginn der Behandlung mit niedrigen Dosen zur Ermittlung der individuellen Tagesdosis
    • Absetzen der Therapie mit Diltiazem besonders bei Patienten mit Angina pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend

Dosisanpassung

  • Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen sowie ältere Patienten
    • Anwendung mit Vorsicht

Kontraindikationen

Diltiazem - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Diltiazem
  • AV-Block II. oder III. Grades (sofern der Patient nicht Träger eines Herzschrittmachers ist)
  • Sinusknotensyndrom (sofern der Patient nicht Träger eines Herzschrittmachers ist)
  • SA-Block II. und III. Grades (sofern der Patient nicht Träger eines Herzschrittmachers ist)
  • kardiogener Schock
  • akuter Herzinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, ausgeprägte Hypotonie, Linksherzinsuffizienz)
  • Linksherzinsuffizienz mit Lungenstauung
  • manifeste Herzinsuffizienz
  • Vorhofflimmern/-flattern und gleichzeitiges Vorliegen eines WPW-Syndroms (erhöhtes Risiko der Auslösung einer Kammertachykardie)
  • ausgeprägte Bradykardie (Ruhepuls < 50 Schläge pro Min.)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • gleichzeitige intravenöse Gabe von Dantrolen
  • gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Pimozid
    • Dihydroergotamin
    • Ergotamin
    • Nifedipin
    • Ivabradin
    • Lomitapid

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Diltiazem - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere allergische Reaktionen, wie Eosinophilie und Lymphadenopathie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombozytopenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperglykämie (sollte v.a. bei Patienten mit einem Diabetes mellitus beachtet werden)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nervosität
      • Schlaflosigkeit
      • Halluzinationen
      • depressive Verstimmungszustände
      • Verwirrtheit
      • Schlafstörung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stimmungsänderungen (einschließlich Depression)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • Schwächegefühl
      • Schwindel
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • extrapyramidales Syndrom (normalerweise reversibel am Ende der Behandlung)
      • Myoklonus
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • atrioventrikulärer Block (I., II. oder III. Grades; Schenkelblock kann auftreten)
        • besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschädigung des Herzens
      • Palpitationen
      • Knöchel- bzw. Beinödeme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie
        • besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschädigung des Herzens
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • sinoatrialer Block
        • besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschädigung des Herzens
      • Hypotonie
      • Synkopen
      • Herzminutenvolumenabnahme oder Herzinsuffizienz
    • nicht bekannt
      • kongestive Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Flush
      • Hitzewallungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Hypotonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vaskulitits, einschließlich leukozytoklatischer Vaskulitits
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bronchospasmus (und darum mögliche Verschlimmerung des Asthmas)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
      • Dyspepsie
      • Magenschmerzen
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Diarrhö, Sodbrennen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • trockener Mund
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gingivahyperplasie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg der Leberenzyme (AST, ALT, LDH, ALP, Gamma-GT) und der alkalischen Phosphatase, als Zeichen einer akuten Leberschädigung
        • Leberparameter in regelmäßigen Abständen überwachen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatitis (reversibel nach Ende der Behandlung)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Hautreaktionen wie Pruritus (Juckreiz), Erytheme (Hautrötungen) und Exantheme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Urtikaria
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere allergische Hautreaktionen wie
        • Erythema exsudativum multiforme
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • epidermale Nekrolyse (Lyll-Syndrom)
      • Lupus-erythematodes-ähnliche Hautveränderungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lichtempfindlichkeit (einschließlich lichenoide Keratose an den für die Sonne exponierten Hautbereichen)
      • angioneurotisches Ödem
      • Ausschlag
      • Schwitzen
      • exfoliative Dermatitis
      • akute generalisierte exanthematöse Pustulosis
      • gelegentlich Erythema desquamativum mit oder ohne Fieber
      • Lupus-ähnliches Syndrom
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüsen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Potenzstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gynäkomastie (normalerweise reversibel am Ende der Behandlung)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • periphere Ödeme
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Unwohlsein
      • Kraftlosigkeit
      • allgemeine Befindlichkeitstörungen

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Retardtabletten unzerkaut am besten nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser)

Stillzeithinweise

Diltiazem - peroral
  • kontraindiziert in der Stillzeit
  • Übergang in die Muttermilch
  • bei zwingender Indikation muss abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Diltiazem - peroral
  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
  • unzureichende Erfahrungen beim Menschen
    • kardiovaskuläre Defekte bei Neugeborenen nach Anwendung im 1. Trimenon in 2 Fällen berichtet
  • in Tierstudien reproduktionstoxische inkl. teratogene Wirkung
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • vor Anwendung Ausschluß einer Schwangerschaft erforderlich
    • während der Behandlung geeignete Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung treffen
  • Fertilität
    • in-vivo und in-vitro-Studien zeigen, dass bei längerfristiger Verabreichung von Diltiazem reversible Störungen der männlichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden können

Warnhinweise

Diltiazem - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei
    • AV-Block oder SA-Block I. Grades oder verlängertem PR-Intervall im Elektrokardiogramm (Risiko einer Exazerbation und selten eines vollständigen Blocks)
    • intraventrikulären Leitungsstörungen (z. B. Links- oder Rechtsschenkelblock)
    • reduzierter linksventrikulärer Funktion
    • Hypotonie (systolisch < 90 mmHg)
    • Bradykardie (Risiko einer Exazerbation)
    • gleichzeitiger oraler Therapie mit Beta-Rezeptorenblockern
    • Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sowie ältere Patienten (Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit)
      • sind sorgfältig bezüglich Blutdruck und Herzfrequenz zu überwachen
      • erforderlichenfalls ist die Dosis anzupassen
  • Diltiazem wird allgemein nicht empfohlen in Kombination mit
    • Esmolol (bei einer beeinträchtigten Funktion der linken Herzkammer)
    • bei Herzinsuffizienz angewandten Beta-Blockern (Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol)
    • anderen Beta-Blockern
    • Fingolimod
  • Blutdruckabfall, Bradykardie
    • Diltiazem kann einen Blutdruckabfall und eine schwere Bradykardie auslösen, insbesondere bei älteren Patienten
  • bei gleichzeitiger Therapie mit Diltiazem und Carbamazepin, Midazolam, Triazolam, Alfentanil, Theophyllin, Ciclosporin A, Digoxin oder Digitoxin
    • sollte vorsorglich auf Symptome einer Überdosierung dieser Arzneimittel geachtet werden
  • Nierenfunktion
    • Fälle von akutem Nierenversagen infolge einer verminderten Nierenperfusion bei Patienten mit bestehender Herzerkrankung, insbesondere mit verminderter linksventrikulärer Funktion, schwerer Bradykardie oder schwerer Hypotonie, berichtet
      • sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion empfohlen
  • Anästhesie
    • vor Allgemeinanästhesie muss der Anästhesist über die Einnahme von Diltiazem informiert werden
    • Hemmung der kardialen Kontraktilität, der kardialen Überleitung und des Herzrhythmus sowie die Gefäßdilatation, die sich im Zusammenhang mit Anästhetika ergeben, können durch Calciumantagonisten verstärkt werden
    • bei einer Vollnarkose verursacht Diltiazem gewöhnlich eine mäßige Senkung des Blutdruckes und des Widerstandes der systemischen Gefäße sowie eine leichte Beschleunigung der Herzfrequenz
    • die durch das Betäubungsmittel ausgelöste Vasodilatation kann durch das Diltiazem verstärkt werden
    • Betäubungsmitteldosis muss an die hämodynamische Reaktion angepasst werden
  • ältere Patienten (> 60 Jahre), Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit, Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
    • Plasmakonzentration des Diltiazems kann erhöht sein
    • empfohlen, Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen strikt zu beachten, sorgfältige Überwachung auszuüben und besonders zu Beginn der Behandlung insbesondere die Herzfrequenz streng zu kontrollieren
      • gilt insbesondere für die Herzfrequenz und das Elektrokardiogramm zu Beginn der Behandlung
  • Depressionen
    • Calciumkanalblocker wie z. B. Diltiazem können mit Stimmungsänderungen bis hin zur Depression einhergehen
  • Darmmotilität
    • wie andere Calciumantagonisten hat Diltiazem eine hemmende Wirkung auf die Darmmotilität
    • aus diesem Grund Vorsicht im Fall von Patienten, bei denen das Risiko eines Darmverschlusses besteht
  • Bluthochdruck
    • Behandlung des Bluthochdruckes mit Diltiazem bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle
  • Anstieg des Blutzuckerspiegels ist möglich
    • daher ist eine sorgfältige Überwachung bei Patienten mit latenter oder nachgewiesener Diabetes erforderlich
  • Atemwegserkrankungen
    • Anwendung von Diltiazem kann einen Bronchospasmus auslösen und damit eine Verschlimmerung des Asthmas
      • insbesondere bei Patienten mit einer bestehenden bronchialen Hyperaktivität
    • diese Fälle traten nach einer Erhöhung der Dosis auf
    • Patienten müssen überwacht werden, um Anzeichen und Symptome einer Ateminsuffizienz während der Behandlung mit Diltiazem zu erkennen
  • Fertilität
    • aufgrund von In-vivo- und In-vitro-Studien können bei längerfristiger Verabreichung von Diltiazem reversible Störungen der männlichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden