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Fachinformationen

Indikation

  • Hypertonie
    • Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Erwachsenen und der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis < 18 Jahren
  • nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt
    • Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden - 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt
  • Herzinsuffizienz
    • Behandlung erwachsener Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden oder bei Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber Betablockern als Add-on-Therapie zu ACE-Hemmern, wenn Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten nicht angewendet werden können

Dosierung

  • Hypertonie
    • 80 mg Valsartan 1mal / Tag
    • antihypertensive Wirkung wird im Wesentlichen innerhalb von 2 Wochen erreicht
    • max. blutdrucksenkender Effekt nach 4 Wochen
    • Dosiserhöhung, optional, bei unzureichender Wirkung: auf 160 mg Valsartan, max. 320 mg Valsartan
    • Anwendung zusammen mit anderen Antihypertensiva möglich
    • zusätzliche Gabe eines Diuretikums wie Hydrochlorothiazid senkt den Blutdruck bei diesen Patienten noch stärker
  • nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt
    • klinisch stabile Patienten: Behandlungsbeginn bereits 12 Stunden nach einem Myokardinfarkt möglich
    • initial: 20 mg Valsartan 2mal / Tag
    • im Verlauf der nächsten Wochen schrittweise Dosiserhöhung auf 40 mg, 80 mg und 160 mg Valsartan 2mal / Tag
    • max. Zieldosis: 160 mg Valsartan 2mal / Tag
    • innerhalb von 2 Wochen nach Behandlungsbeginn sollte Dosis von 80 mg Valsartan 2mal / Tag erreicht sein
    • Zieldosis sollte, in Abhängigkeit von der Verträglichkeit, innerhalb von 3 Monaten erreicht werden
    • bei Auftreten einer symptomatischen Hypotonie oder Nierenfunktionsstörung
      • Dosisreduktion in Betracht ziehen
    • zur Nachbehandlung eines Herzinfarkts Anwendung von Valsartan zusammen mit anderen Arzneistoffen wie z. B. Thrombolytika, Acetylsalicylsäure, Beta-Blockern, Statinen und Diuretika möglich; Kombination mit ACE-Hemmern wird nicht empfohlen
    • bei Untersuchung von Patienten nach einem Myokardinfarkt immer eine Beurteilung der Nierenfunktion durchführen
  • Herzinsuffizienz
    • initial: 40 mg Valsartan 2mal / Tag
    • dann schrittweise Dosissteigerung, in Intervallen von mind. 2 Wochen, bis zur höchsten vom Patienten tolerierten Dosis
      • zunächst auf 80 mg Valsartan 2mal / Tag
      • dann auf 160 mg Valsartan 2mal / Tag
    • bei gleichzeitiger Gabe eines Diuretikums: Dosisreduktion des Diuretikums in Betracht ziehen
    • maximale Tagesdosis: 320 mg Valsartan, in geteilten Dosen
    • zur Behandlung der Herzinsuffizienz Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln möglich
      • jedoch Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer, Valsartan und einem Betablocker oder einem Kalium-sparenden Diuretikum nicht empfohlen
    • bei Untersuchungen von Patienten mit Herzinsuffizienz immer auch die Nierenfunktion überprüfen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Kreatinin- Clearance > 10 ml / Min.
      • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • schwere Leberinsuffizienz, Leberzirrhose und Patienten mit Cholestase
      • Anwendung kontraindiziert
    • leichte bis mittelschwere Leberinsuffizienz ohne Cholestase
      • max. Dosis: 80 mg Valsartan
  • Hypertonie bei pädiatrischen Patienten
    • für Kinder und Jugendliche, die nicht in der Lage sind, Tabletten zu schlucken, wird die Anwendung einer Lösung zum Einnehmen empfohlen
    • die systemische Verfügbarkeit und die Plasmaspitzenkonzentration von Valsartan sind bei der Lösung 1,7-fach bzw. 2,2-fach höher als bei den Tabletten
    • Kinder und Jugendliche 6 - < 18 Jahre
      • KG < 35 kg
        • initial: 40 mg Valsartan 1mal / Tag
      • KG >/= 35 kg
        • initial: 80 mg Valsartan 1mal / Tag
      • Dosisanpassung auf der Basis des Ansprechens des Blutdrucks und der Verträglichkeit
      • in klinischen Studien geprüfte Höchstdosen
        • >/= 18 kg bis < 35 kg: 80 mg Valsartan
        • >/= 35 kg bis < 80 kg: 160 mg Valsartan
        • >/= 80 kg bis </= 160 kg: 320 mg Valsartan
      • höhere als die aufgelisteten Dosierungen nicht untersucht und daher nicht empfohlen
      • für Kinder, die bereits vor dem 6. Lebensjahr Valsartan erhalten haben, Dosierung für die Lösung zum Einnehmen beachten (Kinder im Alter von 1 bis < 6 Jahren)
    • Kinder 1 - < 6 Jahre
      • für Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren und für Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Schlucken von Tabletten haben, wird eine Lösung zum Einnehmen empfohlen
    • Kinder < 1 Jahr
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen
    • Wechsel von Lösung zum Einnehmen auf Tabletten
      • wenn Wechsel als klinisch notwendig angesehen wird: initial Gabe der gleichen Dosis in mg
      • anschließend: häufige Blutdruckmessung unter Berücksichtigung einer möglichen Unterdosierung
      • Dosistitration auf Basis des Ansprechens des Blutdrucks und der Verträglichkeit
    • pädiatrische Patienten von 6 bis < 18 Jahren mit Nierenfunktionsstörungen
      • Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. oder Dialyse
        • keine Untersuchungen
        • Anwendung nicht empfohlen
      • Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min.
        • keine Dosisanpassung erforderlich
        • Nierenfunktion und Kaliumspiegel engmaschig überwachen
    • pädiatrische Patienten von 6 bis < 18 Jahren mit Leberfunktionsstörungen
      • schwere Leberinsuffizienz, Leberzirrhose und Patienten mit Cholestase
        • Anwendung kontraindiziert
      • leichte bis mittelschwere Leberinsuffizienz
        • begrenzte klinische Erfahrung
        • max. Dosis: 80 mg Valsartan
    • pädiatrische Patienten mit Herzinsuffizienz und nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt
      • fehlende Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
      • Anwendung nicht empfohlen
  • gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln
    • Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml / Min. / 1,73 m2)
      • Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Valsartan - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Valsartan
  • schwere Leberinsuffizienz
  • biliäre Zirrhose
  • Cholestase
  • gleichzeitige Anwendung von Valsartan mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit
    • Diabetes mellitus
    • eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml / Min. / 1,73 m2)
  • Schwangerschaft (2. und 3. Trimenon)

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Valsartan - peroral

Nebenwirkungen bei Hypertonie

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hämoglobinabfall
      • Abfall des Hämatokrits
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit, einschließlich
        • Serumkrankheit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anstieg des Serumkaliums / Hyperkaliämie
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyponatriämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
        • bei pädiatrischen Patienten von 6 bis 17 Jahren beobachtet
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vertigo / Schwindel
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
        • bei pädiatrischen Patienten von 6 bis 17 Jahren beobachtet
    • ohne Häufigkeitsangaben
      • Vaskulitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • verminderter Appetit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abdominale Schmerzen
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
      • Erbrechen
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung der Leberfunktionswerte mit Erhöhung des Serumbilirubins
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angioödem
      • bullöse Dermatitis
      • Hautausschlag
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhung des Serumkreatinins
        • Sicherheitsprofil im Hinblick auf Typ, Häufigkeit und Schwere der unerwünschten Ereignisse unterschiedlich bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten von 6 bis < 18 Jahren
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Niereninsuffizienz und Einschränkung der Nierenfunktion
  • Allgemeine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erschöpfung

Nebenwirkungen nach einem Myokardinfarkt und / oder bei Herzinsuffizienz (nur bei erwachsenen Patienten untersucht)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit, einschließlich
        • Serumkrankheit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperkaliämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg des Serumkaliums
      • Hyponatriämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Schwindel bei Lagewechsel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Synkope
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vertigo
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
      • orthostatischer Hypotonus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vaskulitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Diarrhoe
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung der Leberfunktionswerte
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bullöse Dermatitis
      • Hautausschlag
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Niereninsuffizienz und -funktionseinschränkung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute Niereninsuffizienz
      • Erhöhung des Serumkreatinins
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg des Blutharnstoffstickstoffs
  • Allgemeine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie
      • Erschöpfung

Anwendungshinweise

  • unabhängig von einer Mahlzeit mit Wasser einnehmen
  • für Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren und für Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Schlucken von Tabletten haben, wird eine Lösung zum Einnehmen empfohlen

Stillzeithinweise

Valsartan - peroral
  • Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen, da keine Erkenntnisse zur Anwendung vorliegen
  • alternative antihypertensive Therapien mit einem geeigneten Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit sind zu bevorzugen, insbesondere wenn Neugeborene oder Frühgeburten gestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Valsartan - peroral
  • 2. und 3. Trimenon
    • Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) kontraindiziert
    • Therapie mit AIIRAs während des 2. und 3. Schwangerschaftstrimesters verursacht
      • fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und
      • neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie)
        • im Falle einer Exposition mit AIIRAs ab dem 2. Trimenon Ultraschalluntersuchungen der Nieren und des Schädels empfohlen
  • 1. Trimenon
    • Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) nicht empfohlen
    • keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des 1. Trimenons
      • geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden
      • auch wenn keine kontrollierten epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Hemmern (AIIRAs) vorliegen, bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken
  • sofern Fortsetzen der AIIRA-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden
  • falls eine Schwangerschaft festgestellt wird
    • Behandlung mit AIIRAs unverzüglich beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie beginnen
  • Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, häufig wiederholt auf Hypotonie untersuchen
  • Fertilität
    • Valsartan hatte keine negativen Wirkungen auf die Reproduktionsleistung von männlichen oder weiblichen Ratten bei Dosen von bis zu 200 mg Valsartan / kg KG / Tag
      • dies ist das 6-fache der empfohlenen Maximaldosis beim Menschen auf mg/m2 KOF - Basis (die Berechnungen gehen von einer oralen Dosis von 320 mg/Tag und einem 60-kg-Patienten aus)

Warnhinweise

Valsartan - peroral
  • Hyperkaliämie
    • gleichzeitige Anwendung mit folgenden Arzneimitteln nicht empfohlen
      • Kaliumpräparaten
      • kaliumsparenden Diuretika
      • kaliumhaltigen Salzersatzmitteln
      • andere Wirkstoffe, die die Kaliumspiegel erhöhen (z.B. Heparin)
    • ggf. auf engmaschige Überwachung der Kaliumspiegel achten
  • Nierenfunktionsstörung
    • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min. und Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen
      • keine Erfahrungen zur sicheren Anwendung
      • nur mit Vorsicht anwenden
    • erwachsene Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 10 ml / Min.
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • Patienten mit Leberinsuffizienz
    • Anwendung mit Vorsicht bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ohne Cholestase
  • Natrium- und / oder Volumenmangel
    • bei Patienten mit schwerem Natriummangel und / oder Volumenmangel (z.B. bei hochdosiertem Diuretikum) kann in seltenen Fällen bei Beginn der Behandlung eine symptomatische Hypotonie auftreten
    • Natrium- und / oder Volumendefizit ist vor Beginn der Behandlung auszugleichen, z.B. durch eine Reduzierung der Diuretika-Dosierung
  • Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder Arterienstenose einer Einzelniere
    • sichere Anwendung nicht nachgewiesen
    • kurzzeitige Anwendung bei 12 Patienten mit renovaskulärer Hypertonie infolge einer einseitigen Nierenarterienstenose beeinflusste renale Hämodynamik, Serumkreatinin oder Blutharnstoffwerte nicht signifikant
    • als Sicherheitsmaßnahme engmaschige Überwachung dieser Patienten empfohlen
      • da andere Wirkstoffe, die das ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, die Blutharnstoff- und Serumkreatininwerte erhöhen können
  • Nierentransplantation
    • gegenwärtig keine Erfahrungen zur sicheren Anwendung bei Patienten, die sich vor kurzem einer Nierentransplantation unterzogen haben
  • primärer Hyperaldosteronismus
    • Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus sollten nicht mit Valsartan behandelt werden, da ihr ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-System nicht aktiviert ist
  • Aorten- und Mitralklappenstenose bzw. hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
    • nur mit Vorsicht anwenden
  • Schwangerschaft
    • Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden
    • bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit AIIRAs ist zwingend erforderlich
    • falls eine Schwangerschaft festgestellt wird, ist die Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen
  • nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt
    • keine Hinweise auf einen zusätzlichen klinischen Nutzen durch eine gemeinsame Anwendung von Captopril und Valsartan
      • Risiko für das Auftreten unerwünschter Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung im Vergleich zu den jeweiligen Monotherapien nahm jedoch zu
      • kombinierte Anwendung von Valsartan mit einem ACE-Hemmer nicht empfohlen
    • Initialbehandlung von Patienten mit Valsartan nach einem Myokardinfarkt sollte mit Vorsicht erfolgen
      • bei der Untersuchung von Patienten nach einem Myokardinfarkt sollte immer eine Beurteilung der Nierenfunktion durchgeführt werden
    • Anwendung von Valsartan bei Patienten nach Myokardinfarkt führt häufig zu einer Blutdrucksenkung
      • Therapieabbruch aufgrund einer andauernden symptomatischen Hypotonie ist jedoch im Allgemeinen nicht erforderlich, sofern die Dosierungsanleitung eingehalten wird
  • Herzinsuffizienz
    • Kombination
      • bei Anwendung von Valsartan in Kombination mit einem ACE-Hemmer kann sich das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere Hypotonie, Hyperkaliämie und Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens), erhöhen
    • Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer, einem Beta-Blocker und Valsartan
      • bei Patienten mit Herzinsuffizienz wurde für die Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer, einem Beta-Blocker und Valsartan kein klinischer Nutzen nachgewiesen
      • diese Kombination erhöht offensichtlich das Risiko für unerwünschte Ereignisse und wird daher nicht empfohlen
      • solche Kombinationen sollten nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck angewendet werden
    • Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer, einem Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten und Valsartan
      • ebenfalls nicht empfohlen
      • solche Kombinationen sollten nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck angewendet werden
    • Vorsicht bei Behandlungsbeginn bei Patienten mit Herzinsuffizienz
    • Untersuchung von Patienten mit Herzinsuffizienz sollte immer auch eine Überprüfung der Nierenfunktion umfassen
    • Blutdrucksenkung
      • Valsartan bewirkt bei Patienten mit Herzinsuffizienz häufig eine gewisse Blutdrucksenkung
      • allerdings Behandlungsabbruch wegen andauernder symptomatischer Hypotonie in der Regel nicht erforderlich, sofern die Hinweise zur Dosierung befolgt werden
    • Patienten, deren Nierenfunktion von der Aktivität des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängen kann (z.B. Patienten mit schwerer kongestiver Herzinsuffizienz)
      • Behandlung mit ACE-Hemmern war mit Oligurie und / oder fortschreitender Azotämie sowie in seltenen Fällen mit akutem Nierenversagen und / oder Tod des Patienten verbunden
      • da Valsartan ein Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Anwendung von Valsartan mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion verbunden sein kann
  • Patienten mit Angioödem in der Krankengeschichte
    • Angioödeme, inklusive Anschwellen von Larynx und Glottis, die eine Verengung der Atemwege hervorrufen und / oder Anschwellen von Gesicht, Lippen, Pharynx und / oder der Zunge, bei Patienten beobachtet, die mit Valsartan behandelt wurden
      • bei einigen dieser Patienten traten Angioödeme schon vorher mit anderen Arzneimitteln inklusive ACE-Inhibitoren auf
    • Valsartan muss bei Patienten, bei denen ein Angioödem auftritt, sofort abgesetzt werden
      • darf nicht erneut angewendet werden
  • duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
    • duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird nicht empfohlen
      • Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht
    • wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen
    • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden
  • pädiatrische Patienten
    • Nierenfunktionsstörung
      • pädiatrische Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. und pädiatrische Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen müssen
        • Anwendung nicht untersucht
        • Valsartan bei diesen Patienten nicht empfohlen
      • pädiatrische Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min.
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Nierenfunktion und der Kaliumspiegel sollten während der Behandlung mit Valsartan engmaschig überwacht werden
        • dies gilt besonders, wenn Valsartan bei Vorhandensein von sonstigen Zuständen (Fieber, Dehydrierung), die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, gegeben wird
    • Leberinsuffizienz
      • schwere Leberinsuffizienz, Leberzirrhose und bei Patienten mit Cholestase
        • Anwendung kontraindiziert
      • leichte bis mittelschwere Leberinsuffizienz
        • nur begrenzte Erfahrung
        • bei diesen Patienten sollte die Dosis 80 mg Valsartan / Tag nicht übersteigen