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MIBE GmbH Arzneimittel
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Propranolol →

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Fachinformationen

Indikation

  • akut bedrohliche Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl
    • supraventrikuläre Arrhythmien
      • zusätzliche therapeutische Maßnahme bei Sinustachykardie aufgrund von Thyreotoxikose
      • anfallsweise supraventrikuläre Tachykardie
      • Vorhofflimmern und Vorhofflattern (bei ungenügendem Ansprechen auf hochdosierte Therapie mit herzwirksamen Glykosiden)
    • ventrikuläre Arrhythmien
      • ventrikuläre Extrasystolen, sofern Extrasystolen durch erhöhte Sympathikusaktivität hervorgerufen werden
        • körperliche Belastung
        • Induktionsphase der Anästhesie
        • Halothan-Anästhesie
        • Verabreichung exogener Sympathomimetika
      • ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern (nur vorbeugend v.a. wenn ventrikuläre Arrhythmien durch erhöhte Sympathikusaktivität hervorgerufen)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung (1 Ampulle) enthält 1 mg Propranololhydrochlorid

  • akute Behandlung tachykarder Arrhythmien
    • Einzeldosis - sowie bei Mehrfachgabe zeitlichen Abstand zwischen Einzelinjektionen - in Abhängigkeit von Ausgangssituation und klinischem Zustand des Patienten wählen
    • initial: 1 mg Propranololhydrochlorid langsam i.v. über 1 Min.
    • bei unzureichendem Behandlungserfolg
      • Dosiswiederholung in Intervallen von 2 Minuten bis zum Wirkungseintritt bzw. bis zum Erreichen der Maximaldosis
    • Maximaldosis
      • Erwachsene mit erhaltenem Bewusstsein: 10 mg Propranololhydrochlorid
      • Erwachsenen in Narkose: 5 mg Propranololhydrochlorid
    • Anwendungsdauer:
      • nur so lange, bis Herzrhythmusstörungen unter Kontrolle sind
      • sobald als möglich Umstellung auf orale Darreichungsformen
    • Kinder und Jugendliche
      • i.v. Injektion ausschließlich zur Notfallbehandlung kardialer Arrhythmien
      • 0,025 - 0,05 mg / kg KG langsam i.v. vorzugsweise unter EKG-Kontrolle
      • Wiederholung alle 6 - 8 Stunden, falls erforderlich

Kontraindikationen

Propranolol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Propranolol oder andere Betarezeptorenblocker
  • manifeste Herzinsuffizienz
  • Prinzmetal-Angina
  • Schock
  • AV-Block 2. oder 3. Grades
  • Sinusknoten-Syndrom (sick sinus syndrome)
  • sinuatrialer Block
  • Bradykardie (Ruhepuls vor Behandlungsbeginn < 50 Schläge/Min.)
  • Hypotonie
  • pulmonale Hypertonie
  • Urämie
  • Azidose
  • bronchiale Hyperreagibilität (z.B. bei Asthma bronchiale)
  • Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
  • gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmstoffen (außer MAO-B-Hemmstoffe)
  • zusätzliche i.v. Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder anderen Antiarrhythmika wie Disopyramid ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivmedizin)

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Propranolol - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
      • Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leukopenie
      • Agranulozytose
      • transiente Eosinophilie
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoglykämie einschließlich hypoglykämischer Krampfanfälle
        • nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es zu hypoglykämischen Zuständen kommen; diese können von Krampfanfällen oder in Einzelfällen von Koma begleitet sein
      • Warnzeichen einer Hypoglykämie (insbesondere Tachykardie und Tremor) können verschleiert werden
      • bei Patienten mit Hyperthyreose können die klinischen Zeichen einer Thyreotoxikose (Tachykardie und Tremor) maskiert sein
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Manifestation eines latenten Diabetes mellitus
      • Verschlechterung eines bereits bestehenden Diabetes mellitus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Störungen im Fettstoffwechsel
        • bei meist normalem Gesamtcholesterin Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyceride im Plasma beobachtet
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit, insbesondere zu Beginn der Behandlung
      • Schwindelgefühl
      • Benommenheit
      • Kopfschmerzen
      • Verwirrtheit
      • Nervosität
      • Schwitzen
      • Schlafstörungen
      • depressive Verstimmungen
      • Albträume
      • Halluzinationen
      • Parästhesein
      • Kältegefühl an den Extremitäten
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Auftreten eines der Myasthenia gravis ähnlichen Krankheitsbildes mit Muskelschwäche
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verstärkung einer bestehenden Myasthenia gravis
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Einschränkung des Tränenflusses (beim Tragen von Kontaktlinsen beachten)
      • Konjunktivitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Keratokonjunktivitis
      • Sehstörungen
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verstärkter Blutdruckabfall
      • Bradykardie
      • Synkopen
      • Palpitationen
      • atrioventrikuläre Überleitungsstörungen
      • Verstärkung einer Herzinsuffizienz
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Angina pectoris Verstärkung der Anfälle
      • Verstärkung der Beschwerden von Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen (einschließlich Claudicatio intermittens, Raynaud- Syndrom)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemnot möglich bei Patienten mit Neigung zu bronchospastischen Reaktionen (insbesondere obstruktiven Atemwegserkrankungen)
        • infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwegswiderstandes
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhö)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Patienten mit portaler Hypertonie kann sich die Leberfunktion verschlechtern und es kann sich eine hepatische Enzephalopathie entwickeln
        • Berichte, dass die Behandlung mit Propranolol das Risiko für die Entwicklung einer hepatischen Enzephalopathie erhöhen kann
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Exantheme)
      • Haarausfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Auslösung einer Psoriasis
      • Verstärkung der Symptome dieser Erkrankung
      • psoriasiforme Hautausschläge
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schmerzhafte proximale Myopathie
      • Muskelkrämpfe
      • Langzeittherapie: Arthropathie (Mono- und Polyarthritis)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verschlechterung der Nierenfunktion bei schweren Nierenfunktionsstörungen
        • deshalb sollte während der Therapie mit Propranolol die Nierenfunktion entsprechend überwacht werden
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Libido- und Potenzstörungen
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • ANA-Anstieg mit unklarer klinischer Relevanz
      • Erhöhung der Transaminasen (GOT, GPT) im Serum

Anwendungshinweise

  • langsam i.v. - Injektion (1 mg Propranololhydrochlorid / Min.)
  • fortlaufende Kontrolle von Puls, Blutdruck und EKG

Stillzeithinweise

Propranolol - invasiv
  • Propranololhydrochlorid geht in die Muttermilch über
  • obwohl die mit der Milch aufgenommene Wirkstoffmenge wahrscheinlich keine Gefahr für das Kind darstellt, sollten Säuglinge überwacht werden

Schwangerschaftshinweise

Propranolol - invasiv
  • Propranololhydrochlorid soll in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden
  • Propranololhydrochlorid passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut vergleichbare bzw. etwas höhere Konzentrationen als im maternalen Serum
  • ausreichenden Studien zur Anwendung bei schwangeren Frauen liegen nicht vor
  • Therapie sollte 48 - 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden
    • wegen möglicher Komplikationen wie intrauteriner Wachstumsretardierung und vorzeitige Wehen sowie Hypoglykämie, Bradykardie und Atemdepression beim Neugeborenen
    • ist dies nicht möglich, müssen die Neugeborenen in den ersten 48 - 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig überwacht werden

Warnhinweise

Propranolol - invasiv
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei
    • AV-Block I. Grades
    • Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten
    • Hypoglykämieneigung, z.B. nach längerem Fasten und schwerer körperlicher Belastung
    • Phäochromozytom; Propranolol erst nach vorheriger Alphablockade verabreichen
    • eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion
  • Patienten mit Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese
    • Verordnung von Betarezeptorblockern sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen
  • Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen
    • deshalb strenge Indikationsstellung bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte und bei Patienten unter Desensibilisierungstherapie (Vorsicht: überschießende anaphylaktische Reaktionen) geboten
  • regelmäßige Überprüfung der Leberwerte, da unter der Therapie mit anderen Betarezeptorblockern schwere Leberschäden beobachtet wurden
  • Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
    • Anwendung von Propranolol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Propranolol als Dopingmittel können nicht abgesehen werden; schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen