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Fachinformationen

Indikation

  • symptomatische Linderung von Schmerzen und Entzündung bei Erwachsenen mit
    • Hämorrhoidalleiden
    • nichtinfektiöser Proktitis
    • Analekzemen

Dosierung

Basiseinheit: 1 g Rektalcreme enthält 1 mg Fluocortolonpivalat und 20 mg Lidocainhydrochlorid (wasserfrei)

  • symptomatische Linderung von Schmerzen und Entzündung bei Hämorrhoidalleiden, nichtinfektiöser Proktitis und Analekzemen
    • Erwachsene
      • bis zu etwa 1 g Creme 2mal / Tag, morgens und abends
      • in den ersten Behandlungstagen ggf. Anwendung 3mal / Tag
      • bei Besserung des Krankheitsbildes: Anwendung 1mal / Tag oft ausreichend
      • Behandlungsdauer: max. 2 Wochen
      • allmählich ausschleichendes Absetzen des Präparats nach längerer Behandlung
        • potenzielles Risiko für die Entstehung eines topischen Kortikosteroid-Entzugssyndroms (TSW-Syndrom) bei plötzlichem Absetzen
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen (keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit)

Kontraindikationen

Lidocain - rektal
  • Überempfindlichkeit gegen Lidocain

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Lidocain - rektal
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • lokale Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. Kontaktallergie)
        • Jucken
        • (leichtes) Brennen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • leichte Schmerzen
      • Rötung
      • Unbehagen

Anwendungshinweise

  • Rektalcreme zum Auftragen
  • am besten nach dem Stuhlgang anwenden
  • vor der Anwendung Aftergegend sorgfältig reinigen
  • eine „Finger-Tip Unit" (FTU; Fingerspitzeneinheit) wird mit dem Finger in der Umgebung des Afters sowie im Afterring verstrichen, wobei mit der Fingerspitze der Widerstand des Schließmuskels zu überwinden ist
  • eine FTU entspricht einem Salbenstrang von der Länge des Endglieds des Zeigefingers eines Erwachsenen
  • zur Anwendung innerhalb des Mastdarms Einführhilfe auf die Tube aufschrauben und in den After einführen
  • durch leichten Druck auf die Tube eine kleine Menge Creme in den Darm einbringen
  • Creme darf nicht in die Augen gelangen; sorgfältiges Händewaschen nach der Anwendung empfohlen
  • weitere Informationen s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Lidocain - rektal
  • Anwendung in der Stillzeit nur bei strenger Indikationsstellung
  • es gibt keine Studien über die Anwendung bei stillenden Frauen
  • da Lidocain relativ schnell und mehr oder weniger vollständig in der Leber verstoffwechselt wird, ist davon auszugehen, dass nur sehr geringe Mengen Lidocain in die Muttermilch ausgeschieden werden
  • keine Daten / Hinweise zum Übertritt von Lidocain in die Muttermilch nach topischer Anwendung vorliegend
    • nach parenteraler Anwendung geht Lidocain in geringen Mengen in die Muttermilch über
  • Gefährdung des Säuglings bei topischer Anwendung von Lidocain in der Stillzeit erscheint unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Lidocain - rektal
  • Lidocain, der Wirkstoff dieses Arzneimittels, sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist
    • Anwendung nur bei strenger Indikationsstellung
  • keine kontrollierten Studien an Schwangeren vorliegend
  • bisher gab es keine Hinweise auf kongenitale Anomalien nach Lidocain-Exposition in der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben Hinweise auf Verhaltensänderungen nach pränataler Exposition, aber nicht auf teratogene Effekte
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Lidocain passiert die Plazentaschranke
    • keine Daten / Hinweise zum Übertritt von Lidocain in die Placenta nach topischer Anwendung vorliegend
    • das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • es liegen keine Daten zur Fertilität bei Tieren oder Menschen vor

Warnhinweise

Lidocain - rektal
  • Sicherheit und Wirksamkeit
    • zur längerfristigen Behandlung von Schmerzen im Rahmen des anorektalen Symptomkomplexes sind bisher nicht ausreichend belegt
  • Pilzbefall
    • bei Pilzbefall ist die zusätzliche Anwendung eines lokal wirksamen Antimykotikums erforderlich
  • Langzeitbehandlung
    • einer der Metaboliten von Lidocain, 2,6-Xylidin, hat sich bei Ratten als genotoxisch und karzinogen erwiesen
    • Sekundärmetaboliten haben mutagene Wirkung gezeigt
    • die klinische Signifikanz dieser Erkenntnisse ist nicht bekannt
      • daher ist eine Langzeitbehandlung mit dem Arzneimittel nur dann zu rechtfertigen, wenn sie für den Patienten einen therapeutischen Nutzen hat