Dorzolamid Micro Labs 20 mg/ml ATR Lösung im EDB

Micro Labs GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Dorzolamid →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30X0.2 ML 21,90 €
N3 120X0.2 ML 55,25 €

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Fachinformationen

Indikation

  • als Zusatztherapie zu Betabockern
  • als Monotherapie bei Patienten, die auf Betablocker nicht ansprechen oder bei denen Betablocker kontraindiziert sind zur Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei
    • okulärer Hypertension
    • Offenwinkelglaukom
    • Pseudoexfoliationsglaukom

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 20,0 mg Dorzolamid (als Dorzolamidhydrochlorid)

  • Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei okulärer Hypertension, Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationsglaukom als Zusatztherapie zu Betabockern oder als Monotherapie bei Patienten, die auf Betablocker nicht ansprechen oder bei denen Betablocker kontraindiziert sind
    • Monotherapie
      • 1 Tropfen 3mal / Tag, in den Bindehautsack jedes erkrankten Auges
      • Umstellung von einem anderen Antiglaukommittel
        • Arzneimittel noch 1 Tag lang anwenden, dann absetzen und am nächsten Tag die Behandlung mit Dorzolamid beginnen
    • Kombinationstherapie
      • 1 Tropfen 2mal / Tag, in den Bindehautsack jedes erkrankten Auges
      • bei Anwendung mehrerer topischer Augenmedikamente
        • Applikation der Präparate im Abstand von mind. 10 Min.

Dosisanpassung

  • Kinder
    • nur begrenzte Daten verfügbar
  • schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), hyperchlorämische Azidose
    • Anwendung kontraindiziert
  • Leberfunktionstörungen
    • keine Untersuchungen
    • Anwendung mit Vorsicht

Kontraindikationen

Dorzolamid - okulär
  • Überempfindlichkeit gegen Dorzolamid
  • schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)
  • hyperchlorämische Azidose
  • Schwangerschaft

Nebenwirkungen

Dorzolamid - okulär
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwindel
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Brennen
      • Stechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Keratitis superficialis punctata
      • Tränen
      • Konjunktivitis
      • Lidentzündung
      • Jucken der Augen
      • Lidreizung
      • Verschwommensehen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Iridozyklitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Reizungen einschl. Rötung
      • Schmerzen
      • Krustenbildung an den Augenlidern
      • vorübergehende Myopie (reversibel nach Absetzen der Therapie)
      • Hornhautödem
      • okuläre Hypotonie
      • Aderhautabhebung nach fistulierenden Augenoperationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Palpitationen
      • Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Epistaxis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • bitterer Geschmack
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Reizung im Rachenbereich
      • trockener Mund
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Kontaktdermatitis
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Urolithiasis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwäche
      • Müdigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeit
        • lokale (palpebrale) und systemische allergische Reaktionen einschl.
          • Angioödem
          • Urtikaria
          • Pruritus
          • Exanthem
          • Kurzatmigkeit/Atemnot
          • Bronchospasmus (selten)

Anwendungshinweise

  • zum Eintropfen in den Bindehautsack jedes erkrankten Auges
  • vor der Anwendung Hände waschen
  • Tropferspitze nicht mit den Augen oder der Umgebung der Augen in Berührung bringen
  • Augentropfen können bei nicht ordnungsgemäßer Handhabung durch Bakterien kontaminiert werden, kann zu Augeninfektionen führen (evtl. Verlust des Sehvermögens)
  • Lösung jedes Einzeldosisbehältnisses sofort nach dem Öffnen anwenden
  • verbleibende Reste sofort nach der Anwendung entsorgen

Stillzeithinweise

Dorzolamid - okulär
  • Dorzolamid sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
  • es muss entschieden werden, ob abgestillt wird oder die Therapie mit Dorzolamid unterbrochen oder beendet wird
    • wobei der Vorteil des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Therapie für dieMutter abgewogen werden muss
    • wenn eine Behandlungmit Dorzolamid erforderlich ist, sollte abgestillt werden
  • Risiko für das Neugeborene/Kleinkind kann nicht ausgeschlossen werden
  • nicht bekannt, ob Dorzolamid bzw. die Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch übertreten
  • tierexperimentelle Studien
    • verfügbare pharmakodynamische/toxikologische Daten aus Tierversuchen haben Übergang von Dorzolamid bzw. den Metaboliten in die Muttermilch gezeigt
    • bei den Nachkommen säugender Ratten wurde eine Verringerung der Körpergewichtszunahme beobachtet

Schwangerschaftshinweise

Dorzolamid - okulär
  • Dorzolamid darf während der Schwangerschaft nicht angewandt werden
  • keine oder nur begrenzte Daten über die Anwendung von Dorzolamid bei schwangeren Frauen vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • teratogene Effekte bei Kaninchen unter maternotoxischen Dosen
  • Fertilität
    • keine Daten vom Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • Daten aus Tierversuchen lassen nicht darauf schließen, dass die Behandlung mit Dorzolamid Einfluss auf die Fertilität von Männern oder Frauen hat

Warnhinweise

Dorzolamid - okulär
  • Handhabung
    • Patienten über korrekte Handhabung informieren
    • Arzneimittel zur Anwendung am Auge, können bei nicht ordnungsgemäßer Handhabung durch Bakterien kontaminiert werden, was zu Augeninfektionen führen kann
    • schwere Schädigungen des Auges und ein daraus resultierender Verlust des Sehvermögens können die Folge der Anwendung kontaminierter Arzneimittel sein
  • Vorsichtsmaßnahmen / vorsichtige Anwendung
    • bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen
      • wurde nicht geprüft
    • bei Patienten mit anamnestisch chronischen Hornhautdefekten und/oder intraokulären Operationen in der Anamnese
      • erhöhtes Risiko für Hornhautödeme und irreversible Hornhautdekompensation
  • bei Patienten mit akutem Winkelblockglaukom
    • Dorzolamid wurde nicht geprüft
    • zusätzlich zu topischen Drucksenkern sind andere therapeutische Maßnahmen erforderlich
  • Dorzolamid besitzt eine Sulfonamidogruppe, die auch bei Sulfonamiden vorkommt, und wird, obwohl topisch appliziert, systemisch resorbiert
    • aufgrund der Sulfonamidgruppe in Dorzolamid können bei topischer Anwendung dieselben Nebenwirkungen wie bei einer systemischen Anwendung auftreten
      • auch schwerwiegende Reaktionen wie
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • toxische epidermale Nekrolyse
      • wenn Anzeichen schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, ist das Medikament abzusetzen
  • nach fistulierenden Operationen
    • Aderhautabhebungen bei gleichzeitiger okulärer Hypotonie möglich
  • Urolithiasis
    • Therapie mit oralen Carboanhydrasehemmern wurde mit einer Urolithiasis als Folge von Störungen des SäureSäure-Base-Haushaltes, insb. bei Patienten mit anamnestisch bekannten Nierensteinen, in Zusammenhang gebracht
    • obwohl keine Störungen des SäureSäure-Base-Haushaltes unter Dorzolamid beobachtet wurden, wurde selten über Urolithiasis berichtet
    • da Dorzolamid ein topischer Carboanhydrasehemmer ist, der systemisch resorbiert wird, kann bei Patienten mit anamnestisch bekannten Nierensteinen ein erhöhtes Risiko für eine Urolithiasis während der Anwendung von Dorzolamid bestehen
  • Therapieabbruch
    • schwerwiegende Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen
    • evtl. bei allergischen Reaktionen (z.B. Konjunktivitis und Augenlidreaktionen)
  • Kombinationstherapie von oralem Carboanhydasehemmer mit Dorzolamid
    • nicht empfohlen
    • Gefahr von additiven systemischen Effekten der Carboanhydrasehemmer
  • Kinder und Jugendliche
    • Dorzolamid nicht geprüft
      • bei Frühgeborenen, die vor der 36. Schwangerschaftswoche geboren wurden, und
      • bei Neugeborenen unter einer Woche Lebensalter
    • Patienten mit ausgeprägter Unreife der Nierentubuli sollten aufgrund des möglichen Risikos einer metabolischen Azidose Dorzolamid nur nach gründlicher Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses erhalten