DOXYCYCLIN AL 200 T

ALIUD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Doxycyclin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 10 ST 12,17 €
N2 20 ST 12,82 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Doxycyclin ist angezeigt bei Infektionen, die durch gegen Doxycyclin-empfindliche Krankheitserreger verursacht sind, insbesondere bei:
    • Infektionen der Atemwege und des HNO-Bereiches:
      • akute Schübe chronischer Bronchitis,
      • Sinusitis,
      • Otitismedia,
      • Pneumonie durch Mykoplasmen, Rickettsien oder Chlamydien.
    • Infektionen des Urogenitaltrakts:
      • Urethritis durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum,
      • akute Prostatitis,
      • unkomplizierte Gonorrhö (insbesondere bei gleichzeitiger Chlamydien-Infektion),
      • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane,
      • Syphilis bei Penicillin-Allergie,
      • Harnwegsinfektionen (nur bei nachgewiesener Empfindlichkeit der Erreger).
    • Infektionen des MagenMagen-Darm-Trakts:
      • Cholera,
      • Yersinien- oder Campylobacter-Infektion,
      • Shigellen-Infektion bei Nachweis der Empfindlichkeit.
    • Ambulante Therapie von Gallenwegsinfektionen,
    • Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und Rosacea,
    • Chlamydien-Konjunktivitis und Trachom,
    • Borreliose (Lyme-Disease): Erythema chronicum migrans, Stadium I,
    • Seltene Infektionen wie Brucellose, Ornithose, Bartonellose, Listeriose, Rickettsiose, Melioidose, Pest, Granuloma inguinale
    • Andere Erkrankungen:
      • Malabsorptions-Syndrome (tropische Sprue und Morbus Whipple).

Dosierung

  • Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsrichtlinien
    • Kinder über 8 Jahre, Jugendliche sowie Erwachsene über 50 kg und unter 70 kg Körpergewicht nehmen am 1. Tag 1-mal täglich 200 mg Doxycyclin und an den folgenden Tagen je 100 mg Doxycyclin ein.
    • Bei schweren Erkrankungen bzw. bei Patienten mit mehr als 70 kg Körpergewicht werden über die gesamte Therapiedauer 1-mal täglich 200 mg Doxycyclin täglich verabreicht.
    • Spezielle Dosierungsempfehlungen
      • Akute gonorrhoische Urethritis des Mannes
        • Täglich 200 mg Doxycyclin über 7 Tage.
      • Akute Gonokokken-Epididymitis
        • Täglich 200 mg Doxycyclin über 10 Tage.
      • Akute Gonokokkeninfektion der Frau
        • Täglich 200 mg Doxycyclin über mindestens 7 Tage.
      • Der Behandlungserfolg bei einer Gonokokkeninfektion sollte durch eine kulturelle Kontrolle 3 - 4 Tage nach Behandlungsende überprüft werden.
      • Syphilis (primäre und sekundäre Form bei Penicillinallergie)
        • Täglich 300 mg Doxycyclin (sie können mit einem Mal genommen werden) 15 Tage lang.
      • Hauterkrankungen, auch infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und Rosacea
        • Täglich 100 mg Doxycyclin, in der Regel 7 - 21 Tage.
        • Anschließend ist die tägliche Einnahme von 50 mg Doxycyclin als Erhaltungstherapie für weitere 2 - 3 Wochen möglich. In Abhängigkeit vom klinischen Erfolg kann zur Akne-Therapie eine Langzeitbehandlung mit niedrigdosiertem Doxycyclin (50mg täglich) über einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen erfolgen. Hierzu stehen spezielle Dosisstärken mit 50 mg zur Verfügung.
      • Lyme-Borreliose (Stadium I)
        • Täglich 200 mg Doxycyclin, 2 - 3 Wochen lang (mindestens jedoch 14 Tage lang).
    • Dauer der Anwendung
      • Bei üblichen bakteriellen Infektionserkrankungen richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung.
      • Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von 5 - 21 Tagen ausreichend. Falls bei nachgewiesener Empfindlichkeit Infektionen mit ß hämolysierenden Streptokokken behandelt werden, muss dies mindestens 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden (z. B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis) vorzubeugen.
    • Besondere Patientengruppen
      • Kinder und Jugendliche
        • Für Kinder unter 8 Jahren und Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg ist Doxycyclin kontraindiziert.
      • Dosierung bei Patientenmit eingeschränkter Nierenfunktion
        • Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist es im Allgemeinen nicht erforderlich, die Doxycyclin-Dosis zu verringern.

Kontraindikationen

  • Doxycyclin darf nicht angewendet werden:
    • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Tetracycline oder einen der genannten sonstigen Bestandteile,
    • bei schweren Funktionsstörungen der Leber.
  • Bei Kindern unter 8 Jahren sowie Jugendlichen und Erwachsenen unter 50 kg Körpergewicht ist Doxycyclin kontraindiziert.
  • Bei Kindern bis zum Alter von 8 Jahren darf Doxycyclin nicht angewendet werden, da es vor Abschluss der Dentitionsphase durch Ablagerung von Calcium-Orthophosphat- Komplexen zu irreversiblen Zahnverfärbungen und Zahnschmelzdefekten mit erhöhter Kariesanfälligkeit und durch Ablagerung in den Wachstumszonen zu verzögertem Knochenwachstum kommen kann.

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (>/= 1/10), häufig (>/= 1/100, < 1/10), gelegentlich (>/= 1/1.000, < 1/100), selten (>/= 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
  • Herzerkrankungen
    • Selten: Tachykardien.
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • Gelegentlich: Blutgerinnungsstörung.
    • Selten können folgende hämatologische Veränderungen ausgelöst werden, die reversibel sind:
      • Leukozytopenien, Leukozytosen, Thrombozytopenie, Anämie, Lymphozytopenien, Lymphadenopathien, atypische Lymphozyten und toxische Granulationen der Granulozyten.
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Selten: Intrakranielle Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri), die nach Beendigung der Therapie reversibel ist. Sie äußert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und möglicherweise eine Sehstörung durch ein Papillenödem.
    • Störung bzw. Verlust der Geruchs- und Geschmacksempfindung, welche nur in einigen Fällen und auch nur teilweise reversibel war.
    • Parästhesien.
    • Sehr selten: Krampfanfälle. Nach oraler Einnahme von Doxycyclin wurde ein Fall eines epileptischen Anfalls berichtet. Nach intravenöser Gabe ist diese Nebenwirkung in mehreren Fällen beschrieben worden.
  • Augenerkrankungen
    • Häufigkeit nicht bekannt: Vorübergehende Kurzsichtigkeit (Myopie).
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Häufig: Gastrointestinale Störungen in Form von Sodbrennen, Magendruck, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, Fettstühlen und leichten Diarrhöen. Die Einnahme der Arzneimittel nach oder mit den Mahlzeiten kann diese unerwünschten Wirkungen zu einem gewissen Grad reduzieren; die Resorptionsquote wird dadurch nur unwesentlich beeinträchtigt.
    • Gelegentlich: Mund- und Rachenschleimhautentzündungen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden.
    • Selten: ösophageale Ulzerationen, Ösophagitis.
    • Sehr selten: Pseudomembranöse Enterokolitis (siehe unten „Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen").
    • Sehr selten: Schwarze Haarzunge.
    • Bei Überdosierungen besteht die Gefahr einer Pankreatitis.
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • Gelegentlich: Hämaturie.
    • Tetracycline können nephrotoxische Schäden verursachen oder eine schon vorher bestehende Nierenfunktionseinschränkung (erkennbar an einem Kreatinin- und Harnstoffanstieg im Serum) verschlimmern.
    • Auch im Zusammenhang mit Doxycyclin-Gabe wurde selten über Nierenschädigungen, z. B. interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen und Anurie berichtet.
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Gelegentlich: Allergische Reaktionen. Unter Sonnenbestrahlung kann es durch Lichtsensibilisierung zu phototoxischen Reaktionen der belichteten Hautareale kommen (mit Symptomen wie bei einem starken Sonnenbrand, z. B. Rötung, Schwellung, Blasenbildung, Verfärbung), selten auch mit Beteiligung der Nägel (Nagelablösung und Verfärbung). Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während der Doxycyclin-Behandlung vermieden werden.
    • Selten: toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson- Syndrom, Erythemamultiforme, exfoliative Dermatitis.
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • Selten: Myalgien, Arthralgien.
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • Häufigkeit nicht bekannt: Unter einer Therapie mit Doxycyclin kann es durch Selektion zu einer Candida-Besiedelung der Haut oder Schleimhäute (insbesondere des Genitaltraktes und der Mund- und Darmschleimhäute) kommen mit Symptomen wie Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (Glossitis, Stomatitis), akuten Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide bei der Frau (Vulvovaginitis) sowie Juckreiz in der Analgegend (Pruritus ani).
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • Gelegentlich: Bei Verabreichung von Doxycyclin an Kinder unter 8 Jahren ist eine irreversible Zahnverfärbung und Zahnschmelzschädigung sowie eine reversible Knochenwachstumsverzögerung beobachtet worden.
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • Gelegentlich: Allergische Reaktionen. Dazu gehören generalisiertes Exanthem, Erythem, Urticaria, Hautjucken, Erythema exsudativum multiforme, reversible örtliche Schwellungen der Haut, der Schleimhäute oder der Gelenke (Angioödem), Asthma, anaphylaktischer Schock, fixes Arzneimittelexanthem an Genitalien und anderen Körperregionen und eine Serumkrankheit-ähnliche Reaktion mit Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen.
    • Selten: Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen. Sie können sich äußern als: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Herzjagen, Luftnot (Atemnot), Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock und Herzstillstand. Beim Auftreten dieser Erscheinungen, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich (siehe unten „Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen"). Schwere Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z. B. exfoliative Dermatitis, Lyell-Syndrom). Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS).
    • Nicht bekannt: Jarisch-Herxheimer-Reaktion.
    • Innerhalb der Tetracyclin-Gruppe besteht eine komplette Kreuzallergie.
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • Selten: Lebertoxizität, Hepatitis, abnormale Leberfunktion, Leberversagen, Ikterus.
    • Häufigkeit nicht bekannt: Bei Überdosierungen besteht die Gefahr von Leberschäden. Während der Schwangerschaft besteht eine erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetracyclingabe.
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Selten: Unruhe, Angstzustände.
  • Besonderer Hinweis:
    • Bei Langzeitanwendung (d.h.mehr als 21 Tage) sollten regelmäßig Blut-, Leber- und Nierenuntersuchungen durchgeführt werden.
  • Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen
    • Pseudomembranöse Kolitis
      • Hier ist eine Beendigung der Therapie mit Doxycyclin AL® in Abhängigkeit von der Indikation zu erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, sind kontraindiziert.
    • Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie)
      • Hier muss die Behandlung mit Doxycyclin AL® sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) müssen eingeleitet werden.

Anwendungshinweise

  • Doxycyclin AL® sollte entweder regelmäßig morgens mit dem Frühstück oder gleichzeitig zusammen mit einer anderen Mahlzeit mit reichlich Flüssigkeit (keine Milch) eingenommen werden. Die Einnahme während einer Mahlzeit kann die Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen verringern.
  • Besonderer Hinweis:
    • Doxycyclin AL® 100 T Tabletten und Doxycyclin AL® 200 T Tabletten sollten zur Vermeidung von Ösophagus-Ulzera mit reichlich Flüssigkeit (keine Milch) sowie in aufrechter Position und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Stillzeithinweise

  • Doxycyclin ist plazentagängig und erscheint in der Muttermilch. Die Konzentration in der Muttermilch beträgt etwa 30 - 40% der mütterlichen Plasmakonzentration.
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr darf Doxycyclin nicht angewendet werden, da bei Feten vom 4. Monat an sowie bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr durch die Einlagerungen von Doxycyclin Zahnverfärbungen, Schmelzdefekte und eine Verzögerung des Knochenwachstums auftreten können.

Schwangerschaftshinweise

  • Während der Schwangerschaft besteht eine erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetracyclin-Einnahme.
  • Doxycyclin ist plazentagängig und erscheint in der Muttermilch. Die Konzentration in der Muttermilch beträgt etwa 30 - 40% der mütterlichen Plasmakonzentration.
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr darf Doxycyclin nicht angewendet werden, da bei Feten vom 4. Monat an sowie bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr durch die Einlagerungen von Doxycyclin Zahnverfärbungen, Schmelzdefekte und eine Verzögerung des Knochenwachstums auftreten können.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Nachgewiesene Infektionen durch Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken sollten mit Doxycyclin nicht behandelt werden, weil die Resistenzsituation ungünstig ist.
    • Bei einigen Patienten mit Spirochäteninfektion kann kurz nach Beginn der Behandlung mit Doxycyclin eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten. Den Patienten sollte versichert werden, dass dies eine üblicherweise selbstbegrenzende Folge der antibiotischen Behandlung von Spirochäteninfektionen ist.
    • Schwere Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens- Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und Arzneimittelreaktionen mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) wurden bei Patienten unter Behandlung mit Doxycylin berichtet. Sollten schwere Hautreaktionen auftreten, ist Doxycyclin sofort abzusetzen und eine entsprechende Therapie einzuleiten.
    • Bei Patienten, die Tetracycline, einschließlich Doxycyclin, in Tabletten- oder Kapselform verabreicht erhielten, wurden Fälle von Ösophagitis oder ösophagealer Ulzeration beschrieben. Die meisten dieser Patienten nahmen die Arzneimittel vor dem Schlafengehen ein.
    • Störung von Laboruntersuchungen
      • Der Nachweis von Zucker, Eiweiß, Urobilinogen und von Katecholaminen im Urin kann durch Einnahme von Tetracyclinen gestört werden.
    • Diese Arzneimittel enthalten Lactose und Natrium
      • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Doxycyclin AL® 100 T/200 T nicht einnehmen.
      • Doxycyclin AL® 100 T/200 T enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei".
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Die Wirkung von Doxycyclin wird durch folgende Arznei- und Nahrungsmittel beeinflusst
      • Die Resorption von Doxycyclin aus dem MagenMagen-Darm-Trakt kann durch 2- oder 3-wertige Kationen wie Aluminium, Calcium (Milch, Milchprodukte und calciumhaltige Fruchtsäfte) und Magnesium (z. B. in Antazida) oder durch Eisenpräparate sowie durch medizinische Aktivkohle und Colestyramin beeinträchtigt werden. Daher sollten derartige Arznei- oder Nahrungsmittel in einem zeitlichen Abstand von 2 - 3 Stunden eingenommen werden.
      • Das Antibiotikum Rifampicin, induzierende Stoffe aus der Klasse der Barbiturate und andere antikonvulsiv wirksame Pharmaka wie Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon sowie chronischer Alkoholabusus können aufgrund einer Enzyminduktion in der Leber den Abbau von Doxycyclin beschleunigen, sodass unter üblicher Dosierung keine therapeutisch wirksamen Doxycyclin- Konzentrationen erreicht werden.
    • Doxycyclin beeinflusst die Wirkung der folgenden Arzneimittel
      • Doxycyclin kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffderivaten (oralen Antidiabetika) und Antikoagulantien vom Dicumarol-Typ verstärken. Bei kombinierter Verabreichung sollte eine Kontrolle der Blutzucker- bzw. der Gerinnungsparameter erfolgen und ggf. eine entsprechende Dosisreduktion dieser Arzneimittel vorgenommen werden.
      • Durch gleichzeitige Anwendung von Doxycyclin und Ciclosporin A kann die toxische Wirkung des Immunsuppressivums erhöht werden.
    • Sonstige Wechselwirkungen
      • Die Kombination einer potenziell nephrotoxischen Methoxyfluran-Narkose mit einer Doxycyclin-Therapie kann zum Nierenversagen führen.
      • Kurz vor, während oder nach einer Isotretinoin- Behandlung der Akne ist von einer Behandlung mit Doxycyclin Abstand zu nehmen, da beide Arzneimittel in seltenen Fällen reversible Drucksteigerungen in der Schädelhöhle (Pseudotumor cerebri) bewirken können.
      • Die gleichzeitige Einnahme von Doxycyclin und Betalaktam-Antibiotika sollte vermieden werden, da sie zu einer Verminderung der antibakteriellen Wirksamkeit führen kann.
      • Die gleichzeitige Anwendung von Theophyllin und Tetracyclinen kann das Vorkommen von Nebenwirkungen im MagenMagen-Darm-Trakt erhöhen.
    • Doxycyclin-Wechselwirkungen
      • Mittel
        • Aluminium
        • Calcium (auch Milch)
        • Magnesium (z. B. in Antazida)
        • Eisen
        • Colestyramin
        • med. Aktivkohle
          • Folgewirkung
            • Abschwächung der Doxycyclin-Wirkung
          • Ursache
            • Durch Komplexbildung verringerte Resorption
        • Rifampicin
        • Barbiturate
        • Carbamazepin
        • Diphenylhydantoin
        • Chron. Alkoholabusus
          • Folgewirkung
            • Abschwächung der Doxycyclin-Wirkung
          • Ursache
            • Beschleunigter Abbau durch Enzyminduktion
        • Cumarinderivate Sulfonylharnstoffe
          • Folgewirkung
            • Verstärkung der gerinnungshemmenden bzw. blutzuckersenkenden Wirkung
          • Ciclosporin A
            • Folgewirkung
              • Toxische Wirkung von Ciclosporin A erhöht
          • Methoxyfluran
            • Folgewirkung
              • Kann zum Nierenversagen führen
          • Isotretinoin
            • Folgewirkung
              • Risiko für Pseudotumor cerebri erhöht
          • Penicilline, Cephalosporine (u. andere Betalaktame)
            • Folgewirkung
              • Abschwächung des Penicillin/Cephalosporin-Effektes
          • Theophyllin
            • Folgewirkung
              • Vorkommen von Nebenwirkungen im MagenMagen-Darm-Trakt erhöht
          • Orale Kontrazeptiva („Pille")
            • Folgewirkung
              • Sicherheit der Antikonzeptiva beeinträchtigt
          • Zucker und Eiweiß im Harn Urobilinogennachweis Katecholamine
            • Folgewirkung
              • Störung der qualitativen und quantitativen Bestimmung
      • Hinweis:
        • In seltenen Fällen kann unter der Therapie mit Doxycyclin die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva („Pille") in Frage gestellt sein. Es empfiehlt sich deshalb zusätzlich nichthormonelle empfängnisverhütende Maßnahmen anzuwenden.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Vereinzelt ist über eine in der Regel vorübergehende Kurzsichtigkeit (Myopie) unter Einnahme von Tetracyclinen berichtet worden, die zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit beim Steuern von Kraftfahrzeugen und beim Bedienen von Maschinen führen kann.
  • Überdosierung
    • Doxycyclin ist bei einmaliger oraler Aufnahme in mehrfachen therapeutischen Dosen nicht akut toxisch. Akute Doxycyclin-Intoxikationen sind in der Literatur bisher nicht beschrieben. Bei Überdosierung besteht jedoch die Gefahr von parenchymatösen Leber- und Nierenschädigungen sowie einer Pankreatitis.
    • Bei einer oralen Überdosis von Doxycyclin sollten die noch nicht resorbierten Anteile der Substanz durch Gabe von Antazida, Magnesium- oder Calcium-Salzen zu nicht resorbierbaren Chelatkomplexen gebunden werden. Nach sofortigem Absetzen der Therapie sind unter Umständen symptomatische Maßnahmen indiziert. Doxycyclin ist nicht ausreichend dialysabel, so dass eine Hämo- oder Peritonealdialyse wenig effektiv ist.