ELUTIT CALCIUM
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| – | 400 G | 35,71 € |
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Indikation
- Behandlung der Hyperkaliämie
Dosierung
Basiseinheit: 15 g Granulat enthalten 13,2 g Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure (92:8), Calciumsalz (1 gestrichener Messlöffel entspricht ca. 5 g Granulat)
- Hyperkaliämie
- Dosierung individuell und nach täglicher Kontrolle der Serum-Kaliumspiegel festlegen
- orale Anwendung
- 15 g Granulat 1 - 4mal / Tag
- rektale Anwendung
- 30 g Granulat 1 - 2mal / Tag
- Einlauf ggf. wiederholen
- Behandlungsdauer
- richtet sich nach dem Kaliumspiegel im Blut (täglich bestimmen)
- Kaliumwert < 5 mmol / l: Präparat absetzen
- Neugeborene und Kinder
- 0,5 - 1 g Granulat / kg Körpergewicht / Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen
- Erhaltungstherapie: 0,5 g Granulat / kg KG / Tag
- ältere Patienten
- keine Dosisanpassung erforderlich
- Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion
- keine Dosisanpassung erforderlich
Kontraindikationen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Polystyrolsulfonat (Poly(styrol-codivinylbenzol)sulfonsäure)
- Hypokaliämie, Serum-Kaliumspiegel < 5 mmol/l
- stenosierende Darmerkrankungen
- eingeschränkte Darmmotilität
- bei Anwendung von Natriumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hypernatriämie
- kontraindiziert bei erheblicher Natriumretention
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Natriumpolystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme nur mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- bei Anwendung von Calciumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hyperkalzämie (z.B. bei Hyperparathyreoidismus, Sarkoidose, Plasmozytom oder metastasierendes Karzinom mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz)
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypokaliämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen
- Hypernatriämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen (bei Anwendung von Natriumustauscherharzen)
- Hypomagnesiämie
- Hypokalzämie
- Hyperkalzämie (bei Anwendung von Calciumaustauscherharzen)
- bei Dialysepatienten, die Calciumaustauscher erhalten, sowie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz beobachtet worden
- obgleich viele Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz niedrige Serum-Calcium- und hohe Serum- Phosphatspiegel haben, wird bei einigen Patienten ein plötzlicher Anstieg des Serum- Calciums nach der Behandlung beobachtet
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- ohne Häufigkeitsangabe
- gastrointestinale Ischämien und ischämische Kolitis
- Ulzerationen und Nekrosen des Gastrointestinaltrakts, die zur Perforation führen können
- Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet, die mehrheitlich mit einer gleichzeitigen Anwendung von Sorbitol assoziiert waren
- Magen-Darm-Unverträglichkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö
- Obstipation
- besonders bei Kindern Fälle von massiver Obstipation nach rektaler Verabreichung und Fälle von Magen-Darm-Konkrementen nach oraler Verabreichung beobachtet
- gastrointestinale Stenosen und Obstruktionen
- möglicherweise lag diesen Fällen eine gleichzeitig bestehende Erkrankung oder eine ungenügende Verdünnung der Suspension zugrunde
- Hämatochezien (Blutstühle)
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht unter der Anwendung von Kationenaustauscherharzeinläufen beobachtet
- Zusammenhang mit gleichzeitig verabreichtem Sorbitol als ursächlichem Faktor kann nicht ausgeschlossen werden
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- Granulat zur Herstellung einer Suspension für die orale oder rektale Anwendung
- orale Gabe der rektalen aufgrund der besseren Wirksamkeit vorziehen
- schnellerer Wirkungseintritt bei rektaler Anwendung (zu Beginn der Behandlung empfehlenswert, beide Anwendungsarten zu nutzen)
- Suspension unmittelbar vor Gebrauch herstellen und nicht > 24 Stunden aufbewahren
- Granulat zunächst mit einer kleinen Menge Wasser anrühren und durchmischen, erst nachfolgend die angegebenen Flüssigkeitsmengen zusetzen
- dem Ionenaustauscher-Arzneimittel kein Sorbitol beifügen und nicht gleichzeitig mit Sorbitol anwenden
- für die Dauer der Behandlung kaliumarme, aber kalorienreiche Diät empfohlen
- Orale Gabe
- Granulat in ca. 100 ml Wasser aufrühren und sofort trinken
- keine Fruchtsäfte für Zubereitung oder zum Nachspülen verwenden (zur Geschmacksverbesserung Zusatz von Honig, Sirup oder Süßstoff möglich)
- Einnahme möglichst in sitzender Haltung (vermeiden, dass Partikel aspiriert werden)
- Patienten mit Magensonde: mit Sondennahrung verabreichen
- Granulat in etwa 100 ml Wasser aufrühren
- Suspension der Sondennahrung zufügen
- bei Verabreichung darauf achten, dass die Sonde nicht verstopft
- Rektale Verabreichung
- v. a. für Patienten mit Erbrechen oder Problemen im oberen Gastrointestinaltrakt
- als Verweilklysma
- Granulat in 150 - 250 ml körperwarmer Flüssigkeit (Wasser oder 10%ige wässrige Glucoselösung) geben
- Patient sollte Klysma möglichst lange (mind. 9 Stunden) halten
- ist dies nicht möglich: Klysma mit der gleichen Menge Substanz häufiger wiederholen
- zur Entfernung des Granulats eine Darmspülung mit ca. 2 l körperwarmem Leitungswasser vornehmen (u. a. zur Vermeidung einer Obstipation)
- Neugeborene und Kinder
- bei Neugeborenen keine orale Verabreichung
- rektale Anwendung nur mit besonderer Vorsicht
- Granulat in einer 10%igen wässrigen Lösung von Dextrose (Glucose) suspendieren
- zum Entfernen des Ionenaustauschers Darmspülungen mit warmem Leitungswasser vornehmen (vgl. Erwachsene)
Stillzeithinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung zu unterbrechen ist; dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden vorliegend
- nicht bekannt ob Polystyrolsulfonat und Metabolite in die Muttermilch übergehen
- Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
- keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vorliegend
- das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
- Fertilität
- keine Daten vorliegend
Warnhinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- Sorbitol
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- Fälle mit fatalem Ausgang berichtet
- Polystyrolsulfonat sollte daher nicht gleichzeitig mit Sorbitol angewendet werden
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- zeitliche Verzögerung
- Wirkung von Kationenaustauscherharzen wie Polystyrolsulfonat setzt mit zeitlicher Verzögerung ein
- bei der Behandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie stehen daher sofort wirksame therapeutische Maßnahmen wie Glucose/Insulin-, Calciumgluconat- oder NaHCO3-Infusionen im Vordergrund
- vor der Anwendung
- sind der Elektrolythaushalt und der SäureSäure-Basen-Haushalt, der Herzrhythmus und die Nierenfunktion zu kontrollieren
- bei der Therapie müssen zur Vermeidung einer Hypokaliämie tägliche Kontrollen der Serum-Kalium- und Serum-Natriumspiegel vorgenommen werden
- sobald der Kaliumspiegel 5 mmol/l erreicht hat, muss das Präparat abgesetzt werden
- Herzglykoside
- Vorsicht bei digitalisierten Patienten: der gesenkte Kaliumspiegel verstärkt die Wirkung und v.a. die Nebenwirkungen der Herzglykoside
- Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Schleifendiuretika
- Calcium
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- ggf. Calciumausgleich notwendig
- bei Anwendung eines Calciumaustauscherharzes: zur Vermeidung einer Hyperkalzämie müssen wöchentliche Kontrollen der Serum-Calciumspiegel vorgenommen werden
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- Flüssigkeitsbilanz
- wenn mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe gerechnet werden muss, sorgfältige Überprüfung der Flüssigkeitsbilanz mit Drosselung der Flüssigkeitszufuhr angezeigt
- Herzinsuffizienz
- Vorsicht bei drohender oder bestehender akuter Herzinsuffizienz: in derartigen Fällen ist die Flüssigkeitsaufnahme insgesamt einzuschränken
- Nierenversagen
- Vorsicht bei chronischem und akutem Nierenversagen: Gefahr der Ödembildung, von Hypertonie und Herzinsuffizienz durch Rückhaltung des beim Austauschvorgang frei gewordenen und aufgenommenen Natriums
- tägliche Kontrolle des Natriumspiegels angezeigt
- Blutdruck
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Polystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- Hypomagnesiämie, Hypokalzämie
- da das Austauscherharz keine absolute Selektivität für Kalium aufweist, besteht Möglichkeit einer Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie
- Elektrolytspiegel sollten kontrolliert werden
- Obstipation
- beim Auftreten von klinisch bedeutsamer Obstipation sollte die Behandlung mit bis zur Normalisierung der Verdauung unterbrochen werden
- Magnesiumhaltige Abführmittel vermeiden
- bei Neigung zu chronischer Obstipation igleichzeitige Einnahme eines Laxans empfehlenswert
- Bindung anderer oral angewendeter Arzneimittel
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- gleichzeitige Anwendung mit anderen oralen Arzneimitteln vermeiden
- Applikation von Polystyrolsulfonat hat mit mind. 3 Stunden Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln zu erfolgen
- bei Patienten mit Gastroparese sollte ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden in Betracht gezogen werden
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- Kinder
- bei Neugeborenen und Kindern sollte die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen, da eine Überdosierung oder unzureichende Verdünnung zu einer Ablagerung des Harzes im Darm führen könnte
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht sollte auf Grund des Risikos von Blutungen des Verdauungstraktes und Nekrosen des Kolons die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen
- Natriumbelastung durch das Präparat beachten