Enaplus AL 20mg/12.5mg Tabletten

ALIUD Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Enalapril/Hydrochlorothiazid →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 14,83 €
N2 50 ST 17,68 €
N3 100 ST 25,61 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Essenzielle Hypertonie, die mit einem ACE-Hemmer als Monotherapie nicht ausreichend behandelt werden kann.

Dosierung

  • Die empfohlene Dosierung beträgt eine Tablette täglich.
  • Vorbehandlung mit Diuretika
    • Nach der ersten Dosis von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg kann es zu einer symptomatischen Hypotonie kommen, insbesondere bei Patienten mit Flüssigkeits- oder Salzmangel aufgrund einer vorangegangenen Behandlung mit Diuretika. Daher soll die Diuretikatherapie 2 - 3 Tage vor Beginn einer Behandlung mit Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg abgesetzt werden.
  • Patienten mit Niereninsuffizienz
    • Da die Anfangsdosis von Enalapril bei leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance > 30 ml/Min und < 8 0ml/Min) bei 5 - 10 mg liegt, ist Enaplus AL® 20 mg/ 12,5 mg für diese Patienten nicht als Initialtherapie geeignet. Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg ist bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance </= 30 ml/Min kontraindiziert.
  • Kinder und Jugendliche
    • Aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit wird Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg bei Kindern unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der genannten sonstigen Bestandteile,
  • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance </= 30 ml/min),
  • Anurie,
  • Patienten mit anamnestisch bekanntem angioneurotischen Ödem infolge einer früheren ACE-Hemmer-Therapie,
  • Patienten mit hereditärem oder idiopathischem Angioödem,
  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonamidverwandte Arzneimittel,
  • zweites und drittes Schwangerschaftstrimester,
  • schwere Leberinsuffizienz,
  • Die gleichzeitige Anwendung von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg mit Aliskirenhaltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert.
  • gleichzeitige Anwendung einer Sacubitril/Valsartan-Therapie. Die Behandlung mit Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden.

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid wird in der Regel gut vertragen. Die in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren im Allgemeinen mild und vorübergehend und erforderten in den meisten Fällen keine Unterbrechung der Behandlung.
  • Die häufigsten in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Husten.
  • Über folgende Nebenwirkungen wurde mit Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid, Enalapril allein oder Hydrochlorothiazid allein in klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet:
    • Sehr häufig (>/= 1/10)
    • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
    • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
    • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
    • Sehr selten (< 1/10.000)
    • Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
  • Tabelle 1: Nebenwirkungen von Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid
    • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
      • Nicht bekannt: Nichtmelanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • Gelegentlich: Anämie (einschließlich aplastischer und hämolytischer Anämie)
      • Selten: Neutropenie, Abnahme von Hämoglobin und Hämatokrit, Thrombozytopenie, Agranulozytose, Knochenmarksdepression, Leukopenie, Panzytopenie, Lymphadenopathie, Autoimmunerkrankungen
    • Endokrine Erkrankungen
      • Nicht bekannt: Syndrom der inadäquaten antidiuretischen Hormon Sekretion (SIADH)
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • Häufig: Hypokaliämie, Anstieg der Werte von Cholesterin und Triglyzeriden, Hyperurikämie
      • Gelegentlich: Hypoglykämie, Hypomagnesämie, Gicht**
      • Selten: Anstieg der Blutglucose
      • Sehr selten: Hyperkalzämie
    • Erkrankungen des Nervensystems und Psychiatrische Erkrankungen
      • Häufig: Kopfschmerzen, Depression, Synkope, Geschmacksstörungen
      • Gelegentlich: Verwirrtheitszustände, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität, Parästhesien Vertigo, Libidoverlust**
      • Selten: abnorme Träume, Schlafstörungen, Parese (aufgrund von Hypokaliämie
    • Augenerkrankungen
      • Sehr häufig: Verschwommenes Sehen
      • Nicht bekannt: Xanthopsie, Aderhauterguss, transiente Myopie, Engwinkelglaukom
    • Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths
      • Gelegentlich: Tinnitus
    • Herz- und Gefäßerkrankungen
      • Sehr häufig: Schwindel
      • Häufig: Hypotonie, orthostatische Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Tachykardie
      • Gelegentlich: Flush, Palpitationen, Myokardinfarkt oder zerebraler Insult*, vermutlich infolge übermäßigen Blutdruckabfalls bei Patienten mit hohem Risiko
      • Selten: Raynaud-Syndrom
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • Sehr häufig: Husten
      • Häufig: Dyspnoe
      • Gelegentlich: Rhinorrhö, Halsschmerzen und Heiserkeit, Bronchospasmus/Asthma
      • Selten: pulmonale Infiltrate, Atembeschwerden (einschließlich Pneumonitis und Lungenödem), Rhinitis, allergische Alveolitis/eosinophile Pneumonie
      • Sehr selten: Akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • Sehr häufig: Übelkeit
      • Häufig: Diarrhö, Schmerzen im Abdomen
      • Gelegentlich: Ileus, Pankreatitis, Erbrechen, Dyspepsie, Obstipation, Appetitlosigkeit, Magenreizung, trockener Mund, peptisches Ulkus, Blähungen**
      • Selten: Stomatitis/aphthöse Ulzerationen, Glossitis
      • Sehr selten: intestinales Angioödem
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • Selten: Leberversagen, hepatische Nekrose (auch letal), Hepatitis (hepatozellulär oder cholestatisch), Gelbsucht, Cholezystitis (insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Cholelithiasis)
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • Häufig: Hautausschlag (Exanthem), Überempfindlichkeit/angioneurotisches Ödem: angioneurotische Ödeme mit Beteiligung von Gesicht, Extremitäten, Lippen, Zunge, Glottis und/oder Larynx wurden berichtet
      • Gelegentlich: Diaphorese, Pruritus, Urtikaria, Alopezie
      • Selten: Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis, toxische epidermale Nekrolyse, Purpura, kutaner Lupus erythematodes, Erythrodermie, Pemphigus
      • Nicht bekannt: Ein Symptomenkomplex wurde berichtet, der mit einigen oder allen der folgenden Nebenwirkungen einhergehen kann: Fieber, Serositis, Vaskulitis, Myalgie/Myositis, Arthralgie/Arthritis, positive ANA-Titer, erhöhte BSG, Eosinophilie und Leukozytose. Hautausschlag, Photosensibilität oder andere dermatologische Manifestationen können auftreten.
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • Häufig: Muskelkrämpfe***
      • Gelegentlich: Arthralgie**
    • Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
      • Gelegentlich: Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Proteinurie
      • Selten: Oligurie, interstitielle, Nephritis
    • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
      • Gelegentlich: Impotenz
      • Selten: Gynäkomastie
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • Sehr häufig: Asthenie
      • Häufig: Schmerzen im Brustkorb, Müdigkeit
      • Gelegentlich: Unwohlsein, Fieber
    • Untersuchungen
      • Häufig: Hyperkaliämie, Anstieg von Serum-Kreatinin
      • Gelegentlich: Anstieg von Serum-Harnstoff, Hyponatriämie
      • Selten: Anstieg der Leberenzyme, Anstieg von Serum-Bilirubin
    • * Die Häufigkeit war in klinischen Studien mit jener von Placebo bzw. der aktiven Kontrollgruppe vergleichbar.
    • ** Beobachtet nur bei Hydrochlorothiazid Dosen von 12,5 mg und 25 mg.
    • *** Häufig traten Muskelkrämpfe nur bei Hydrochlorothiazid Dosen von 12,5 mg und 25 mg auf, gelegentlich bei Hydrochlorothiazid Dosen von 6 mg.
  • Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
    • Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen Hydrochlorothiazid und NMSC festgestellt.

Anwendungshinweise

  • Zum Einnehmen.

Stillzeithinweise

  • Enalapril
    • Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Enalapril/Hydrochlorothiazid in der Muttermilch erreicht werden. Auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen, wird die Anwendung von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg während des Stillens von Frühgeborenen sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung nicht empfohlen, da ein mögliches Risiko von kardiovaskulären und renalen Effekten beim Säugling besteht und für eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.
    • Wenn die Säuglinge älter sind, kann die Anwendung von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg bei stillenden Müttern erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter als notwendig erachtet wird und der Säugling sorgfältig überwacht wird.
  • Hydrochlorothiazid
    • Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika, angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die Anwendung von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg während der Stillzeit angewandt wird, sollte die Dosis so niedrig wie möglichsein.

Schwangerschaftshinweise

  • ACE-Hemmer
    • Die Anwendung von ACE-Hemmern wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen. Die Anwendung von ACE-Hemmern im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist kontraindiziert.
    • Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor, ein geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sofern ein Fortsetzen der ACE-Hemmer-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.
    • Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern während des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) hat. Mutterseitige Oligohydramnie, vermutlich infolge einer verringerten Nierenfunktion des Fetus, wurde berichtet, welche zu Kontrakturen der Extremitäten, kraniofazialen Fehlbildungen und zur Entstehung einer Lungenhypoplasie führen kann.
    • Im Fall einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem zweiten Schwangeschaftstrimesters werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.
    • Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf Hypotonie untersucht werden.
  • Hydrochlorothiazid
    • Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend.
    • Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer Störung der fetoplazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.
    • Auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur Anwendung kommen.
    • Bei essenzieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid
      • Hypotonie und Störungen im Elekrolyt- und Flüssigkeitshaushalt
        • Bei Patienten mit unkomplizierter Hypertonie kommt es nur selten zu einem symptomatischen Blutdruckabfall. Bei Hypertonikern ist unter Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg eher dann mit einer symptomatischen Hypotonie zu rechnen, wenn ein Volumenmangel oder Elektrolytstörungen vorliegen, die u.U. auf eine Diuretika-Therapie, Kochsalzrestriktion, Dialyse-Behandlung, Durchfall oder Erbrechen zurückzuführen sind. Regelmäßige Bestimmung der Serumelektrolyte sollte bei diesen Patienten in angemessenen Abständen durchgeführt werden. Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit ischämischen Herzerkrankungen oder zerebrovaskulären Erkrankungen geboten, bei denen ein übermäßiger Blutdruckabfall einen Myokardinfarkt oder einen Schlaganfall auslösen kann. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz (mit oder ohne Nierenfunktionsstörung) wurde ein symptomatischer Blutdruckabfall beobachtet.
        • Bei Hypotonie ist der Patient in Rückenlage zu bringen und falls erforderlich sollte eine intravenöse Infusion mit physiologischer Kochsalzlösung gegeben werden. Eine vorübergehende hypotone Kreislaufreaktion stellt keine Kontraindikation für eine weitere Therapie dar; diese ist nach Normalisierung des Blutdrucks nach erfolgter Volumenexpansion in der Regel problemlos durchzuführen.
      • Nierenfunktionseinschränkung
        • Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg sollte bei Patienten mit Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 80 ml/min und > 30 ml/min) erst angewendet werden, wenn die Dosistitration von Enalapril die Gabe der in dieser Arzneiform enthaltenen Dosierung erforderlich gemacht hat.
        • Bei einigen Hypertonie-Patienten ohne eine bekannte frühere Nephropathie zeigte sich ein Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut bei einer gleichzeitigen Gabe von Enalapril und einem Diuretikum (siehe Enalaprilmaleat, Nierenfunktionseinschränkung; Hydrochlorothiazid, Nierenfunktionseinschränkung). In diesen Fällen sollte die Behandlung mit Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg beendet werden. In dieser Situation sollte an die Möglichkeit einer zugrundeliegenden Nierenarterienstenose gedacht werden (siehe Enalaprilmaleat, renovaskuläre Hypertonie).
      • Duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
        • Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.
        • Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.
        • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.
      • Hyperkaliämie
        • Die Kombination von Enalapril mit einem niedrig dosierten Diuretikum schließt nicht das Auftreten einer Hyperkaliämie aus (siehe Enalaprilmaleat, Hyperkaliämie).
      • Lithium
        • Eine gleichzeitige Anwendung von Lithium zusammen mit Enalapril und Diuretika ist im Allgemeinen nicht zu empfehlen.
      • Lactose
        • Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg nicht einnehmen.
      • Natrium
        • Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei".
    • Enalaprilmaleat
      • Aortenstenose/hypertrophe Kardiomyopathie
        • Wie alle Vasodilatatoren sollten ACE-Hemmer mit Vorsicht bei Patienten mit Verengungen der linksventrikulären Klappen oder mit Obstruktionen des Aortenausflusstraktes eingesetzt und im Fall eines kardiogenen Schocks und hämodynamisch signifikanter Obstruktion vermieden werden.
      • Nierenfunktionseinschränkung
        • In Zusammenhang mit Enalapril wurde über Nierenversagen berichtet, welches insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder zugrundeliegender Nierenerkrankung, einschließlich Nierenarterienstenose, auftrat. Bei unmittelbarer Diagnose und angemessener Behandlung ist im Rahmen einer Behandlung mit Enalapril eine Niereninsuffizienz meist reversibel (siehe Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid, Nierenfunktionseinschränkung; Hydrochlorothiazid, Nierenfunktionseinschränkung).
      • Renovaskuläre Hypertonie
        • Bei Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder einseitiger Nierenarterienstenose bei Einzelniere besteht bei der Behandlung mit ACE-Hemmern ein erhöhtes Risiko einer Hypotonie und Niereninsuffizienz. Es kann bereits bei leichten Veränderungen des Serum-Kreatinins zu einem Verlust der Nierenfunktion kommen.
        • Bei diesen Patienten sollte die Behandlung unter engmaschiger ärztlicher Überwachung und Kontrolle der Nierenfunktion begonnen werden.
      • Nierentransplantation
        • Es liegen keine Erfahrungen vor bezüglich der Anwendung von Enalapril bei Patienten mit vor kurzem erfolgter Nierentransplantation. Eine Behandlung mit Enalapril wird daher nicht empfohlen.
      • Hämodialyse-Patienten
        • Die Anwendung von Enalapril ist nicht indiziert bei Patienten, die aufgrund von Nierenversagen eine Hämodialyse-Behandlung bekommen. Über anaphylaktoide Reaktionen wurde bei Patienten berichtet, die mit high-flux-Membranen (z.B. AN 69®) dialysiert werden und gleichzeitig mit einem ACE-Hemmer behandelt werden. Es wird daher empfohlen, bei diesen Patienten andere Membrantypen zur Dialyse oder eine andere Gruppe von Antihypertonika einzusetzen.
      • Leberinsuffizienz
        • Die Anwendung von ACE-Hemmern wurde selten in Verbindung gebracht mit einem Syndrom, welches mit cholestatischem Ikterus oder Hepatitis beginnt, bis zu einer fulminanten hepatischen Nekrose fortschreitet und (manchmal) tödlich verläuft. Der Mechanismus dieses Syndroms ist nicht bekannt. Patienten unter Therapie mit ACE-Hemmern, bei denen eine Gelbsucht oder starke Erhöhungen der Leberenzyme auftreten, sollten den ACE-Hemmer absetzen und ärztlich überwacht werden (siehe Hydrochlorothiazid, Lebererkrankung).
      • Neutropenie/Agranulozytose
        • Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie wurden bei Patienten unter Therapie mit ACE-Hemmern berichtet. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und keinen weiteren Komplikationsfaktoren tritt eine Neutropenie selten auf. Enalapril muss bei Patienten mit vaskulärer Kollagenkrankheit, Patienten unter Behandlung mit Immunsuppressiva, Allopurinol oder Procainamid oder bei einer Kombination dieser Komplikationsfaktoren mit äußerster Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei vorbestehender Nierenfunktionsstörung. Bei einigen dieser Patienten entwickelten sich schwere Infektionen, die in einigen Fällen nicht auf eine intensive Therapie mit Antibiotika ansprachen. Wird bei diesen Patienten Enalapril angewendet, ist eine regelmäßige Überwachung der weißen Blutkörperchen angeraten und die Patienten sollten angehalten werden, jedes Anzeichen einer Infektion mitzuteilen.
      • Hyperkaliämie
        • Bei einigen Patienten wurde unter der Behandlung mit ACE-Hemmern, einschließlich Enalapril, ein Anstieg der Kaliumkonzentration im Serum beobachtet. ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie bewirken, da sie die Freisetzung von Aldosteron verhindern. Die Wirkung ist im Allgemeinen bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht bedeutsam. Allerdings kann es bei Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion, Lebensalter (> 70 Jahre), Diabetes mellitus, zusätzliche Ereignisse insbesondere Dehydratation, akute Herzdekompensation, metabolische Azidose und/oder bei Patienten, die Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel), kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton, Eplerenon, Triamteren oder Amilorid), Heparin, Trimethoprim oder Cotrimoxazol (auch als Trimethoprim/Sulfamethoxazol bekannt) und insbesondere Aldosteron-Antagonisten oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker einnehmen, zu einer Hyperkaliämie kommen. Kaliumsparende Diuretika und Angiotensin-Rezeptor-Blocker sollten bei Patienten, die ACE-Hemmer erhalten, mit Vorsicht angewendet werden.Serumkalium und Nierenfunktion sind zu überwachen. Eine Hyperkaliämie kann schwerwiegende, manchmal tödlich endende Arrhythmien verursachen.
      • Hypoglykämie
        • Diabetiker, die mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden, sollten im 1. Monat einer ACE-Hemmer-Therapie darauf hingewiesen werden, dass sie verstärkt auf Anzeichen einer Hypoglykämie achten müssen (siehe Hydrochlorothiazid, Metabolische und endokrine Wirkungen).
      • Überempfindlichkeit/Angioödem
        • Angioneurotische Ödeme von Gesicht, Extremitäten, Lippen, Zunge, Glottis und/oder Larynx wurden bei Patienten, die mit Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern wie Enalapril behandelt wurden, berichtet. Dies kann zu jedem Zeitpunkt während der Behandlung auftreten. In diesen Fällen sollte Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg sofort abgesetzt und eine geeignete Überwachung des Patienten eingeleitet werden, um zu gewährleisten, dass die Symptome vollständig abgeklungen sind, bevor der Patient aus dem Krankenhaus entlassen wird. Sogar in den Fällen, in denen die Schwellungen ohne Vorliegen von Atembeschwerden ausschließlich auf die Zunge beschränkt bleiben, können die Patienten verlängerte Beobachtungszeiten erfordern, da die Behandlung mit Antihistaminika und Kortikosteroiden eventuell nicht ausreichend wirksam ist.
        • In sehr seltenen Fällen können angioneurotische Ödeme in Verbindung mit Larynxödem oder Kehlkopfödem tödlich verlaufen. Bei Patienten, bei denen Zunge, Glottis oder Kehlkopf beteiligt sind, kann es zu einer Atemwegsobstruktion kommen, insbesondere bei Patienten mit einer Operation im Bereich der Atemwege in der Vorgeschichte. Sobald Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen sind, so dass eine Atemwegsobstruktion droht, sollte unverzüglich eine geeignete Behandlung wie z. B. subkutane Gabe einer Epinephrin-Lösung 1 : 1000 (0,3 - 0,5 ml) und/oder Maßnahmen zur Freihaltung der Atemwege eingeleitet werden.
        • ACE-Hemmer-induzierte angioneurotische Ödeme treten bei Patienten schwarzer Hautfarbe häufiger auf als bei weißen Patienten. Es hat den Anschein, als haben Patienten mit schwarzer Hautfarbe generell ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Angioödems.
        • Patienten mit einem anamnestisch bekannten angioneurotischen Ödem, welches nicht auf ACE-Hemmer zurückzuführen war, können ein erhöhtes Angioödem-Risiko besitzen, wenn sie ACE-Hemmer erhalten.
        • Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems kontraindiziert. Eine Behandlung mit Sacubitril/Valsartan darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Enalapril begonnen werden. Eine Behandlung mit Enalapril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden.
        • Eine gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (z. B. Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Atembeschwerden). Vorsicht ist geboten, wenn die Behandlung mit Racecadotril, mTORInhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten begonnen wird, die bereits einen ACE-Hemmer einnehmen.
      • Anaphylaktische Reaktionen während einer Desensibilisierungstherapie gegen Insektengifte
        • Selten sind bei Patienten, die gegen Insektengifte desensibilisiert wurden und einen ACE-Hemmer erhielten, lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen aufgetreten.
        • Diese Reaktionen wurden verhindert, indem die ACE-Hemmer-Therapie vor jeder Desensibilisierungstherapie zeitweise abgesetzt wurde.
      • Anaphylaktoide Reaktionen während einer LDL-Apherese
        • Selten entwickeln Patienten, die eine (LDL)-Apherese mit Dextransulfat und gleichzeitig ACE-Hemmer erhalten, lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen. Diese Reaktionen wurden verhindert, indem die ACE-Hemmer-Therapie vor jeder LDL-Apherese zeitweise abgesetzt wurde.
      • Husten
        • Bei der Anwendung von ACE-Hemmern wurde über Husten berichtet. Der Husten ist gekennzeichnet als nicht produktiv, anhaltend und nach Absetzen reversibel. Husten, der durch ACE-Hemmer ausgelöstwird, sollte in die Differentialdiagnose eines Hustens einfließen.
      • Operation/Anästhesie
        • Bei Patienten, die sich einer größeren Operation oder einer Narkose mit Anästhetika unterziehen, die einen Blutdruckabfall bewirken, blockiert Enalapril die Bildung von Angiotensin II, welches sich in Folge der kompensatorischen Reninsekretion bildet. Tritt ein Blutdruckabfall auf, der möglicherweise auf diesen Mechanismus zurückzuführen ist, kann dieser durch Volumenexpansion korrigiert werden.
      • Schwangerschaft
        • Eine Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.
      • Ethnische Unterschiede
        • Wie andere ACE-Hemmer führt Enalapril bei schwarzen Patienten zu einer geringeren Senkung des Blutdrucks als bei nichtschwarzen, möglicherweise wegen einer höheren Prävalenz von niedrigen Renin-Konzentrationen bei der schwarzen hypertensiven Bevölkerung.
    • Hydrochlorothiazid
      • Niereninsuffizienz
        • Bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung sind Thiazide nicht die für die Behandlung angemessenen Diuretika und sind bei einer Kreatinin-Clearance von 30 ml/min oder darunter unwirksam (z. B. bei einer mittelschweren oder schweren Niereninsuffizienz) Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid, Nierenfunktionseinschränkung; Enalaprilmaleat, Nierenfunktionseinschränkung).
      • Leberinsuffizienz
        • Da kleinere Flüssigkeits- und Elektrolytverschiebungen ein hepatisches Koma hervorrufen können, sollten Thiazide bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen und fortschreitender Lebererkrankung mit Vorsicht angewendet werden (siehe Enalaprilmaleat, Leberversagen).
      • Metabolische und endokrine Effekte
        • Die Behandlung mit Thiaziden kann die Glucosetoleranz beeinträchtigen. Eine Dosisanpassung von Insulin oder oralen Hypoglykämika kann bei Diabetikern erforderlich sein (siehe Enalaprilmaleat, Hypoglykämie).
        • Ein Anstieg der Cholesterin- und Triglyceridspiegel kann mit einer Thiazid-Diuretika-Therapie in Verbindung gebracht werden. Jedoch wurde bei einer 12,5 mg Dosierung von Hydrochlorothiazid über nur sehr geringe bzw. keine Wirkung berichtet. Darüber hinaus wurde in klinischen Studien mit 6 mg Hydrochlorothiazid über keinen klinisch relevanten Effekt auf Blutzucker-, Cholesterin-, Triglycerid-, Natrium-, Magnesium- und Kalium-Spiegel berichtet. Eine Therapie mit Thiaziden ist bei bestimmten Patienten mit der Entwicklung von Hyperurikämie und/oder Gicht assoziiert. Die hyperurikämische Wirkung scheint dosisabhängig zu sein und ist bei einer Hydrochlorothiaziddosis von 6 mg klinisch nicht relevant.
        • Außerdem kann Enalapril die Harnsäure im Urin erhöhen und somit die hyperurikämische Wirkung von Hydrochlorothiazid abschwächen.
        • Bei jedem mit Diuretika behandelten Patienten sollten die Serum-Elektrolyte in periodischen Abständen kontrolliert werden.
        • Thiazide (einschließlich Hydrochlorothiazid) können zu Störungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt führen (Hypokaliämie, Hyponatriämie und hypochlorämische Alkalose). Warnzeichen einer Störung im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt sind Xerostomie, Durst, Schwächegefühl, Lethargie, Somnolenz, Ruhelosigkeit, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Muskelermüdung, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie und Magen- Darm-Störungen wie z. B. Übelkeit und Erbrechen.
        • Obwohl sich während einer Anwendung von Thiazid-Diuretika eine Hypokaliämie entwickeln kann, kann die gleichzeitige Therapie mit Enalapril eine durch Diuretika verursachten Hypokaliämie abschwächen. Das höchste Risiko einer Hypokaliämie besteht bei Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit forcierter Diurese, Patienten mit unzureichen der Einnahme von Elektrolyten und bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit Kortikosteroiden oder ACTH erhalten.
        • Bei heißem Wetter kann bei Patienten mit Ödemen eine Hyponatriämie auftreten.
        • Ein Chloridmangel ist im Allgemeinen von leichter Art und erfordert in der Regel keine Behandlung.
        • Thiazide können die Calciumausscheidung im Harn reduzieren und eine zeitweilige und leichte Erhöhung des Serum-Calciums verursachen, wenn keine bekannten Störungen im Calcium Metabolismus vorliegen. Eine deutliche Hyperkalzämie kann ein Anzeichen für eine latente Nebenschilddrüsenüberfunktion sein. Thiazide sollten abgesetzt werden, bevor Funktionstests der Nebenschilddrüse durchgeführt werden.
        • Es hat sich herausgestellt, dass Thiazide zu einer erhöhten Magnesiumausscheidung über den Urin führen, was zu Hypomagnesiämie führen kann.
      • Augenerkrankungen
        • Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom:
          • Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten Engwinkelglaukom führen kann. Die Symptome schließen das akute Auftreten einer verringerten Sehschärfe oder Augenschmerzen ein und setzen typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Behandlung ein. Ein unbehandeltes Engwinkelglaukom kann zu dauerhaftem Sehverlust führen. Die primäre Behandlung stellt das schnellstmögliche Absetzen des Arzneimittels dar. Eine rasche medikamentöse oder chirurgische Behandlung kann in Betracht gezogen werden, der intraokulare Druck außer Kontrolle bleibt. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Engwinkelglaukoms können bekannte Sulfonamid- oder Penicillinallergien sein.
        • Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
          • Die Anwendung von Enaplus AL® kann aufgrund des enthaltenen Hydrochlorothiazids bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Enaplus AL® als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.
        • Überempfindlichkeitsreaktionen
          • Überempfindlichkeitsreaktionen können bei Patienten mit oder ohne Allergie oder Bronchialasthma in der Anamnese auftreten.
          • Die Möglichkeit einer Verschlechterung oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes wurde während der Anwendung von Thiaziden berichtet.
        • Nicht-melanozytärer Hautkrebs
          • In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von Hydrochlorothiazid könnten zur Entstehung von NMSC beitragen.
          • Patienten, die Hydrochlorothiazid einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von Hydrochlorothiazid überprüft werden.
        • Akute Atemwegstoxizität
          • Es wurden sehr seltene schwere Fälle von akuter Atemwegstoxizität, einschließlich des akuten Atemnotsyndroms (ARDS), nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid berichtet. Ein Lungenödem entwickelt sich typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid. Zu den Symptomen gehören zu Beginn Dyspnoe, Fieber, Verschlechterung der Lungenfunktion und Hypotonie. Bei Verdacht auf ARDS sollte Enaplus AL 20 mg/12,5 mg abgesetzt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Hydrochlorothiazid darf nicht bei Patienten angewendet werden, bei denen nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid bereits einmal ein ARDS aufgetreten ist.
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Enalaprilmaleat/Hydrochlorothiazid
      • Duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
        • Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) einher geht.
      • Andere Antihypertonika
        • Bei gleichzeitiger Anwendung dieser Mittel kann die blutdrucksenkende Wirkung von Enalapril und Hydrochlorothiazid verstärkt werden. Die gleichzeitige Anwendung mit Nitroglycerin und anderen Nitraten oder anderen gefäßerweiternden Mitteln kann zu einer weiteren Blutdrucksenkung führen.
      • Lithium
        • Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium mit ACE-Hemmern wurde über reversible Anstiege der Lithiumkonzentration im Serum und toxische Wirkungen berichtet. Die gleichzeitige Anwendung von Thiaziddiuretika kann das unter ACE-Hemmern ohnehin schon erhöhte Risiko einer Lithium-Toxizität weiter erhöhen.
        • Daher wird die Kombination von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg mit Lithium nicht empfohlen und die Lithiumkonzentration im Serum ist sorgfältig zu kontrollieren, wenn sich der Einsatz dieser Kombination als notwendig erweist.
      • Nicht-steroidale antiinflammatorisch wirksame Arzneimittel (NSAIDs), einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer
        • Nicht-steroidale antiinflammatorisch wirksame Arzneimittel (NSAIDs), einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer können die Wirkung von Diuretika oder von anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln vermindern. Daher kann die antihypertensive Wirkung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, ACE-Hemmern und Diuretika durch NSAIDs einschließlich selektive COX-2-Hemmer beeinträchtigt werden.
        • Die gleichzeitige Gabe von NSAIDs (einschließlich COX-2-Hemmer) und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten oder ACE-Hemmer bewirkt einen additiven Effekt auf den Anstieg des Serumkaliums und kann damit zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Diese Effekte sind gewöhnlich reversibel. Selten kann es insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, wie z. B. bei älteren Personen oder dehydrierten Patienten und Patienten unter Diuretika-Therapie, zu akutem Nierenversagen kommen. Daher ist diese Kombination nur mit Vorsicht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zu verabreichen.
    • Enalaprilmaleat
      • Kaliumsparende Diuretika, Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzmittel
        • Obwohl der Serumkaliumwert üblicherweise im Normbereich bleibt, kann bei einigen Patienten, die mit Enalapril behandelt werden, eine Hyperkaliämie auftreten. Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton, Triamteren oder Amilorid), Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzmittel können zu einemsignifikanten Anstieg des Serumkaliums führen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Enalapril zusammen mit anderen Mitteln gegeben wird, die das Serumkalium erhöhen, wie Trimethoprim und Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol), weil Trimethoprim bekanntermaßen wie ein kaliumsparendes Diuretikum wie Amilorid wirkt. Deshalb wird die Kombination von Enalaprilmit den vorgenannten Arzneimitteln nicht empfohlen. Wenn die gleichzeitige Anwendung angezeigt ist, muss sie mit Vorsicht und unter regelmäßiger Kontrolle des Serumkaliums erfolgen.
      • Ciclosporin
        • Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Ciclosporin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Es wird empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.
      • Heparin
        • Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Heparin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Es wird empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.
      • Diuretika (Thiazide oder Schleifendiuretika)
        • Bei vorangegangener Behandlung mit hoch dosierten Diuretika kann es bei der Einleitung der Therapie mit Enalapril zu Volumenmangel und Gefahr eines verstärkten Blutdruckabfalls kommen. Der hypotensive Effekt kann durch Absetzen des Diuretikums, vermehrte Flüssigkeits- oder Salzzufuhr abgeschwächt werden.
      • Trizyklische Antidepressiva/Neuroleptika/Narkotika
        • Bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter Narkosemittel, trizyklischer Antidepressiva oder Neuroleptika zusammen mit ACE-Hemmern kann es zu einer weiteren Blutdrucksenkung kommen.
      • Sympathomimetika
        • Sympathomimetika können die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern herabsetzen.
      • Antidiabetika
        • Epidemiologische Untersuchungen lassen vermuten, dass es bei gleichzeitiger Anwendung mit ACE-Hemmern und Antidiabetika (Insulin, orale Antidiabetika) zu einer verstärkten blutzuckersenkenden Wirkung mit der Gefahr von Hypoglykämien kommen kann. Zu dieser Erscheinung kam es allem Anschein nach am ehesten in den ersten Wochen der kombinierten Anwendung sowie bei Patienten mit Nierenfunktionseinschränkungen.
      • Alkohol
        • Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern.
      • Acetylsalicylsäure, Thrombolytika und Beta-Rezeptorenblocker
        • Enalapril kann problemlos gleichzeitig mit Acetylsalicylsäure (in zur kardiovaskulären Prophylaxe geeigneten Dosierungen), Thrombolytika und Beta-Rezeptorenblockern angewendet werden.
      • Gold
        • Auftreten von nitritoiden Reaktionen (die Symptome umfassen Gesichtsröte, Übelkeit, Erbrechen und Hypotonie) wurden in seltenen Fällen bei Patienten, welche als Therapie Gold-Injektionen (z. B. Natriumaurothiomalat) und gleichzeitig eine Therapie mit ACE-Hemmern einschließlich Enalapril erhalten, beobachtet.
      • Arzneimittel, die das Risiko eines Angioödems erhöhen
        • Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems kontraindiziert.
        • Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen.
      • Hydrochlorothiazid
        • Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien
          • Die Wirkung von Tubocurarin kann durch Thiazide verstärkt werden.
        • Alkohol, Barbiturate und Opioid-Analgetika
          • Es kann zu einer Verstärkung der orthostatischen Hypotonie kommen.
        • Blutzuckersenkende Mittel (orale Antidiabetika und Insulin)
          • Eine Dosisanpassung kann erforderlich werden.
        • Colestyramin- und Colestipol-Harze
          • Die Resorption von Hydrochlorothiazid wird durch die gleichzeitige Anwendung von Anionenaustauscherharze beeinflusst. Einzeldosen von Colestyramin- oder Colestipol- Harzen binden das Hydrochlorothiazid und vermindern dessen Resorption aus dem MagenMagen-Darm-Trakt um bis zu 85% bzw. 43%.
        • Verlängerung des QT-Intervalls (z. B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol)
          • Erhöhtes Risiko für Torsades de Pointes.
        • Digitalis-Glykoside
          • Hypokaliämie kann zu sensibilisierten oder verstärkten Reaktionen des Herzens auf eine Digitalisintoxikation führen (z. B. erhöhte ventrikuläre Erregbarkeit).
        • Kortikosteroide, ACTH
          • Verstärkung von Elektrolytverlusten, insbesondere Hypokaliämie.
        • Kaliuretische Diuretika (z. B. Furosemid), Carbenoxolon oder Laxanzienabusus
          • Hydrochlorothiazid kann den Verlust von Kalium und/oder Magnesium erhöhen.
        • Sympathomimetika (z. B. Noradrenalin)
          • Möglicherweise reduzierte Reaktion auf Vasopressoren.
        • Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Methotrexat)
          • Thiazide können die renale Ausscheidung zytotoxischer Arzneimittel vermindern und deren myelosuppressive Wirkung potenzieren.
        • Kinder und Jugendliche
          • Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen sollte berücksichtigt werden, dass es gelegentlich zu Schwindel oder Müdigkeit kommen kann.
  • Überdosierung
    • Es gibt keine spezifische Information hinsichtlich der Therapie einer Überdosierung von Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg.
    • Die Behandlung erfolgt symptomatisch und unterstützend. Die Behandlung mit Enaplus AL® 20 mg/12,5 mg sollte abgesetzt und der Patient sorgfältig überwacht werden. Empfohlene Maßnahmen schließen das Auslösen von Erbrechen, Gabe von Aktivkohle und Gabe von Laxanzien ein, wenn die Tabletten erst kurz zuvor eingenommen wurden. Dehydratation, Störungen im Elektrolythaushalt und Hypotonie sollten entsprechend behandelt werden.
    • Enalaprilmaleat
      • Das auffälligste bislang beobachtete Symptom einer Überdosierung von Enalaprilmaleat ist ein ausgeprägter Blutdruckabfall, der ungefähr 6 Stunden nach Einnahme der Tabletten im Zusammenhang mit der Blockade des Renin-Angiotensin-Systems auftritt, sowie Stupor.
      • Als weitere Symptome im Zusammenhang mit einer Überdosierung von ACE-Hemmern können u.a. Kreislaufschock, Elektrolytstörungen, Nierenversagen, Hyperventilation, Tachykardie, Palpitationen, Bradykardie, Schwindel, Angstgefühl und Husten auftreten. Nach Einnahme von 300 bzw. 440 mg Enalaprilmaleat wurden im Serum Enalaprilspiegel gemessen, die die Normalwerte nach Gabe therapeutischer Dosen um das 100- bzw. 200-Fache überstiegen.
      • Die empfohlene Behandlung einer Überdosierung ist die intravenöse Gabe von physiologischer Kochsalzlösung. Falls eine Hypotonie auftritt, sollte der Patient in die Schocklage gebracht werden. Falls verfügbar, sollte eine Behandlung mit einer Angiotensin-II-Infusion und/oder intravenösen Gabe von Katecholaminen erwogen werden.
      • Liegt die Einnahme der Tabletten erst eine kurze Zeit zurück, können gezielte Maßnahmen zur Beseitigung von Enelaprilmaleat durchgeführt werden (z. B. Auslösen von Erbrechen, Magenspülung, Verabreichung von Adsorbentien und Natriumsulfat).
      • Enalaprilat kann durch Hämodialyse aus dem systemischen Kreislauf entfernt werden.
      • Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine Schrittmachertherapie durchgeführt werden.
      • Kontrollen der Vitalfunktionen, Serumelektrolyte und der Kreatinin Konzentrationen müssen kontinuierlich durchgeführt werden.
    • Hydrochlorothiazid
      • Die am häufigsten zu beobachtenden objektiven und subjektiven Symptome sind auf Elektrolytverluste (Hypokaliämie, Hypochlorämie, Hyponatriämie) und Dehydratation infolge einer überschießenden Diurese zurückzuführen. Bei gleichzeitiger Digitalistherapie kann es durch die Hypokaliämie zu einer Verstärkung der Herzrhythmusstörungen kommen.