ENTRESTO 49 MG/51 MG FILMTABLETTEN

NOVARTIS Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Sacubitril/Valsartan →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 20 ST 54,42 €
N2 56 ST 132,02 €
N3 196 ST 433,73 €
NotApplicable 14 ST
NotApplicable 20 ST

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • Behandlung einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion

Kinder (>/= 1 Jahr) und Jugendliche

  • Behandlung einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Dysfunktion

Dosierung

  • Behandlung einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz
    • allgemeine Hinweise
      • Kombination mit Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB)
        • keine gleichzeitige Anwendung
        • Beginn der Behandlung mit Sacubitril / Valsartan frühestens 36 Std. nach Absetzen einer ACE-Hemmer-Therapie aufgrund des möglichen Risikos eines Angioödems bei gleichzeitiger Anwendung
      • das in diesem Arzneimittel enthaltene Valsartan weist eine höhere Bioverfügbarkeit als das Valsartan in anderen vermarkteten Tablettenformulierungen auf
      • ausgelassene Dosis
        • nächste Dosis zur gewohnten Zeit einnehmen
    • Erwachsene (symptomatische, chronische Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion)
      • empfohlene Dosierung
        • initial: 49 mg Sacubitril / 51 mg Valsartan 2mal / Tag
        • bei guter Verträglichkeit: Dosisverdoppelung nach 2 - 4 Wochen, bis Zieldosis erreicht
        • Zieldosis: 97 mg Sacubitril / 103 mg Valsartan 2mal / Tag
      • Verträglichkeitsprobleme
        • z. B.: systolischer Blutdruck </= 95 mmHg, symptomatische Hypotonie, Hyperkaliämie, Nierenfunktionsstörung
        • Empfehlungen
          • Begleitmedikationen anpassen
          • vorübergehende Dosisreduktion des Arzneimittels
          • oder Absetzen des Arzneimittels
      • klinische Erfahrungen
        • PARADIGM-HF-Studie
          • Anwendung des Arzneimittels in Verbindung mit anderen Herzinsuffizienz-Therapien anstelle eines ACE-Hemmers oder eines anderen ARBs
        • Patienten, die keinen ACE-Hemmer oder ARB oder niedrige Dosen dieser Arzneimittel einnehmen
          • Erfahrungswerte gering
          • initial: 24 mg Sacubitril / 26 mg Valsartan 2mal / Tag
          • langsame Dosistitration
            • Verdoppelung alle 3 - 4 Wochen
      • Dosisanpassungen
        • Kaliumspiegel > 5,4 mmol / l im Serum
          • Behandlung nicht beginnen
        • systolischer Blutdruck (SBP)
          • < 100 mmHg
            • Behandlung nicht beginnen
          • >/= 100 - 110 mmHg
            • initial: 24 mg Sacubitril / 26 mg Valsartan 2mal / Tag in Betracht ziehen
    • Kinder und Jugendliche (symptomatische, chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Dysfunktion)
      • empfohlene Dosistitration
        • < 40 kg KG
          • Darreichungsform (Filmtablette) nicht geeignet
            • es ist das ebenfalls zur Verfügung stehende Granulat anzuwenden
          • halbe Anfangsdosis*: 0,8 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Anfangsdosis: 1,6 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Zwischendosis: 2,3 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Zieldosis: 3,1 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
        • >/= 40 kg KG - < 50 kg KG
          • halbe Anfangsdosis*: 0,8 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Anfangsdosis: 24 mg Sacubitril / 26 mg Valsartan 2mal / Tag
          • Zwischendosis: 49 mg Sacubitril / 51 mg Valsartan 2mal / Tag
          • Zieldosis: 72 mg Sacubitril / 78 mg Valsartan 2mal / Tag
        • >/= 50 kg KG
          • halbe Anfangsdosis*: 24 mg Sacubitril / 26 mg Valsartan 2mal / Tag
          • Anfangsdosis: 49 mg Sacubitril / 51 mg Valsartan 2mal / Tag
          • Zwischendosis: 72 mg Sacubitril / 78 mg Valsartan 2mal / Tag
          • Zieldosis: 97 mg Sacubitril / 103 mg Valsartan 2mal / Tag
        • *"halbe Anfangsdosis" für Patienten
          • die derzeit keinen ACE-Hemmer oder ARB einnehmen oder niedrige Dosierungen dieser Arzneimittel anwenden
          • mit Nierenfunktionsstörung (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] < 60 ml / Min. / 1,73 m2)
          • mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung
          • Dosiserhöhung entsprechend der o. g. empfohlenen Dosistitration
            • zunächst auf die Standard-Anfangsdosis
            • Anpassung alle 3 - 4 Wochen
          • Beispiel:
            • pädiatrischer Patient mit 25 kg KG, zuvor keine ACE-Hemmer-Einnahme
              • halbe Anfangsdosis = 25 kg x 0,8 mg / kg = 20 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) 2mal / Tag
              • nach Runden auf die nächstliegende Anzahl an vollen Kapseln entspricht dies 2 Kapseln zu 6 mg Sacubitril / 6 mg Valsartan 2mal / Tag
        • Dosiserhöhung alle 2 - 4 Wochen bis zur Zieldosis, so wie es von den Patienten vertragen wird
      • Dosisanpassungen
        • Kaliumspiegel > 5,4 mmol / l im Serum
          • Behandlung nicht beginnen
        • systolischer Blutdruck (SBP) < 5. Perzentile für das Alter
          • Behandlung nicht beginnen
      • Verträglichkeitsprobleme
        • z. B.: systolischer Blutdruck (SBP) < 5. Perzentile für das Alter, symptomatische Hypotonie, Hyperkaliämie, Nierenfunktionsstörung
        • Empfehlungen
          • Begleitmedikationen anpassen
          • vorübergehende schrittweise Dosisreduktion des Arzneimittels
          • oder Absetzen des Arzneimittels

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Dosis an Nierenfunktion anpassen
  • Nierenfunktionsstörung
    • leicht (glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] 60 - 90 ml / Min. / 1,73 m2)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittelschwer (eGFR 30 - 60 ml / Min. / 1,73 m2)
      • initial halbe Anfangsdosis in Betracht ziehen
    • schwer (eGFR < 30 ml / Min. / 1,73 m2)
      • nur sehr begrenzte klinische Erfahrungswerte
      • Anwendung mit Vorsicht
      • Anfangsdosis
        • initial halbe Anfangsdosis empfohlen
        • pädiatrische Patienten >/= 40 kg bis < 50 kg KG
          • initial 0,8 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Dosiserhöhung nach Behandlungsbeginn entsprechend der empfohlenen Dosistitration alle 2 - 4 Wochen
    • chronisches Nierenversagen
      • keine Erfahrung
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht (Child-Pugh A)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittelschwer (Child-Pugh B) oder Aspartat-Aminotransferase (AST)- / Alanin-Aminotransferase (ALT)-Werte > 2 x Obergrenze des Normalwertes
      • nur begrenzte klinische Erfahrungswerte
      • Anwendung mit Vorsicht
      • Anfangsdosis
        • initial halbe Anfangsdosis empfohlen
        • pädiatrische Patienten >/= 40 kg bis < 50 kg KG
          • initial 0,8 mg (Gesamtmenge von Sacubitril plus Valsartan als Granulat) / kg KG 2mal / Tag
          • Dosiserhöhung nach Behandlungsbeginn entsprechend der empfohlenen Dosistitration alle 2 - 4 Wochen
    • schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose oder Cholestase (Child-Pugh C)
      • Anwendung kontraindiziert
  • Kinder < 1 Jahr
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • zurzeit vorliegende Daten, s. Fachinformation
      • Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden

Kontraindikationen

Valsartan und Sacubitril - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Sacubitril und/oder Valsartan
  • gleichzeitige Anwendung mit ACE-Hemmern
    • Anwendung von Sacubitril plus Valsartan erst 36 Stunden nach Absetzten einer Therapie mit ACE-Hemmern
  • anamnestisch bekanntes Angioödem im Zusammenhang mit einer früheren ACE-Hemmer- oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker-Therapie (ARB)
  • hereditäres oder idiopathisches Angioödem
  • gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten mit Diabetes mellitus oder bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen (eGFR < 60 ml / min / 1,73 m²)
  • schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose oder Cholestase
  • 2. und 3. Schwangerschafts-Trimenon

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Valsartan und Sacubitril - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hyperkaliämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypokaliämie
      • Hypoglykämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyponatriämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Halluzinationen, einschließlich akustischer und optischer Halluzinationen
      • Schlafstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Paranoia
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Synkope
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • posturaler Schwindel
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vertigo
  • Gefässerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypotonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • orthostatische Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Übelkeit
      • Gastritis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • Hautausschlag
      • Angioödem
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Nierenfunktionsstörung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenversagen
      • akutes Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ermüdung
      • Asthenie

Anwendungshinweise

  • Filmtabletten zum Einnehmen
  • Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten
  • Tabletten mit 1 Glas Wasser schlucken
  • Zerteilen oder Zerkleinern der Tabletten nicht empfohlen

Stillzeithinweise

Valsartan und Sacubitril - peroral
  • Anwendung nicht empfohlen
    • aufgrund des möglichen Risikos für Nebenwirkungen bei gestillten Neugeborenen und Kindern
  • Entscheidung treffen, ob auf das Stillen verzichtet wird, oder die Behandlung unterbrochen wird
    • dabei Bedeutung der Behandlung für die Mutter berücksichtigen
  • nicht bekannt, ob Sacubitril und Valsartan in Muttermilch übergehen
  • Tierexperimentelle Ergebnisse
    • Ausscheidung von Sacubitril und Valsartan in Milch von säugenden Ratten

Schwangerschaftshinweise

Valsartan und Sacubitril - peroral
  • Anwendung im 1. Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen
  • kontraindiziert im 2. und 3. Schwangerschaftstrimenon
  • bisher keine Erfahrungen der Kombination von Sacubitril plus Valsartan
  • tierexperimentellen Studien
    • reproduktionstoxische Wirkung gezeigt
  • Valsartan
    • epidemiologische Daten bezüglich des Teratogenitätsrisikos resultierend aus der Exposition durch ACE-Hemmer während des 1. Schwangerschaftstrimenon lassen keine eindeutigen Schlüsse zu
      • geringfügig erhöhtes Risiko nicht auszuschließen
    • keine verlässlichen epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs) vorliegend
      • möglicherweise ähnliche Risiken in dieser Klasse von Arzneimitteln
    • solange die Fortführung einer ARB-Therapie nicht als essentiell angesehen wird, Patienten mit geplanter Schwangerschaft auf alternative blutdrucksenkende Behandlungen mit bekanntem Sicherheitsprofil für die Anwendung während der Schwangerschaft umstellen
    • wird Schwangerschaft festgestellt
      • Behandlung mit ARBs unverzüglich beenden und, falls angezeigt, eine alternative Therapie beginnen
    • es ist bekannt, dass die Exposition gegenüber einer ARB-Therapie im zweiten und dritten Schwangerschafts-Trimenon humane Fetotoxizität (herabgesetzte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Ossifikation des Schädels) und neonatale Toxizität (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) verursacht
    • wenn Exposition gegenüber ARBs ab dem zweiten Schwangerschafts-Trimenon stattgefunden hat
      • Untersuchung der Nierenfunktion und des Schädels durch Ultraschall empfohlen
    • Kinder, deren Mütter ARBs eingenommen haben, engmaschig hinsichtlich Hypotonie überwachen
  • Fertilität
    • keine Daten zur Auswirkung dieser Kombination auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • an männlichen und weiblichen Ratten wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität nachgewiesen

Warnhinweise

Valsartan und Sacubitril - peroral
  • Duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
    • ACE-Hemmer
      • Aufgrund des erhöhten Risikos eines Angioödems ist die Kombination von Sacubitril plus Valsartan mit einem ACE-Hemmer kontraindiziert
      • Behandlung mit Sacubitril plus Valsartan darf erst 36 Stunden nach Einnahme der letzten Dosis einer ACE-Hemmer-Therapie begonnen werden
      • Nach Absetzen der Behandlung mit Sacubitril plus Valsartan darf eine ACE-Hemmer-Therapie frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis von Sacubitril plus Valsartan begonnen werden
    • direkter Renin-Hemmer (z.B. Aliskiren)
      • gleichzeitige Gabe mit direktem Renin-Hemmer wie Alskiren nicht empfohlen
      • bei Patienten mit Diabetes mellitus oder Nierenfunktionsstörungen (eGFR < 60 ml / min / 1,73 m²)
        • gleichzeitige Anwendung kontraindiziert
    • Angiotensin-Rezeptor-Blocker
      • Kombination enthält Valsartan, daher keine gleichzeitige Anwendung von anderen Angiotensin-Rezeptor-Blockern
  • Hypotonie
    • Behandlung sollte nicht begonnen werden, solange bei erwachsenen Patienten der SBP nicht >= 100 mmHg ist oder, wenn der SBP nicht >= der 5. Perzentile für das Alter des pädiatrischen Patienten ist
      • Patienten unter diesen Werten wurden nicht untersucht
    • In klinischen Studien bei erwachsenen Patienten Berichte über Fälle von symptomatischer Hypotonie, insbesondere bei
      • Patienten >/= 65 Jahren
      • Patienten mit Nierenfunktionsstörung
      • Patienten mit einem niedrigen SBP < 112 mmHg
    • regelmäßige Überwachung des Blutdrucks bei Behandlungsbeginn und während der Dosistitration von Kombination
    • bei Auftreten einer Hypotonie
      • vorübergehende Dosisreduktion oder
      • Absetzen der Kombination empfohlen
    • Dosisanpassung von Diuretika und gleichzeitig angewendeter Antihypertensiva, sowie die Behandlung anderer Ursachen der Hypotonie (z. B. Hypovolämie) in Betracht ziehen
    • Volumenmangel
      • Auftreten einer symptomatischen Hypotonie wahrscheinlicher, wenn der Patient einen Volumenmangel aufweist, z.B. durch
        • eine Diuretikatherapie
        • salzarme Ernährungsweise
        • Durchfall
        • Erbrechen
      • Vor Behandlungsbeginn Natrium- und/oder Volumenmangel beheben
        • solche Korrekturmaßnahmen müssen jedoch sorgfältig gegen das Risiko einer Volumenüberladung abgewogen werden
  • Nierenfunktion
    • Nierenfunktionsstörung
      • Evaluierung von Patienten mit Herzinsuffizienz sollte immer eine Untersuchung der Nierenfunktion beinhalten
      • Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung
        • besitzen ein höheres Risiko eine Hypotonie zu entwickeln
      • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte GFR < 30 ml / min / 1,73 m2)
        • nur sehr begrenzte klinische Erfahrungswerte
        • diese Patienten können das größte Risiko einer Hypotonie aufweisen
      • Patienten mit chronischem Nierenversagen
        • keine Erfahrungen
        • Anwendung der Kombination nicht empfohlen
    • Verschlechterung der Nierenfunktion
      • während der Behandlung mit Sacubitril plus Valsartan kann die Nierenfunktion abnehmen
      • Risiko steigt bei Dehydrierung oder gleichzeitiger Anwendung nichtsteroidaler Antirheumatika
      • bei Patienten mit klinisch bedeutsamer Abnahme der Nierenfunktion
        • schrittweise Dosisreduktion in Betracht ziehen
  • Hyperkaliämie
    • Behandlung sollte nicht begonnen werden, wenn der Kaliumspiegel im Serum bei erwachsenen Patienten > 5,4 mmol/l und bei pädiatrischen Patienten > 5,3 mmol/l ist
    • Anwendung von Sacubitril plus Valsartan kann mit erhöhtem Risiko für Hyperkaliämie einhergehen, obwohl ebenfalls eine Hypokaliämie auftreten kann
    • Überwachung des Serum-Kaliumspiegels wird empfohlen, insbesondere
      • bei Patienten mit Risikofaktoren wie
        • Niereninsuffizienz
        • Diabetes mellitus
        • Hypoaldosteronismus
      • bei Patienten
        • die eine kaliumreiche Diät einhalten
        • Mineralkortikoid-Rezeptor-Antagonisten einnehmen
    • beim Auftreteten einer klinisch signifikanten Hyperkaliämie
      • Anpassung der Begleitarzneimittel oder
      • vorübergehende Dosisreduktion oder
      • Absetzen der Kombination empfohlen
    • wenn Kaliumspiegel im Serum > 5,4 mmol / l
      • Absetzen in Betracht ziehen
  • Angioödem
    • Berichte über Fälle von Patienten mit Angioödem
    • bei Auftreten eines Angioödems
      • Therapie sofort absetzten
      • Patienten in geeigneter Weise behandeln und überwachen, bis Anzeichen und Symptome vollständig und dauerhaft abgeklungen sind
      • keine erneute Gabe von Sacubitril plus Valsartan
    • im Falle von bestätigten Angioödemen, bei denen Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt blieb
      • Erkrankung klang im Allgemeinen ohne Behandlung ab, allerdings waren Antihistaminika bei der Symptomlinderung hilfreich
    • in Verbindung mit Kehlkopfödemen auftretende Angioödeme können tödlich verlaufen
      • sind Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen und ist dadurch eine Verengung der Atemwege wahrscheinlich
        • es muss sofort eine geeignete Therapie, z. B. Adrenalinlösung 1 mg / 1 ml (0,3-0,5 ml) und/oder notwendige Maßnahmen zur Gewährleistung offener Atemwege eingeleitet werden
    • Patienten mit Angioödemen in Vorgeschichte wurden nicht untersucht
      • da hier höheres Risiko für Angioödeme bestehen könnte, wird empfohlen Sacubitril plus Valsartan mit Vorsicht anzuwenden
    • kontraindiziert bei Patienten mit
      • anamnestisch bekanntem Angioödem im Zusammenhang mit einer früheren ACE-Hemmer- oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker-Therapie
      • hereditärem Angioödem
      • idiopathischem Angioödem
    • Patienten mit schwarzer Hautfarbe sind für die Entwicklung von Angioödemen anfälliger
  • Patienten mit Nierenarterienstenose
    • Sacubitril plus Valsartan kann bei Patienten mit beidseitiger oder einseitiger Nierenarterienstenose die Blutharnstoff- und Serumkreatininwerte erhöhen
    • Vorsicht bei Patienten mit Nierenarterienstenose
      • Überwachung der Nierenfunktion empfohlen
  • Patienten mir New York Heart Association (NYHA) -Klassifizierung IV
    • aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung zu Behandlungsbeginn Vorsicht geboten
  • B-Typ natriuretische Peptide (BNP)
    • BNP kann nicht als geeigneter Biomarker für Herzinsuffizenz herangezogen werden, da es ein Substrat von Neprilysin ist
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Klassifikation als Child-Pugh B) oder mit AST/ALT-Werten von mehr als dem 2-fachen der Obergrenze des Normalwertes
      • Vorsicht geboten
      • nur begrenzte klinische Erfahrungswerte
      • Exposition von Sacubitril plus Valsartan kann erhöht sein
      • keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegend
    • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung, biliärer Zirrhose oder Cholestase (Klassifikation als Child-Pugh C)
      • kontraindiziert
  • psychiatrische Störungen
    • psychiatrische Ereignisse wie Halluzinationen, Paranoia und Schlafstörungen, im Zusammenhang mit psychotischen Ereignissen, wurden mit der Anwendung von Sacubitril/Valsartan in Verbindung gebracht
    • wenn ein Patient solche Ereignisse wahrnimmt, sollte ein Abbruch der Behandlung mit Sacubitril/Valsartan erwogen werden