Ephedrinhydrochlorid Aguettant 3mg/mlFertigspritze

Aguettant Deutschland GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ephedrin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 10X10 ML

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung einer Hypotonie während einer Spinal-, Epidural- und Allgemeinanästhesie

Dosierung

Basiseinheit: jeder ml Injektionslösung enthält 3 mg Ephedrinhydrochlorid, entsprechend 2,46 mg Ephedrin

  • Behandlung einer Hypotonie während einer Spinal-, Epidural- und Allgemeinanästhesie
    • Erwachsene
      • 3 - 6 mg Ephedrinhydrochlorid als langsame i.v.-Injektion
      • Injektion bei Bedarf alle 3 - 4 Min. wiederholen
      • Höchstdosen
        • max. 9 mg Ephedrinhydrochlorid / Injektion
        • Wiederholung bis max. 30 mg Ephedrinhydrochlorid
        • Tageshöchstdosis: max. 150 mg Ephedrinhydrochlorid / 24 Std.
      • bei mangelnder Wirksamkeit nach Verabreichung von 30 mg Ephedrinhydrochlorid: Wahl des Therapeutikums erneut überdenken
    • Kinder und Jugendliche
      • aufgrund unzureichender Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit und zu Dosierungsempfehlungen: Anwendung der Fertigspritze i. A. nicht empfohlen
      • Kinder > 12 Jahre
        • Dosierung und Art der Anwendung ist die gleiche wie bei Erwachsenen
      • Kinder < 12 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen
        • es liegen keine Daten vor
    • ältere Patienten
      • Dosierung und Art der Anwendung ist die gleiche wie bei Erwachsenen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisanpassung
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Dosisanpassung

Kontraindikationen

Ephedrin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ephedrin
  • bei Übererregbarkeit
  • Phäochromozytom
  • Arteriosklerose
  • Aneurysma
  • Koronarthrombose
  • Diabetes mellitus
  • ischämische Herzerkrankung
  • unkorrigierte Hypovolämie
  • Thyreotoxikose
  • Winkelblockglaukom
  • Prostatahypertrophie bei älteren Patienten
  • begleitende Medikation mit
    • (nicht-selektiven) Monoaminooxidasehemmern (MAOI)
      • bzw. auch innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen einer solchen Behandlung) wg. Gefahr von schweren und potenziell tödlichen Hypertonien
    • anderen indirekten Sympathomimetika wie Phenylpropanolamin, Phenylephrin, Pseudoephedrin oder Methylphenidat
    • Alpha-Sympathomimetika

Nebenwirkungen

Ephedrin - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Veränderungen der primären Hämostase
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verwirrtheit
      • Depression
      • Angst(zustände)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • psychotische Zustände
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
      • Nervosität
      • Reizbarkeit
      • Unruhe
      • Schwäche
      • Schlaflosigkeit
      • Kopfschmerzen
      • Schwitzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Zittern
      • Migräne
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypersalivation
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Episoden von Winkelblockglaukom/Engwinkelglaukom (bei anatomisch prädisponierten Patienten)
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie
      • Palpitationen
      • Hypertonie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzrhythmusstörungen
      • präkordiale Schmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • pectanginöse Schmerzen
      • reflektorische Bradykardie
      • Herzstillstand
      • Hypotonie
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutungen
      • zerebrale Hämorrhagie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lungenödeme
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verminderter Appetit
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Miktionsstörungen
      • akuter Harnverhalt (bei Patienten mit Prostatahypertrophie)
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypokaliämie
      • Veränderung des Blutzuckerspiegels

Anwendungshinweise

  • Anwendung ausschließlich durch den Anästhesisten oder unter dessen Beobachtung
  • intravenöse Injektion

Stillzeithinweise

Ephedrin - invasiv
  • es muss entschieden werden, ob eine Ephedrin-Therapie entweder vermieden oder das Stillen für 2 Tage nach Anwendung unterlassen werden sollte
    • dabei müssen der Nutzen des Stillens für das Kind sowie der Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigt werden
  • Ephedrin wird in die Muttermilch ausgeschieden
    • gibt Belege dafür, dass Ephedrin innerhalb von 21 bis 42 Stunden nach Anwendung ausgeschieden wird
  • es wurde über Reizbarkeit und gestörte Schlafmuster bei gestillten Säuglingen berichtet

Schwangerschaftshinweise

Ephedrin - invasiv
  • Anwendung von Ephedrin in der Schwangerschaft ist zu vermeiden
    • bzw. sollte nur mit Vorsicht und nur falls erforderlich angewendet werden
  • Ephedrin
    • nur sehr begrenzte Erfahrungen
    • klinische Daten aus epidemiologischen Studien mit einer begrenzten Anzahl von Frauen lassen keine besondere Auswirkung von Ephedrin im Hinblick auf Fehlbildungen vermuten
    • Ephedrin passiert die Plazentaschranke und war mit einer Steigerung der fetalen Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität verbunden
  • vasokonstriktorischen Amine
    • einzelne Fälle von Hypertonie bei der Mutter nach Missbrauch oder längerer Anwendung von vasokonstriktorischen Aminen wurden beschrieben
  • tierexperimentelle Studien
    • haben teratogene Wirkung gezeigt
    • Ephedrin kann kardiovaskuläre Schäden, verringerte Fertilität, Fruchtverlust und mediane Bauchwanddefekte hervorrufen
  • Fertilität
    • keine Daten verfügbar

Warnhinweise

Ephedrin - invasiv
  • Ephedrin darf nur vom oder unter Aufsicht des Anästhesisten verabreicht werden
  • Anwendung von Ephedrin mit Vorsicht bei Patienten,
    • die besonders empfindlich auf die Wirkung des Arzneimittels reagieren könnten, insbesondere Patienten mit Hyperthyreose
    • Hypertonie
    • mit anamnestisch bekannter Herzerkrankung, einschl. chronischer Herzkrankheit
    • chronischer Angststörung oder sonstigen psychischen Störungen
  • große Vorsicht ist außerdem angezeigt bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen wie
    • Arrhythmie
    • Tachykardie
    • Gefäßverschlusskrankheiten
    • Patienten mit Durchblutungsstörung des Gehirns oder autonomer Dysfunktion
    • Hypertonie
  • bei Patienten mit Angina pectoris können pectanginöse Schmerzen ausgelöst werden
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • unterliegen einem erhöhten Toxizitätsrisiko und sind unter besonderer Vorsicht mit der geringsten wirksamen Dosis zu behandeln
  • Kammerflimmern / Arrhythmien
    • Ephedrin sollte bei Patienten, die sich einer Narkose mit Cyclopropan, Halothan oder anderen halogenierten Anästhetika unterziehen, vermieden oder mit Vorsicht angewendet werden, da dies zum Auftreten von Kammerflimmern führen kann
    • bei der Verabreichung von Ephedrin bei Patienten, die Herzglycoside, Chinidin oder trizyclische Antidepressiva einnehmen, besteht ein erhöhtes Arrhythmierisiko
  • Monoaminooxidase-Hemmer
    • viele Sympathomimetika zeigen Wechselwirkungen mit Monoaminooxidase-Hemmern und sollten Patienten unter einer derartigen Therapie bzw. innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen eben dieser nicht verabreicht werden (kontrainidziert)
    • es wird empfohlen, Sympathomimetika nicht bei Einnahme selektiver MAO-Hemmer zu verabreichen (kontraindiziert)
  • Hypertonie
    • Ephedrin erhöht den Blutdruck
    • daher ist bei Patienten unter antihypertensiver Therapie besondere Vorsicht geboten
    • Wechselwirkungen von Ephedrin mit Alpha- und Beta- Blockern können komplex sein
    • Propranolol und andere Beta-Rezeptorenblocker antagonisieren die Wirkung von Beta2-Adrenozeptor- Stimulanzien (Beta2-Agonisten) wie Salbutamol
  • Corticosteroide
    • gleichzeitige Verabreichung von Corticosteroiden in hohen Dosen kann die metabolischen Nebenwirkungen hochdosierter Beta2-Agonisten verstärken
      • Patienten sollten daher sorgfältig überwacht werden, wenn diese zwei Arzneimittelklassen zusammen angewendet werden, auch wenn diese Vorsichtsmaßnahme weniger auf die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden zutriff
  • Hypokaliämie
    • eine im Zusammenhang mit hohen Beta2- Agonisten-Dosen auftretende Hypokaliämie kann zu erhöhter Anfälligkeit für Digitalisinduzierte Herzrhythmusstörungen führen
    • eine Hypokaliämie kann durch die gleichzeitige Verabreichung von Aminophyllin oder anderen Xanthinen, Corticosteroiden oder durch eine Diuretika-Therapie verstärkt werden
  • Doping
    • Sportler sollten darauf hingewiesen werden, dass das Präparat einen Wirkstoff enthält, der zu positiven Ergebnissen bei Dopingtests führen kann
    • die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingproben zu positiven Ergebnissen führen