EREMFAT 450

Esteve Pharmaceuticals GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Rifampicin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 92,90 €
N3 100 ST 266,21 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Jugendliche und Kinder

  • Behandlung aller Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin, immer in Kombination mit weiteren gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Chemotherapeutika
  • Behandlung von pulmonalen, lokalisierten extrapulmonalen sowie disseminierten Infektionen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM)
    • immer in Kombination mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva
  • Kombinationsbehandlung der Lepra
  • andere Infektionen
    • Kombinationsbehandlung schwerwiegender grampositiver und gramnegativer nicht-mykobakterieller Infektionen mit Erregerempfindlichkeit gegenüber Rifampicin
      • grampositive Infektionen
        • schwere Staphylokokken-Infektionen, die durch Staphylococcus aureus oder S. epidermidis verursacht sind, einschließlich Methicillin-resistenter Staphylokokken (MRSA) [Osteomyelitis, Klappenprothesenendokarditis und Fremdkörper-assoziierte Infektionen]
      • gramnegative Infektionen
        • Kombinationsbehandlung der Brucellose
  • Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis
    • zur Behandlung asymptomatischer Träger von Neisseria meningitidis zur Eliminierung von Meningokokken aus dem Nasopharynx
    • Chemoprophylaxe für folgende zwei Gruppen empfohlen:
      • Patienten nach der kurativen Behandlung und vor der Wiedereingliederung in die Gemeinschaft
      • Personen, die innerhalb von 10 Tagen vor dem Krankenhausaufenthalt den Oropharynxsekreten des Patienten ausgesetzt waren
    • Prophylaxe der Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Meningitis
      • zur Behandlung asymptomatischer Träger von H. influenzae
      • Chemoprophylaxe exponierter Personen mit relevanter Immundefizienz bzw. -suppression
  • Hinweis
    • allgemein anerkannte Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen und speziell antimykobakteriellen Wirkstoffen bei der Behandlung mykobakterieller Infektionen beachten

Dosierung

  • Tuberkulose
    • Erwachsene >/= 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg - 56,25 kg
      • 10 (8 - 12) mg Rifampicin / kg KG
      • Tagesdosis: min. 450 mg, max. 600 mg Rifampicin
    • Jugendliche >/= 12 - < 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg - 56,25 kg
      • 10 (8 - 12) mg Rifampicin / kg KG
      • Tagesdosis: max. 600 mg Rifampicin
    • Kinder >/= 6 Jahre - < 12 Jahre mit einem Körpergewicht von 22,5 kg - 54 kg
      • 15 (10 - 20) mg Rifampicin / kg KG
      • Tagesdosis: max. 600 mg Rifampicin
    • Kinder >/= 3 Monate bis < 6 Jahre
      • Anwendung nicht geeignet
        • andere Darreichungsform und Wirkstoffstärke wählen
    • Kinder < 3 Monate
      • keine Dosierungsempfehlung (unzureichende Daten)
    • Behandlungsdauer
      • Rifampicin wird in der 8-wöchigen Initialphase mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva wie Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol, in der sich anschließenden 4-monatigen Kontinuitätsphase mit Isoniazid allein kombiniert
      • Therapieregime der Tuberkulose, in denen dem Ergebnis der Resistenztestung entsprechend die Kombinationspartner von Rifampicin modifiziert werden müssen, müssen in unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden, so dass sich auch der Einsatz von Rifampicin verlängert
    • Intermittierende Therapie bei Tuberkulose
      • für Deutschland nicht empfohlen
      • falls sich tägliche Medikamentengabe aus zwingenden Gründen nicht realisieren lässt
        • intermittierende Therapie nur in der Kontinuitätsphase und nur bei HIV-negativen Patienten
  • Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen
    • Erwachsene und Kinder >/= 6 Jahre
      • in Kombination mit weiteren gegen die jeweilige Mykobakterienspezies wirksamen Antiinfektiva
      • Dosierung in Abhängigkeit vom klin. Bild und weiteren Begleiterkrankungen
      • 10 mg / kg KG / Tag
      • Tagesdosis: max. 600 mg
    • Behandlungsdauer
      • abhängig von der Art der Infektion und allen Begleitumständen
  • Therapie der Lepra
    • immer in Kombination mit weiteren gegen Mycobacterium leprae wirksamen Antiinfektiva
    • paucibazilläre Lepra
      • entsprechend Empfehlungen der WHO jeweils am 1. Tag von 6 Behandlungszyklen über je 4 Wochen kombiniert mit Wirkstoff Dapson
      • Behandlungsdauer
        • 1mal / Monat über 6 Monate
    • multibazillären Lepra
      • jeweils am 1. Tag von 12 Behandlungszyklen über je 4 Wochen kombiniert mit den Wirkstoffen Dapson und Clofazimin
      • Behandlungsdauer
        • 1mal / Monat über 12 Monate
    • Erwachsene
      • 600 mg Rifampicin 1mal am 1. Tag eines Behandlungszyklus
    • Kinder und Jugendliche 10 - 14 Jahre
      • 450 mg Rifampicin 1mal am 1. Tag eines Behandlungszyklus
    • Kinder < 10 Jahre
      • 10 mg / kg KG 1mal am 1. Tag eines Behandlungszyklus
  • Kombinationsbehandlung schwerwiegender grampositiver und gramnegativer nicht-mykobakterieller Infektionen mit Erregerempfindlichkeit gegenüber Rifampicin
    • 600 - 1200 mg Rifampicin / Tag, verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen
    • gleichzeitig mit Rifampicin zusätzlich mindestens ein anderes Antibiotikum anwenden
  • Therapie der Brucellose
    • 15 mg / kg KG (600 - 900 mg) Rifampicin 1 mal / Tag in Kombination mit Doxycyclin
    • Behandlungsdauer
      • 6 - 12 Wochen
    • Hinweis: ggf. Dreifach-Therapie mit Doxycyclin, Rifampicin und Ciprofloxacin möglich
  • Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis
    • Kinder >/= 6 - < 12 Jahre und Jugendliche >/= 12 - < 18 Jahre > 60 kg KG und Erwachsene >/= 18 Jahre
      • 600 mg Rifampicin 2mal / Tag
    • Kinder >/= 6 - < 12 Jahre und Jugendliche >/= 12 - < 18 Jahre < 60 kg KG
      • 10 mg / kg KG 2mal / Tag
    • Behandlungsdauer
      • in Monotherapie über 2 Tage
  • Prophylaxe der Haemophilus influenzae-Meningitis
    • Erwachsene und Jugendliche
      • 600 mg Rifampicin 1mal / Tag
    • Behandlungsdauer
      • 4 Tage

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Leberfunktion
    • hepatische Vorerkrankungen (wie überstandene akute Hepatitis, positiver Antigen-Antikörper-Nachweis für Hepatitis B und C oder Alkoholabusus
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • einschleichende Dosierung in Betracht ziehen
        • initial: 75 mg / Tag
        • Steigerung bis auf 450 - 600 mg / Tag (Erwachsene) über 3 - 7 Tage
      • wöchentliche bzw. mehrfach wöchentliche Kontrollen der entsprechenden Laborparameter in den ersten Monaten erforderlich (erhöhtes Risiko von Leberschädigungen)
      • falls Serumtransaminasewerte bereits vor Tuberkulosetherapie 3-fach über Normwert
        • Therapie mit nur 1 oder 2 hepatotoxischen Antituberkulotika erwägen
    • schwere Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzirrhose, Gallengangsobstruktion
      • kontraindiziert
  • eingeschränkte Nierenfunktion (auch Dialysepatienten)
    • kann unter Voraussetzung, dass Leberfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung verabreicht werden
  • gleichzeitig vorliegende eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
    • leichte Einschränkung der Leberfunktion (unter gleichzeitiger Beachtung zusätzlicher individueller Patientenmerkmale) und eingeschränkter Nierenfunktion
      • Therapie mit Rifampicin kann unter Serumspiegelbestimmungen sowie engmaschiger Kontrolle der Leberfunktion durchgeführt werden
    • stärker eingeschränkte Leberfunktion
      • unabhängig von der Nierenfunktion kontraindiziert
  • Wiederbeginn der Gabe von Rifampicin nach Therapieunterbrechung im Rahmen der täglichen Therapie der Tuberkulose sowie der nichttuberkulösen Mykobakteriosen (gilt nicht für die intermittierende Anwendung von Rifampicin in der Therapie der Lepra)
    • einschleichend
      • 1. Tag: 75 mg
      • dann sukzessive Dosisstiegerung auf bis zu 450 - 600 mg über 3 - 7 Tage

Kontraindikationen

Rifampicin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Rifampicin oder andere Rifamycine
  • schwere Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzirrhose, Gallengangsobstruktion
  • gleichzeitige Therapie mit
    • den Proteaseinhibitoren, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Glecaprevir, Grazoprevir, Indinavir, Lopinavir, Paritaprevir, Ritonavir, Saquinavir, Tipranavir und Voxilaprevir
    • den Nichtstrukturprotein 5A-Inhibitoren Elbasvir, Ledipasvir, Ombitasvir, Pibrentasvir, Velpatasvir
    • dem potenziell leberschädigenden Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum Voriconazol
    • den nicht-nucleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) Doravirin, Etravirin, Nevirapin und Rilpivirin
    • den Integrase-Hemmern Bictegravir, Cabotegravir
    • dem pharmakokinetischen Booster Cobicistat
    • dem Polymerase-Inhibitor Dasabuvir und Sofosbuvir

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Rifampicin - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Eosinophilie
      • Leukopenie
      • Granulozytopenie
      • Thrombozytopenie
      • thrombozytopenische Purpura
      • Hypoprothrombinämie
      • hämolytische Anämie
      • disseminiertedisseminierte intravasale Koagulopathie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte Überempfindlichkeitsreaktionen
        • Fieber
        • Erythema exsudativum multiforme
        • Pruritus
        • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
        • Atemnot
        • asthmaartige Anfälle
        • Lungenödem
        • andere Ödeme
        • anaphylaktischer Schock
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lupusähnliches Syndrom
        • mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und Auftreten antinukleärer Antikörper
      • Flu-Syndrom
        • in Zusammenhang mit intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicin-Einnahme, ähnliche Symptomatik wie lupusähnliches Syndrom
      • schwere allergische Hautreaktionen
        • toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)
        • exfoliative Dermatitis
        • in Zusammenhang mit einer antituberkulösen Kombinationstherapie von Rifampicin und anderen Mitteln beobachtet, Reaktionen konnten nicht sicher einem Wirkstoff zugeordnet werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Menstruationsstörungen infolge der Beeinflussung des Stoffwechsels der Steroidhormone durch Rifampicin
      • Addison-Krise bei Addison-Patienten
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Porphyrie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verwirrtheit
      • Psychosen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfäll
      • Ataxie
      • Konzentrationsunfähigkeit
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • Schwindel
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Sehstörungen
      • Visusverlust
      • Optikusneuritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bräunlich-rote Verfärbung der Tränenflüssigkeit
        • durch Eigenfarbe des Rifampicins bedingt und unbedenklich
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Appetitlosigkeit
      • Magenschmerzen
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Meteorismus
      • Diarrhö
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute Pankreatitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Antibiotika-assoziierte Kolitis (pseudomembranöse Enterokolitis)
      • Clostridium difficile-assoziierte Diarrhö
  • Leber und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erhöhung von Enzymaktivitäten wie
        • SGOT (AST)
        • SGPT (ALT)
        • alkalischer Phosphatase
        • Gamma-Glutamyltranspeptidase
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ikterus
      • Hepatomegalie, meist vorübergehender Natur
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erhöhung von Billirubin im Serum
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Hepatitis (in schweren Fällen tödlicher Verlauf möglich)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myopathien
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Nierenfunktionsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Nierenversagen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • interstitielle Nephritis
      • Tubulusnekrosen
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • postnatale Blutungen bei der Mutter und dem Neugeborenen (bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen)
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • leukozytoklastische Vaskulitis

Anwendungshinweise

  • Einnahme mit Flüssigkeit auf nüchternen Magen, d. h. mind. 1/2 Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit
  • bei Magenunverträglichkeit: Einnahme auch nach leichter Mahlzeit möglich
  • Therapie der Tuberkulose, der Lepra und der nicht-tuberkulösen Mykobakteriose
    • Tagesgesamtdosis zusammen mit den Kombinationspartnern in einer morgendlichen Einmalgabe einnehmen
  • Kombinationsbehandlung schwerwiegender grampositiver und gramnegativer nicht-mykobakterieller Infektionen mit Erregerempfindlichkeit gegenüber Rifampicin
    • Tagesdosis von Rifampicin in 2 - 4 Einzeldosen
  • Brucellose
    • Tagesdosis Rifampicin: 1mal / Tag
    • Doxycyclin: 2mal / Tag
  • Meningitis-Prophylaxe
    • 2mal / Tag über 2 Tage
    • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)- Meningitis-Prophylaxe
      • 1mal / Tag über 4 Tage
  • Hinweis
    • aufgrund der raschen bakteriellen Resistenzentwicklung bei Monotherapie ist Rifampicin mit Ausnahme der Meningitis-Prophylaxe immer Bestandteil einer Kombinationstherapie

Stillzeithinweise

Rifampicin - peroral
  • Anwendung von Rifampicin in der Stillzeit sollte nur nach strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erfolgen
  • Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden
    • allerdings angenommen, dass die durch den Säugling aufgenommenen Konzentrationen zu gering sind, um beim Säugling unerwünschte Wirkungen zu erzeugen

Schwangerschaftshinweise

Rifampicin - peroral
  • 1. Trimenon
    • bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf Rifampicin während des 1. Trimenons nur bei unbedingter Notwendigkeit verordnet werden, da eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen ist
  • 2. und 3. Trimenon
    • Rifampicin darf nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
    • bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen
  • Behandlung einer aktiven Tuberkulose in der Schwangerschaft mit Rifampicin ist aber grundsätzlich möglich
    • Patientin muss jedoch darüber aufgeklärt werden, dass eine Erhöhung des Missbildungsrisikos nach Rifampicin-Einnahme während der Frühschwangerschaft nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann
  • eingetretene Schwangerschaft
    • bei einer unter Rifampicin-Therapie eingetretenen Schwangerschaft liegt keine Notwendigkeit für einen Schwangerschaftsabbruch vor
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption
    • während der Therapie mit Rifampicin muss das Eintreten einer Schwangerschaft vermieden und daher eine sichere Kontrazeption bestehen/durchgeführt werden
  • Plazentagängigkeit
    • Rifampicin passiert die Plazenta, wobei die Konzentration im Fetus ca. 12 - 33 % der maternalen Blutkonzentration beträgt
    • aufgrund einer verzögerten Elimination können in der Amnionflüssigkeit höhere Konzentrationen als im maternalen Blut bestehen
  • Teratogenität
    • Angaben in der Literatur über die Teratogenität beim Menschen sind widersprüchlich
    • Beurteilung des teratogenen Risikos zusätzlich dadurch erschwert, dass Rifampicin meist in Kombination mit anderen Tuberkulostatika eingesetzt wird
    • bisher sind 14 Fehlbildungsfälle bei 117 in den ersten 4 Schwangerschaftsmonaten exponierten Mutter-Kind-Paaren dokumentiert
  • bei Neugeborenen vermehrt Hypoprothrombinämien oder Blutungstendenzen beobachtet
  • tierexperimentelle Studien
    • im Tierversuch wurde Reproduktionstoxizität festgestellt
  • Fertilität
    • Fertilität war bei Ratten nach Behandlung mit Rifampicin nicht beeinträchtigt

Warnhinweise

Rifampicin - peroral
  • Resistenzentwicklung
    • durch Rifampicin-Monotherapie wird rasche Resistenzentwicklung (Einstufen-Resistenz) bei Mykobakterien und anderen Erregern hervorgerufen
    • um Entwicklung und Verbreitung von Bakterienstämmen mit Rifampicin-Resistenz zu verhindern, Rifampicin immer mit mind. einem weiteren Antibiotikum / Chemotherapeutikum kombinieren
      • lediglich zur Meningitis-Prophylaxe wird Rifampicin in hoher Dosis über nur 2 Tage in Monotherapie angewendet
  • gleichzeitige Anwendung von Rifampicin mit anderen Arzneimitteln
    • wegen Induktion des arzneimittelabbauenden Systems kann Rifampicin den Metabolismus gleichzeitig verabreichter Arzneimittel beeinflussen bzw. ist auch eine Beeinflussung der Verstoffwechselung von Rifampicin selbst durch gleichzeitig verabreichte Arzneimittel möglich
    • bei Beginn oder Beendigung einer Rifampicintherapie
      • eventuell notwendig, die Dosis gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, v.a. solcher mit enger therapeutischer Breite, anzupassen (abhängig vom Einfluss des Rifampicins auf deren Metabolismus)
  • Proteaseinhibitoren
    • gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit Proteaseinhibitoren (sowohl in Form von Monoarzneimitteln als auch fixer Kombinationen) kann aufgrund der Cytochrom-P450-Induktion durch Rifampicin zu einer Reduktion der Plasmakonzentration und somit der AUC der Proteaseinhibitoren führen mit der Folge eines Versagens der antiretroviralen Therapie
    • gleichzeitig Potenzial für Lebertoxizität unterschiedlichen Ausmaßes für die einzelnen Substanzen und deren Kombinationen erhöht
  • Polymerase-Inhibitoren
    • gleichzeitige Einnahme von Rifampicin mit Sofosbuvir und Dasabuvir kontraindiziert
    • Rifampicin ist ein potenter Inhibitor des p-Glycoproteins und kann die Plasmakonzentrationen von Sofosbuvir signifikant erniedrigen
    • Plasmakonzentration von Dasabuvir können aufgrund der starken Cytochrom P450 Induktion von Rifampicin stark erniedrigt werden
  • Nichtstrukturprotein 5A-Inhibitoren
    • gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit Nichtstrukturprotein 5A-Inhibitoren kann aufgrund der P-Glykoprotein- und Cytochrom P450-Induktion durch Rifampicin zu einer Reduktion der Plasmakonzentration und somit der AUC der Nichtstrukturprotein 5A-Inhibitoren führen mit der Folge eines Versagens der antiretroviralen Therapie
  • nicht nucleosidische Reverse Transkriptaseinhibitoren (NNRTI)
    • gleichzeitige Gabe von NNRTIs und Rifampicin kontraindiziert
    • gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit NNRTI kann aufgrund der Cytochrom P450-Induktion durch Rifampicin zu einer starken Reduktion der Plasmakonzentration der NNRTI führen mit der Folge eines Versagens der antiretroviralen Therapie
  • nucleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI)
    • gleichzeitige Anwendung mit NRTIs nicht für jeden Wirkstoff untersucht, da aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften der NRTIs in der Regel keine Wechselwirkungen zu erwarten sind
    • Abacavir
      • bei gleichzeitiger Anwendung mit Abacavir (Elimination über UDP-Glucuronyltransferase) leichte Erniedrigung der Abacavir-Plasmaspiegel nachgewiesen, klinische Konsequenz jedoch nicht bekannt
    • Tenofoviralafenamid
      • bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin und Tenofoviralafenamid erniedrigte Plasmaspiegel von Tenofoviralafenamid beobachtet
        • daher kann Dosisanpassung nötig sein
    • Zidovudin
      • bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin und Zidovudin signifikant erniedrigte Plasmaspiegel von Tenofoviralafenamid beobachtet
        • enge Überwachung der Zidovudinwirkung erforderlich, da ein Wirkungsverlust möglich ist
        • Dosisanpassung kann nötig sein
      • wenn Zidovudin in einem funktionierenden antiretroviralen Therapieregime verwendet wird, ist die Dosisanpassung häufig nicht notwendig
      • Entscheidung sollte von einem HIV-Experten getroffen werden
  • Chemokinrezeptor 5-Anatagonisten
    • Maraviroc
      • für Maraviroc, den einzigen Vertreter dieser Klasse, muss bei gleichzeitiger Anwendung mit Rifampicin eine geeignete Dosisanpassung durchgeführt werden
  • Integrasehemmer
    • Bictegravir, Cabotegravir
      • gleichzeitige Anwendung von Bictegravir oder Cabotegravir mit Rifampicin kontraindiziert
      • bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Bictegravir oder Cabotegravir kommt es zu signifikant verminderten Plasmaspiegeln der Integrasehemmer, in deren Folge die antivirale Wirkung verringert ist und es zu Resistenzen kommen kann
    • Raltegravir
      • bei gleichzeitiger Anwendung der Arzneistoffe kommt es zu verminderten Raltegravir-Plasmaspiegeln, in deren Folge die antivirale Wirkung verringert ist
        • Dosiserhöhung von Raltegravir daher erforderlich
  • Cobicistat
    • gleichzeitige Anwendung von Rifampicin und Cobicistat kontraindiziert
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und dem pharmakokinetischen Booster Cobicistat kommt es zu signifikant verminderten Plasmaspiegeln von Cobicistat, in deren Folge die therapeutische Wirkung des antiretroviralen Therapieregimes verringert ist und es zu Resistenzen kommen kann
  • Fostemsavir
    • der HIV-1-Attachment-Inhibitor Fostemsavir wird im Dünndarm zur aktiven Substanz Temsavir umgewandelt
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Fostemsavir kommt es zu erheblich verminderten Plasmaspiegeln von Temsavir, in deren Folge die therapeutische Wirkung verringert ist
  • Regorafenib
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und dem Proteinkinaseinhibitor Regorafenib kommt es zu verminderten Plasmaspiegeln von Regorafenib, aber einer gesteigerten Metabolisierung von Regorafenib zu aktiven Metaboliten
  • Paracetamol
    • Leberschädigung durch üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol möglich
    • Verabreichung von Paracetamol unter Rifampicintherapie nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung und unter besonderer Vorsicht
  • Vitamin D
    • Rifampicin beeinträchtigt Vitamin-D-Stoffwechsel
    • Symptome einer Erkrankung der Knochen erst bei längerer Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten
    • im Falle einer Supplementierung mit Vitamin D sind Kontrollen der Serum-Calcium-Spiegel, der Serum-Phosphat-Spiegel sowie der Nierenfunktion erforderlich
  • Kontrazeption
    • wegen Wechselwirkung zwischen Rifampicin und Östrogen/Gestagen ist die empfängnisverhütende Wirkung oraler, hormoneller Kontrazeptiva gestört
    • unter der Therapie mit Rifampicin zusätzlich andere, nicht hormonelle, kontrazeptive Maßnahmen anwenden
  • Hepatotoxizität, Unterernährung, Alkoholismus
    • Transaminasen
      • bei Therapie mit Rifampicin Transaminaseanstieg bei etwa 5 - 20 % der Behandelten festzustellen
      • verbleiben Transaminasewerte < 100 U/l, kann es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte kommen
      • bei Zunahme der Transaminasen > 100 U/l oder einem 2-fachen Anstieg der Bilirubinkonzentrationen über den Normwert und entsprechender klinischer Symptomatik
        • sofortiges Absetzen von Rifampicins ist geboten, da tödliche Leberdystrophien beobachtet worden sind
        • nach entsprechender Therapiepause wird erneute Gabe von Rifampicin unter Umständen wieder vertragen
    • bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen
      • Rifampicin darf nur mit besonderer Vorsicht und unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden
      • bei Patienten mit Alkoholabusus ist aufgrund einer potenziellen Vorschädigung der Leber eine strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzuführen
    • hinsichtlich des Auftretens eines Ikterus bzw. einer Hepatomegalie sind v.a. ältere Patienten und Patienten mit vorbestehenden Leberschäden, wie z.B. bei Alkoholabusus, gefährdet
      • bei älteren und bei unterernährten Patienten vor Therapiebeginn strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung
    • bei allen Patienten, insbesondere jedoch bei den genannten Risikogruppen
      • während des Einsatzes der für die Therapieregime der Tuberkulose üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie Isoniazid, Pyrazinamid und Protionamid sind regelmäßige Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchzuführen, um mögliche Schädigung der Leber, aufgrund des den genannten Arzneimitteln eigenen lebertoxischen Potenzials, frühzeitig erkennen zu können
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Fieber, Hautrötungen, Pruritus oder Urtikaria
      • nach einer Unterbrechung der Therapie und Abklingen der Symptome kann Weiterbehandlung möglich sein
    • beim Auftreten schwerwiegender Unverträglichkeitsreaktionen wie Thrombozytopenie, die sich eventuell auch als Nasenbluten äußern kann, Purpura, hämolytischer Anämie, Dyspnoe, asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen und bei schweren allergischen Hautreaktionen mit blasenförmiger Abhebung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom, exfoliative Dermatitis)
      • Rifampicin sofort und endgültig absetzen
      • erforderliche Notfallmaßnahmen einleiten
      • cerebrale Blutungen und Todesfälle in Fällen berichtet, in denen die Rifampicinbehandlung nach Auftreten einer Purpura fortgeführt oder wieder aufgenommen wurde
    • bei Wiederaufnahme einer Rifampicin-Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung oder bei intermittierender Therapie
      • kann eine hyperergische Sofortreaktion mit grippeähnlichen Symptomen (Flu-Syndrom), die mit gravierenden Komplikationen wie Schock oder Nierenversagen einhergehen können, eintreten
      • Flu-Syndrom
        • fast ausschließlich bei intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicin-Anwendung beobachtet
          • tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen Dosen und je länger das dazwischenliegende Intervall waren
        • tritt meist 3 - 6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf; äußert sich in Symptomen wie Kopfschmerzen und allgemeinem Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, Exanthem, Übelkeit, Erbrechen, Muskel-und Gelenkschmerzen
        • Symptome treten 1 - 2 Stunden nach der Anwendung auf und dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber hinaus, an
        • kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Rifampicin-Gabe (nicht möglich bei der Therapie der Lepra) zum Verschwinden gebracht werden
    • aus diesen Gründen Rifampicin einschleichend dosieren
      • bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung
      • beim Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Einnahme
      • bei Wiederholung der Therapie
    • Patienten sollten über die Risiken eines unbegründeten eigenmächtigen Therapieabbruchs und vor allem über die Risiken eines Neubeginns der Therapie ohne ärztliche Kontrolle informiert werden
  • DRESS
    • schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Todesfälle, wie das DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) während der Behandlung mit einer Antituberkulose-Therapie beobachtet
  • Rifampicin und Porphyrie
    • Rifampicin besitzt porphyrinogene Wirkung
    • Anwendung bei Genträgern einer akuten, intermittierenden Porphyrie (AIP), einer Porphyria variegata (PV), einer hereditären Koproporphyrie (HKP) bedarf besonderer Vorsichtsmaßnahmen
    • Reaktionen betroffener Patienten sehr individuell und sind offensichtlich abhängig von der individuellen Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen und von dem Grad der Aktivierung in unterschiedlichen Phasen des hepatischen Porphyrieprozesses
    • Wirkung auf den Porphyrinstoffwechsel sollte durch Untersuchungen auf Porphyrinvorläufer und Porphyrine im Urin regelmäßig kontrolliert werden
    • in jedem Fall sollte der Rat eines Porphyrie-Experten eingeholt werden
  • Wirkungen auf den MagenMagen-Darm-Trakt
    • während bzw. nach Abschluss der Therapie mit Rifampicin kann antibiotikaassoziierte Colitis (Pseudomembranöse Enterokolitis) auftreten, die lebensbedrohlich sein kann
    • in diesem Fall muss Beendigung der Gabe von Rifampicin in Abhängigkeit von der Indikation erwogen und entsprechende Therapie eingeleitet werden (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)
      • peristaltikhemmende Arzneimittel sind kontraindiziert
  • Wirkung auf Körperflüssigkeiten
    • Rifampicin hat eine intensiv bräunlich-rote Eigenfarbe, wodurch es nach Anwendung des Arzneimittels mit diesem Wirkstoff zu einer Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit und der Ausscheidungsprodukte Urin und Stuhl kommt
    • hierdurch kann es z.B. zu einer dauerhaften gelborangen Verfärbung von weichen Kontaktlinsen und auch zur Verfärbung von Kleidung kommen
  • Kontrolle der Nierenfunktion
    • regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion (z.B. Serumkreatinin-Bestimmung) v.a. bei längerfristiger Anwendung von Rifampicin erforderlich
    • Berichte über das Auftreten eines akuten Nierenversagens, einer interstitiellen Nephritis sowie von Tubulusnekrosen während der Therapie mit Rifampicin
      • sofortiger und endgültiger Therapieabbruch ist in solchen Fällen erforderlich
    • im Allgemeinen kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normalisierung der Nierenfunktion
  • Kontrolle des Blutbildes
    • regelmäßige Blutbildkontrollen müssen durchgeführt werden, da unter Rifampicintherapie unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können
  • Schwangerschaft und postnatale Phase
    • bei Einnahme von Rifampicin in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das Risiko postnataler Blutungen bei der Mutter aufgrund einer durch den Geburtsvorgang erhöhten Blutungsneigung und beim Neugeborenen aufgrund einer noch unzureichenden Vitamin-K-Versorgung und dadurch unzureichender Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöht sein
      • regelmäßige Kontrollen des Blutbildes und Bestimmung der Gerinnungsparameter erforderlich
      • Behandlung mit Vitamin K kann in solchen Fällen angezeigt sein
  • laborchemische Untersuchungen und Diagnostik
    • mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind nicht verwertbar
    • Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion
      • Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine Leberfunktionsstörung vortäuschen
      • Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden
    • Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten
      • Rifampicin verursacht falsch-positive Ergebnisse im Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten im Urin
    • Röntgenkontrastmittel
      • Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln, die für die Gallenblasen-Untersuchung verwendet werden, verzögern, ohne dass dies eine klinische Relevanz für die Untersuchung hat
  • Meningokokken-Resistenz
    • wegen möglicher Resistenzentwicklung der Meningokokken gegen Rifampicin sind Kontaktpersonen, die vorbeugend mit Rifampicin zwecks Verhinderung einer Meningokokken-Meningitis behandelt werden, sorgfältig bzgl. des Auftretens einer manifesten Meningitis zu überwachen