Erythromycin Inresa i.v. 1 g

Inresa Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Erythromycin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 10 ST 125,24 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Therapie von akuten und chronischen Infektionen, die durch Erythromycin-empfindliche Krankheitserreger verursacht werden, wenn aufgrund des Schweregrades der Infektion hohe Serumkonzentrationen des Antibiotikums wünschenswert sind oder eine orale Behandlung nicht möglich ist
    • Infektionen der tiefen Atemwege
      • Bronchitis
      • Pneumonie, insbes. Chlamydia trachomatis-Pneumonie, Chlamydia pneumoniae-Pneumonie, Legionellen-Pneumonie und Mykoplasmen-Pneumonie
    • Keuchhusten und Keuchhustenprophylaxe
    • Infektionen des Hals-, Nasen- und Ohrenbereichs
      • Otitis media
      • Sinusitis
      • Pharyngitis
      • Tonsillitis
      • Laryngitis
    • Infektion der Haut, verursacht durch Corynebacterium minutissimum (Erythrasma), wenn sich eine lokale Therapie als unzureichend erwiesen hat
    • Schwere Formen der Akne vulgaris
    • Erysipel, als Alternative zu Penicillin bei einer Penicillinallergie
    • Scharlach, als Alternative zu Penicillin bei einer Penicillinallergie
    • Prophylaxe des rheumatischen Fiebers, als Alternative zu Penicillin bei einer Penicillinallergie
    • Einschlusskörperchen-Konjunktivitis und Trachom, verursacht durch Chlamydia trachomatis
    • Diphtherie (auch zur Sanierung von Diphtheriebakterienträgern oder -ausscheidern)
    • Schwere Enteritis, verursacht durch Campylobacter jejuni
    • Urethritis, verursacht durch Chlamydia trachomatis oder Ureaplasma urealyticum
    • Gonorrhoe, wenn andere, besser wirksame Antibiotika nicht gegeben werden können (z. B. Alternative bei Penicillinallergie)
    • Syphilis (Lues) im primären Stadium, wenn andere, besser wirksame Antibiotika nicht gegeben werden können (z. B. Alternative bei Penicillinallergie)
    • Aktinomykose (Actinomyces israeli), wenn andere, besser wirksame Antibiotika nicht gegeben werden können (z. B. Alternative bei Penicillinallergie)
  • Hinweis
    • die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung dieses Arzneimittels zu berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 1488,2 mg Erythromycinlactobionat, entsprechend 1000 mg Erythromycin

  • Therapie von akuten und chronischen Infektionen, die durch erythromycinempfindliche Krankheitserreger verursacht werden, wenn aufgrund des Schweregrades der Infektion hohe Serumkonzentrationen des Antibiotikums wünschenswert sind oder eine orale Behandlung nicht möglich ist
    • Dosierung
      • richtet sich nach Empfindlichkeit der Erreger und Schwere der Erkrankung
      • Erwachsene und Jugendliche > 12 Jahre
        • Dosierung für die meisten Infektionen
          • 15 - 20 mg Erythromycin / kg KG / Tag
            • entsprechend 1 - 2 g Erythromycin, bzw. 1 - 2 Durchstechflaschen / Tag
            • verteilt auf 3 - 4 Einzelgaben
          • Höchstdosis
            • Dosissteigerung indikationsabhängig auf bis zu 4 g Erythromycin / Tag
              • verteilt auf 3 - 4 Einzelgaben
        • Akute Gonorrhoe
          • 2 g Erythromycinbase (entspr. 2 Durchstechflaschen) / Tag
            • aufgeteilt in 4 Einzelgaben
            • über 7 Tage
          • bakteriologische Kontrolluntersuchung 3 - 4 Tage nach Therapieende
        • Syphilis (Lues) im frühen Stadium
          • Mittel der Wahl zur Behandlung aller Stadien der Syphilis: Penicillin
            • Resistenzentwicklungen bisher nicht beobachtet
          • Erythromycin nur, wenn andere, besser wirksame Antibiotika nicht gegeben werden können (z. B. Alternative bei Penicillinallergie)
        • Urethritis, verursacht durch Chlamydia trachomatis oder Ureaplasma urealyticum
          • 2 g Erythromycinbase (entspr. 2 Durchstechflaschen) / Tag
            • aufgeteilt in 2 Einzelgaben
            • über 7 Tage
      • Säuglinge und Kinder bis 12 Jahre
        • 15 - 20 mg Erythromycin / kg KG / Tag, verteilt auf 3 - 4 Einzelgaben
        • alternativ: 300 - 600 mg Erythromycin / m2 Körperoberfläche
    • Dauer
      • je nach Verlauf der Infektion, i. d. R. 7 - 8 Tage ausreichend
      • für nachhaltigen Therapieerfolg
        • Therapie (ggf. auch nach Umstellung auf orale Form) nach Abklingen der Krankheitssymptome unbedingt noch 2 - 3 Tage weiterführen
      • Streptococcus pyogenes
        • Mindesttherapiedauer 10 Tage
          • aus Vorsorglichkeit, um Spätkomplikationen (z. B. rheumatisches Fieber, rheumatische Karditis, Glomerulonephritis) vorzubeugen
      • länger andauernde Therapie oder Wiederholungstherapien
        • nur nach strenger Indikationsstellung und unter fortlaufender Überwachung

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • stark (Serumkreatinin-Konzentration > 180 µmol / l oder 2,0 mg / dl) bzw. Anurie
      • Maximaldosis (Jugendliche > 12 Jahre und Erwachsene)
        • 2 g Erythromycinbase / Tag (entspr. 2 Durchstechflaschen)
    • Dialyse
      • Erythromycin ist nicht hämodialysierbar
      • zusätzliche Dosis vor oder nach dem Dialysevorgang nicht erforderlich

Kontraindikationen

Erythromycin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Erythromycin oder andere Makrolid-Antibiotika
  • sollte nicht bei Patienten angewendet werden, die bereits eine QT-Verlängerung (angeborene, familiär vorkommende oder dokumentierte erworbene QT-Verlängerung) oder ventrikuläre Arrhythmie einschließlich Torsade de Pointes aufweisen
  • sollte nicht bei Patienten mit Elektrolytstörungen angewendet werden (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie aufgrund des Risikos der Verlängerung des QT-Intervalls)
  • schwere Leberinsuffizienz
  • klinisch relevante Herzrhythmusstörungen (z.B. ventrikuläre Arrhythmien) oder bei schwerer dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA IV)
  • gleichzeitige Einnahme von
    • Astemizol, Terfenadin, Domperidon, Cisaprid, Pimozid oder Disopyramid
      • da es zu QT-Intervallverlängerungen im EKG und unter Umständen zu lebensbedrohlichen ventrikulären Arrhythmien (Torsade de pointes) kommen kann
    • Ergotamin oder Dihydroergotamin
    • Arzneimitteln, die ebenfalls zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führen können, wie z. B.
      • Antiarrhythmika der Klassen IA und III
      • bestimmte Neuroleptika
      • tri- und tetrazyklische Antidepressiva
      • Arsentrioxid
      • Methadon
      • Budipin
      • bestimmte Fluorchinolone
      • Imidazol-Antimykotika
      • Antimalariamittel, wie Pentamidin i.v.
    • Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin
      • Behandlung mit diesen Arzneimitteln muss während der Einnahme von Erythromycin unterbrochen werden (erhöhtes Risiko einer Myopathie, einschließlich Rhabdomyolyse)
    • Lomitapid

Nebenwirkungen

Erythromycin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • durch resistente Bakterien oder Pilze verursachte Superinfektionen z.B. orale und vaginale Candidose
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Eosinophilie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergisches Ödem / Angioödem
      • anaphylaktische Reaktion inkl. anaphylaktischer Schock
      • Anaphylaxie
  • Psychiatrische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Demaskierung bzw. Verschlimmerung einer Myasthenia gravis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vorübergehende zentralnervöse Störungen, wie
        • Verwirrtheitszustände
        • epileptische Anfälle
        • Krampfanfälle
        • Halluzinationen
        • Kopfschmerzen
        • Schläfrigkeit / Müdigkeit
        • Schwindelgefühl
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sehstörungen inkl. Diplopie und verschwommenem Sehen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tinnitus
      • meist vorübergehende Hörverluste bzw. Taubheit
        • Störungen sind konzentrationsabhängig
        • treten eher bei Patienten mit stark eingeschränkter Nieren- und / oder Leberfunktion oder bei hoher Dosierung (4 g Eythromycin / Tag) oder bei Überdosierung (> 4 g Eythromycin / Tag) auf
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • insbesondere bei Patienten, die bereits ein verlängertes QT-Intervall im EKG aufweisen oder bei gleichzeitiger Gabe von potentiell proarrhythmogenen oder das QT-Intervall beeinflussenden Substanzen
        • QT-Intervall-Verlängerung
        • ventrikuläre Arrhythmien (Torsade de pointes)
        • ventrikuläre Extrasystolen
        • Palpitationen
        • Herzrasen
        • Herzrhythmusstörungen, einschließlich ventrikuläre Tachykardien
        • atrioventrikulärer Block
      • Herzstillstand
      • Kammerflimmern
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypotension
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe (inklusive asthmatischer Zustände)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Magen-Darm- Störungen (meist leichter Natur, dosisabhängig) in Form von
        • Anorexie
        • Brechreiz
        • Erbrechen
        • Bauchschmerzen
        • Blähungen
        • Unwohlsein
        • Übelkeit
        • Krämpfe
        • weiche Stühle
        • Durchfall
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pseudomembranöse Kolitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • spastisch-hypertrophische Pylorusstenose bei Kindern
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg bestimmter Leberenzyme (GPT, GOT, LDH, AP, gamma-GT), Bilirubin
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Cholestase und cholestatische Gelbsucht, insbesondere
        • bei längerdauernder Therapie (2 - 3 Wochen)
        • bei schon vorher bestehender Leberschädigung
        • bei Wiederholungsbehandlungen
        • bei Allergikern
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis
      • Hepatomegalie
      • Leberversagen
      • Leberfunktionsstörungen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautrötung / Hyperämie und urtikarielles Exanthem
      • Pruritus
      • Hautausschlag
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema exsudativum multiforme
      • Stevens-Johnson-Syndrom (vor allem bei Kindern aller Altersstufen)
      • toxisch-epidermale Nekrolyse (vor allem bei Kindern aller Altersstufen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gelenkschwellungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhabdomyolyse
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Interstitielle Nephritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • (thrombo-) Phlebitis
      • Schmerzenund/oder Reizung an der Infusionsstelle
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arzneimittelfieber
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Brustschmerzen
      • Fieber
      • Übelkeit

Anwendungshinweise

  • ausschließlich intravenöse (i. v.) Anwendung
  • intraarterielle Injektion / Infusion streng kontraindiziert
    • kann zu Gefäßspasmen mit Ischämie führen
  • intramuskuläre Applikation ebenfalls kontraindiziert
  • Tagesdosis in mehrere Einzeldosen aufteilen
  • Infusionsgeschwindigkeit
    • 60 Min. / Einzeldosis, d. h.
      • bei 100 ml i.v.-Infusionslösung: ca. 35 Tropfen / Min.
      • bei 250 ml i.v.-Infusionslösung: 85 - 90 Tropfen / Min.
      • bei 500 ml i.v.-Infusionslösung: 170 - 180 Tropfen / Min.
    • zu rasche i.v.-Gabe führt häufig zu Venenschmerzen, einer Phlebitis oder Kreislaufreaktionen
  • Handhabung
    • Zubereitung der Stammlösung (5 %ig)
      • 20 ml Wasser für Injektionszwecke in Durchstechflasche einbringen (ergibt Erythromycin-Konzentration von 50 mg / ml = 5 %)
      • diese Stammlösung unter keinen Umständen als Bolusinjektion applizieren
    • Zubereitung der Infusionslösung
      • 0,9%ige Kochsalzlösung für weitere Verdünnung empfohlen, z. B.:
        • 1000 mg Wirkstoffmenge:
          • 20 ml Stammlösung und 230 ml isotonische Kochsalzlösung ergibt 0,4 %ige Infusionslösung
          • 20 ml Stammlösung und 480 ml isotonische Kochsalzlösung ergibt 0,2 %ige Infusionslösung
      • bei Verwendung von Glucose 5%
        • Einstellung des pH-Wertes mit Natriumhydrogencarbonat auf pH = 7 empfohlen
        • Hinweis für Diabetiker:
          • dem Patienten sind je nach Menge der verwendeten Glucose die entsprechenden Broteinheiten mitzuteilen
      • Erythromycin-Konzentration </= 1 %
        • sonst venöse Reizerscheinungen
    • aus mikrobiologischer Sicht Stammlösung und gebrauchsfertige Infusionslösung unmittelbar nach Zubereitung verwenden; Rest verwerfen
  • weitere Informationen s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Erythromycin - invasiv
  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor einer Anwendung in der Stillzeit
  • Erythromycin geht zu etwa 50 % in die Muttermilch über
    • Erythromycin kann beim Säugling Magen-Darm-Störungen, aber möglicherweise auch die Ausbildung einer Pylorusstenose verursachen
    • Sensibilisierung oder Sprosspilzbesiedlung möglich
  • infantile hypertrophe Pylorusstenose (IHPS)
    • Bericht über einen gestillten Säugling vorliegend, der eine IHPS entwickelt hat
    • diese ist vermutlich auf die Behandlung der Mutter mit Erythromycin zurückzuführen
    • bei gestillten Kindern, deren Mütter mit Erythromycin behandelt wurden, konnten Nebenwirkungen festgestellt werden
      • daher ist bei Anwendung von Erythromycin bei stillenden Müttern Vorsicht geboten
    • darüber hinaus konnte in einer Studie gezeigt werden, dass die Behandlung von Müttern während der Stillzeit mit Makroliden (Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin, oder Spiramycin) das Risiko einer IHPS erhöht

Schwangerschaftshinweise

Erythromycin - invasiv
  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor einer Anwendung in der Schwangerschaft
    • Erythromycin sollte bei Schwangeren nur dann angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist
  • Plazentagängigkeit von Erythromycin ist gering
    • fetale Plasmaspiegel üblicherweise niedrig
    • im Nabelschnurblut werden Konzentrationen bis 20 % der entsprechenden mütterlichen Serumkonzentration erreicht
      • ob sich daraus Risiken ableiten, wurde bislang nicht geklärt
  • Studien
    • tierexperimentelle Studien
      • keine teratogenen Effekte gezeigt
      • keine Daten zu reproduktionstoxischen Effekten von Erythromycin vorliegend
    • die verfügbaren epidemiologischen Studien zum Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen bei der Anwendung von Makroliden, einschließlich Erythromycin, während der Schwangerschaft liefern widersprüchliche Ergebnisse
    • einige Beobachtungsstudien am Menschen
      • kardiovaskuläre Fehlbildungen beobachtet, wenn die Schwangeren während der Frühschwangerschaft Erythromycin-haltigen Arzneimitteln ausgesetzt waren
    • Untersuchungen zu anderen Makrolidantibiotika
      • sind ähnlich wie Erythromycin potente hERG-Kanal-Blocker
      • Folgende Beobachtungen
        • Absterben des Embryos
        • Fehlbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Fehlbildungen
        • Gaumenspalten
      • in Untersuchungen zu den zugrunde liegenden Mechanismen zeigte sich, dass hERG-Kanal-Blocker durch Induktion von Arrhythmien beim Ungeborenen kardiovaskuläre Fehlbildungen und ein Absterben des Embryos verursachen können
  • infantile hypertrophe Pylorusstenose (IHPS)
    • Berichte über erhöhtes Risiko bei Kindern, deren Mütter innerhalb von 10 Wochen nach deren Geburt mit Makrolid-Antibiotika behandelt wurden, an einer IHPS zu erkranken
  • Fertilität
    • keine Daten zu den Auswirkungen von Erythromycin auf die Fruchtbarkeit beim Menschen verfügbar
    • Tierversuche zeigten, dass Erythromycin keine fruchtschädigenden Wirkungen aufweist

Warnhinweise

Erythromycin - invasiv
  • Allgemein
    • offizielle Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Erythromycin zu berücksichtigen
  • Kardiovaskuläre Ereignisse
    • Verlängerung des QT-Intervalls, welche die Wirkungen auf die Repolarisation des Herzens widerspiegelt und ein Risiko von kardialen Arrhythmien und Torsade de Pointes mit sich bringt, wurden bei Patienten beobachtet, die mit Makroliden einschließlich Erythromycin behandelt wurden
      • therapeutische Anwendung von Erythromycin aus Gründen der Arzneimittelsicherheit kontraindiziert bei Patienten mit hohen Risikofaktoren für kardiale Arrhythmien
    • Todesfälle gemeldet
    • Erythromycin sollte in folgenden Fällen mit Vorsicht angewendet werden
      • Patienten mit koronarer Herzkrankheit, schwerer Herzinsuffizienz, Reizleitungsstörungen oder klinisch relevanter Bradykardie
      • Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die mit einer QT-Verlängerung assoziiert sind
    • Ältere Patienten können empfindlicher auf medikamentenassoziierte Wirkungen auf das QT-Intervall reagieren
    • Epidemiologische Studien, die das Risiko von kardiovaskulären Nebenwirkungen bei Makroliden untersucht haben, haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt
    • einige Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzfristiges Risiko von Arrhythmie, Myokardinfarkt und kardiovaskulärer Mortalität in Verbindung mit Makroliden einschließlich Erythromycin identifiziert
    • bei der Verschreibung von Erythromycin sollten diese Ergebnisse gegen die Behandlungsvorteile abgewogen werden
    • treten unter Therapie mit Erythromycin Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auf, die Zeichen von Arrhythmien sein können, ist umgehend eine Untersuchung des Patienten einschließlich EKG und Bestimmung des QT-Intervalls einzuleiten
    • bei Risikofaktoren für Elektrolytstörungen wie Diuretika- / Laxantienmedikation, Erbrechen, Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ggf. ein entsprechender Elektrolytausgleich durchzuführen, da Elektrolytstörungen die Wahrscheinlichkeit von Herzrhythmusstörungen begünstigen
  • Muskulatur und Nervensystem
    • Myasthenia gravis
      • Erythromycin kann zu einer Exacerbation der Myasthenia gravis führen
        • lebensbedrohliche Schwächung der Atmungsmuskulatur möglich
      • in diesem Fall muss Erythromycin sofort abgesetzt werden
      • bei jedwedem Anzeichen von Atemnot sollten angemessene Gegenmaßnahmen ergriffen werden
    • Rhabdomyolyse mit oder ohne Beeinträchtigung der Nierenfunktion
      • wurde in schwer kranken Patienten beobachtet, die Erythromycin und gleichzeitig Simvastatin, Lovastatin oder Atrovastatin eingenommen haben
        • gleichzeitige Einnahme von Erythromycin mit Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin kontraindiziert
    • Myopathie
      • Patienten, die gleichzeitig andere Statine einnehmen, sollten vom Arzt darauf hingewiesen werden auf Anzeichen einer Myopathie zu achten (z.B. unerklärliche Muskelschmerzen oder Schwäche oder dunkel gefärbter Urin)
        • wenn eine Myopathie auftritt, muss die Einnahme des Statins sofort beendet werden
  • Sehstörungen
    • nach Erythromycin-Exposition besteht die Gefahr einer Entwicklung von Sehstörungen
    • bei einigen Patienten kann eine bereits bestehende und genetisch bedingte Funktionsstörung in dem Mitochondrien-Stoffwechsel wie z.B. LeberLeber'sche Hereditäre Optikusneuropathie (LHON) und autosomal dominante Optikusatrophie (adOA) dazu beitragen
  • Allergische Reaktionen
    • unter Erythromycinanwendung können schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktionen auftreten, zum Beispiel schwere Hauterscheinungen wie Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder Toxische Epidermale Nekrolyse (insbesondere bei Kindern aller Altersstufen) sowie angioneurotisches Ödem oder Anaphylaxie
    • bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion
      • Behandlung mit Erythromycin muss sofort abgebrochen werden
      • die der Symptomatik entsprechenden erforderlichen Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden (z. B. Antihistaminika, Corticosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung)
        • Mediziner sollten sich bewusst sein, dass es bei Absetzen der symptomatischen Behandlung zu einem Wiederauftreten der allergischen Symptomatik kommen kann
    • Kreuzallergie mit anderen Makrolid-Antibiotika kann bestehen
      • besondere Vorsicht bei der Anwendung bei bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Makrolide oder verwandte Substanzen (z.B. Ketolide) geboten
    • Berichte über seltene schwerwiegende allergische Reaktionen einschließlich der akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP)
  • Clostridium difficile-verbundene Diarrhoe (CDAD) / Pseudomembranöse Colitis
    • treten während oder in den ersten 10 Wochen nach Behandlung mit Erythromycin schwere, anhaltende Durchfälle auf, so ist an eine pseudomembranöse Colitis, meist ausgelöst durch Clostridium difficile, zu denken
    • unterschiedliche Schweregrade von leichter Diarrhoe bis lebensbedrohlicher Colitis möglich
    • Beendigung der Therapie in Abhängigkeit von der Indikation erwägen
    • ggf. sofort angemessene Behandlung einleiten (z.B. Einnahme von speziellen Antibiotika / Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)
    • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • Erythromycin darf bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden
    • Kontraindikation bei schwerer Leberinsuffizienz
    • gelegentlich unter Erythromycinanwendung erhöhte Leberenzymwerte beobachtet
    • sehr selten auch Hepatitis mit oder ohne Ikterus, Hepatomegalie und Leberversagen beschrieben
      • Patienten sind darauf hinzuweisen, die Behandlung abzubrechen und ärztlichen Rat einzuholen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer Lebererkrankung wie Appetitlosigkeit, Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins, Juckreiz oder Druckempfindlichkeit des Bauches entwickeln
    • längerdauernde Therapie (2 - 3 Wochen) mit Erythromycin kann selten infolge einer Sensibilisierung zu einer intrahepatischen Cholestase bzw. zu einem cholestatischen Ikterus z.T. mit kolikartigen Bauchschmerzen, Brechreiz, Erbrechen, Urticaria, Eosinophilie und Fieber, führen
      • besonders bei schon vorher bestehender Leberschädigung, bei Wiederholungsbehandlungen und bei Allergikern
    • Reaktionen können schon bei Erstanwendung auftreten
      • Gefahr des Auftretens steigt durch wiederholte Anwendung bzw. bei einer länger als 10 Tage andauernden Therapie
  • Pneumonie
    • Erythromycin kann als Primärtherapie nur für den Fall von Pneumonie eingesetzt werden, die durch atypische Ursachen verursacht wurde
    • ambulant erworbene Pneumonie
      • Erythromycin nicht die Therapie der ersten Wahl, auf Grund der häufigen Resistenz von Streptococcus pneumoniae gegen Makrolide
      • Erythromycin sollte nur bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber ß-Laktamen bzw. in den Fällen, in denen ß-Laktame aus anderen Gründen nicht geeignet sind, verwendet werden
    • im Krankenhaus erworbene Pneumonien
      • Erythromycin sollte nur in Kombination mit anderen Antibiotika verwendet werden
  • Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern
    • der empfohlene Dosisbereich sollte, abhängig vom Krankheitsbild und -verlauf, genau eingehalten werden, damit keine Leberschädigung durch eine Überdosierung auftreten
    • infantile hypertrophe Pylorusstenose (IHPS)
      • Berichte über infantile hypertrophe Pylorusstenose (IHPS) bei Säuglingen nach Behandlung mit Erythromycin in den ersten Lebenswochen
      • Epidemiologische Studien, die Daten aus Metaanalysen enthalten, deuten auf eine 2-3-fache Erhöhung des Risikos von IHPS nach Exposition mit Erythromycin in der frühesten Kindheit hin
      • Risiko ist am höchsten, wenn die Exposition mit Erythromycin in den ersten 14 Lebenstagen stattfindet
      • Verfügbare Daten deuten auf ein Risiko von 2,6 % (95 % CI: 1,5-4,2 %) nach Exposition mit Erythromycin während dieses Zeitraums hin
        • Risiko von IHPS in der allgemeinen Bevölkerung liegt bei 0,1-0,2 %
      • da Erythromycin zur Behandlung von Erkrankungen bei Säuglingen mit wesentlicher Mortalität und Morbidität (wie etwa Keuchhusten oder Chlamydien) angewendet wird, muss der Vorteil der Behandlung mit Erythromycin gegen das mögliche Risiko der Entstehung von IHPS abgewogen werden
      • Eltern sollten darüber informiert werden, dass sie sich an ihren Arzt wenden müssen, wenn es bei der Ernährung von Säuglingen zu Erbrechen oder Reizbarkeit kommt
  • Langzeitanwendung oder Verwendung hoher Dosen
    • bei Therapiedauer > 3 Wochen oder Wiederholungstherapie
      • regelmäßige Kontrolle des Blutbildes, der Leber- und Nierenfunktionswerte empfohlen
    • längerfristige und / oder wiederholte Anwendung kann zu einer Neu- oder Zweitinfektion mit Erythromycin-resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen
      • auf Zeichen einer möglichen Folgeinfektion mit solchen Erregern achten
      • Folgeinfektionen müssen entsprechend behandelt werden
    • bei zu rascher Infusionsgeschwindigkeit treten häufig Venenschmerzen, Phlebitis oder Kreislaufreaktionen auf
    • keine ausreichenden Daten zur lokalen Verträglichkeit von Erythromycin bei Kindern, Kleinkindern und insbesondere Säuglingen vorliegend
  • Kongenitale Syphilis
    • Berichten zufolge reichen die Erythromycinkonzentrationen, die im Fetus erreicht werden, nicht aus, eine kongenitale Syphilis zu verhindern
    • Neugeborene von Müttern, die während der Schwangerschaft mit oralem Erythromycin gegen eine Frühsyphilis behandelt worden sind, sollten einer angemessenen Penicillin-Therapie unterzogen werden
  • Erbrechen und Durchfall
    • Erythromycin kann zu Erbrechen und Durchfall führen
    • in diesem Fall kann die Wirksamkeit dieses und / oder anderer gleichzeitig eingenommener Arzneimittel (wie z.B. oraler Kontrazeptiva) beeinträchtigt werden
  • Verfälschung von Laborbestimmungen
    • Erythromycin kann die Katecholamin-Bestimmung im Urin verfälschen
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • es gilt die Kontraindikationen und Wechselwirkungen gem. Herstellerangaben zu beachten