Eskazole 400 mg Tabletten

Originalis B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Albendazol →

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N3 60 ST 450,97 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung folgender Helminthosen
    • Zystische Echinokokkose (Echinococcus-granulosus-Infektion, Hundebandwurm-Befall)
      • inoperable Verlaufsform
      • nicht radikal operierbare Verlaufsform
      • präoperative Unterstützung der chirurgischen Therapie
    • Alveoläre Echinokokkose (Echinococcus-multilocularis-Infektion, Fuchsbandwurm-Befall)
      • inoperable Verlaufsform
      • nicht radikal operierbare Verlaufsform
      • präoperative Unterstuetzung der chirurgischen Therapie
    • Trichinen-Befall (Trichinella-spiralis-Infektion, Trichinose)
    • Behandlungsversuch bei Zwergfadenwurmbefall (Strongyloidiasis, Strongyloides stercoralis)

Dosierung

  • Zystische oder alveoläre Echinokokkose
    • 1 Filmtablette (400 mg Albendazol) 2mal / Tag
    • Dauer
      • 2 - max. 3 Behandlungszyklen
      • jeweils 28 Tage Behandlung mit anschließender 14-tägiger Pause
      • präoperativ
        • Behandlung über 2 Zyklen nach obiger Empfehlung
        • Operation vor Abschluss zweier vollständiger Zyklen notwendig
          • Einnahme so lange wie möglich, jedoch nicht länger als 28 Tage / Zyklus
      • postoperativ
        • ist Operation bereits nach < 14 Tagen Behandlung unabdingbar, mind. 2 Behandlungszyklen zu je 28 Tagen mit dazwischenliegender 14-tägiger Pause
      • ebenfalls 2 vollständige Behandlungszyklen
        • wenn nach präoperativer Behandlung noch Zysten vorhanden sind
        • nach Zystenruptur
    • Personen mit einem Körpergewicht < 60 kg:
      • 15 mg / kg Körpergewicht, verteilt auf 2 Einzeldosen
      • max. Tagesdosis: 800 mg
  • Trichinose
    • 1 Filmtablette (400 mg Albendazol) 2mal / Tag
    • Dauer
      • 6 Tage
      • normalerweise nur 1 Behandlungszyklus notwendig
  • bestätigte Diagnose oder Verdacht von Zwergfadenwurmbefall (Strongyloidiasis)
    • leichte Fälle: 1 Filmtablette (400 mg) / Tag
    • Dauer: 3 Tage

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • begrenzte Erfahrung
    • Berichten zufolge keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder < 6 Jahre
    • fehlende therapeutische Erfahrungen, daher kontraindiziert
  • Niereninsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • dennoch Patienten mit Hinweis auf Niereninsuffizienz sorgfältig beobachten
  • Leberfunktionsstörung
    • Warnhinweise beachten (siehe FI)

Kontraindikationen

Albendazol - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Albendazol
  • Schwangerschaft
  • Kinder < 6 Jahre

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Albendazol - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vermindertes Hämoglobin
      • verminderter Hämatokrit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Panzytopenie
      • aplastische Anämie
      • Agranulozytose
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Patienten mit Lebererkrankungen, hepatische Echinokokkose eingeschlossen, scheinen anfälliger für eine myelosuppressive Wirkung zu sein
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeitsreaktionen, einschl.
        • Hautausschlag
        • Juckreiz
        • Urtikaria
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bei Behandlung einer Neurozystizerkose
        • Symptomverschlimmerung
        • Auftreten neuer neurologischer Störungen
          • Epilepsie
          • Hirnhautentzündung
          • halbseitige Lähmung
          • auffällige Müdigkeit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Magen-Darm-Beschwerden (in Zusammenhang mit der Behandlung von Patienten mit Echinokokkose)
        • Magen- / Bauchschmerzen
        • Durchfall
        • Übelkeit
        • Erbrechen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • geringe bis mäßig erhöhte Leberenzymwerte
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hepatitis
      • Berichte auch über von der Norm abweichende Ergebnisse bei Leberbiopsien (jedoch wahrscheinlich eineFolge des Wurmbefalls)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • reversibler Haarausfall
        • Ausdünnung der Haare
        • moderater Haarausfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema multiforme
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nasenbluten

Anwendungshinweise

  • Einnahme morgens und abends zu den Mahlzeiten
  • Einnahme vorzugsweise mit Flüssigkeit, zerkaut oder unzerkaut
  • fetthaltige Kost zur besseren Wirkstoffaufnahme empfohlen
    • empfohlene fetthaltige Kost: > 40 g Fett pro Mahlzeit, möglichst fest
  • bei Schwierigkeiten Tabletten im Ganzen zu schlucken (insbesondere junge Kinder)
    • Patient anhalten die Tabletten mit ein wenig Wasser zu kauen
    • alternativ: Tabletten zerkleinern

Stillzeithinweise

Albendazol - peroral
  • Albendazol sollte nicht angewendet werden
  • keine ausreichenden Daten bei stillenden Frauen oder aus Tierversuchen

Schwangerschaftshinweise

Albendazol - peroral
  • während der Schwangerschaft oder bei Frauen, von denen angenommen wird, dass sie schwanger sind, sollte Albendazol nicht angewendet werden
    • Albendazol sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, außer wenn es eindeutig notwendig ist
  • keine geeigneten Daten aus der Anwendung von Albendazol bei schwangeren Frauen vorliegend
  • Daten aus Tierstudien haben Reproduktionstoxizität gezeigt
    • das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • zum Ausschluss einer Schwangerschaft sollte ein Test vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Eskazole durchgeführt werden
    • wegen der teratogenen Eigenschaften der Benzimidazolderivate wird empfohlen, darauf zu achten, dass Patientinnen im gebärfähigen Alter für effektive empfängnisverhütende Maßnahmen sorgen
    • aufgrund unklarer Wechselwirkungen mit hormonalen Ovulationshemmern ist die alleinige Einnahme der „Pille" ungeeignet
    • Verhütung muss kurz vor, während und noch einen Monat nach der Eskazole-Behandlung durchgeführt werden
  • Fertilität
    • keine Daten zur Auswirkung von Albendazol auf die menschliche Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Albendazol - peroral
  • Auswirkungen auf die Leber und Leberinsuffizienz
    • Leberinsuffizienz hat einen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Albendazolsulfoxid, da Albendazol in der Leber schnell zu seinem primär pharmakologisch aktiven Metaboliten Albendazolsulfoxid abgebaut wird
    • bei der Behandlung mit Albendazol können niedrige bis mäßig erhöhte Leberenzyme auftreten, die sich in der Regel nach Beendigung der Therapie wieder normalisieren
    • Berichte über Fälle von Hepatitis
    • Durchführung von Leberfunktionstests
      • vor Beginn jedes Therapiezyklus
      • nach 5 Tagen
      • nach 10 Tagen
      • dann mindestens alle 2 Wochen während der Therapie durchgeführt werden.
    • wenn die Leberenzyme deutlich zugenommen haben (mehr als das Doppelte der Obergrenze des Normalbereichs): Albendazoltherapie abbrechen
      • eine erneute Behandlung mit Albendazol kann in Betracht gezogen werden, wenn die Werte wieder in den Normalbereich zurückgekehrt sind
      • Patienten dann sorgfältig und in einem kürzeren Intervall (wöchentlich) überwachen
    • Patienten, die vor Beginn der Behandlung mit Albendazol anormale Werte von Leberfunktionstests (Transaminasen) aufweisen:
      • sorgfältig überwachen
      • Therapie abbrechen, wenn
        • die Enzymwerte signifikant erhöht sind oder
        • die Blutkörperchenzahlen klinisch signifikant abnehmen
  • Myelosuppression
    • Blutbildkontrollen während jedem der 28-tägigen Behandlungszyklen
      • zu Beginn jedes Behandlungszyklus
      • nach 5 Tagen
      • nach 10 Tagen
      • dann nach 14 Tagen Behandlung
    • Patienten mit Lebererkrankungen, einschl. hepatische Echinokokkose, scheinen anfälliger für Myelosuppressionen zu sein, die zu Panzytopenie, aplastischer Anämie, Agranulozytose und Leukopenie führen
      • daher bei diesen Patienten das Blutbild genauer überwachen.
    • Albendazol absetzen, wenn die Blutkörperchenzahl klinisch signifikant sinkt
  • ältere Patienten
    • Albendazol mit Vorsicht anwenden
  • Patienten mit Niereninsuffizienz
    • Albendazol mit Vorsicht anwenden
  • Schwangerschaft
    • Schwangerschaft während der Behandlung vermeiden
  • Neurozysterkose
    • bei Patienten, die mit Albendazol behandelt werden, ist eine bestehende Neurozysterkose zu erkennen, insbesondere in Gebieten mit ausgeprägter Taeniasis-Infektion
    • Bei diesen Patienten können neurologische Symptome auftreten, z.B. Anfälle, erhöhter Hirndruck oder fokale Symptome, die sich aus einer Entzündungsreaktion durch den Tod der Parasiten im Gehirn ergeben
    • die Symptome können kurz nach der Behandlung auftreten
    • eine sofortige Behandlung mit Corticosteroiden und Antikrampfmitteln sollte eingeleitet werden