ETOMIDAT LIPURO

B. Braun Melsungen AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Etomidat →

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N3 10X10 ML 47,74 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Einleitung einer Allgemeinanästhesie
    • zur Kurznarkose nur in Verbindung mit einem Analgetikum

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle (= 10 ml) der Emulsion enthält 20 mg Etomidat

  • Einleitung zur Allgemeinanästhesie
    • Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen und der klinischen Wirkung des Patienten
      • Erwachsene und Kinder >= 15 Jahre
        • i.d.R.: 0,15 - 0,3 mg Etomidat / kg KG (entsprechend 0,075 - 0,15 ml Etomidat)
        • im Allgemeinen bei einem erwachsenen Patienten 1 Ampulle für 4 - 5 Min. Schlafdauer ausreichend
        • Schlafdauer kann durch zusätzliche Injektion von Etomidat verlängert werden
        • Maximaldosis: 3 Ampullen (entsprechend (60 mg / 30 ml)
      • Kinder und Jugendliche < 15 Jahre
        • Dosiserhöhung kann erforderlich sein
        • evtl. Dosiserhöhung um bis zu 30 % der normalen Erwachsenen-Dosis notwendig, um dieselbe Schlaftiefe und -dauer wie bei Erwachsenen zu erreichen
      • ältere Patienten
        • 0,15 - 0,2 mg Etomidat / kg KG als Einzeldosis
        • Dosisanpassung entsprechend der Wirkung
      • Leberzirrhose
        • Dosisreduktion
      • vorangegangene Prämedikation mit Neuroleptika, Opioiden oder Sedativa
        • Dosisreduktion
      • Neugeborene und Säuglinge < 6 Monaten
        • kontraindiziert, ausgenommen bei zwingenden Indikationen unter stationären Bedingungen

Kontraindikationen

Etomidat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Etomidat
  • altersabhängige Kontraindikation möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)

Nebenwirkungen

Etomidat - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeit/allergische Reaktion, wie
        • anaphylaktischer Schock
        • anaphylaktische Reaktion
        • anaphylaktoide Reaktion
        • Hinweis: nach Gabe von Etomidat wurde eine Freisetzung von Histamin festgestellt
  • Endokrine Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderter Cortisolspiegel
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Nebenniereninsuffizienz
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Dyskinesie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myoklonus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypertonus
      • erhöhter Muskeltonus/gesteigerte Muskelspannung
      • unwillkürliche Muskelkontraktionen
      • Nystagmus
      • Schüttelfrost
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Konvulsion (einschließlich Grand mal Konvulsion)
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie
      • Extrasystolen
      • ventrikuläre Extrasystolen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Herzstillstand
      • kompletter atrioventrikulärer Block
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Venenschmerz
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Phlebitis
      • Hypertonie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Schock
      • Thrombophlebitis (einschließlich oberflächlicher Thrombophlebitis und tiefer Venenthrombose)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Apnoe
        • Apnoe kann insbesondere nach Gabe höherer Etomidatdosen in Kombination mit zentral dämpfenden Arzneimitteln auftreten
        • bei Patienten ab 55 Jahren kann Apnoe insbesondere nach Dosen auftreten, die die empfohlene Höchstdosis von 0,2 mg Etomidat pro kg Körpergewicht überschreiten
      • Hyperventilation
      • Stridor
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypoventilation
      • Schluckauf
      • Husten
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Laryngospasmus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Atemdepression
        • Atemdepression kann insbesondere nach Gabe höherer Etomidatdosen in Kombination mit zentral dämpfenden Arzneimitteln auftreten
        • bei Patienten ab 55 Jahren kann Atemdepression insbesondere nach Dosen auftreten, die die empfohlene Höchstdosis von 0,2 mg Etomidat pro kg Körpergewicht überschreiten
      • Bronchospasmus (einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypersalivation
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • (Haut-)Ausschlag (Rash)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erythem
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelrigidität
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Trismus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Komplikation bei der Anästhesie
      • verzögertes Erwachen aus der Anästhesie
      • verzögerte Erholung von der Anästhesie
      • ungenügende Analgesie
      • Übelkeit im Zusammenhang mit einem Verfahren

Anwendungshinweise

  • Emulsion zur Injektion
  • ausschließlich intravenöse Injektion
  • langsame Injektion im Allgemeinen über 30 Sekunden, ggf. in fraktionierten Gaben
  • intraarterielle Injektionen vermeiden
  • paravenöse Injektionen verursachen heftige lokale Schmerzen
  • Etomidat hat keine analgetische Wirkung
    • Gabe eines geeigneten Opioids empfohlen (z. B. Fentanyl intravenös 1 - 2 Minuten vor der Injektion)
  • Anwendung nur von einem Arzt, der die endotracheale Intubation beherrscht
  • Geräte zur künstlichen Beatmung müssen zur Verfügung stehen

Stillzeithinweise

Etomidat - invasiv
  • wenn Etomidat während der Stillzeit verabreicht werden muss, muss das Stillen unterbrochen werden
    • das Stillen darf in den ersten 24 Stunden nach Verabreichung nicht wieder aufgenommen werden
    • die während dieser Zeit sezernierte Milch muss verworfen werden
  • Etomidat wird in die Muttermilch ausgeschieden und wurde in der Muttermilch nachgewiesen
  • die Auswirkung von Etomidat auf Neugeborene ist unbekannt
  • bei Gabe von Etomidat an eine stillende Mutter ist Vorsicht geboten

Schwangerschaftshinweise

Etomidat - invasiv
  • Etomidat sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen die Risiken für den Fötus rechtfertigt
  • die Sicherheit der Anwendung von Etomidat während der Schwangerschaft wurde bisher nicht nachgewiesen
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
    • bei Ratten wurde nach Gabe maternal toxischer Dosen ein vermindertes Überleben festgestellt
  • Hinweise auf ein teratogenes Risiko durch Etomidat beim Menschen liegen nicht vor
  • während einer geburtshilflichen Anästhesie kann Etomidat die Plazenta passieren
  • die Apgar-Scores der Neugeborenen, deren Mütter Etomidat erhielten, sind mit denen von Säuglingen vergleichbar, die nach Anwendung anderer Hypnotika geboren wurden
  • ein vorübergehender, etwa 6 Stunden andauernder Abfall des Cortisolspiegels wurde bei Neugeborenen festgestellt, nachdem die Mutter Etomidat erhalten hatte
    • die verminderten Werte blieben im Normbereich
  • Fertilität
    • in einer tierexperimentellen Reproduktionsstudie hatte Hypnomidate in den empfohlenen Dosierungen keine Auswirkungen auf die Fertilität

Warnhinweise

Etomidat - invasiv
  • besondere Warnhinweise
    • Etomidat darf nur intravenös verabreicht werden
    • Einleitung mit Etomidat
      • kann aufgrund einer Abnahme des peripheren Gefäßwiderstandes mit einem leichten und vorübergehenden Blutdruckabfall einhergehen (insbesondere nach vorangegangener Verabreichung von Droperidol)
      • bei Patienten, bei denen eine Hypotonie vermieden werden muss, darf Hypnomidate nur mit Vorsicht angewendet werden
      • bei geschwächten Patienten, bei denen eine Hypotonie gefährlich sein kann, sollten die folgenden Maßnahmen ergriffen werden
        • vor der Einleitung sollte für die Regulation des zirkulierenden Blutvolumens ein intravenöser Zugang gelegt werden
        • andere Mittel zur Narkoseeinleitung sollten möglichst vermieden werden
        • während der Narkoseeinleitung sollte der Patient auf dem Rücken liegen
        • das Arzneimittel sollte langsam injiziert werden (z. B. 10 ml in 1 Minute)
    • Etomidat hemmt die adrenokortikale Biosynthese der Steroide
      • eine einzelne Induktionsdosis Etomidat kann zu vorübergehender Nebenniereninsuffizienz und einem verminderten Serum- Cortisolspiegel und -Aldosteronspiegel führen, der auf ACTH-Gabe nicht anspricht
      • wenn Etomidat zur Einleitung angewendet wird, ist der nach Thiopentoneinleitung beobachtete postoperative Anstieg des Serumcortisols um etwa 3-6 Stunden verzögert
    • wenn bei Patienten unter starkem Stress / bekannter relativer (Stresssituation) und absoluter Nebennierenrindeninsuffizienz und bei sehr langen chirurgischen Eingriffen, insbesondere bei Patienten mit adrenokortikaler Dysfunktion, Bedenken bestehen, ist die (einmalige) Zufuhr von exogenem Cortisol in Betracht zu ziehen (auf mögliche Nebenwirkungen einer einmaligen Corticoidsubstitution wird hingewiesen)
      • in derartigen Situationen ist die Stimulation der Nebenniere mit ACTH nicht sinnvoll
    • wenn Etomidat als kontinuierliche Infusion oder in wiederholten Dosen verabreicht wird, kann als direkte Folge eine anhaltende Unterdrückung von endogenem Cortisol und Aldosteron auftreten
      • die Anwendung von Etomidat zur Aufrechterhaltung der Anästhesie sollte daher vermieden werden
      • in derartigen Situationen ist die Stimulation der Nebenniere mit dem adrenocorticotropen Hormon ACTH nicht sinnvoll
    • kritisch kranke Patienten
      • Etomidat muss bei kritisch kranken Patienten, einschließlich Patienten mit Sepsis, mit besonderer Vorsicht angewendet werden
      • dies gilt auch für Patienten mit vorbestehender Nebennierenrindeninsuffizienz
    • bei Patienten mit Leberzirrhose oder bei Patienten, die bereits Neuroleptika, Opioide oder Sedativa erhalten haben, sollte die Dosis von Etomidat verringert werden
    • in einzelnen oder mehreren Muskelgruppen können spontane Bewegungen / Myoklonien auftreten, insbesondere wenn keine Prämedikation verabreicht wurde
      • diese Bewegungen wurden einer subkortikalen Enthemmung zugeschrieben
      • sie können durch intravenöse Gabe geringer Fentanyldosen mit Droperidol oder Diazepam 1-2 Minuten vor Narkoseeinleitung mit Etomidat weitgehend vermieden werden
    • Myoklonus und lokaler Injektionsschmerz /Schmerzen (einschl. Venenschmerz), die im Allgemeinen leicht ausgeprägt sind, werden während der Verabreichung von Etomidat beobachtet, insbesondere wenn es unverdünnt in eine kleine Vene injiziert wird; häufig kommt es zu einer Thrombophlebitis
      • dies kann durch intravenöse Gabe einer geringen Dosis eines geeigneten Opioids, z. B. Fentanyl, 1 bis 2 Minuten vor der Narkoseeinleitung, weitgehend vermieden werden
      • um das Risiko lokaler Schmerzen zu minimieren, sollten größere Venen verwendet werden
    • ältere Patienten
      • Etomidat sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden, da die Möglichkeit einer Abnahme des Herzzeitvolumens besteht, von der bei höheren als den empfohlenen Dosen berichtet wurde
    • tierexperimentellen Untersuchungen
      • Etomidat zeigte ein porphyrogenes Potenzial
      • deshalb sollte es Patienten mit genetisch gestörter Häm-Biosynthese nicht verabreicht werden, es sei denn, es gibt keine sicherere Alternative
    • Säuglinge und Kleinkinder
      • da bei Säuglingen und Kleinkindern noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, ist bei diesen Patienten besondere Vorsicht geboten
  • Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • da Etomidat keine analgetische Wirkung hat, sollten bei operativen Eingriffen geeignete Analgetika angewendet werden
      • Etomidat ist nicht als Monoanästhetikum - z. B. bei kurzdauernden Eingriffen - anwendbar
    • bei Anwendung zur Kurzzeitnarkose muss vor oder gleichzeitig mit Etomidat ein starkes Analgetikum, z. B. Fentanyl, verabreicht werden
    • Etomidat darf nur von Ärzten angewendet werden, die die endotracheale Intubation beherrschen
    • bei der Anwendung von Etomidat muss eine Reanimationsausrüstung zur Beherrschung einer Atemdepression oder einer möglichen Apnoe einsatzbereit zur Verfügung stehen
  • Doping
    • die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen