FABRAZYME 35 mg Plv.f.e.Konz.z.Herst.e.Inf.-Lsg.

Orifarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Agalsidase →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 1 ST 6218,01 €
N2 5 ST 30859,56 €
N3 10 ST 61661,53 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Kinder, Jugendliche >/= 8 Jahre
  • langfristige Enzymersatztherapie bei Patienten mit gesicherter Fabry-Diagnose (alpha-Galactosidase-A-Mangel)

Dosierung

Basiseinheit: nach Rekonstitution enthält die Infusionslösung 5 mg / ml Agalsidase Beta (erhaltene Lösung muss weiter verdünnt werden)

  • langfristige Enzymersatztherapie bei Patienten mit gesicherter Fabry-Diagnose (alpha-Galactosidase-A-Mangel)
    • Überwachung von einem Arzt mit Erfahrung in der Versorgung von Patienten mit Morbus Fabry oder anderen erblichen Stoffwechselerkrankungen
    • Erwachsene, Jugendliche und Kinder >/= 8 Jahre
      • 1 mg Agalsidase Beta / kg KG i.v. alle 2 Wochen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Studien
    • ältere Patienten > 65 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht belegt
      • zurzeit kann kein Dosisschema empfohlen werden
    • Kinder und Jugendliche
      • Kinder 0 - 7 Jahre
        • keine Studien
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt
        • Kinder von 5 - 7 Jahre: keine Dosierungsempfehlung
        • Kinder von 0 - 4 Jahre: keine Daten
      • Kinder und Jugendliche 8 - 16 Jahre
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • < 30 kg KG
        • max. Infusionsrate unverändert bei 0,25 mg / min (15 mg / h)

Kontraindikationen

Agalsidase beta - invasiv
  • lebensbedrohliche Überempfindlichkeit (anaphylaktische Reaktion) gegenüber Agalsidase beta

Nebenwirkungen

Agalsidase beta - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nasopharyngitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Rhinitis
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anaphylaktoide Reaktion
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Parästhesie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Benommenheit
      • Somnolenz
      • Hypoästhesie
      • brennendes Gefühl
      • Lethargie
      • Synkope
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperästhesie
      • Tremor
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstärkte Tränenbildung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Augenpruritus
      • okulare Hyperämie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tinnitus
      • Vertigo
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Aurikularschwellung
      • Ohrenschmerzen
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
      • Herzklopfen
      • Bradykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sinus-Bradykardie
  • Gefässerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rötung des Gesichts
      • Hypertonie
      • Blässe
      • Hypotonie
      • Hitzewallungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Peripheres Kältegefühl
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
      • verstopfte Nase
      • Engegefühl im Hals
      • pfeifender Husten
      • verstärkte Dyspnoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bronchospasmus
      • Pharyngolaryngealschmerzen
      • Rhinorrhoe
      • Tachypnoe
      • Verengung der oberen Atemwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoxie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Schmerzen im oberen Bauchraum
      • Bauchbeschwerden
      • Magenbeschwerden
      • orale Hypoästhesie
      • Durchfall
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspepsie
      • Dysphagie
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • Nesselsucht
      • Ausschlag
      • Erythem
      • generalisierter Pruritus
      • angioneurotisches Ödem
      • Gesichtsschwellung
      • makulopapulärer Ausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Levido reticularis
      • erythematöser Ausschlag
      • pruritischer Ausschlag
      • Pigmentierungsstörung der Haut
      • Hautbeschwerden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leukozytoklastische Vaskulitis
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gliederschmerzen
      • Muskelschmerzen
      • Rückenschmerzen
      • Muskelspasmen
      • Arthralgie
      • Muskelanspannungen
      • Skelettmuskelsteifheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Skelettmuskelschmerzen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schüttelfrost
      • Fieber
      • Kältegefühl
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
      • Brustbeschwerden
      • Hitzegefühl
      • Ödem der Gliedmaßen
      • Schmerzen
      • Asthenie
      • Brustschmerzen
      • Gesichtsödem
      • Hyperthermie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hitze- und Kältegefühl
      • grippeähnliche Erkrankungen
      • Schmerzen am Verabreichungsort
      • Reaktionen am Verabreichungsort
      • Thrombose am Verabreichungsort
      • Unwohlsein
      • Ödem
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verminderte Sauerstoffsättigung
  • Kinder
    • eingeschränkte Daten lassen den Schluss zu, dass das Verträglichkeitsprofil bei pädiatrischen Patienten (5 - 7 Jahre) sich nicht von dem bei Erwachsenen beobachteten unterscheidet

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen Infusion
  • initiale Infusionsrate: max. 0,25 mg / Min. (15 mg / h)
    • Verringerung der Infusionsrate beim Auftreten infusionsbedingter Reaktionen
  • bei guter Verträglichkeit: Erhöhung der Infusionsrate bei nachfolgenden Anwendungen möglich
    • Erhöhung der Infusionsrate bei jeder darauffolgenden Infusion in Schritten von 0,5 - 0,083 mg / min (in Schritten von 3 - 5 mg / h)
    • klinische Studien mit klassischen Patienten
      • schrittweise Erhöhung der Infusionsrate, bis die Infusion mind. 2 Stunden dauerte
      • Erreichen dieser Infusionsrate nach 8 initialen Infusionen mit 0,25 mg / min (15 mg / h), ohne dass infusionsbedingte Reaktionen auftraten oder eine Änderung der Infusionsrate oder Unterbrechung der Infusion erforderlich war
      • weitere Verkürzung der Infusionsdauer auf 1,5 Stunden war möglich bei Patienten, bei denen während der letzten 10 Infusionen keine neuen infusionsbedingten Reaktionen oder während der letzten 5 Infusionen keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet wurden
      • Beibehaltung jeder Erhöhung um 0,083 mg / min (ca. 5 mg / h) für die nächsten 3 Infusionen, sofern keine neuen infusionsbedingten Reaktionen auftraten oder eine Änderung der Infusionsrate oder Unterbrechung der Infusion erforderlich war, bevor eine weitere Erhöhung erfolgte
  • Infusion im häuslichen Umfeld kann bei Patienten, die eine gute Verträglichkeit der Infusionen zeigen, in Betracht gezogen werden
  • die Entscheidung über eine Heiminfusion darf nur nach Evaluierung und Empfehlung durch den behandelnden Arzt getroffen werden
  • bei Nebenwirkungen während der Heiminfusion muss die Infusion sofort abgebrochen und eine medizinische Fachkraft zu Rate gezogen werden
  • weitere Infusionen sollten u. U. in einem klinischen Umfeld erfolgen
  • Dosierung und Infusionsrate sollten bei der Heiminfusion nicht bzw. nur unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal verändert werden
  • weitere Hinweise zu Rekonstitution, Verdünnung und Handhabung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Agalsidase beta - invasiv
  • es wird empfohlen, während der Anwendung von Agalsidase Beta nicht zu stillen
  • Agalsidase Beta könnte in die Muttermilch übergehen
  • keine Daten über die Wirkungen auf Neugeborene, die über die Muttermilch Agalsidase Beta aufnehmen

Schwangerschaftshinweise

Agalsidase beta - invasiv
  • Agalsidase Beta darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Agalsidase Beta bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien weisen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Hinsicht auf die embryonale / fetale Entwicklung nach
  • Fertilität
    • es wurden keine Studien zur Beurteilung der möglichen Wirkungen auf die Fertilität durchgeführt

Warnhinweise

Agalsidase beta - invasiv
  • Behandlung muss von einem Arzt überwacht werden, der über Erfahrung mit der Versorgung von Patienten mit Morbus Fabry oder anderen erblichen Stoffwechselerkrankungen verfügt
  • Immunogenität
    • da es sich bei der Agalsidase Beta (r-haGAL) um ein rekombinantes Protein handelt, ist bei Patienten mit geringer oder keiner enzymatischen Restaktivität von der Entwicklung von IgG-Antikörpern auszugehen
    • Mehrzahl der Patienten entwickelten IgG-Antikörper gegen r-haGAL, typischerweise innerhalb von 3 Monaten nach der 1. Infusion
    • im Laufe der Zeit ergab sich bei der Mehrzahl der seropositiven Patienten in klinischen Untersuchungen entweder
      • ein Rückgang des Titers;
        • bezogen auf eine >/= 4-fache Verringerung des Titers des Spitzenwertes bis zur letzten Messung (40% der Patienten) oder
      • eine Tolerisierung;
        • keine nachweisbaren Antikörper, bestätigt durch 2 aufeinander folgende Radioimmunpräzipitationstests (RIP-Tests) (14% der Patienten) oder
      • die Patienten entwickelten ein Plateau (35% der Patienten)
  • infusionsbedingte Reaktionen
    • bei Patienten mit Antikörpern gegen r-haGAL is die Wahrscheinlichkeit des Auftretens infusionsbedingter Reaktionen erhöht
    • infusionsbedingte Reaktionen sind alle am Tag der Infusion auftretende, damit zusammenhängende Nebenwirkungen
    • Patienten müssen bei einer erneuten Anwendung von Agalsidase Beta mit besonderer Vorsicht behandelt werden
    • Antikörperstatus ist regelmäßig zu überwachen
    • in klinischen Studien trat bei 67% der Patienten mindestens eine infusionsbedingte Reaktion auf
    • Häufigkeit der infusionsbedingten Reaktionen war im Laufe der Zeit rückläufig
    • Patienten, bei denen während der Behandlung mit Agalsidase Beta in klinischen Studien leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen auftraten, haben die Therapie nach einer Verringerung der Infusionsrate (~0,15 mg / Minute; 10 mg / Stunde) und / oder nach Vorbehandlung mit Antihistaminika, Paracetamol, Ibuprofen und/oder Corticosteroiden fortgesetzt
  • Überempfindlichkeit
    • wie bei jedem intravenösen Proteinprodukt sind allergische Überempfindlichkeitsreaktionen möglich
    • bei Auftreten schwerer allergischer oder anaphylaktischer Reaktionen muss die Verabreichung sofort abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden
      • die aktuellen medizinischen Standards für eine Notfallbehandlung sind zu beachten
    • bei einer kleinen Anzahl Patienten sind Reaktionen aufgetreten, die auf Überempfindlichkeit vom Soforttyp (Typ I) schließen lassen
      • allen 6 Patienten, die positiv auf IgE-Antikörper getestet wurden oder bei denen der Hauttest auf Fabrazyme positiv war, im Rahmen einer klinischen Studie die Behandlung vorsichtig erneut aufgenommen
      • in dieser Studie erfolgte die erste Rechallenge-Verabreichung in einer niedrigen Dosis und mit einer niedrigen Infusionsrate (1/2 der therapeutischen Dosis bei 1/25 der anfänglichen empfohlenen Standardrate)
    • wenn ein Patient die Infusion toleriert, kann die Dosis erhöht werden, um die therapeutische Dosis von 1 mg / kg KG zu erreichen, und die Infusionsrate kann durch langsame Titration nach oben, je nach Verträglichkeit, erhöht werden
  • Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung
    • Wirkung der Behandlung kann bei Patienten mit fortgeschrittener Nierenschädigung eingeschränkt sein