Fentanyl-hameln 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung
hameln pharma gmbh
Wirkstoff: Fentanyl →
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 10X2 ML | 17,59 € |
| N2 | 10X10 ML | 39,87 € |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Neuroleptanalgesie und Neuroleptanästhesie
- analgetische Komponente bei der Allgemeinanästhesie bei intubierten und beatmeten Patienten
- Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin bei Patienten mit assistierter Beatmung
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 0,0785 mg Fentanylcitrat entsprechend 0,050 mg Fentanyl
- Erwachsene
- Dosierung individuell entsprechend dem Alter, Körpergewicht, physischem Zustand, der Grunderkrankung, Anwendung anderer Arzneimittel und Art der Operation und der Anästhesie
- übliches Dosierungsschema bei Verabreichung mittels intravenöser Injektion
- bei Spontanatmung
- initial: 50 - 200 µg Fentanyl
- supplementär: 50 µg Fentanyl
- bei assistierter Beatmung
- initial: 300 - 3500 µg Fentanyl (bis zu 50 µg Fentanyl / kg KG)
- supplementär: 100 - 200 µg Fentanyl
- Dosen von mehr als 200 µg Fentanyl führen zur Entwicklung einer signifikanten Atemdepression
- Anwendung nur in der Anästhesie
- bei Spontanatmung
- übliches Dosierungsschema bei Verabreichung mittels Infusion
- bei Spontanatmung
- 0,05 - 0,08 µg Fentanyl / kg KG / Min.
- bei assistierter Beatmung
- Sättigungsdosis: 1 µg Fentanyl / kg KG / Min. während der ersten 10 Minuten
- anschließend: 0,1 µg Fentanyl / kg KG / Min.
- alternativ: Sättigungsdosis als Bolus
- Infusionsraten entsprechend dem individuellen Ansprechen des Patienten titrieren
- Herzchirurgie: Infusionsraten von bis zu 3 µg Fentanyl / kg KG / Min.
- Infusion ca. 40 Min. vor Ende der Operation stoppen, außer die künstliche Beatmung soll postoperativ fortgesetzt werden
- bei Spontanatmung
- Neuroleptanalgesie und Neuroleptanästhesie
- Neuroleptanalgesie:
- Erwachsene
- initial: 50 - 100 µg (0,7 - 1,4 µg / kg KG) Fentanyl in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol) langsam i.v.
- falls erforderlich, Dosiswiederholung nach 30 - 45 Min.
- Erwachsene
- Neuroleptanästhesie unter assistierter Beatmung
- Erwachsene
- initial: 200 - 600 µg (2,8 - 8,4 µg / kg KG) Fentanyl in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol) langsam i.v.
- Dosierung abhängig von Dauer und Schwere der Operation und der anästhetischen Komedikation
- zur Aufrechterhaltung der Anästhesie
- zusätzliche Dosen von 50 - 100 µg (0,7 - 1,4 µg / kg KG) Fentanyl alle 30 - 45 Min.
- zeitlicher Abstand und Dosis dem Operationsverlauf anpassen
- Dauer der Anwendung: abhängig vom Operationsverlauf
- Erwachsene
- Neuroleptanalgesie:
- Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin von beatmeten Patienten
- individuelle Dosiseinstellung abhängig vom Schmerzverlauf und der verabreichten Komedikation
- Intial: 50 - 100 µg (0,7 - 1,4 µg / kg KG) Fentanyl, im Bedarfsfall auch höher titrieren
- anschließend im Regelfall wiederholte Injektionen:
- 25 - 125 µg Fentanyl / Stunde (0,35 - 1,8 µg / kg KG / Stunde)
- Dauer der Anwendung: entscheidet der behandelnde Arzt in Abhängigkeit vom Schmerzverlauf
- pädiatrische Patienten
- Kinder im Alter von 12 - 17 Jahren
- Orientierung an der Erwachsenendosierung
- Kinder im Alter von 2 - 11 Jahren
- bei Spontanatmung
- initial: 1 - 3 µg Fentanyl / kg KG
- supplementär: 1 - 1,25 µg Fentanyl / kg KG
- bei assistierter Beatmung
- initial: 1 - 3 µg Fentanyl / kg KG
- supplementär: 1 - 1,25 µg Fentanyl / kg KG
- Verfahren, die eine Analgesie bei einem spontan atmenden Kind einschließen, sollten als Teil einer Anästhesie oder Sedierung/Analgesie nur angewendet werden, wenn erfahrenes Personal und Voraussetzungen, die eine Intubation bei einer plötzlichen Brustwandrigidität oder eine Beatmung bei einer Apnoe ermöglichen, zur Verfügung stehen
- bei Spontanatmung
- Kinder im Alter von 12 - 17 Jahren
Dosisanpassung
- ältere (> 65 Jahre) und geschwächte Patienten
- reduzierte Initialdosis
- Wirkung dieser Initialdosis bei Berechnung der weiteren Einzeldosen berücksichtigen
- übergewichtige Patienten
- Risiko einer Überdosierung, wenn die Dosis nach dem Körpergewicht berechnet wird
- Berechnung auf Basis der geschätzten fettfreien Körpermasse
- Niereninsuffizienz
- Dosisreduktion in Betracht ziehen
- sorgfältig auf Anzeichen einer Fentanyl-Toxizität beobachten
- chronische Opioideinnahme oder anamnestisch bekannter Opiatmissbrauch
- evtl. Dosiserhöhung erforderlich
- Begleiterkrankungen
- beabsichtigte Gesamtdosis sehr vorsichtig titrierend geben bei:
- nicht kompensierter Hypothyreose
- Lungenerkrankungen, vor allem solche mit verminderter Vitalkapazität
- Alkoholkrankheit
- eingeschränkter Leberfunktion
- Vorsicht außerdem geboten, bei
- Nebenniereninsuffizienz
- Prostatahypertrophie
- Porphyrie
- Bradyarrhythmie
- bei allen diesen Erkrankungen
- evtl. Dosisreduktion erforderlich
- Ausnahme Alkoholabusus: Dosisreduktion oder Dosiserhöhung kann erforderlich sein
- länger andauernde postoperative Überwachung angezeigt
- beabsichtigte Gesamtdosis sehr vorsichtig titrierend geben bei:
Kontraindikationen
Fentanyl - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Fentanyl
- Patienten mit Epilepsie, bei denen eine intraoperative Herdlokalisation vorgenommen werden soll, da Fentanyl auch in gesunden Hirnarealen epileptische Potentiale elektrokortikographisch anzeigen kann
- Patienten mit Atemdepression ohne assistierte Beatmung
- gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung der Anwendung von MAO-Hemmern
- erhöhtem intracranialen Druck
- Schädel-Hirntrauma
- Hypovolämie und Hypotension
- Myasthenia gravis
Nebenwirkungen
Fentanyl - invasiv
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Methämoglobinämie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Überempfindlichkeitsreaktionen, wie
- anaphylaktischer Schock
- anaphylaktische Reaktion
- Hautausschlag
- Erythem
- Schwellung von Gesicht und Lippen
- Urtikaria
- Pruritus
- Schwitzen
- Überempfindlichkeitsreaktionen, wie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Endokrine Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Freisetzung von antidiuretischem Hormon
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Agitiertheit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Euphorie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Ruhelosigkeit
- postoperative Episoden mit Halluzinationen
- Toleranzentwicklung bei längerer, insbesondere wiederholter Anwendung; die Entwicklung einer Abhängigkeit ist nicht auszuschließen
- Delirium
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Benommenheit
- Sedierung
- Schwindel
- erhöhter Hirndruck
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Dyskinesie
- Verwirrtheit
- zentrale Dämpfung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kopfschmerzen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Konvulsionen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Bewusstlosigkeit
- Myoklonie
- außerordentliche Reizempfindlichkeit
- Serotoninsyndrom
- Horner-Syndrom
- Verlust des Würgereflexes und der Fähigkeit zu schlucken
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Miosis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Sehstörung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Bradykardie
- Tachykardie
- Arrhythmie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzstillstand
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Periphere Vasodilatation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypotonie
- Hypertonie
- Venenschmerz
- orthostatische Regulationsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Phlebitis
- Blutdruckschwankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Husten bei Einleitung der Anästhesie (dosisabhängig)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Laryngospasmus
- Bronchospasmus
- Apnoe
- Vorübergehender Atemstillstand
- postoperative Atemdepression
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hyperventilation
- Schluckauf
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hyperkapnie
- schwere Atemdepression bis hin zum Atemstillstand (bei hohen Dosen)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lungenödem
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Obstipation
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Dysphagie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Ileus
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Krampf des Sphincter Oddii
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- allergische Dermatitis
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pruritus
- Schwitzen
- Kältegefühl
- Zittern
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Muskelrigidität (die auch die Thoraxmuskulatur einbeziehen kann)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Blasenentleerungsstörungen (besonders bei Prostatahypertrophie)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Tonuserhöhung der ableitenden Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schüttelfrost
- Hypothermie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arzneimittelentzugssyndrom
- opiatentzugsartige Symptome
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- postoperative Verwirrtheit
- neurologische, anästhesiologische Komplikationen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Atemwegskomplikationen der Anästhesie
- postoperative Agitiertheit
- ohne Häufigkeitsangabe
- verfahrensbedingte Komplikationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- Anwendung nur in einer Umgebung, in der die Atemwege kontrolliert werden können, und nur von Fachpersonal, das die Atemwege kontrollieren kann
- intravenöse Anwendung als Bolusinjektion oder als Infusion
- langsame intravenöse Injektion langsam über 1 - 2 Min., ggf. in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol)
- Vermeidung einer Bradykardie: kurz vor der Einleitung der Anästhesie niedrige Dosis eines Anticholinergikums i. v. verabreichen
- Hinweis zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung beachten
Stillzeithinweise
Fentanyl - invasiv
- Frauen sollen bis mindestens 24 Stunden nach der letzten Applikation von Fentanyl nicht stillen
- Eine Nutzen-Risiko-Analyse des Stillens nach Anwendung von Fentanyl sollte in Betracht gezogen werden
- Fentanyl geht in die Muttermilch über und kann Sedierung und/oder Atemdepression beim Säugling hervorrufen
Schwangerschaftshinweise
Fentanyl - invasiv
- Fentanyl darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
- es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
- Die Anwendung (i.m. oder i.v.) während der Geburt (inklusive Kaiserschnitt) wird nicht empfohlen, weil Fentanyl die Plazenta passiert und so eine Depression des Atemzentrums des Föten/Neugeborenen verursachen kann
- Wird Fentanyl dennoch gegeben, sollte jederzeit ein Antagonist für die Applikation beim Kind bereitgehalten werden
- Intravenös darf Fentanyl in der Geburtshilfe nur nach Abklemmen der Nabelschnur verabreicht werden
- Der plazentare Transfer (Verhältnis fetal:maternal) variiert von 0,44 bis 0,89
- Bei längerfristiger Anwendung besteht das Risiko von Entzugserscheinungen beim Neugeborenen
- keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Fentanyl bei Schwangeren vorliegend
- Fentanyl kann die Plazentaschranke in der Frühschwangerschaft passieren
- Tierexperimentelle Studien
- Reproduktionstoxizität gezeigt
- potenzielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
- Fertilität
- keine klinischen Daten zu den Auswirkungen von Fentanyl auf die Fertilität vorliegend
Warnhinweise
Fentanyl - invasiv
- Allgemein
- Fentanyl sollte nur unter Voraussetzungen, die eine Beatmung ermöglichen, und durch Personal, das eine Beatmung durchführen kann, verabreicht werden
- Eine Reanimationsausrüstung und Opioid-Antagonisten müssen bereitstehen
- Fentanyl nicht oder nur mit besonderer Vorsicht anwenden bei
- Bewusstseinsstörungen
- Störungen des Atemzentrums und der Hirnfunktion
- Phäochromozytom
- obstruktiven und entzündlichen Darmerkrankungen (hemmende Wirkung von Opioiden auf die Darmmotilität)
- Kindern unter 2 Jahren
- Patienten mit Atemdepression und obstruktiver Atemwegserkrankung
- Atmung überwachen
- Atemdepression
- Wie bei allen potenten Opioiden kann es unter der Behandlung mit Fentanyl bei einigen Patienten zu einer Atemdepression kommen
- Wirkung auf die Atmung kann speziell bei älteren Patienten verlängert sein
- Bei Neugeborenen ist schon nach niedrigen Dosen mit einer Atemdepression zu rechnen
- Atemdepression ist dosisabhängig (zu erwarten bei Dosen ab 200 µg Fentanyl) und kann mit einem spezifischen Opioidantagonisten (z.B. Naloxon) aufgehoben werden
- zusätzliche Gaben des Antagonisten können notwendig werden, weil die Atemdepression länger anhalten kann als die Wirkung des Antagonisten
- Tiefe Analgesie geht mit einer ausgeprägten Atemdepression einher, die in der postoperativen Phase anhalten oder wieder auftreten kann
- Vitalfunktionen sind daher routinemäßig zu überwachen
- entsprechendes Notfallinstrumentarium und ein Opioidantagonist sind bereitzuhalten
- Nach hohen Fentanyl-Dosen oder Fentanyl-Infusionen ist darauf zu achten, dass vor der Verlegung aus dem Aufwachraum eine ausreichende Spontanatmung erreicht wurde und erhalten bleibt
- Hyperventilation während der Anästhesie kann das Ansprechen des Patienten auf CO2 verändern, was postoperativ die Atmung beeinflussen kann
- Wie bei allen potenten Opioiden kann es unter der Behandlung mit Fentanyl bei einigen Patienten zu einer Atemdepression kommen
- Muskelrigidität (kann auch die Thoraxmuskulatur einbeziehen)
- kann auftreten, kann aber mit folgenden Maßnahmen vermieden werden
- langsame i.v.-Injektion (normalerweise ausreichend für niedrige Dosen)
- Prämedikation mit Benzodiazepinen
- Einsatz von Muskelrelaxanzien
- Es können nicht-epileptische (myo-) klonische Bewegungen auftreten
- Das Einlegen eines Narkosetubus kann durch Glottisverschluss aufgrund Glottisrigidität erschwert sein
- kann auftreten, kann aber mit folgenden Maßnahmen vermieden werden
- Chronische Opioidtherapie oder Opioidabhängigkeit
- Bei Patienten mit früherem Drogenmissbrauch und -abhängigkeit ist eine besonders sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko einer Behandlung mit Fentanyl erforderlich
- Patienten unter einer chronischen Opioidtherapie oder mit einer früheren Opioidabhängigkeit benötigen eventuell höhere Dosen Fentanyl
- Erhöhter Hirndruck
- Bei Patienten mit eingeschränkter intrazerebraler Compliance (erhöhter Hirndruck) sollten schnelle Bolusinjektionen vermieden werden, denn der vorübergehende Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks geht bei diesen Patienten gelegentlich mit einer kurzdauernden Reduktion des zerebralen Perfusionsdrucks einher
- Herzerkrankungen
- Bradykardie und eventuell Herzstillstand möglich, wenn der Patient eine ungenügende Menge eines Anticholinergikums erhalten hat oder wenn Fentanyl mit nicht-vagolytischen Muskelrelaxanzien kombiniert wird
- Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden
- Opioide können eine Hypotonie auslösen, besonders bei hypovolämischen Patienten und Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz
- Geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des Blutdrucks durchführen
- Induktionsdosen sollten angepasst und langsam appliziert werden
- Anticholinerge Wirkung von Opioiden
- Anstieg des Gallengangdrucks
- in Einzelfällen Krämpfe des Sphinkter Oddi möglich
- Tachykardie
- Hypertonie
- Anstieg des Gallengangdrucks
- Geburtshilfe
- Anwendung während der Geburt (inklusive Kaiserschnitt) nicht empfohlen
- Besondere Patientengruppen
- Kinder
- Verfahren, die eine Analgesie bei einem spontan atmenden Kind einschließen, sollten als Teil einer Anästhesie oder Sedierung/Analgesie nur angewendet werden, wenn erfahrenes Personal und Voraussetzungen, die eine Intubation bei einer plötzlichen Brustwandrigidität oder eine Beatmung bei einer Apnoe ermöglichen, zur Verfügung stehen
- Dosisreduktion bei Kindern < 12 Jahre
- keine ausreichenden Erkentnisse zur Anwendung bei Kindern < 2 Jahren vorliegend
- Ältere und geschwächte Patienten
- Dosisreduktion
- Anwendung von Opioiden bei Patienten mit folgenden Erkrankungen mit besonderer Vorsicht (verlängerte postoperative Überwachung nötig, Dosis vorsichtig titrieren)
- unkontrollierte Hypothyreose
- Lungenerkrankungen
- verminderte Atemreserve
- Alkoholismus
- Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Prostatahyperplasie
- Kinder
- Myasthenia gravis
- Vorsicht geboten
- sorgfältige Prüfung der Verwendung bestimmter Anticholinergika und neuromuskulär blockierender Pharmaka vor und während der Verabreichung einer Vollnarkose mit intravenös verabreichtem Fentanyl nötig
- Serotonin-Syndrom (potenziell lebensbedrohlich)
- Vorsicht ist geboten, wenn Fentanyl zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, die die serotonergen Neurotransmittersysteme beeinflussen, z.B.
- selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
- SerotoninSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)
- Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)
- auch im Rahmen der empfohlenen Dosierung möglich
- Mögliche Symptome
- Bewusstseinsänderungen (z. B. Agitation, Halluzinationen, Koma)
- autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, instabiler Blutdruck, Hyperthermie)
- neuromuskuläre Veränderungen (z. B. Hyperreflexie, Koordinationsstörung, Rigidität)
- gastrointestinale Symptome (z. B. Nausea, Erbrechen, Diarrhö)
- Falls ein Serotonin-Syndrom vermutet wird
- schnelle Beendigung der Fentanyl-Gabe in Betracht ziehen
- Vorsicht ist geboten, wenn Fentanyl zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, die die serotonergen Neurotransmittersysteme beeinflussen, z.B.
- Wechselwirkungen mit Neuroleptika
- Anwender sollte mit den besonderen Eigenschaften beider Arzneimittel, insbesondere mit ihrer differierenden Wirkdauer, vertraut sein
- Wenn eine solche Kombination angewendet wird, führt dies häufiger zur Hypotonie
- Neuroleptika können extrapyramidale Symptome hervorrufen, die mit Anti-Parkinsonmitteln kontrolliert werden können
- Gleichzeitige Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel
- Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod können auftreten
- gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
- niedrigste wirksame Dosis sollte verwendet werden
- Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
- Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
- Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome informieren
- Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
- bei wiederholter Gabe von Opioiden können sich Toleranz sowie physische und psychische Abhängigkeit entwickeln
- die wiederholte Anwendung von Fentanyl kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen
- Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann Überdosierung und/oder Tod zur Folge haben
- das Risiko für die Entwicklung einer Opioidgebrauchsstörung ist erhöht
- bei Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären (Eltern oder Geschwister) Vorgeschichte
- bei Rauchern
- bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) in der Anamnese
- Entzugssyndrom
- Die wiederholte Gabe in kurzen Abständen über längere Zeiträume kann nach Beendigung der Behandlung zur Entwicklung eines Entzugssyndroms führen
- Bei Neugeborenen besteht eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Entzugssyndroms nach einer mehr als 5 Tage dauernden Behandlung mit Fentanyl bzw. einer Gesamtdosis von > 1,6 mg Fentanyl / kg
- Folgende Symptome möglich
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö
- Angst
- Schüttelfrost
- Tremor
- Schwitzen
- Dopinghinweis
- Anwendung von Fentanyl kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
- missbräuchliche Anwendung zu Dopingzwecken kann die Gesundheit gefährden
- Epilepsie
- In Einzelfällen kann es bei Epileptikern während einer schnellen, hochdosierten Fentanylgabe (19 - 36 µg Fentanyl / kg) von 2 bis 5 Minuten Dauer auch in gesunden Hirnarealen zu einer elektrokortikographisch erfassbaren elektrischen Anfallsaktivität kommen
- Eine Beeinflussung der intraoperativen elektrokortikographischen Herdlokalisation bei niedrigeren Fentanyldosierungen ist bisher nicht bekannt geworden
- Überempfindlichkeit
- In Verbindung mit der Anwendung von Fentanyl wurde über Überempfindlichkeit (einschließlich Anaphylaxie und anaphylaktischer Schock) berichtet