Fentanyl Piramal 0.1 mg Injektionslösung

Piramal Critical Care Deutschland GmbH Wirkstoff: Fentanyl →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 5X2 ML 14,28 €
NotApplicable 50X2 ML

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Narkoanalgetikum
    • Narkoseprämedikation
    • Neuroleptanalgesie und -anästhesie
    • als analgetische Komponente bei Anästhesien mit endotrachealer Intubation und Beatmung
    • als Monoanästhetikum zur Allgemeinanästhesie
    • zur Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 0,0785 mg Fentanylcitrat (0,05 mg Fentanyl)

  • Narkoseprämedikation; Neuroleptanalgesie und -anästhesie; analgetische Komponente bei Anästhesien mit endotrachealer Intubation und Beatmung; Monoanästhetikum zur Allgemeinanästhesie; Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin
    • individuell dosieren nach Alter, Gewicht, Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen, Begleitmedikation sowie Art des Eingriffs und der Anästhesie
    • Prämedikation
      • 1 - 2 ml Injektionslösung (50 - 100 µg Fentanyl) i.m. 30 - 60 Min. vor chirurgischem Eingriff
    • analgetische Komponente bei Allgemeinanästhesie
      • niedrige Dosis
        • Schmerzlinderung für kleine, aber sehr schmerzhafte chirurgische Eingriffe
        • 2 µg Fentanyl / kg KG
      • mittlere Dosis
        • je umfangreicher die chirurgische Maßnahme, desto größer die erforderliche Dosis
        • 2 - 20 µg Fentanyl / kg KG
        • dosisabhängige Wirkdauer
        • Atemdepression unter dieser Dosierung (künstliche Beatmung während Anästhesie sowie Überwachung der postoperativen Atemtätigkeit erforderlich)
        • Erhaltungsdosis bei Bedarf (bei Stressreaktionen oder sonstigen Anzeichen für ein Abklingen der Anästhesie)
          • 0,5 - 2 ml Injektionslösung (25 - 100 µg Fentanyl) i.v. oder i.m.
      • hohe Dosis
        • 20 - 50 µg Fentanyl / kg KG zur Abschwächung von Ausmaß und Folgen dieser Stressantwort (bei größeren und längeren chirurgischen Eingriffen haben durch Stress ausgelöste Reaktionen negative Auswirkungen auf Zustand und Prognose des Patienten)
        • längere Atemdepression nach Dosen dieser Höhe (postoperativ ausreichende Beatmung und Überwachung unerlässlich)
        • Erhaltungsdosis, bei Bedarf, entsprechend der individuellen Erfordernisse
          • 25 µg Fentanyl - 1/2 Initialdosis unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Operationsendes
    • analgetische Komponente bei Regionalanästhesie
      • 1 - 2 ml Injektionslösung (50 - 100 µg Fentanyl) i.m. oder langsam i.v. über 1 - 2 Min., falls zusätzlich eine analgetische Maßnahme erforderlich ist
    • Monoanästhetikum bei Allgemeinanästhesie
      • wenn Minderung operationsbedingter Stressreaktionen besonders wichtig ist: 50 - 100 µg Fentanyl / kg KG
      • Einsatz weiterer Anästhetika bei diesem Regime, das Sauerstoffbeatmung und Gabe eines Muskelrelaxans einschließt, nicht erforderlich
      • in Einzelfällen zur max. Abschirmung bis 150 µg Fentanyl / kg KG erforderlich
      • Einsatz für herzchirurgische und andere, ähnlich ausgedehnte Eingriffe wenn eine Erhöhung des myokardialen Sauerstoffverbrauchs vermieden werden muss
    • in der Intensivmedizin
      • individuelle Dosiseinstellung notwendig

Dosisanpassung

  • Kinder
    • < 2 Jahre
      • keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegend
    • 2 - 11 Jahre
      • initial: 1 - 3 µg Fentanyl / kg KG
      • supplementär: 1 - 1,25 µg Fentanyl / kg KG
    • 12 - 17 Jahre
      • Orientierung an Erwachsenendosierung
  • ältere und geschwächte Patienten
    • Reduktion der initialen Dosis (Höhe sollte in Berechnung der weiteren Einzeldosen eingehen)
  • adipöse Patienten
    • Risiko einer Überdosierung bei Dosisberechnung anhand des Körpergewichts
    • Dosisberechnung anhand der geschätzten fettfreien Körpermasse, und nicht auf Basis des Körpergewichts allein
  • Nierenfunktionsstörung
    • geringere Fentanyl-Dosis in Betracht ziehen
    • Patienten sorgfältig auf Anzeichen einer Fentanyl-Toxizität überwachen
  • Patienten mit chronischer Opioidmedikation oder einem anamnestisch bekannten Opiatmissbrauch
    • ggf. Dosiserhöhung erforderlich
  • Patienten mit Begleiterkrankungen (nicht kompensierte Hypothyreose; Lungenerkrankungen, v.a. solche mit verminderter Vitalkapazität; Alkoholkrankheit; eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion)
    • beabsichtigte Gesamtdosis vorsichtig titrierend geben
    • länger andauernde postoperative Überwachung angezeigt

Kontraindikationen

Fentanyl - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Fentanyl
  • Patienten mit Epilepsie, bei denen eine intraoperative Herdlokalisation vorgenommen werden soll, da Fentanyl auch in gesunden Hirnarealen epileptische Potentiale elektrokortikographisch anzeigen kann
  • Patienten mit Atemdepression ohne assistierte Beatmung
  • gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung der Anwendung von MAO-Hemmern
  • erhöhtem intracranialen Druck
  • Schädel-Hirntrauma
  • Hypovolämie und Hypotension
  • Myasthenia gravis

Nebenwirkungen

Fentanyl - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Methämoglobinämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen, wie
        • anaphylaktischer Schock
        • anaphylaktische Reaktion
        • Hautausschlag
        • Erythem
        • Schwellung von Gesicht und Lippen
        • Urtikaria
        • Pruritus
        • Schwitzen
  • Endokrine Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Freisetzung von antidiuretischem Hormon
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Agitiertheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Euphorie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ruhelosigkeit
      • postoperative Episoden mit Halluzinationen
      • Toleranzentwicklung bei längerer, insbesondere wiederholter Anwendung; die Entwicklung einer Abhängigkeit ist nicht auszuschließen
      • Delirium
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Benommenheit
      • Sedierung
      • Schwindel
      • erhöhter Hirndruck
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyskinesie
      • Verwirrtheit
      • zentrale Dämpfung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Konvulsionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bewusstlosigkeit
      • Myoklonie
      • außerordentliche Reizempfindlichkeit
      • Serotoninsyndrom
      • Horner-Syndrom
      • Verlust des Würgereflexes und der Fähigkeit zu schlucken
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Miosis
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sehstörung
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
      • Tachykardie
      • Arrhythmie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Periphere Vasodilatation
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
      • Hypertonie
      • Venenschmerz
      • orthostatische Regulationsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Phlebitis
      • Blutdruckschwankungen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Husten bei Einleitung der Anästhesie (dosisabhängig)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Laryngospasmus
      • Bronchospasmus
      • Apnoe
      • Vorübergehender Atemstillstand
      • postoperative Atemdepression
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperventilation
      • Schluckauf
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperkapnie
      • schwere Atemdepression bis hin zum Atemstillstand (bei hohen Dosen)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lungenödem
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dysphagie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ileus
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krampf des Sphincter Oddii
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Dermatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pruritus
      • Schwitzen
      • Kältegefühl
      • Zittern
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Muskelrigidität (die auch die Thoraxmuskulatur einbeziehen kann)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blasenentleerungsstörungen (besonders bei Prostatahypertrophie)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tonuserhöhung der ableitenden Harnwege
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schüttelfrost
      • Hypothermie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelentzugssyndrom
      • opiatentzugsartige Symptome
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • postoperative Verwirrtheit
      • neurologische, anästhesiologische Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Atemwegskomplikationen der Anästhesie
      • postoperative Agitiertheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verfahrensbedingte Komplikationen

Anwendungshinweise

  • Verabreichung nur unter Voraussetzungen, die eine Beatmung ermöglichen, und durch Personal, das eine Beatmung durchführen kann
  • Verabreichung der Injektionslösung langsam i.v., ggf. nach Verdünnung mit isotonischer NaCl-Lösung oder Glukoselösung 5 %
  • i.m.-Anwendung möglich
  • Injektion einer kleinen Dosis eines Anticholinergikums unmittelbar vor Narkoseeinleitung empfohlen (Vermeidung einer Bradykardie)
  • Anwendung zur Analgesie während einer Operation, Unterstützung der Anästhesie bei Spontanatmung bei Kindern
    • Verfahren, die eine Analgesie bei einem spontan atmenden Kind einschließen, als Teil einer Anästhesie oder Sedierung/Analgesie nur anwenden, wenn erfahrenes Personal und Voraussetzungen, die eine Intubation bei einer plötzlichen Brustwandrigidität oder eine Beatmung bei einer Apnoe ermöglichen, zur Verfügung stehen

Inkompatibilitäten

  • inkompatibel mit Thiopental, Methohexital, Pentobarbital und Nafcillin
  • nicht mit anderen Arzneimitteln mischen

Stillzeithinweise

Fentanyl - invasiv
  • Frauen sollen bis mindestens 24 Stunden nach der letzten Applikation von Fentanyl nicht stillen
  • Eine Nutzen-Risiko-Analyse des Stillens nach Anwendung von Fentanyl sollte in Betracht gezogen werden
  • Fentanyl geht in die Muttermilch über und kann Sedierung und/oder Atemdepression beim Säugling hervorrufen

Schwangerschaftshinweise

Fentanyl - invasiv
  • Fentanyl darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
    • es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • Die Anwendung (i.m. oder i.v.) während der Geburt (inklusive Kaiserschnitt) wird nicht empfohlen, weil Fentanyl die Plazenta passiert und so eine Depression des Atemzentrums des Föten/Neugeborenen verursachen kann
    • Wird Fentanyl dennoch gegeben, sollte jederzeit ein Antagonist für die Applikation beim Kind bereitgehalten werden
  • Intravenös darf Fentanyl in der Geburtshilfe nur nach Abklemmen der Nabelschnur verabreicht werden
  • Der plazentare Transfer (Verhältnis fetal:maternal) variiert von 0,44 bis 0,89
  • Bei längerfristiger Anwendung besteht das Risiko von Entzugserscheinungen beim Neugeborenen
  • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Fentanyl bei Schwangeren vorliegend
  • Fentanyl kann die Plazentaschranke in der Frühschwangerschaft passieren
  • Tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität gezeigt
  • potenzielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • Fertilität
    • keine klinischen Daten zu den Auswirkungen von Fentanyl auf die Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Fentanyl - invasiv
  • Allgemein
    • Fentanyl sollte nur unter Voraussetzungen, die eine Beatmung ermöglichen, und durch Personal, das eine Beatmung durchführen kann, verabreicht werden
    • Eine Reanimationsausrüstung und Opioid-Antagonisten müssen bereitstehen
  • Fentanyl nicht oder nur mit besonderer Vorsicht anwenden bei
    • Bewusstseinsstörungen
    • Störungen des Atemzentrums und der Hirnfunktion
    • Phäochromozytom
    • obstruktiven und entzündlichen Darmerkrankungen (hemmende Wirkung von Opioiden auf die Darmmotilität)
    • Kindern unter 2 Jahren
    • Patienten mit Atemdepression und obstruktiver Atemwegserkrankung
      • Atmung überwachen
  • Atemdepression
    • Wie bei allen potenten Opioiden kann es unter der Behandlung mit Fentanyl bei einigen Patienten zu einer Atemdepression kommen
      • Wirkung auf die Atmung kann speziell bei älteren Patienten verlängert sein
      • Bei Neugeborenen ist schon nach niedrigen Dosen mit einer Atemdepression zu rechnen
    • Atemdepression ist dosisabhängig (zu erwarten bei Dosen ab 200 µg Fentanyl) und kann mit einem spezifischen Opioidantagonisten (z.B. Naloxon) aufgehoben werden
      • zusätzliche Gaben des Antagonisten können notwendig werden, weil die Atemdepression länger anhalten kann als die Wirkung des Antagonisten
    • Tiefe Analgesie geht mit einer ausgeprägten Atemdepression einher, die in der postoperativen Phase anhalten oder wieder auftreten kann
      • Vitalfunktionen sind daher routinemäßig zu überwachen
      • entsprechendes Notfallinstrumentarium und ein Opioidantagonist sind bereitzuhalten
      • Nach hohen Fentanyl-Dosen oder Fentanyl-Infusionen ist darauf zu achten, dass vor der Verlegung aus dem Aufwachraum eine ausreichende Spontanatmung erreicht wurde und erhalten bleibt
    • Hyperventilation während der Anästhesie kann das Ansprechen des Patienten auf CO2 verändern, was postoperativ die Atmung beeinflussen kann
  • Muskelrigidität (kann auch die Thoraxmuskulatur einbeziehen)
    • kann auftreten, kann aber mit folgenden Maßnahmen vermieden werden
      • langsame i.v.-Injektion (normalerweise ausreichend für niedrige Dosen)
      • Prämedikation mit Benzodiazepinen
      • Einsatz von Muskelrelaxanzien
    • Es können nicht-epileptische (myo-) klonische Bewegungen auftreten
    • Das Einlegen eines Narkosetubus kann durch Glottisverschluss aufgrund Glottisrigidität erschwert sein
  • Chronische Opioidtherapie oder Opioidabhängigkeit
    • Bei Patienten mit früherem Drogenmissbrauch und -abhängigkeit ist eine besonders sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko einer Behandlung mit Fentanyl erforderlich
    • Patienten unter einer chronischen Opioidtherapie oder mit einer früheren Opioidabhängigkeit benötigen eventuell höhere Dosen Fentanyl
  • Erhöhter Hirndruck
    • Bei Patienten mit eingeschränkter intrazerebraler Compliance (erhöhter Hirndruck) sollten schnelle Bolusinjektionen vermieden werden, denn der vorübergehende Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks geht bei diesen Patienten gelegentlich mit einer kurzdauernden Reduktion des zerebralen Perfusionsdrucks einher
  • Herzerkrankungen
    • Bradykardie und eventuell Herzstillstand möglich, wenn der Patient eine ungenügende Menge eines Anticholinergikums erhalten hat oder wenn Fentanyl mit nicht-vagolytischen Muskelrelaxanzien kombiniert wird
    • Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden
    • Opioide können eine Hypotonie auslösen, besonders bei hypovolämischen Patienten und Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz
      • Geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des Blutdrucks durchführen
      • Induktionsdosen sollten angepasst und langsam appliziert werden
  • Anticholinerge Wirkung von Opioiden
    • Anstieg des Gallengangdrucks
      • in Einzelfällen Krämpfe des Sphinkter Oddi möglich
    • Tachykardie
    • Hypertonie
  • Geburtshilfe
    • Anwendung während der Geburt (inklusive Kaiserschnitt) nicht empfohlen
  • Besondere Patientengruppen
    • Kinder
      • Verfahren, die eine Analgesie bei einem spontan atmenden Kind einschließen, sollten als Teil einer Anästhesie oder Sedierung/Analgesie nur angewendet werden, wenn erfahrenes Personal und Voraussetzungen, die eine Intubation bei einer plötzlichen Brustwandrigidität oder eine Beatmung bei einer Apnoe ermöglichen, zur Verfügung stehen
      • Dosisreduktion bei Kindern < 12 Jahre
      • keine ausreichenden Erkentnisse zur Anwendung bei Kindern < 2 Jahren vorliegend
    • Ältere und geschwächte Patienten
      • Dosisreduktion
    • Anwendung von Opioiden bei Patienten mit folgenden Erkrankungen mit besonderer Vorsicht (verlängerte postoperative Überwachung nötig, Dosis vorsichtig titrieren)
      • unkontrollierte Hypothyreose
      • Lungenerkrankungen
      • verminderte Atemreserve
      • Alkoholismus
      • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
      • Prostatahyperplasie
  • Myasthenia gravis
    • Vorsicht geboten
    • sorgfältige Prüfung der Verwendung bestimmter Anticholinergika und neuromuskulär blockierender Pharmaka vor und während der Verabreichung einer Vollnarkose mit intravenös verabreichtem Fentanyl nötig
  • Serotonin-Syndrom (potenziell lebensbedrohlich)
    • Vorsicht ist geboten, wenn Fentanyl zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, die die serotonergen Neurotransmittersysteme beeinflussen, z.B.
      • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
      • SerotoninSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)
      • Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)
    • auch im Rahmen der empfohlenen Dosierung möglich
    • Mögliche Symptome
      • Bewusstseinsänderungen (z. B. Agitation, Halluzinationen, Koma)
      • autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, instabiler Blutdruck, Hyperthermie)
      • neuromuskuläre Veränderungen (z. B. Hyperreflexie, Koordinationsstörung, Rigidität)
      • gastrointestinale Symptome (z. B. Nausea, Erbrechen, Diarrhö)
    • Falls ein Serotonin-Syndrom vermutet wird
      • schnelle Beendigung der Fentanyl-Gabe in Betracht ziehen
  • Wechselwirkungen mit Neuroleptika
    • Anwender sollte mit den besonderen Eigenschaften beider Arzneimittel, insbesondere mit ihrer differierenden Wirkdauer, vertraut sein
    • Wenn eine solche Kombination angewendet wird, führt dies häufiger zur Hypotonie
    • Neuroleptika können extrapyramidale Symptome hervorrufen, die mit Anti-Parkinsonmitteln kontrolliert werden können
  • Gleichzeitige Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel
    • Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod können auftreten
    • gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
      • niedrigste wirksame Dosis sollte verwendet werden
      • Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
      • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
        • Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome informieren
  • Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
    • bei wiederholter Gabe von Opioiden können sich Toleranz sowie physische und psychische Abhängigkeit entwickeln
    • die wiederholte Anwendung von Fentanyl kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen
    • Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann Überdosierung und/oder Tod zur Folge haben
    • das Risiko für die Entwicklung einer Opioidgebrauchsstörung ist erhöht
      • bei Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären (Eltern oder Geschwister) Vorgeschichte
      • bei Rauchern
      • bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) in der Anamnese
  • Entzugssyndrom
    • Die wiederholte Gabe in kurzen Abständen über längere Zeiträume kann nach Beendigung der Behandlung zur Entwicklung eines Entzugssyndroms führen
    • Bei Neugeborenen besteht eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Entzugssyndroms nach einer mehr als 5 Tage dauernden Behandlung mit Fentanyl bzw. einer Gesamtdosis von > 1,6 mg Fentanyl / kg
    • Folgende Symptome möglich
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhö
      • Angst
      • Schüttelfrost
      • Tremor
      • Schwitzen
  • Dopinghinweis
    • Anwendung von Fentanyl kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • missbräuchliche Anwendung zu Dopingzwecken kann die Gesundheit gefährden
  • Epilepsie
    • In Einzelfällen kann es bei Epileptikern während einer schnellen, hochdosierten Fentanylgabe (19 - 36 µg Fentanyl / kg) von 2 bis 5 Minuten Dauer auch in gesunden Hirnarealen zu einer elektrokortikographisch erfassbaren elektrischen Anfallsaktivität kommen
    • Eine Beeinflussung der intraoperativen elektrokortikographischen Herdlokalisation bei niedrigeren Fentanyldosierungen ist bisher nicht bekannt geworden
  • Überempfindlichkeit
    • In Verbindung mit der Anwendung von Fentanyl wurde über Überempfindlichkeit (einschließlich Anaphylaxie und anaphylaktischer Schock) berichtet