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MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH&Co.KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Eisen →

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Fachinformationen

Indikation

  • intravenöse Behandlung von Eisenmangelzuständen, sofern eine orale Therapie nicht möglich oder nicht effektiv ist
  • Hinweis
    • Indikation muss durch geeignete Untersuchungen bestätigt worden sein

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 20 mg Eisen in Form von Eisen-Sucrose

  • Eisenmangelzustände
    • während und nach jeder Anwendung sorgfältige Überwachung der Patienten hinsichtlich Anzeichen oder Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen
    • Arzneimittel sollte nur angewendet werden, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist
    • Beobachtung des Patienten hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen für mind. 30 Minuten nach jeder Injektion
    • individuelle Berechnung der Gesamtdosis
    • berechnete Gesamtdosis darf nicht überschritten werden
    • Berechnung der Dosierung zur Eisensubstitution bei Eisenmangel(anämie) mit leerem Eisenspeicher
      • Dosis abhängig von Hämoglobinspiegel (Hb) und Körpergewicht
      • Gesamteisendefizit in [mg] = KG [kg] x (Soll Hb - Ist Hb) [g/dl] x 2,4* + Speichereisen [mg]
      • wobei
        • < 35 kg KG:
          • Soll Hb (Hämoglobin) = 13 g / dl
          • Speichereisen = 15 mg / kg KG
        • >/= 35 kg KG
          • Soll Hb (Hämoglobin) = 15 g / dl
          • Speichereisen = 500 mg
        • * Faktor 2,4 = 0,0034 (Eisengehalt des Hämoglobins = 0,34%) x 0,07 (Blutvolumen = 7% des KG) x 1000 (Umrechnung von g in mg) x 10
        • benötigte Gesmatmenge in ml = Gesamteisendefizit [mg] / 20 [mg / ml]
        • Dosistabelle s. Fachinformation
      • Patienten mit bestehender Co-Morbidität (z.B. Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz unter Therapie mit Erythropoese-stimulierenden Substanzen) kann optimale Ziel Hb-Wert variieren (aktuelle Therapieleitlinien beachten)
      • wenn die benötigte Gesamtdosis die maximal erlaubte Einzeldosis übersteigt: Aufteilen der Verabreichung
      • falls die hämatologischen Parameter nach 1 - 2 Wochen Therapie nicht ansprechen
        • Überprüfen der ursprünglichen Diagnose
    • Berechnung der Dosierung zur Eisensubstitution in Situationen mit vollem Eisenspeicher, z. B. Unterstützung bei Eigenblutspende oder bei Blutverlust
      • Verlorene Blutmenge ist bekannt
        • Verabreichung von 200 mg Eisen resultiert in einem Anstieg des Hämoglobins, welcher einer Bluteinheit (400 ml mit Hb = 15 g / dl) entspricht
        • benötigte Eisenmenge [mg] = Anzahl verlorene Bluteinheiten x 200 mg oder benötigte Menge Injektionslösung [ml] = Anzahl verlorene Bluteinheiten x 10 ml
      • Hb-Gehalt ist niedriger als erwünscht
        • Formel zur Berechnung des Gesamteisendefizits wird angewendet unter der Berücksichtigung, dass Eisenspeicher nicht aufgefüllt werden müssen
        • benötigte Eisenmenge [mg] = Körpergewicht [kg] x 2,4 x (Soll Hb - Ist Hb) [g/dl]
        • Beispiel: KG = 60 kg, Hb-Defizit = 1 g/dl benötigte Eisenmenge: ca. 150 mg, entspricht 7,5 ml Injektionslösung
    • übliche Dosierung
      • Erwachsene/Senioren
        • 5 - 10 ml (100 - 200 mg Eisen) 1 - 3mal / Woche
      • Kinder und Jugendliche
        • nur wenige Daten
        • 0,15 ml (3 mg Eisen) / kg KG
        • Anwendungshäufigkeit: max. 3mal / Woche
    • maximal verträgliche Einzel- und Wochendosierung
      • Erwachsene
        • Injektion (max. verträgliche Tagesdosis bei höchstens 3 Anwendungen / Woche):
          • 10 ml (200 mg Eisen) injiziert über mind. 10 Min
        • Infusion (max. verträgliche Tagesdosis bei höchstens 1 Anwendung / Woche)
          • Patienten > 70 kg KG
            • 25 ml (500 mg Eisen) über mind. 3 1/2 Stunden
          • Patienten </= 70 kg KG
            • 7 mg Eisen / kg KG über mind. 3 1/2 Stunden
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • Gabe nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
      • sorgfältige Überwachung des Eisenstatus

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • schwere bekannte Überempfindlichkeit gegen andere parenterale Eisenpräparate
  • nicht durch Eisenmangel bedingte Anämie
  • Anzeichen von Eisenüberladung oder Eisenverwertungsstörungen

Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Überempfindlichkeit
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • anaphylaktoide Reaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angioödem
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
      • Dysgeusie
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Parästhesie
      • Hypästhesie
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Synkope
      • Schläfrigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bewusstseinstrübung
      • Verwirrtheitszustand
      • Bewusstseinsverlust
      • Angstzustände
      • Tremor
  • Herzerkrankungen
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Palpitationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bradykardie
      • Tachykardie
      • Kounis-Syndrom
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
      • Hypotonie
      • Hypertonie
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Hautrötungen
      • Phlebitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kreislaufkollaps
      • Thrombophlebitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Dyspnoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bronchospasmus
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Chromaturie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
      • Übelkeit
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Durchfall
      • Verstopfung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Pruritus
      • Rash
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Muskelspasmen
      • Myalgie
      • Arthralgie
      • Schmerzen in den Extremitäten
      • Rückenschmerzen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
      • Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle
        • die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen sind: Schmerzen, Extravasation, Reizung, Verfärbung, Hämatom, Juckreiz an der Injektions-/Infusionsstelle
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Schüttelfrost
      • Asthenie
      • Müdigkeit
      • periphäres Ödem
      • Schmerzen
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Brustschmerzen
      • Hyperhidrose
      • Pyrexie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • kalter Schweiß
      • Unwohlsein
      • Blässe
      • grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: >/= 1/1000 bis < 1/100
      • Alaninaminotransferase erhöht
      • Aspartataminotransferase erhöht
      • Gammaglutamyltransferase erhöht
      • Serumferritin erhöht
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • erhöhter Laktatdehydrogenase-Spiegel im Blut

Anwendungshinweise

  • nur intravenös verabreichen, mittels Tropfinfusion, langsamer Injektion oder durch Zugabe direkt in den venösen Teil des Dialysegerätes
  • Intravenöse Tropfinfusion
    • das Arzneimittel muss in steriler 0,9%-iger (m/V) Kochsalzlösung (NaCl) verdünnt verabreicht werden
    • die Verdünnung muss unmittelbar vor der Infusion hergestellt werden und die Lösung soll wie folgt gegebenwerden:
      • 2,5 ml (entspricht 50 mg Eisen)
        • 50 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 8 Minuten
      • 5 ml (entspricht 100 mg Eisen)
        • 100 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 15 Minuten
      • 10 ml (entspricht 200 mg Eisen)
        • 200 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 30 Minuten
      • 15 ml (entspricht 300 mg Eisen)
        • 300 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 1,5 Stunden
      • 20 ml (entspricht 400 mg Eisen)
        • 400 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 2,5 Stunden
      • 25 ml (entspricht 500 mg Eisen)
        • 500 ml 0,9 %-ige sterile NaCl-Lösung
        • Mindestinfusionsdauer: 3,5 Stunden
    • die genannten Infusionszeiten müssen streng eingehalten werden, auch wenn der Patient nicht die max. verträgliche Einzeldosis erhält
  • Intravenöse Injektion
    • langsame intravenöse Injektion mit einer Geschwindigkeit von 1 ml unverdünnter Lösung / Min. und max. 10 ml (200 mg Eisen) / Injektion
  • Injektion in den venösen Teil des Dialysegeräts
    • das Arzneimittel kann während einer Hämodialyse-Sitzung direkt in den venösen Teil des Dialysegeräts gespritzt werden, wobei die gleichen Bedingungen wie für die intravenöse Injektion gelten

Stillzeithinweise

  • wenn klinisch notwendig, Anwendung während der Stillzeit möglich
  • Übergang in Muttermilch unwahrscheinlich
    • in Studien an laktierenden Ratten wurde Eisen aus dem Eisen-Sucrose-Komplex in geringen Mengen in der Milch der Muttertiere und bei den gestillten Jungtieren nachgewiesen
    • begrenzte Anzahl von Daten an stillenden Müttern (n = 10) zeigt, dass nach intravenöser Anwendung des Eisen-Sucrose-Komplexes der Eisengehalt in der Muttermilch nicht erhöht ist
  • in therapeutischen Dosen sind keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten

Schwangerschaftshinweise

  • keine Studiendaten zur Anwendung von Eisen-Sucrose bei Schwangeren im ersten Schwangerschaftstrimester vorhanden
  • weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300 und 1.000 Schwangerschaftsergebnissen) über die Anwendung bei Schwangeren im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester gaben keinen Anlass für Bedenken bezüglich der Sicherheit für die Mutter oder das Neugeborene
  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor Anwendung
  • keine Anwedung, es sei denn es ist eindeutig erforderlich
  • im ersten Trimester einer Schwangerschaft auftretende Eisenmangelanämien können in vielen Fällen mit oral verabreichten Eisenpräparaten behandelt werden
  • die Behandlung sollte auf das zweite und dritte Trimester begrenzt werden, sofern der Nutzen der Therapie höher als das potenzielle Risiko für Mutter und Fötus eingeschätzt wird
  • tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • nach parenteraler Eisengabe kann es zu fetaler Bradykardie kommen
    • diese ist in der Regel vorübergehend und tritt infolge einer Überempfindlichkeitsreaktion der Mutter auf
    • das ungeborene Kind sollte während einer intravenösen Verabreichung parenteraler Eisenpräparate an schwangere Frauen sorgfältig überwacht werden
  • Fertilität
    • es wurden keine Auswirkungen einer Behandlung mit dem Eisen-Sucrose-Komplex auf die Fertilität, das Paarungsverhalten und die frühembryonale Entwicklung bei Ratten beobachtet

Warnhinweise

  • parenteral verabreichte Eisenpräparate können Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerwiegende und potenziell tödlich verlaufende anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen hervorrufen
  • auch nach vorherigen komplikationslos vertragenen Injektionen parenteraler Eisenpräparate wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet
  • es liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen vor, die sich zu einem Kounis-Syndrom entwickelt haben (akute allergische Koronararterienspasmen, die zu einem Myokardinfarkt führen können)
  • erhöhtes Risiko bei Patienten mit bekannten Allergien, einschließlich Arzneimittelallergien, sowie bei solchen mit schwerem Asthma, Ekzem oder anderer atopischer Allergie in der Vorgeschichte
  • bei Patienten mit immunologischen oder inflammatorischen Erkrankungen (z. B. systemischer Lupus Erythematodes, rheumatoide Arthritis) besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen bei der parenteralen Anwendung von Eisenkomplex-Präparaten
  • Anwendung des Präparates nur, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist
  • jeder Patient sollte für mind. 30 Min. nach jeder Injektion hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden
  • wenn während der Behandlung Überempfindlichkeitsreaktionen oder Anzeichen einer Unverträglichkeit auftreten, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden
  • eine Ausrüstung zur kardiopulmonalen Reanimation sowie zur Behandlung einer akuten anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion sollte verfügbar sein, einschließlich einer injizierbaren 1:1.000 Adrenalinlösung
  • falls erforderlich, sollte eine zusätzliche Behandlung mit Antihistaminika und/oder Kortikosteroiden erfolgen
  • Patienten mit Störungen der Leberfunktion
    • Anwendung von parenteralem Eisen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
    • Anwendung von parenteralem Eisen bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion, bei denen Eisenüberladung ein auslösender Faktor ist, vermeiden
    • zur Vermeidung von Eisenüberladung empfiehlt sich eine sorgfältige Überwachung des Eisenstatus
  • Vorliegen einer akuten oder chronischen Infektion
    • Anwendung von parenteralem Eisen mit Vorsicht.
    • Anwendung abbrechen, wenn eine Bakteriämie vorliegt
    • Patienten mit einer chronischen Infektion: Vornehmen einer Nutzen/Risiko-Bewertung
  • bei zu rascher intravenöser Injektion kann es zu hypotonischen Episoden kommen
  • paravenöses Austreten vermeiden (kann zu Schmerzen an der Injektionsstelle, Entzündungen und lang anhaltender Braunverfärbungen der Haut führen)
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen unwahrscheinlich
    • falls jedoch nach der Verabreichung Symptome wie Schwindel, Verwirrtheit oder Benommenheit auftreten, sollten diese Patienten nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind