FERRLECIT 62.5MG

ACA Müller/ADAG Pharma AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Eisen →

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N2 6X5 ML 46,08 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene und Kinder >/= 6 Jahre

  • ausgeprägte Eisenmangelzustände, wenn eine orale Eisensubstitution nicht möglich ist

Dosierung

Basiseinheit: 5 ml enthalten Eisen(III)-natrium-D-gluconat-hydroxid-oxid-Komplex, entsprechend: 62,5 mg Eisen(III)-Ion

  • ausgeprägte Eisenmangelzustände, wenn eine orale Eisensubstitution nicht möglich ist
    • 1 Ampulle mit 3,2 ml oder 5 ml, je nach Größe des Eisendefizits, mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt infundieren oder langsam intravenös injizieren
    • auch in Ausnahmefällen, wie z. B. bei ausgeprägten Eisenmangelzuständen nach wiederholter Eigenblutspende, nicht mehr als eine Ampulle verabreichen
    • Kinder und Jugendliche
      • Kinder 3 - 6 Jahre: Anwendung nicht empfohlen (fehlende Daten)
      • Kinder < 3 Jahre: kontraindiziert
      • Kinder mit Eisenmangel und Erythropoetin-Therapie unter Hämodialyse >/= 6 Jahren bis zum Erreichen eines KG von 40 kg
        • 0,12 ml (1,5 mg Eisen(III)-Ion) / kg KG bei jeder Dialyse
      • Kinder und Jugendliche > 40 kg KG
        • 5 ml (62,5 mg Eisen(III)-Ion) bei jeder Dialyse
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich nach Größe des Eisendefizits
      • Berechnung des Eisendefizits annähernd nach folgender Formel:
        • benötigte Eisenmenge [mg] = Körpergewicht [kg] x Hb-Defizit [g/dl] x Faktor 3,5
        • bei übergewichtigen Patienten Normalgewicht einsetzen
        • Ziel-Hb entsprechend Altersnorm und Geschlecht
      • Serumferritin und Transferrinsättigung zeigen frühestens eine Woche nach der letzten Dosis verlässliche Werte
      • Anstieg von Gesamt- und Retikulozytenhämoglobin innerhalb von 1 - 2 Wochen nach Therapiebeginn
Dosisanpassung
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • schwere entzündliche Erkrankungen der Leber
      • kontraindiziert
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • schwere entzündliche Erkrankungen der Niere
      • kontraindiziert

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • schwere bekannte Überempfindlichkeit gegen andere parenterale Eisenpräparate
  • Eisenkumulation (Hämochromatosen, chronischen Hämolysen) oder Eisenverwertungsstörungen (sideroblastische Anämien, Bleianämien, Thalassämien)
  • schwere entzündliche Erkrankungen der Leber oder der Nieren
  • Frühgeborene, Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder bis zu 3 Jahren

Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • anaphylaktische Reaktionen einschließlich
        • Ödeme an verschiedenen Körperstellen, auch im Bereich des Gesichts-, Mund- und Rachenraumes (z. B. Glottisödem)
        • anaphylaktischer Schock
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • überempfindlichkeitsartige Reaktionen (meistens Fieber und/oder Arthralgie und/oder Übelkeit/Erbrechen)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • Sehr selten: < 1/10000
      • Hämolyse
      • Hämoglobinurie (bei einer Überladung des Transferrinsystems)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • generalisierter Krampfanfall
      • Kopfschmerzen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kounis-Syndrom
      • fetale Bradykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufversagen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • oberflächliche Thrombophlebitis an der Injektionsstelle
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • Lungenödem
      • Schwellungen der Bronchialschleimhaut mit Atembeschwerden
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Diarrhö
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: >/= 1/10000 bis < 1/1000
      • exanthematische Hautveränderungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • grippeähnliche Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage einsetzen können
  • zusätzliche Nebenwirkungen bei intravenöser Injektion
    • die i. v. Injektion sollte daher stets sehr langsam am liegenden Patienten durchgeführt werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erkrankungen des Nervensystems
        • Parästhesien
        • Schwindel
        • Geschmacksstörungen
      • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
        • Nausea
        • Bauchschmerzen
        • Erbrechen
      • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
        • Erythem des Gesichts
      • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
        • Schmerzen im Brust- und Rückenraum
        • Muskel- und Gelenkschmerzen, insbesondere bei bestehendem Rheumatismus
      • Gefäßerkrankungen
        • Blutdruckanstieg
        • Gesichtsrötung
  • Anwendung bei Kindern
    • in einer klinischen Studie mit dialysepflichtigen Kindern wurden folgende Ereignisse beobachtet
      • Herzerkrankungen
        • sehr häufig: >/= 1/10
          • Herzklopfen
      • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
        • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
          • Infektionen
          • Pharyngitis
          • Sinusitis
      • Gefäßerkrankungen
        • sehr häufig: >/= 1/10
          • Blutdruckanstieg
          • Blutdruckabfall
        • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
          • Thrombose
      • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
        • sehr häufig: >/= 1/10
          • Übelkeit
          • Erbrechen
          • Bauchschmerzen
      • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
        • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
          • Muskel- und Gelenkschmerzen
          • Brust- und Rückenschmerzen
      • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
        • sehr häufig: >/= 1/10
          • Kopfschmerzen
        • häufig: >/= 1/100 bis < 1/10
          • Fieber
          • Gesichtsödeme

Anwendungshinweise

  • langsame intravenöse Injektion oder intravenöse Infusion nach Verdünnung mit physiologischer Kochsalzlösung
  • i.v.-Injektion
    • stets sehr langsam, am liegenden Patienten
  • i.v.-Infusion
    • vorzugsweise mit 100 - 250 ml physiologischer Kochsalzlösung verdünnt über 20 - 30 Min.
  • während und nach jeder Anwendung Patienten sorgfältig auf Anzeichen oder Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen überwachen
  • Anwendung nur, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist
  • Patient sollte für mind. 30 Min. nach jeder Injektion hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden

Stillzeithinweise

  • es ist nicht bekannt, ob eine erhöhte Ausscheidung von Eisen in die Muttermilch nach parenteraler Verabreichung von Eisen stattfindet
  • Anwendung daher nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung

Schwangerschaftshinweise

  • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vor Anwendung während der Schwangerschaft erforderlich
  • nicht während der Schwangerschaft anwenden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich
  • keine hinreichenden und kontrollierten Studien zu einer Anwendung bei Schwangeren vorliegend
  • im ersten Trimester einer Schwangerschaft auftretende Eisenmangelanämien können in vielen Fällen mit oral verabreichten Eisenpräparaten behandelt werden
  • die Behandlung mit dem Präparat sollte auf das zweite und dritte Trimester begrenzt werden, sofern der Nutzen der Therapie höher als das potenzielle Risiko für Mutter und Fötus eingeschätzt wird
  • tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • nach parenteraler Eisengabe kann es zu fötaler Bradykardie kommen
    • diese ist in der Regel vorübergehend und tritt infolge einer Überempfindlichkeitsreaktion der Mutter auf
    • eine fetale Bradykardie kann auch infolge schwerer Nebenwirkungen bei der Mutter, einschließlich Kreislaufversagen (schwere Hypotonie, Schock, einschließlich im Rahmen einer anaphylaktischen Reaktion), auftreten, insbesondere während des zweiten und dritten Trimesters
    • das ungeborene Kind sollte während einer intravenösen Verabreichung parenteraler Eisenpräparate an schwangere Frauen sorgfältig überwacht werden
  • wegen der selten auftretenden Kreislaufreaktionen, die eine Eiseninjektion hervorrufen kann, besteht bei Schwangeren die potenzielle Gefahr, dass infolge einer Mangeldurchblutung der Plazenta Ernährungsstörungen beim Fötus auftreten
    • auf eine korrekte Anwendung ist daher besonders zu achten
  • Fertilität: keine Daten

Warnhinweise

  • parenteral verabreichte Eisenpräparate können Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerwiegende und potenziell tödlich verlaufende anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen hervorrufen
  • auch nach vorherigen komplikationslos vertragenen Injektionen parenteraler Eisenpräparate wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet
  • es liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen vor, die sich zu einem Kounis-Syndrom entwickelt haben (akute allergische Koronararterienspasmen, die zu einem Myokardinfarkt führen können)
  • erhöhtes Risiko bei Patienten mit bekannten Allergien, einschließlich Arzneimittelallergien, sowie bei solchen mit schwerem Asthma, Ekzem oder anderer atopischer Allergie in der Vorgeschichte
  • bei Patienten mit immunologischen oder inflammatorischen Erkrankungen (z. B. systemischer Lupus Erythematodes, rheumatoide Arthritis, M. Crohn) besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen bei der parenteralen Anwendung von Eisenkomplex-Präparaten
  • Anwendung des Präparates nur, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte unverzüglich verfügbar sind und die kardio-pulmonale Reanimation durch eine entsprechende Ausrüstung sichergestellt ist
  • jeder Patient sollte für mind. 30 Min. nach jeder Injektion hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen beobachtet werden
  • wenn während der Behandlung Überempfindlichkeitsreaktionen oder Anzeichen einer Unverträglichkeit auftreten, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden
  • eine Ausrüstung zur kardiopulmonalen Reanimation sowie zur Behandlung einer akuten anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion sollte verfügbar sein, einschließlich einer injizierbaren 1:1.000 Adrenalinlösung
  • falls erforderlich, sollte eine zusätzliche Behandlung mit Antihistaminika und/oder Kortikosteroiden erfolgen
  • vor der i. v. Eisenapplikation ist die Berechnung der fehlenden Eisenmenge entscheidend, um eine Hämosiderose zu vermeiden
  • die versehentliche paravenöse sowie die intramuskuläre Injektion sind zu vermeiden
  • des Weiteren kann die versehentliche paravasale Anwendung zu rotbraunen Verfärbungen der Haut führen
  • Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und anaphylaktoide Reaktionen hervorrufen
  • bei Früh- und Neugeborenen sowie Kleinkindern wurde die Anwendung von Arzneimitteln, die Benzylalkohol enthalten, mit dem tödlich verlaufenden Gasping-Syndrom in Zusammenhang gebracht (Symptome: plötzliches Auftreten von Schnappatmung, Blutdruckabfall, Bradykardie und Herz-Kreislauf-Kollaps)
  • da Benzylalkohol die Plazentaschranke passieren kann, die Injektionslösung bzw. das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in der Schwangerschaft nur mit Vorsicht anwenden
  • große Mengen Benzylalkohol sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität (metabolische Azidose) nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • keine Studien