Fetcroja 1 g Plv.f.e.Konz.z.Her.e.Inf.-Lsg.

Shionogi GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Cefiderocol →

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene
  • zur Behandlung von Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger, wenn nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen
  • Hinweis: offizielle Leitlinien für den angemessenen Einsatz von Antibiotika berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält Cefiderocolhemisulfattosilat entsprechend 1 g Cefiderocol

  • Behandlung von Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger
    • Erwachsene
      • Hinweise
        • bei Patienten einsetzen, für die nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen
        • zuvor Rücksprache mit einem Arzt halten, der angemessene Erfahrung mit der Behandlung von Infektionskrankheiten hat
      • Tabelle 1: Patienten mit einer Kreatinin-Clearance (CrCL) von >/= 90 ml / Min.
        • normale Nierenfunktion (CrCL >/= 90 - < 120 ml / Min.)
          • 2 g alle 8 Stunden
          • Behandlungsdauer: richtet sich nach der Lokalisation der Infektion
        • erhöhte renale Clearance (CrCL >/= 120 ml / Min.)
          • 2 g alle 6 Stunden
          • Behandlungsdauer: richtet sich nach der Lokalisation der Infektion
        • Hinweis
          • wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass an der Infektion auch anaerobe Erreger und / oder grampositive Erreger beteiligt sind: Anwendung muss in Kombination mit Antibiotika erfolgen, die gegen derartige Erreger wirksam sind
        • Behandlungsdauer
          • bei komplizierten Harnwegsinfektionen, einschließlich Pyelonephritis, und bei komplizierten intraabdominellen Infektionen: 5 - 10 Tage
          • bei nosokomialer Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie: 7 - 14 Tage, ggf. </= 21 Tage erforderlich

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • Tabelle 2: Patienten mit einer CrCL von < 90 ml / Min.
      • leicht (CrCL >/= 60 - < 90 ml / Min.)
        • 2 g alle 8 Stunden
      • mäßig (CrCL >/= 30 - < 60 ml / Min.)
        • 1,5 g alle 8 Stunden
      • schwer (CrCL >/= 15 - < 30 ml / Min.)
        • 1 g alle 8 Stunden
      • terminale Niereninsuffizienz (CrCL < 15 ml / Min.)
        • 0,75 g alle 12 Stunden
      • Patient mit intermittierender Hämodialyse
        • 0,75 g alle 12 Stunden
        • Cefiderocol wird durch Hämodialyse entfernt
        • Cefiderocol an Hämodialysetagen zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Abschluss der Hämodialyse geben
  • Leberfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine Daten vorhanden

Kontraindikationen

Cefiderocol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Cefiderocol
  • Überempfindlichkeit gegen Cephalosporin-Antibiotika
  • schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Arten von Betalactam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Monobactame oder Carbapeneme)

Nebenwirkungen

Cefiderocol - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Candidiasis, einschließlich
        • orale Candidose
        • vulvovaginale Candidose
        • Candida im Urin
        • Candida-Infektion
      • Clostridioides difficile-Kolitis, einschließlich
        • pseudomembranöse Kolitis
        • Clostridioides difficile-Infektion
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit, einschließlich
        • Hautreaktionen
        • Pruritus
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag, einschließlich
        • makulöser Ausschlag
        • Ausschlag makulo-papulös
        • erythematöser Hautausschlag
        • Medikamentenausschlag
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktion an der Infusionsstelle, einschließlich
        • Schmerzen an der Infusionsstelle
        • Schmerzen an der Injektionsstelle
        • Erythem an der Infusionsstelle
        • Phlebitis an der Injektionsstelle
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alaninaminotransferase erhöht
      • Gamma-Glutamyltransferase erhöht
      • Aspartataminotransferase erhöht
      • Leberfunktion anomal, einschließlich
        • Leberfunktionstest erhöht
        • Leberenzym erhöht
        • Transaminasen erhöht
        • Leberfunktionstest anomal

Anwendungshinweise

  • i.v. Anwendung
  • als i.v. Infusion über einen Zeitraum von 3 Stunden geben
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Cefiderocol - invasiv
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Cefiderocol verzichtet werden soll / die Behandlung mit Fetcroja zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
  • nicht bekannt, ob Cefiderocol / Metabolite in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Cefiderocol - invasiv
  • aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Cefiderocol während der Schwangerschaft vermieden werden
  • bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Cefiderocol-Natrium bei Schwangeren vor
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • die Wirkung von Cefiderocol auf die Fertilität beim Menschen wurde bisher nicht untersucht
    • ausgehend von den präklinischen Daten einer Studie mit subklinischer Exposition gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Cefiderocol einen Einfluss auf die männliche oder weibliche Fertilität hat

Warnhinweise

Cefiderocol - invasiv
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • es liegen Berichte über Überempfindlichkeit gegen Cefiderocol vor
    • Patienten mit anamnestisch bekannter Überempfindlichkeit gegen Carbapeneme, Penicilline oder andere Betalactam-Antibiotika können auch überempfindlich gegen Cefiderocol sein
    • vor Einleitung einer Cefiderocol-Therapie
      • sorgfältig abklären, ob in der Vergangenheit Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betalactam-Antibiotika aufgetreten sind
    • bei Auftreten einer schweren allergischen Reaktion
      • Behandlung mit Cefiderocol sofort absetzen
      • angemessene Notfallbehandlung einleiten
  • Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö
    • es liegen Berichte über Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö nach Anwendung von Cefiderocol vor
      • der Schweregrad der Erkrankung kann von leichter Diarrhö bis hin zu einer tödlich verlaufenden Colitis reichen
    • bei Patienten, die während oder nach der Behandlung mit Cefiderocol eine Diarrhö entwickeln
      • an diese Diagnose denken
      • in einem solchen Fall erwägen, die Cefiderocol-Therapie zu beenden und unterstützende Maßnahmen sowie eine spezifische Behandlung gegen Clostridioides difficile einzuleiten
      • es sollten keine Arzneimittel mit hemmender Wirkung auf die Darmperistaltik gegeben werden
  • Krampfanfälle
    • Cephalosporine wurden mit der Auslösung von Krampfanfällen in Verbindung gebracht
    • Patienten mit bekannten Anfallsleiden
      • sollten ihre Antikonvulsiva-Therapie fortsetzen
    • Patienten, die fokalen Tremor, Myoklonus oder Krampfanfälle entwickeln
      • sollten neurologisch untersucht und mit Antikonvulsiva behandelt werden, sofern eine solche Therapie nicht bereits besteht
      • falls erforderlich, sollte die Dosis von Cefiderocol auf Grundlage der Nierenfunktion angepasst werden
        • alternativ ist Cefiderocol abzusetzen
  • Begrenzungen der vorliegenden klinischen Daten
    • in klinischen Prüfungen wurde Cefiderocol nur zur Behandlung von Patienten mit folgenden Arten von Infektionen eingesetzt:
      • komplizierte Harnwegsinfektionen
      • beatmungsassoziierte Pneumonie
      • verschiedene andere Formen von nosokomialer Pneumonie
        • HAP, Hospital-Acquired Pneumonia HCAP, Healthcare-Associated Pneumonia
      • Sepsis und Bakteriämie
        • darunter Patienten, bei denen kein primärer Infektionsherd identifiziert werden konnte
    • Anwendung von Cefiderocol zur Behandlung von Patienten mit Infektionen durch gramnegative aerobe Erreger, für die es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt, stützt sich auf
      • pharmakokinetisch-pharmakodynamische Analysen für Cefiderocol und
      • auf begrenzte klinische Daten aus einer randomisierten klinischen Prüfung, in der 80 Patienten mit Cefiderocol und 38 Patienten mit der besten verfügbaren Therapie gegen Infektionen durch Carbapenem-resistente Erreger behandelt wurden
  • Gesamtmortalität bei Patienten mit Infektionen durch Carbapenem-resistente gramnegative Bakterien
    • Ergebnisse einer randomisierten, offenen klinischen Prüfung an schwerstkranken Patienten mit Infektionen, die nachweislich oder wahrscheinlich auf Carbapenem-resistente gramnegative Bakterien zurückzuführen waren
      • höhere Gesamtmortalitätsrate bei den mit Cefiderocol behandelten Patienten, als bei Patienten, die die beste verfügbare Therapie (BAT, Best Available Therapy) erhielten
        • die höhere Gesamtmortalitätsrate unter Cefiderocol an Tag 28 betraf Patienten, die wegen nosokomialer Pneumonie, Bakteriämie und/oder Sepsis behandelt wurden [25/101 (24,8 %) vs. 9/49 (18,4 %) unter BAT; Differenz zwischen den Behandlungen: 6,4 %; 95 %-KI (-8,6; 19,2)]
        • die höhere Gesamtmortalität bei den mit Cefiderocol behandelten Patienten war bis zum Ende der Studie zu beobachten [34/101 (33,7 %) vs. 9/49 (18,4 %) unter BAT; Differenz zwischen den Behandlungen: 15,3 %; 95 %-KI (-0,2; 28,6)]
        • die Ursache der höheren Mortalität konnte nicht festgestellt werden
      • in der Cefiderocol-Gruppe bestand ein Zusammenhang zwischen der Mortalität und einer Infektion mit Acinetobacter spp
        • diese Spezies waren für die meisten Infektionen durch nichtfermentierende Bakterien (Nonfermenter) verantwortlich
      • demgegenüber war die Mortalität unter Cefiderocol bei Infektionen durch andere Nonfermenter nicht höher als unter der BAT
  • Wirkungsspektrum von Cefiderocol
    • Cefiderocol hat nur eine schwache oder gar keine Wirkung gegen die meisten grampositiven und anaeroben Erreger
    • wenn bekannt ist oder vermutet wird, dass an der Infektion auch solche Erreger beteiligt sind, müssen zusätzliche Antibiotika angewendet werden
  • Unempfindliche Erreger
    • die Anwendung von Cefiderocol kann zu einer Überbesiedelung mit unempfindlichen Erregern führen, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere angemessene Maßnahmen erforderlich machen kann
  • Überwachung der Nierenfunktion
    • in regelmäßigen Abständen sollte die Nierenfunktion kontrolliert werden, da im Verlauf der Therapie Dosisanpassungen erforderlich sein können
  • Beeinflussung von Laborergebnissen durch das Arzneimittel
    • Cefiderocol kann zu falsch-positiven Ergebnissen bei Urinstreifentests führen
      • auf Protein, Ketone oder okkultes Blut im Urin
    • positive Tests sollten durch alternative Testverfahren bestätigt werden
  • Serokonversion im Antiglobulin-Test (Coombs-Test)
    • während der Behandlung mit Cefiderocol kann es zu positiven Ergebnissen im direkten oder indirekten Coombs-Test kommen