FEVARIN 100mg

Viatris Healthcare GmbH
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Wirkstoff: Fluvoxamin →

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N3 100 ST 79,60 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Depressive Erkrankungen (Episoden einer Major-Depression)
  • Zwangsstörungen ("obsessive compulsive disorder", OCD)

Dosierung

  • Depressive Erkrankungen
    • individuelle Dosierung und Dosisanpassung
    • initial
      • 50 - 100 mg 1mal / Tag (abends)
      • Dosis innerhalb 3 - 4 Wochen nach Beginn und anschließend je nach klinischem Bedarf überprüfen; ggf. Dosisanpassung
    • empfohlene Dosis: 1 Tablette (100 mg) / Tag
    • kein ausreichendes Ansprechen nach einigen Wochen
      • allmähliche Dosissteigerung bei manchen Patienten vorteilhaft: auf 3 Tabletten (300 mg) / Tag
      • Dosierungen bis zu 150 mg können als Einzeldosis gegeben werden
      • Dosen > 150 mg in 2 - 3 Einzeldosen verabreichen
    • geringste effektive Dosis anstreben
    • Behandlungsdauer: ausreichend lange, mind. 6 Monate (um Symptomfreiheit sicherzustellen)
    • Therapieende:
      • schrittweise Dosisreduktion über 1 - 2 Wochen (Minimierung des Risikos möglicher Absetzphänomene)
      • wenn nach einer Dosisreduktion oder bei Absetzen der Behandlung Symptome auftreten, die nicht tolerierbar sind:
        • erneute Einnahme der vorhergehenden Dosis erwägen
        • anschließend Dosisreduktion nach Anweisung des Arztes fortsetzen
        • Dosisreduktion nun jedoch in kleineren Schritten
    • Dosisanpassung
      • Kinder/Jugendliche
        • Arzneimittel sollte unter 18 Jahren nicht angewendet werden
        • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wurden nicht untersucht
  • Zwangsstörungen
    • individuelle Dosierung und Dosisanpassung
    • initial: 50 mg / Tag
    • empfohlene Dosis: 1 - 3 Tabletten (100 - 300 mg) / Tag
    • kein ausreichendes Ansprechen nach einigen Wochen
      • allmähliche Dosissteigerung bei manchen Patienten vorteilhaft: auf 3 Tabletten (300 mg) / Tag
      • Dosierungen bis zu 150 mg können als Einzeldosis gegeben werden
      • Dosen > 150 mg in 2 - 3 Einzeldosen verarbreichen
    • bei gutem therapeutischen Erfolg: Dosisanpassung entsprechend dem individuellen Bedarf des Patienten
    • Behandlungsdauer
      • keine systematischen Studien zur Frage der Dauer
      • chronische Erkrankung: > 10 Wochen (wenn Patient auf Behandlung anspricht)
      • Notwendigkeit sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden
      • Langzeitwirksamkeit (> 24 Wochen): nicht nachgewiesen bei Zwangsstörungen
    • Therapieende:
      • schrittweise Dosisreduktion über 1 - 2 Wochen (Minimierung des Risikos möglicher Absetzphänomene)
      • wenn nach einer Dosisreduktion oder bei Absetzen der Behandlung Symptome auftreten, die nicht tolerierbar sind:
        • erneute Einnahme der vorhergehenden Dosis erwägen
        • anschließend Dosisreduktion nach Anweisung des Arztes fortsetzen
        • Dosisreduktion nun jedoch in kleineren Schritten
    • Dosisanpassung
      • Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche
        • initial: 25 mg / Tag
        • Dosissteigerung je nach Verträglichkeit alle 4 - 7 Tage in 25 mg - Schritten bis zur wirksamen Dosis
        • Maximaldosis: 200 mg / Tag
        • Behandlungsdauer: begrenzte Erfahrungen über Zeitraum von 10 Wochen (mit Dosierung bis zu 100 mg 2mal / Tag)

Dosisanpassung

  • Nieren- oder Leberinsuffizienz
    • niedrige Initialdosis; sorgfältige Beobachtung

Kontraindikationen

Fluvoxamin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Fluvoxamin
  • gleichzeitige Einnahme mit Tizanidin
  • gleichzeitige Einnahme mit Monoaminoxidase- Hemmern (MAO-Hemmer)
    • die Fluvoxamin-Behandlung kann begonnen werden
      • zwei Wochen nach Absetzen eines irreversiblen MAO-Hemmers oder
      • einen Tag nach Absetzen eines reversiblen MAO-Hemmers (z. B. Moclobemid, Linezolid)
        • zu Vorsichtsmaßnahmen für den Ausnahmefall der gleichzeitigen Gabe von Linezolid und Fluvoxamin siehe Rubrik Warnhinweise
    • MAO-Hemmer dürfen frühestens eine Woche nach Beendigung der Behandlung mit Fluvoxamin eingesetzt werden

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Fluvoxamin - peroral
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyperprolactinämie
      • Inadäquate ADH-Sekretion (antidiuretisches Hormon)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anorexie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyponatriämie
      • Gewichtszunahme
      • Gewichtsabnahme
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Halluzinationen
      • Verwirrtheitszustände
      • Agressionen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Manie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Suizidgedanken
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Agitiertheit
      • Nervosität
      • Ängstlichkeit
      • Schlaflosigkeit
      • Somnolenz
      • Tremor
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • extrapyramidale Symptome
      • Ataxie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Konvulsionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Serotonin-Syndrom
      • dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnliche Ereignisse
      • Parästhesie
      • Dysgeusie
      • SIADH
      • psychomotorische Unruhe/Akathisie
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Glaukom
      • Mydriasis
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Miktionsstörungen (Harnretention, Harninkontinenz, Pollakisurie, Nykturie und Enuresis eingeschlossen)
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen
      • Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • (orthostatische) Hypotension
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hämorrhagie (z.B. gastrointestinale Blutungen, vaginale Blutungen Ekchymose, Purpura)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Abdominalschmerzen
      • Obstipation
      • Diarrhoe
      • Mundtrockenheit
      • Dyspepsie
      • Nausea
        • Nausea, manchmal verbunden mit Erbrechen, häufigste Nebenwirkung in Zusammenhang mit der Fluvoxaminbehandlung
        • nimmt innerhalb der ersten zwei Behandlungswochen ab
      • Erbrechen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberfunktionsstörung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperhidrose
      • Schwitzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • kutane Hypersensitivitätsreaktionen (inkl. Angioödem, Rash, Pruritus)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Photosensibilität
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Steven-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse
      • Erythema multiforme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
      • Myalgie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Knochenbrüche (Klasseneffekt)
        • in epidemiologischen Studien, die hauptsächlich mit Patienten durchgeführt wurden, die 50 Jahre oder älter waren, wurde bei denen, die mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRIs) oder Trizyklischen Antidepressiva (TZAs) behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen beobachtet
          • der Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist nicht bekannt
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anomale (verzögerte) Ejakulation
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Galaktorrhoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anorgasmie
      • Menstruationsstörungen (wie Amenorrhoe, Hypomenorrhoe, Metrorrhagie, Menorrhagie)
      • postpartale Hämorrhagie
        • dieses Ereignis wurde für die therapeutische Klasse der SSRIs berichtet
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • Malaise
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Absetzerscheinungen inklusive neonatale Absetzerscheinungen (insbesondere, wenn der Abbruch abrupt erfolgt), einschl.
        • Schwindel
        • Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesie, Sehstörungen und Elektroschockempfinden)
        • Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensive Träume)
        • Agitation und Ängstlichkeit
        • Reizbarkeit
        • Verwirrtheit
        • emotionale Unausgewogenheit
        • Übelkeit und/oder Erbrechen
        • Durchfall
        • Schwitzen
        • Palpitationen
        • Kopfschmerzen
        • Tremor

Anwendungshinweise

  • Tabletten unzerkaut mit Wasser einnehmen
  • Aufteilung der Einnahme
    • Erwachsene
      • Dosierung bis 150 mg: als Einzeldosis, vorzugsweise abends
      • Dosierung > 150 mg: aufgeteilt auf 2 - 3 Einzeldosen
    • Zwangsstörungen bei Kindern:
      • Dosierung > 50 mg: aufgeteilt auf 2 Einzeldosen; ggf. höhere Dosierung zur Schlafenszeit

Stillzeithinweise

Fluvoxamin - peroral
  • Fluvoxamin sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • Fluvoxamin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Fluvoxamin - peroral
  • Fluvoxamin sollte nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden, es sei denn der Gesundheitszustand der Frau erfordert eine Therapie mit Fluvoxamin
  • primäre pulmonale Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN)
    • Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann
      • das beobachtete Risiko lag bei etwa 5 Fällen pro 1000 Neugeborenen
      • in der Gesamtbevölkerung treten 1 bis 2 Fälle von PPHN pro 1000 Neugeborenen auf
  • postpartale Hämorrhagie
    • Beobachtungsdaten weisen auf ein erhöhtes Risiko (weniger als das 2-fache) für eine postpartale Hämorrhagie infolge einer Exposition gegenüber SSRI innerhalb des Monats vor der Geburt hin
  • Entzugssymtpome
    • einzelne Fälle von Entzugssymptomen beim Neugeborenen sind beschrieben worden, wenn Fluvoxamin am Ende der Schwangerschaft eingenommen wurde
  • nach Exposition gegenüber SSRIs während des dritten Trimenon
    • weisen einige Neugeborene folgendes auf und könnten einen verlängerten Krankenhausaufenthalt benötigen
      • Schwierigkeiten beim Trinken und/oder beim Atmen
      • Krampfanfälle
      • wechselnde Körpertemperatur
      • Hypoglykämie
      • Tremor
      • anomalen Muskeltonus
      • extreme Nervosität
      • Zyanose
      • Reizbarkeit
      • Lethargie
      • Schläfrigkeit
      • Erbrechen
      • Schwierigkeiten beim Schlafen
      • ständiges Schreien
  • Reproduktionsstudien an Tieren
    • ergaben Hinweise auf eine erhöhte Embryotoxizität (Tod des Embryos oder Fetus, fetale Augenanomalien)
    • die Relevanz für Menschen ist unbekannt
    • die Sicherheitsspanne für die Reproduktionstoxizität ist unbekannt
  • Fertilität
    • Fluvoxamin sollte nicht von Patienten eingenommen werden, die planen Eltern zu werden, es sei denn, der Gesundheitszustand des Patienten erfordert eine Therapie mit Fluvoxamin
    • Studien zur Reproduktionstoxizität bei Tieren zeigten, dass Fluvoxamin die männliche und weibliche Fertilität beeinflusst
    • die Sicherheitsspanne für diesen Effekt ist nicht identifiziert worden
    • die Relevanz für den Menschen ist unbekannt
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten, dass Fluvoxamin die Spermienqualität beeinträchtigen kann
    • Fallberichte in Zusammenhang mit einigen SSRIs
      • haben gezeigt, dass die Wirkung auf die Spermienqualität beim Menschen reversibel ist
    • ein Einfluss auf die Fertilität beim Menschen wurde bislang nicht beobachtet
    • Patienten mit Kinderwunsch sollten nicht mit Fluvoxamin behandelt werden, es sei denn die klinische Symptomatik bedarf der Behandlung mit Fluvoxamin

Warnhinweise

Fluvoxamin - peroral
  • Hinweis
    • Fluvoxamin sollte nicht in Kombination mit Pimozid angewendet werden
  • Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung
    • depressive Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden
      • erhöhtes Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt
        • da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden
      • bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann
    • andere psychiatrische Erkrankungen, für die Fluvoxamin verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen
      • außerdem können diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major-Depression) auftreten
        • daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen
    • Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten
      • Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder - versuchen erhöht
      • sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden
  • junge Erwachsene (18 - 24 Jahre)
    • Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten < 25 Jahre, die Antidepressiva einnahmen, erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo
    • Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, v.a. der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen
      • Patienten (und deren Betreuer) auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinweisen
        • sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Fluvoxamin sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren angewendet werden, mit Ausnahme von Patienten mit Zwangsstörungen (OCD)
      • suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet, als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden
    • sollte aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen
    • darüber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Unbedenklichkeit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung
  • ältere Bevölkerung
    • Daten zu älteren Patienten geben keinen Hinweis auf klinisch signifikante Unterschiede in der üblichen Tagesdosierung im Vergleich zu jüngeren Patienten
    • dennoch sollte eine Dosissteigerung bei älteren Patienten langsamer und die Dosierung immer mit Vorsicht erfolgen
  • beeinträchtigte Nieren- und Leberfunktion
    • Patienten mit Beeinträchtigung der Leber oder Nierenfunktion sollten Behandlung mit einer niedrigen Dosierung beginnen und sorgfältig überwacht werden
    • in seltenen Fällen wurde die Behandlung mit Fluvoxamin mit einer Erhöhung der Leberenzyme in Verbindung gebracht, die im Allgemeinen von einer klinischen Symptomatik begleitet ist
      • ggf. Behandlung absetzen
  • Absetzsymptome nach Beendigung der Behandlung mit Fluvoxamin
    • empfohlen Fluvoxamin über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, je nach Bedarf des Patienten, langsam ausschleichend abzusetzen
    • Absetzerscheinungen nach Abbruch der Behandlung häufig, besonders wenn die Behandlung abrupt abgebrochen wurde
      • in klinischen Studien kam es bei ca. 12 % der mit Fluvoxamin behandelten Patienten zu Nebenwirkungen bei Behandlungsabbruch, was vergleichbar mit der Häufigkeit unter Placebo ist
      • Risiko von Absetzerscheinungen kann von mehreren Faktoren abhängen, u. a. Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduzierung
    • am häufigste berichtete Reaktionen
      • Schwindel
      • Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesie, Sehstörungen und Elektroschockempfindung)
      • Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiven Träumen)
      • Agitation
      • Reizbarkeit
      • Verwirrtheit
      • emotionale Unausgewogenheit
      • Kopfschmerzen
      • Übelkeit und/oder Erbrechen
      • Durchfall
      • Schwitzen
      • Herzklopfen
      • Tremor
      • Ängstlichkeit
    • im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig ausgeprägt, bei einigen Patienten können diese jedoch schwer sein
    • treten in der Regel innerhalb der ersten Tage nach Abbruch der Behandlung auf
      • in sehr seltenen Fällen sind diese Symptome aber auch bei Patienten aufgetreten, die versehentlich eine Dosis vergessen hatten
    • im Allgemeinen klingen diese Symptome von selbst ab, üblicherweise innerhalb von 2 Wochen
      • bei einigen Personen können diese aber auch länger anhalten (2 - 3 Monate oder mehr)
  • psychiatrische Erkrankungen
    • Fluvoxamin sollte bei Patienten mit Manie / Hypomanie in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden
    • bei allen Patienten, die in eine manische Phase kommen, sollte Fluvoxamin abgesetzt werden
  • Akathisie/psychomotorische Unruhe
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von Fluvoxamin Akathisie beobachtet, die charakterisiert ist durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit und Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit still zu sitzen oder still zu stehen
      • tritt am ehesten innerhalb der ersten Behandlungswochen auf
    • bei Patienten mit diesen Symptomen kann Dosiserhöhung nachteilige Folgen haben
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Vorsicht bei Patienten mit erhöhter Krampfbereitschaft in der Anamnese, obwohl Fluvoxamin in tierexperimentellen Studien keine pro-konvulsiven Eigenschaften zeigte
      • Patienten mit instabiler Epilepsie
        • Fluvoxamin sollte nicht eingesetzt werden
      • Patienten mit kontrollierter Epilepsie
        • sollten sorgfältig überwacht werden
      • bei dem Auftreten von epileptischen Anfällen oder einer Zunahme der Anfallshäufigkeit sollte Fluvoxamin abgesetzt werden
    • Serotonin-Syndrom, malignes neuroleptisches Syndrom
      • in seltenen Fällen über das Auftreten eines Serotonin-Syndroms oder von Ereignissen berichtet, die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnlich sind, besonders bei Kombination mit anderen serotonergen Substanzen und/oder Neuroleptika oder in Kombination mit Buprenorphin oder Buprenorphin/Naloxon
        • charakterisiert durch gemeinsames Auftreten von Symptomen wie Hyperthermie, Rigor, Myoclonus, vegetativer Instabilität mit möglicherweise schnellen Fluktuationen der Vitalzeichen, Veränderungen des Bewusstseins einschließlich Verwirrtheit, Reizbarkeit, extremer Agitiertheit fortschreitend bis zu Delirium und Koma
      • da diese Syndrome potenziell lebensbedrohlich sein können, sollte die Fluvoxamin-Behandlung beendet werden und eine unterstützende symptomatische Behandlung eingeleitet werden, falls solche Ereignisse auftreten
      • Kombination mit Linezolid
        • in Ausnahmefällen kann Linezolid (ein Antibiotikum, welches als reversibler, relativ schwacher nicht selektiver MAO-Hemmer wirkt) in Kombination mit Fluvoxamin verabreicht werden, wenn die Möglichkeit für eine intensive Beobachtung und Behandlung von Symptomen des Serotonin Syndroms und der Kontrolle des Blutdrucks vorhanden sind
        • falls Symptome auftreten, sollten Ärzte sorgfältig prüfen eine oder beide Substanzen abzusetzen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • wie auch bei anderen SSRIs (Serotoninwiederaufnahmehemmern) selten Hyponatriämie berichtet, die sich nach Absetzen von Fluvoxamin zurückbildet
      • einige Fälle waren möglicherweise auf das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) zurückzuführen
      • Mehrheit der Berichte betraf ältere Patienten
    • Blutzuckerhaushalt
      • könnte beeinflusst werden (z.B. Hyperglykämie, Hypoglykämie, verminderte Glukosetoleranz), insbesondere zu Beginn der Behandlung
      • wird Fluvoxamin einem Patienten mit bekanntem Diabetes mellitus in der Vorgeschichte verschrieben, muss Dosierung der Antidiabetika gegebenenfalls angepasst werden
  • Augenerkrankungen
    • Mydriasis im Zusammenhang mit SSRI wie z.B. Fluvoxamin berichtet
    • Patienten mit erhöhtem intraokulärem Druck oder mit Risiko eines akuten Engwinkelglaukoms
      • Verschreibung von Fluvoxamin mit Vorsicht
  • hämatologische Erkrankungen
    • für SSRIs Berichte über gastrointestinale und gynäkologische Blutungen sowie andere Blutungsanomalien der Haut oder Schleimhaut
    • Vorsicht ist bei Patienten geboten, die SSRIs einnehmen
    • SSRIs können das Risiko einer postpartalen Hämorrhagie erhöhen, v.a.
      • bei älteren Patienten
      • bei Patienten, die gleichzeitig Medikamente einnehmen, die bekanntermaßen die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen (z.B. atypische Antipsychotika und Phenothiazine, die meisten trizyklischen Antidepressiva (TZA), Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)) oder das Blutungsrisiko erhöhen
      • bei Patienten mit bekannten Blutungsstörungen und solchen mit einer Prädisposition (z. B. Thrombozytopenie oder Gerinnungsstörungen)
  • Herzerkrankungen
    • Fluvoxamin sollte nicht gleichzeitig mit Terfenadin, Astemizol oder Cisaprid angewendet werden, da die Plasmakonzentrationen erhöht sein können und dadurch ein höheres Risiko für QT-Verlängerung/Torsade de Pointes besteht
    • wegen mangelnder klinischer Erfahrung besondere Vorsicht in der Situation eines post-akuten Myokardinfarkts
  • dermatologische Auswirkung
    • schwere Hautreaktionen, einige davon mit tödlichem Ausgang, einschließlich Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse wurden unter der Einnahme von Fluvoxamin beobachtet
    • ein hohes Risiko für diese Nebenwirkung besteht am Anfang der Therapie
    • bei Auftreten von Hautreaktionen sollte Fluvoxamin sofort abgesetzt werden undder Patient einer engmaschigen Kontrolle unterzogen werden
  • Elektrokrampftherapie (EKT):
    • begrenzte klinische Erfahrungen für die gleichzeitige Anwendung von Fluvoxamin bei EKT
    • Vorsicht ist anzuraten
  • sexuelle Funktionsstörung
    • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)/SerotoninSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) können Symptome einer sexuellen Funktionsstörung verursachen
    • es wurden langanhaltende sexuelle Funktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz Absetzen der SSRI/SNRI bestehen blieben
  • Cyp 2C19 Inhibitoren
    • da Clopidogrel teilweise durch CYP2C19 zu seinem aktiven Metabolitenverstoffwechselt wird, ist zu erwarten, dass der Gebrauch von Arzneimitteln, die die Aktivität dieses Enzyms hemmen, zu einem erniedrigten Spiegel des aktiven Metaboliten von Clopidogrel führt
      • die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung ist ungewiss
      • als Vorsichtsmaßnahme sollte vom gleichzeitigen Gebrauch mit Fluvoxamin abgeraten werden