FIRDAPSE 10 mg Tabletten Amifampridine

SynCo pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Amifampridin →

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N3 100 ST 2324,00 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Symptomatische Behandlung des Lambert-Eaton-Myasthenischen Syndroms (LEMS) bei Erwachsenen

Dosierung

  • symptomatische Behandlung des Lambert-Eaton-Myasthenischen Syndroms (LEMS) bei Erwachsenen
    • Hinweis
      • Behandlung ist unter Aufsicht eines in der Behandlung der Krankheit erfahrenen Arztes einzuleiten
      • Dosis sollte aufgeteilt werden auf mehrere Einzelgaben, 3 - 4mal / Tag
      • Behandlungsabbruch
        • Wiederauftreten der Symptome von LEMS möglich
    • Anfangsdosis
      • 15 mg Amifampridin / Tag, verteilt auf 3 - 4 Einzelgaben
    • Dosiserhöhung (optional)
      • alle 4 - 5 Tage um 5 mg Amifampridin / Tag
    • Maximaldosen
      • max. 60 mg Amifampridin / Tag
      • max. 20 mg Amifampridin / Einzeldosis
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • vorsichtige Anwendung
    • Initialdosis
      • mäßige oder schwere Nierenfunktionsstörung
        • 5 mg Amifampridin 1mal / Tag
      • leichte Nierenfunktionsstörung
        • 10 mg Amifampridin / Tag (5 mg Amifampridin 2mal / Tag)
    • Dosiserhöhung
      • langsamere Titration
        • Dosissteigerung in Schritten von 5 mg Amifampridin alle 7 Tage
      • bei Auftreten von Nebenwirkungen
        • Dosissteigerung abbrechen
  • Leberinsuffizienz
    • vorsichtige Anwendung
    • Initialdosis
      • mäßige oder schwere Nierenfunktionsstörung
        • 5 mg Amifampridin 1mal / Tag
      • leichte Nierenfunktionsstörung
        • 10 mg Amifampridin / Tag (5 mg Amifampridin 2mal / Tag)
    • Dosiserhöhung
      • langsamere Titration
        • Dosissteigerung in Schritten von 5 mg Amifampridin alle 7 Tage
      • bei Auftreten von Nebenwirkungen
        • Dosissteigerung abbrechen

Kontraindikationen

Amifampridin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Amifampridin
  • Epilepsie
  • nicht kontrolliertes Asthma
  • gleichzeitige Anwendung von Sultoprid
  • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite
  • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit einem bekannten Potential für die Auslösung von QTc-Verlängerung
  • bei Patienten mit kongenitalen QT-Syndromen

Therapiehinweise

Einnahme während des Essens.

Nebenwirkungen

Amifampridin - peroral
  • das Lambert-Eaton-Myasthenische Syndrom ist eine sehr seltene genetische Störung
    • gibt aufgrund der kleinen Anzahl betroffener Patienten sehr wenig Informationen über die unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Amifampridin
    • Intensität und Inzidenz der meisten unerwünschten Wirkungen ist dosisabhängig
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schlafstörungen
      • Angstzustände
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Hypästhesie
      • Parästhesie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Konvulsionen
      • Benommenheit
      • Schläfrigkeit
      • Schwächegefühl
      • Kopfschmerzen
      • Chorea
      • Myoklonie
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzrhythmusstörungen
      • Palpitation
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • kalte Extremitäten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Raynaud-Syndrom
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Husten
      • bronchiale Hypersekretion
      • Asthma-Anfall bei asthmatischen Patienten oder Patienten mit Asthma in der Vorgeschichte
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • orale Hypästhesie
      • orale Parästhesie
      • periphere und peribuccale Parästhesien
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abdominale Schmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Epigastralgie
      • Diarrhö
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Leberenzymwerte (Transaminasen)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hyperhidrose
      • kalter Schweiß

Anwendungshinweise

  • nur zum Einnehmen
  • Einnahme der Tabletten mit den Mahlzeiten

Stillzeithinweise

Amifampridin - peroral
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Amifampridin verzichtet werden soll / die Behandlung mit Amifampridin zu unterbrechen ist
    • sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
  • nicht bekannt, ob Amifampridin in die Muttermilch ausgeschieden wird
  • tierexperimentelle Studien
    • Amifampridin in der Milch säugender Muttertiere festgestellt
    • bei der Untersuchung gesäugter neugeborener Tiere zeigten sich keine unerwünschten Wirkungen durch die Amifampridin-Exposition über die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Amifampridin - peroral
  • Amifampridin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • für Amifampridin liegen keine hinreichenden klinischen Daten über exponierte Schwangere vor
  • tierexperimentelle Studien
    • Amifampridin hat bei Kaninchen keine Wirkungen auf die Lebensfähigkeit und Entwicklung von Embryonen/Feten gezeigt, aber bei Ratten wurden mehr Muttertiere mit Totgeburten beobachtet
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • zuverlässige Verhütungsmethode während der Therapie anwenden
  • Fertilität
    • über die Wirkungen von Amifampridin auf die Reproduktionsfunktion präklinische Sicherheitsdaten vorliegend
      • keine Beeinträchtigung der Reproduktion beobachtet

Warnhinweise

Amifampridin - peroral
  • wenn die Behandlung abgebrochen wird, können bei Patienten die Symptome von LEMS auftreten
  • Leber- und Niereninsuffizienz
    • Pharmakokinetik von Amifampridin in einer Einzeldosis-Phase-I-Studie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht
    • keine Studien an Patienten mit Leberinsuffizienz durchgeführt
    • Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz müssen wegen des Risikos deutlich erhöhter Exposition gegenüber dem Arzneimittel sorgfältig überwacht werden
    • Amifampridin-Dosis ist bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz langsamer zu titrieren als bei Patienten mit normaler Nieren- und Leberfunktion
    • wenn unerwünschte Wirkungen auftreten, ist die Dosissteigerung abzubrechen
  • epileptische Anfälle
    • Exposition gegenüber Amifampridin ist mit einem erhöhten Risiko für epileptische Anfälle verbunden
    • Risiko für Anfälle ist dosisabhängig und bei Patienten mit Risikofaktoren, die die epileptische Krampfschwelle erniedrigen, erhöht
      • dazu gehört die Anwendung in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die bekanntlich die Schwelle für das Auftreten epileptischer Anfälle erniedrigen
    • wenn ein Krampfanfall auftritt, ist die Behandlung abzubrechen
  • Karzinogenitätsrisiko
    • in einer 2-jährigen Fütterungsstudie zur Karzinogenizität wurden benigne und maligne Schwannome bei mit Amifampridin behandelten Ratten beobachtet
    • Amifampridin war in einer Standard-Testreihe von In-vitro- und In-vivo-Tests nicht genotoxisch
    • Zusammenhang zwischen der Verabreichung von Amifampridin und der Entwicklung von Tumoren beim Menschen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt
    • die meisten Schwannome sind gutartig und asymptomatisch; können sich an verschiedenen Stellen bilden, sodass die klinische Präsentation vielfältig sein kann
    • Diagnose Schwannom sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die Symptome wie eine bei Palpation schmerzhafte Masse oder Symptome ähnlich einer kompressiven Neuropathie entwickeln
    • Schwannome wachsen i. A. langsam und können über Monate oder Jahre keinerlei Symptome verursachen
    • Nutzen einer fortgesetzten Behandlung mit Amifampridin sollte für alle Patienten, die an einem Schwannom erkranken, geprüft werden
    • Amifampridin sollte bei Patienten mit erhöhtem Schwannomrisiko, z.B. bei Patienten mit Vorerkrankungen wie Tumoren, Neurofibromatose Typ 2 oder Schwannomatose, mit Vorsicht eingesetzt werden
  • Kardiale Wirkungen
    • klinische und EKG-Überwachung sind bei der Einleitung der Behandlung und danach jährlich angezeigt
    • bei Zeichen und Symptomen, die auf kardiale Arrhythmien hindeuten, ist sofort ein EKG durchzuführen
  • Begleiterkrankungen
    • Patienten müssen angewiesen werden, jeden ihrer behandelnden Ärzte darüber zu informieren, dass sie dieses Arzneimittel einnehmen, da eine engmaschige Überwachung einer Begleiterkrankung, insbesondere von Asthma, erforderlich sein kann