flecadura 100mg Tabletten

Viatris Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Flecainid →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 20 ST 18,41 €
N2 50 ST 26,79 €
N3 100 ST 39,25 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung folgender Herzrhythmusstörungen:
    • schwere symptomatische supraventrikuläre Arrhythmien
    • AV-junktionale Tachykardien
    • Herzrhythmusstörungen bei WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) und ähnliche Zustände bei vorliegenden akzessorischen Leitungsbahnen
    • paroxysmales Vorhofflimmern bei Patienten mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit nach Kardioversion
      • Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen u./o. eingeschränkter linksventrikulärer Funktion sollten aufgrund des erhöhten Risikos einer proarrhythmischen Wirkung nicht mit Flecainidacetat behandelt werden; vor Kurzem erworbene Arrhythmien werden eher ansprechen
    • symptomatische anhaltende ventrikuläre Tachykardie
    • vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen und/oder nichtanhaltende ventrikuläre Tachykardie, die körperliche Einschränkungen verursachen, wenn andere Therapieformen unwirksam sind oder nicht vertragen werden
  • Hinweis: Flecainid kann zur Erhaltung eines normalen Herzrhythmus nach Konversion durch andere Mittel eingesetzt werden

Dosierung

  • Behandlung von Herzrhythmusstörungen
    • Supraventrikuläre Arrhythmien
      • initial: 50 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
      • Dosissteigerung bei Bedarf: max. 300 mg Flecainidacetat / Tag
    • Ventrikuläre Arrhythmien
      • initial: 100 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 400 mg Flecainidacetat / Tag
        • Anwendung im Normalfall nur bei kräftigen Patienten oder wenn schnelle Beherrschung der Herzrhythmusstörung notwendig
      • nach 3 - 5 Tagen schrittweise Anpassung auf die niedrigste zur Kontrolle der Rhythmusstörungen erforderliche Erhaltungsdosis
      • Dosisreduzierung u.U. bei Langzeitanwendung möglich
    • Hinweise
      • Einleitung der Behandlung stationär und in Absprache mit einem Spezialisten
      • Patienten mit einer zugrunde liegenden organischen Kardiopathie, insbesondere bei Myokardinfarkt in der Vorgeschichte
        • Behandlung nur beginnen, wenn andere, nicht zur Klasse IC gehörende Antiarrhythmika (v. a. Amiodaron) unwirksam sind oder nicht vertragen werden und wenn eine nicht-medikamentöse Behandlung (Operation, Ablation, implantierter Defibrillator) nicht angezeigt ist
      • während der Behandlung strenge ärztliche EKG-Kontrolle erforderlich
        • EKG 1mal / Monat u. Langzeit-EKG 1mal / 3 Monate
        • bei Einleitung der Behandlung und Dosiserhöhung: EKG 1mal / 2 - 4 Tage
      • Plasmaspiegel
        • 200 - 1000 ng / ml: notwendig, um den max. therapeutischen Effekt hinsichtlich der Suppression vorzeitiger ventrikulärer Kontraktionen zu erzielen
        • > 700 - 1000 ng / ml: erhöhen Wahrscheinlichkeit unerwünschter Ereignisse

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • max. Initialdosis: 100 mg Flecainidacetat 1mal / Tag oder 50 mg Flecainidacetat 2mal / Tag (Plasmaeliminationsrate kann reduziert sein)
  • Kinder < 12 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen (unzureichende Datenlage)
  • Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 35 ml / Min. / 1,73 m2)
    • max. Initialdosis: 100 mg Flecainidacetat 1mal / Tag oder 50 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
    • häufige Kontrolle der Plasmaspiegel-Kontrolle empfohlen
    • stationäre Einleitung der Behandlung empfohlen
  • Leberinsuffizienz
    • tägliche Maximaldosis: 100 mg Flecainidacetat 1mal / Tag oder 50 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
  • Patienten mit einem permanenten Schrittmacher in situ
    • vorsichtige Anwendung
    • tägliche Maximaldosis: 100 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
  • Patienten, die gleichzeitig Cimetidin oder Amiodaron anwenden
    • bei manchen Patienten Dosisreduktion erforderlich
    • tägliche Maximaldosis: 100 mg Flecainidacetat 2mal / Tag
    • Überwachung der Patienten zu Beginn und während der Erhaltungstherapie
    • während der Behandlung wird eine Kontrolle der Plasmaspiegel und eine EKG-Kontrolle in regelmäßigen Abständen (EKG 1mal / Monat und Langzeit-EKG alle 3 Monate) empfohlen
    • bei Einleitung der Behandlung und Dosiserhöhung: EKG alle 2 - 4 Tage
    • Patienten mit Dosiseinschränkungen
      • EKG-Kontrolle häufiger (zusätzlich zur regelmäßigen Kontrolle der Flecainidplasmaspiegel)
      • Dosisanpassung in Abständen von 6 - 8 Tagen
      • individuelle Dosierung durch EKG-Kontrollen in der 2. und 3. Therapiewoche überprüfen

Kontraindikationen

Flecainid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Flecainid
  • Herzinsuffizienz
  • Patienten mit anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt, die entweder asymptomatische ventrikuläre Ektopien oder asymptomatische nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardien haben
  • Patienten nach Myokardinfarkt, außer bei Patienten mit lebensbedrohenden ventrikulären Herzrhythmusstörungen
  • Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen und / oder eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (manifeste Herzinsuffizienz mit linksventrikulärem Auswurfvolumen geringer als 35 %)
  • SA-Blockierung
  • kardiogener Schock
  • schwere Bradykardie
  • Sinusknoten-Dysfunktion, AV-Block II. oder höheren Grades, (intra)atriale oder intraventrikuläre Leitungsstörungen sowie Schenkelblock oder distaler (Leitungs-)Block, falls kein (Notfall-) Herzschrittmacher implantiert ist
  • Sinusknotensyndrom oder BradykardieBradykardie-Tachykardie-Syndrom, falls kein Herzschrittmacher implantiert ist
  • Patienten mit permanentem und lang anhaltendem Vorhofflimmern, bei denen eine Konversion zum Sinusrhythmus nicht versucht wurde
  • Patienten mit hämodynamisch wirksamem Herzklappenfehler / hämodynamisch signifikanter Herzklappenerkrankung
  • gleichzeitige Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse I
  • bekanntes Brugada-Syndrom

Nebenwirkungen

Flecainid - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • normalerweise nur leichte Veränderungen
        • Leukozytopenien / Leukozytenzahl erniedrigt
        • Thrombozytopenien / Thrombozytenzahl vermindert
        • Verminderung der Erythrozytenzahl
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung antinukleärer Antikörper, mit oder ohne systemische Entzündungszeichen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • Angstzustände
      • Schlaflosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verwirrtheit
      • Amnesie
      • Halluzinationen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel (Gleichgewichtsstörungen), in der Regel vorübergehend
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Parästhesien
      • Hypästhesien
      • Ataxien
      • Synkope
      • Hautrötung (Flush)
      • vermehrtes Schwitzen, Hyperhidrosis
      • Zittern / Tremor
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyskinesie
      • Muskelzucken
      • periphere Neuropathie
      • Krampfanfälle
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Somnolenz
      • Hitzegefühl
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sehstörungen, z.B.
        • Doppeltsehen
        • Schleiersehen
        • Sehunschärfe
        • Verschwommensehen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hornhauteinlagerungen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tinnitus
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Drehschwindel / Vertigo
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • proarrhythmische Wirkungen (insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzkrankheit und / oder signifikanter Linksherzinsuffizienz)
        • ventrikuläre Arrhythmien / ventrikuläre Tachykardien, z. B.
          • Verstärkung ventrikulärer Extrasystolen
          • Frequenzanstieg frühzeitiger Ventrikelkontraktionen
          • Zunahme der Häufigkeit und des Schweregrades ventrikulärer Tachykardien
          • Kammerflimmern
        • 1:1-AV-Überleitung nach anfänglicher Verlangsamung der Vorhoftätigkeit und daraus resultierender Beschleunigung der Ventrikeltätigkeit (bei Patienten mit Vorhofflattern)
        • Verschlimmerung von Leitungsstörungen
        • AV-Blockierungen (II. und III. Grades), Schenkelblock oder SA-Block
        • Bradykardie
        • Sinusarrest
      • Auftreten oder Verschlimmerung einer Herzinsuffizienz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
      • Schmerzen im Brustkorb
      • Hypotonie
      • Myokardinfarkt
      • Palpitationen
      • atriale Tachykardien
      • Demaskierung eines bestehenden Brugada-Syndroms
      • dosisabhängige Verlängerungen des PR- und QRS-Intervalles
      • Änderung der Schrittmacher-Stimulationsschwelle
      • veränderte Reizschwelle
      • Sinuspause oder Sinusknotenstillstand und Tachykardie (AT oder VT) oder Kammerflimmern
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Atemnot, Dyspnoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • (interstitielle) Pneumonitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lungenfibrose
      • interstitielle Lungenerkrankung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Verdauungsstörungen
      • Verstopfung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
      • Geschmackstörungen
      • abdominaler Schmerz
      • Appetitverminderung
      • Flatulenz
      • Dyspepsie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte Leberenzymwerte, mit und ohne Gelbsucht
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • hepatische Dysfunktion
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Hautreaktionen / Dermatitis, einschl. Ausschlag
      • Alopezie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere Urtikaria
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lichtempfindlichkeitsreaktion
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgien
      • Myalgien (evtl. mit Fieber)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Impotenz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwäche
      • Müdigkeit
      • Fieber
      • Ödeme

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen

Stillzeithinweise

Flecainid - peroral
  • während der Behandlung mit Flecainid sollte nicht gestillt werden
  • Flecainid tritt beim Menschen in die Muttermilch über und erscheint in Konzentrationen, die denen im mütterlichen Blut entsprechen

Schwangerschaftshinweise

Flecainid - peroral
  • während der Schwangerschaft sollte Flecainid nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt, angewendet werden, da Flecainid über die Placenta in den fetalen Kreislauf übertritt
  • bisher keine oder unzureichende Daten über die Anwendung von Flecainid beim Menschen in der Schwangerschaft vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • bei einem bestimmten Kaninchenstamm Reproduktionstoxizität festgestellt
      • bei weißen Neuseeland-Kaninchen verursachten hohe Dosen von Flecainid einige fetale Missbildungen, bei Dutch-Belted-Kaninchen oder Ratten wurden jedoch keine derartigen Effekte beobachtet
      • die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist ungeklärt
  • Fertilität
    • keine Humandaten zum Einfluss von Flecainid auf die Fertilität vorliegend
    • tierexperimentelle Untersuchungen
      • zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität

Warnhinweise

Flecainid - peroral
  • Monitoring
    • bei Beginn der Therapie mit Flecainid und bei Dosisänderungen sollte sich der Patient unter EKG- und Plasmaspiegelkontrolle befinden
    • insbesondere wenn in Fällen von schweren Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen eine antiarrhythmische Therapie mit Flecainid erforderlich ist, oder aber wenn Patienten gleichzeitig mit Flecainid und Amiodaron bzw. Flecainid und Cimetidin behandelt werden, sollten die Einstellung der Therapie sowie die Dosisveränderung und die Langzeittherapie durch wiederholte EKG-Kontrollen und gleichzeitige Kontrolle des Flecainid-Plasmaspiegels erfolgen
    • Überwachung im Krankenhaus oder durch einen Spezialisten sollte ebenfalls erfolgen bei
      • Patienten mit AV-reziproker Tachykardie / AV-Konten-Reentry-Tachykardie; Arrhythmien in Zusammenhang mit einem WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) und anderen Krankheitsbildern mit akzessorischen Leitungsbahnen
      • Paroxysmales Vorhofflimmern bei Patienten mit einschränkenden Symptomen körperlicher Leistungsfähigkeit
  • vor der Flecainidbehandlung
    • sollte eine schwere Bradykardie beseitigt werden
    • sollte eine ausgeprägte Hypotonie medikamentös beseitigt werden
    • Störungen des Elektrolythaushaltes (z. B. Hypo- und Hyperkaliämie) sind auszugleichen
  • Störungen des Elektrolythaushaltes
    • sind vor der Anwendung von Flecainid auszugleichen
    • Hypokaliämie oder Hyperkaliämie können die Wirkungen von Antiarrhythmika der Klasse I beeinflussen
    • Hypokaliämie
      • bei Patienten, die Diuretika, Corticosteroide oder Laxanzien einnehmen, kann es zu einer Hypokaliämie kommen
  • bei ausgeprägter Störung der Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA III - IV bzw. LVEF kleiner 35 %)
    • Behandlung lebensbedrohender ventrikulärer Herzrhythmusstörungen mit Flecainid darf nur dann erfolgen, wenn durch zusätzliche Anwendung von Medikamenten, die die Herzleistung steigern, ein Ausgleich (medikamentöse Kompensation) durchgeführt worden ist
  • Patienten mit schwerer Einschränkung der Leber- und Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 35 ml/min/1,73 qm)
    • Flecainid darf nur nach kritischer Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
    • Therapie-Überwachug empfehlenswert, Kontrolle der Plasmaspiegel bei diesen Patienten dringend empfohlen
    • Plasmaelimination kann erheblich verzögert sein
  • endokardiale Reizschwelle, Patienten mit Herzschrittmacher
    • bekannt, dass Flecainid die endokardiale Reizschwelle erhöht, d.h. die endokardiale Reizempfindlichkeit sinkt
      • Wirkung ist reversibel und bei akuten Herzschrittmacheranwendungen ausgeprägter als bei chronischen
    • Flecainid hat eine selektive Wirkung, die die Refraktärperiode der anterograden und insbesondere der retrograden Erregungsleitung verlängert
      • bei den meisten Patienten zeigt sich diese Wirkung im EKG als Verbreiterung des QRS-Komplexes von 12 - 20 % und Verlängerung des QTc-Intervalls und folglich in einer nur geringfügigen Beeinflussung des JT-Intervalls
        • jedoch Verlängerungen des JT-Intervalls von bis zu 4 % beschrieben
      • Wirkung jedoch weniger ausgeprägt als bei den Antiarrhythmika der Klasse Ia
    • Patienten mit permanentem oder temporärem Schrittmacher
      • Anwendung nur mit Vorsicht
    • Patienten mit bestehender, schlecht eingestellter Reizschwelle oder nicht programmierbarem Schrittmacher
      • Anwendung nur, wenn ein für Notfälle geeigneter Schrittmacher bereit steht
    • im Allgemeinen ist eine Verdopplung der Impulsstärke oder der Spannung ausreichend, um die Schrittmacherfunktion wiederherzustellen
      • kann jedoch unter Flecainid schwierig sein, zum Zeitpunkt der initialen Implantation ventrikuläre Reizschwellen von weniger als 1 Volt zu erzielen
  • Patienten mit Prädisposition zur Herzinsuffizienz
    • geringfügig negativ inotrope Wirkung von Flecainid kann bei Patienten mit Prädisposition zur Herzinsuffizienz von Bedeutung sein
    • Schwierigkeiten bei der Defibrillation v.a. bei vorbestehender Herzerkrankung mit Herzvergrößerung, Myokardinfarkt in der Vorgeschichte, arteriosklerotischen Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz beschrieben
  • Proarrhythmische Wirkungen (insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzkrankheit und / oder signifikanter Linksherzinsuffizienz)
    • wie andere Antiarrhythmika kann auch Flecainid proarrhythmische Wirkungen zeigen
      • d. h. Schweregrad oder Frequenz einer bestehenden Arrhythmie können zunehmen
      • auch neue Herzrhythmusstörungen können ausgelöst werden
    • kann zu einer starken Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes führen
    • bei Anwendung v.a. hoher Dosierungen von Flecainid Möglichkeit einer Zunahme der Herzrhythmusstörungen oder der Herzschlagfolge
    • Flecainid sollte nicht angewendet werden
      • bei Patienten mit struktureller (organischer) Herzerkrankung oder gestörter linksventrikulärer Funktion
    • Flecainid sollte mit Vorsicht angewendet werden
      • bei Patienten mit akutem Vorhofflimmern nach Herzoperation
    • groß angelegte placebokontrollierte klinische Studie
      • hat gezeigt, dass eine orale Flecainid-Therapie bei Patienten nach Myokardinfarkt und mit asymptomatischen Herzrhythmusstörungen die Mortalitätsrate und die Anzahl der Patienten mit nicht tödlich verlaufendem Herzstillstand im Vergleich zu Placebo um das 2,2fache erhöht
      • in dieser Studie wurde eine noch höhere Mortalität unter Flecainid bei Patienten mit mehr als einem Myokardinfarkt beobachtet
      • es wurde gezeigt, dass Flecainid bei Patienten nach Myokardinfarkt und mit asymptomatischen ventrikulären Arrhythmien das Mortalitätsrisiko erhöht
      • es wurden keine vergleichbaren placebokontrollierten klinischen Studien durchgeführt, um festzustellen, ob Flecainid bei anderen Patientengruppen mit einem höheren Risiko für Todesfälle einhergeht
    • Auftreten sowohl ventrikulärer Arrhythmien und ventrikulärer Tachykardien beobachtet, z.B.
      • Verstärkung ventrikulärer Extrasystolen
      • Frequenzanstieg frühzeitiger Ventrikelkontraktionen
      • Zunahme der Häufigkeit und des Schweregrades ventrikulärer Tachykardien
      • Kammerflimmern
    • bei Patienten mit Vorhofflattern kam es unter Flecainid zu 1 : 1-AV-Überleitung nach anfänglicher Verlangsamung der Vorhoftätigkeit und daraus resultierender Beschleunigung der Ventrikeltätigkeit
      • Leitungsstörungen können sich unter der Behandlung mit Flecainid verschlimmern
        • AV-Blockierungen (II. und III. Grades), Schenkelblock oder SA-Block beobachtet
        • in diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden
    • Bradykardie oder Sinusarrest kann auftreten
    • Behandlung mit Flecainid kann eine Herzinsuffizienz verursachen
      • eine vorher unauffällige Herzinsuffizienz (latente Herzinsuffizienz, NYHA I) kann sich unter Flecainid verschlechtern (klinische Manifestation)
      • in einem solchen Fall ist eine Dosisreduktion oder die zusätzliche Gabe von Medikamenten, die die Herzleistung steigern (medikamentöse Kompensation), erforderlich
  • Brugada-Syndrom
    • Brugada-Syndrom kann durch die Behandlung mit Flecainid demaskiert werden
    • im Falle von EKG-Veränderungen während der Behandlung mit Flecainid, die auf ein Brugada-Syndrom hindeuten könnten, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung gezogen werden
  • ältere Patienten
    • Eliminationsrate von Flecainid aus dem Plasma kann bei älteren Patienten verringert sein
    • sollte beim Einstellen der Dosierung berücksichtigt werden
  • Milchprodukte (Milch, Säuglingsnahrung und möglichweise Joghurt) können die Absorption von Flecainid bei Kindern und Säuglingen verringern
    • Flecainid nicht zugelassen zur Anwendung bei Kindern < 12 Jahre, da keine ausreichenden Daten für die Anwendung in dieser Altersgruppe vorliegen
    • dennoch wurde über eine Toxizität von Flecainid bei der Behandlung von Kindern, die ihre Milchaufnahme verringerten, berichtet, sowie bei Säuglingen, deren Ernährung von Milch- auf Dextroseprodukte umgestellt wurde
  • Umstellung eines Patienten auf eine andere Formulierung
    • als Wirkstoff mit einer geringen therapeutischen Breite ist bei der Anwendung von Flecainid Vorsicht geboten und bei der Umstellung eines Patienten auf eine andere Formulierung eine engmaschige Überwachung erforderlich
  • Lebensverlängerung
    • bei der Anwendung berücksichtigen, dass bisher für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nachgewiesen werden konnte, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlängerung bewirkt