Flecainidacetat STADA 100 mg Tabletten
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| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
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| N2 | 50 ST | 22,67 € |
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Indikation
- AV-Knoten-Reentry-Tachykardie; Arrhythmien bei Wolff-Parkinson-White-Syndrom und ähnliche Zustände akzessorischer Leitungsbahnen, wenn andere Behandlungen unwirksam waren
- schwere symptomatische und lebensbedrohliche paroxysmale ventrikuläre Arrhythmien, die auf andere Therapieformen nicht angesprochen haben oder wenn andere Behandlungen nicht vertragen wurden
- paroxysmale atriale Arrhythmien (Vorhofflimmern, Vorhofflattern und atriale Tachykardie) bei Patienten mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit nach Kardioversion, vorausgesetzt dass aufgrund der Schwere der klinischen Symptome eindeutig eine Behandlung erforderlich ist, wenn andere Behandlungen unwirksam waren
- Patienten mit struktureller Herzerkrankung und/oder eingeschränkter linksventrikulärer Funktion sollten aufgrund des erhöhten Risikos einer proarrhythmischen Wirkung von der Behandlung ausgeschlossen werden
Dosierung
- allgemein
- Therapiebeginn und Dosisänderungen unter ärztlicher Beobachtung und EKG-Kontrolle und Kontrolle der Plasmaspiegel
- alle 2 - 4 Tage ein EKG durchführen
- während Behandlung ist strenge EKG-Kontrolle und Kontrolle der Plasmaspiegel in regelmäßigen Abständen erforderlich
- EKG 1mal / Monat und Langzeit-EKG alle 3 Monate
- bei Patienten mit Dosiseinschränkungen unter Flecainid
- häufige EKG-Kontrolle (zusätzlich zur regelmäßigen Kontrolle der Flecainid-Plasmaspiegel)
- Dosisanpassung in Abständen von 6 - 8 Tagen
- individuelle Dosierung durch EKG-Kontrollen in der 2. und 3. Therapiewoche überprüfen
- Plasmaspiegel
- um max. therapeutischen Effekt hinsichtlich Suppression vorzeitiger ventrikulärer Kontraktionen zu erzielen: Plasmaspiegel von 200 - 1000 ng / ml notwendig
- Plasmaspiegel > 700 - 1000 ng / ml erhöhen Wahrscheinlichkeit unerwünschter Wirkungen
- bei bestimmten Patienten ggf. stationäre Aufnahme erforderlich, insbes. bei Patienten mit lebensbedrohenden ventrikulären Arrhythmien
- klin. Entscheidung über Einleitung einer Flecainidbehandlung unter Leitung eines Spezialisten
- bei Patienten mit zugrunde liegender organischer Kardiopathie und insbes. bei Patienten mit Myokardinfarkt in der Vorgeschichte Flecainidbehandlung nur beginnen, wenn andere, nicht zur Klasse Ic gehörende Antiarrhythmika (v. a. Amiodaron) unwirksam sind oder nicht vertragen werden, und wenn nicht-medikamentöse Behandlung (Operation, Ablatio, implantierter Defibrillator) nicht angezeigt ist
- Therapiebeginn und Dosisänderungen unter ärztlicher Beobachtung und EKG-Kontrolle und Kontrolle der Plasmaspiegel
- supraventrikuläre Arrhythmien
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 Jahre)
- initial: 50 mg Flecainid 2mal / Tag (die meisten Patienten sind mit dieser Dosis gut eingestellt)
- Dosissteigerung, optional: auf max. 300 mg / Tag
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 Jahre)
- ventrikuläre Arrhythmien
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 Jahre)
- initial: 100 mg Flecainid 2mal / Tag
- tägliche Maximaldosis: 400 mg Flecainid
- Anwendung ist normalerweise kräftigen Patienten vorbehalten oder wenn schnelle Beherrschung der Herzrhythmusstörung notwendig ist
- nach 3 - 5 Tagen schrittweise Anpassung auf niedrigste zur Kontrolle der Rhythmusstörung erforderliche Erhaltungsdosis
- Dosisreduktion evtl. bei Langzeitanwendung möglich
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 Jahre)
Dosisanpassung
- Niereninsuffizienz
- signifikant (Kreatinin-Clearance </= 35 ml / min. / 1,73 m2)
- initial: max. 100 mg Flecainid 1mal / Tag oder 50 mg Flecainid 2mal / Tag
- häufige Kontrolle der Plasmaspiegel wird dringend empfohlen
- Dosiserhöhung, optional: vorsichtig, abhängig von Wirkung und Verträglichkeit
- nach 6 - 7 Tagen kann Dosis abhängig von Wirkung und Verträglichkeit angepasst werden
- evtl. sehr niedrige Flecainid-Clearance und damit verlängerte Halbwertzeit (60 - 70 Std.)
- signifikant (Kreatinin-Clearance </= 35 ml / min. / 1,73 m2)
- Leberinsuffizienz
- engmaschig überwachen
- tägliche Maximaldosis: 100 mg Flecainid 1mal oder 50 mg Flecainid 2mal
- ältere Patienten
- initial: max. 100 mg Flecainid 1mal / Tag oder 50 mg Flecainid 2mal / Tag
- Plasmaeliminationsrate evtl. reduziert; dies bei Dosisanpassungen berücksichtigen
- tägliche Maximaldosis: 300 mg Flecainid / Tag
- Kinder (< 12 Jahre)
- Anwendung nicht empfohlen (unzureichende Daten zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit)
- Patienten mit einem permanenten Herzschrittmacher in situ
- vorsichtige Behandlung
- max. Dosis: 100 mg Flecainid 2mal / Tag
- gleichzeitige Therapie mit Cimetidin oder Amiodaron
- engmaschige Überwachung
- evtl. Dosisreduktion erforderlich
- max. Dosis: 100 mg Flecainid 2mal / Tag
- Patienten zu Beginn der Behandlung sowie während Erhaltungstherapie überwachen
Kontraindikationen
Flecainid - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Flecainid
- Herzinsuffizienz
- Patienten mit anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt, die entweder asymptomatische ventrikuläre Ektopien oder asymptomatische nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardien haben
- Patienten nach Myokardinfarkt, außer bei Patienten mit lebensbedrohenden ventrikulären Herzrhythmusstörungen
- Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen und / oder eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (manifeste Herzinsuffizienz mit linksventrikulärem Auswurfvolumen geringer als 35 %)
- SA-Blockierung
- kardiogener Schock
- schwere Bradykardie
- Sinusknoten-Dysfunktion, AV-Block II. oder höheren Grades, (intra)atriale oder intraventrikuläre Leitungsstörungen sowie Schenkelblock oder distaler (Leitungs-)Block, falls kein (Notfall-) Herzschrittmacher implantiert ist
- Sinusknotensyndrom oder BradykardieBradykardie-Tachykardie-Syndrom, falls kein Herzschrittmacher implantiert ist
- Patienten mit permanentem und lang anhaltendem Vorhofflimmern, bei denen eine Konversion zum Sinusrhythmus nicht versucht wurde
- Patienten mit hämodynamisch wirksamem Herzklappenfehler / hämodynamisch signifikanter Herzklappenerkrankung
- gleichzeitige Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse I
- bekanntes Brugada-Syndrom
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Flecainid - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- normalerweise nur leichte Veränderungen
- Leukozytopenien / Leukozytenzahl erniedrigt
- Thrombozytopenien / Thrombozytenzahl vermindert
- Verminderung der Erythrozytenzahl
- normalerweise nur leichte Veränderungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erhöhung antinukleärer Antikörper, mit oder ohne systemische Entzündungszeichen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Depression
- Angstzustände
- Schlaflosigkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verwirrtheit
- Amnesie
- Halluzinationen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Schwindel (Gleichgewichtsstörungen), in der Regel vorübergehend
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- Parästhesien
- Hypästhesien
- Ataxien
- Synkope
- Hautrötung (Flush)
- vermehrtes Schwitzen, Hyperhidrosis
- Zittern / Tremor
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Dyskinesie
- Muskelzucken
- periphere Neuropathie
- Krampfanfälle
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Somnolenz
- Hitzegefühl
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Augenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Sehstörungen, z.B.
- Doppeltsehen
- Schleiersehen
- Sehunschärfe
- Verschwommensehen
- Sehstörungen, z.B.
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Hornhauteinlagerungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Tinnitus
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Drehschwindel / Vertigo
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- proarrhythmische Wirkungen (insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzkrankheit und / oder signifikanter Linksherzinsuffizienz)
- ventrikuläre Arrhythmien / ventrikuläre Tachykardien, z. B.
- Verstärkung ventrikulärer Extrasystolen
- Frequenzanstieg frühzeitiger Ventrikelkontraktionen
- Zunahme der Häufigkeit und des Schweregrades ventrikulärer Tachykardien
- Kammerflimmern
- 1:1-AV-Überleitung nach anfänglicher Verlangsamung der Vorhoftätigkeit und daraus resultierender Beschleunigung der Ventrikeltätigkeit (bei Patienten mit Vorhofflattern)
- Verschlimmerung von Leitungsstörungen
- AV-Blockierungen (II. und III. Grades), Schenkelblock oder SA-Block
- Bradykardie
- Sinusarrest
- ventrikuläre Arrhythmien / ventrikuläre Tachykardien, z. B.
- Auftreten oder Verschlimmerung einer Herzinsuffizienz
- proarrhythmische Wirkungen (insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzkrankheit und / oder signifikanter Linksherzinsuffizienz)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzstillstand
- Schmerzen im Brustkorb
- Hypotonie
- Myokardinfarkt
- Palpitationen
- atriale Tachykardien
- Demaskierung eines bestehenden Brugada-Syndroms
- dosisabhängige Verlängerungen des PR- und QRS-Intervalles
- Änderung der Schrittmacher-Stimulationsschwelle
- veränderte Reizschwelle
- Sinuspause oder Sinusknotenstillstand und Tachykardie (AT oder VT) oder Kammerflimmern
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Atemnot, Dyspnoe
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- (interstitielle) Pneumonitis
- ohne Häufigkeitsangabe
- Lungenfibrose
- interstitielle Lungenerkrankung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Verdauungsstörungen
- Verstopfung
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Mundtrockenheit
- Geschmackstörungen
- abdominaler Schmerz
- Appetitverminderung
- Flatulenz
- Dyspepsie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- erhöhte Leberenzymwerte, mit und ohne Gelbsucht
- ohne Häufigkeitsangabe
- hepatische Dysfunktion
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hautausschlag
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- allergische Hautreaktionen / Dermatitis, einschl. Ausschlag
- Alopezie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- schwere Urtikaria
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lichtempfindlichkeitsreaktion
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Arthralgien
- Myalgien (evtl. mit Fieber)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Impotenz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwäche
- Müdigkeit
- Fieber
- Ödeme
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- Tabletten nüchtern oder 1 Std. vor dem Essen einnehmen (um zu vermeiden, dass Nahrung Resorption beeinträchtigt)
Stillzeithinweise
Flecainid - peroral
- während der Behandlung mit Flecainid sollte nicht gestillt werden
- Flecainid tritt beim Menschen in die Muttermilch über und erscheint in Konzentrationen, die denen im mütterlichen Blut entsprechen
Schwangerschaftshinweise
Flecainid - peroral
- während der Schwangerschaft sollte Flecainid nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt, angewendet werden, da Flecainid über die Placenta in den fetalen Kreislauf übertritt
- bisher keine oder unzureichende Daten über die Anwendung von Flecainid beim Menschen in der Schwangerschaft vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- bei einem bestimmten Kaninchenstamm Reproduktionstoxizität festgestellt
- bei weißen Neuseeland-Kaninchen verursachten hohe Dosen von Flecainid einige fetale Missbildungen, bei Dutch-Belted-Kaninchen oder Ratten wurden jedoch keine derartigen Effekte beobachtet
- die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist ungeklärt
- bei einem bestimmten Kaninchenstamm Reproduktionstoxizität festgestellt
- Fertilität
- keine Humandaten zum Einfluss von Flecainid auf die Fertilität vorliegend
- tierexperimentelle Untersuchungen
- zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität
Warnhinweise
Flecainid - peroral
- Monitoring
- bei Beginn der Therapie mit Flecainid und bei Dosisänderungen sollte sich der Patient unter EKG- und Plasmaspiegelkontrolle befinden
- insbesondere wenn in Fällen von schweren Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen eine antiarrhythmische Therapie mit Flecainid erforderlich ist, oder aber wenn Patienten gleichzeitig mit Flecainid und Amiodaron bzw. Flecainid und Cimetidin behandelt werden, sollten die Einstellung der Therapie sowie die Dosisveränderung und die Langzeittherapie durch wiederholte EKG-Kontrollen und gleichzeitige Kontrolle des Flecainid-Plasmaspiegels erfolgen
- Überwachung im Krankenhaus oder durch einen Spezialisten sollte ebenfalls erfolgen bei
- Patienten mit AV-reziproker Tachykardie / AV-Konten-Reentry-Tachykardie; Arrhythmien in Zusammenhang mit einem WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) und anderen Krankheitsbildern mit akzessorischen Leitungsbahnen
- Paroxysmales Vorhofflimmern bei Patienten mit einschränkenden Symptomen körperlicher Leistungsfähigkeit
- vor der Flecainidbehandlung
- sollte eine schwere Bradykardie beseitigt werden
- sollte eine ausgeprägte Hypotonie medikamentös beseitigt werden
- Störungen des Elektrolythaushaltes (z. B. Hypo- und Hyperkaliämie) sind auszugleichen
- Störungen des Elektrolythaushaltes
- sind vor der Anwendung von Flecainid auszugleichen
- Hypokaliämie oder Hyperkaliämie können die Wirkungen von Antiarrhythmika der Klasse I beeinflussen
- Hypokaliämie
- bei Patienten, die Diuretika, Corticosteroide oder Laxanzien einnehmen, kann es zu einer Hypokaliämie kommen
- bei ausgeprägter Störung der Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA III - IV bzw. LVEF kleiner 35 %)
- Behandlung lebensbedrohender ventrikulärer Herzrhythmusstörungen mit Flecainid darf nur dann erfolgen, wenn durch zusätzliche Anwendung von Medikamenten, die die Herzleistung steigern, ein Ausgleich (medikamentöse Kompensation) durchgeführt worden ist
- Patienten mit schwerer Einschränkung der Leber- und Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 35 ml/min/1,73 qm)
- Flecainid darf nur nach kritischer Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
- Therapie-Überwachug empfehlenswert, Kontrolle der Plasmaspiegel bei diesen Patienten dringend empfohlen
- Plasmaelimination kann erheblich verzögert sein
- endokardiale Reizschwelle, Patienten mit Herzschrittmacher
- bekannt, dass Flecainid die endokardiale Reizschwelle erhöht, d.h. die endokardiale Reizempfindlichkeit sinkt
- Wirkung ist reversibel und bei akuten Herzschrittmacheranwendungen ausgeprägter als bei chronischen
- Flecainid hat eine selektive Wirkung, die die Refraktärperiode der anterograden und insbesondere der retrograden Erregungsleitung verlängert
- bei den meisten Patienten zeigt sich diese Wirkung im EKG als Verbreiterung des QRS-Komplexes von 12 - 20 % und Verlängerung des QTc-Intervalls und folglich in einer nur geringfügigen Beeinflussung des JT-Intervalls
- jedoch Verlängerungen des JT-Intervalls von bis zu 4 % beschrieben
- Wirkung jedoch weniger ausgeprägt als bei den Antiarrhythmika der Klasse Ia
- bei den meisten Patienten zeigt sich diese Wirkung im EKG als Verbreiterung des QRS-Komplexes von 12 - 20 % und Verlängerung des QTc-Intervalls und folglich in einer nur geringfügigen Beeinflussung des JT-Intervalls
- Patienten mit permanentem oder temporärem Schrittmacher
- Anwendung nur mit Vorsicht
- Patienten mit bestehender, schlecht eingestellter Reizschwelle oder nicht programmierbarem Schrittmacher
- Anwendung nur, wenn ein für Notfälle geeigneter Schrittmacher bereit steht
- im Allgemeinen ist eine Verdopplung der Impulsstärke oder der Spannung ausreichend, um die Schrittmacherfunktion wiederherzustellen
- kann jedoch unter Flecainid schwierig sein, zum Zeitpunkt der initialen Implantation ventrikuläre Reizschwellen von weniger als 1 Volt zu erzielen
- bekannt, dass Flecainid die endokardiale Reizschwelle erhöht, d.h. die endokardiale Reizempfindlichkeit sinkt
- Patienten mit Prädisposition zur Herzinsuffizienz
- geringfügig negativ inotrope Wirkung von Flecainid kann bei Patienten mit Prädisposition zur Herzinsuffizienz von Bedeutung sein
- Schwierigkeiten bei der Defibrillation v.a. bei vorbestehender Herzerkrankung mit Herzvergrößerung, Myokardinfarkt in der Vorgeschichte, arteriosklerotischen Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz beschrieben
- Proarrhythmische Wirkungen (insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzkrankheit und / oder signifikanter Linksherzinsuffizienz)
- wie andere Antiarrhythmika kann auch Flecainid proarrhythmische Wirkungen zeigen
- d. h. Schweregrad oder Frequenz einer bestehenden Arrhythmie können zunehmen
- auch neue Herzrhythmusstörungen können ausgelöst werden
- kann zu einer starken Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes führen
- bei Anwendung v.a. hoher Dosierungen von Flecainid Möglichkeit einer Zunahme der Herzrhythmusstörungen oder der Herzschlagfolge
- Flecainid sollte nicht angewendet werden
- bei Patienten mit struktureller (organischer) Herzerkrankung oder gestörter linksventrikulärer Funktion
- Flecainid sollte mit Vorsicht angewendet werden
- bei Patienten mit akutem Vorhofflimmern nach Herzoperation
- groß angelegte placebokontrollierte klinische Studie
- hat gezeigt, dass eine orale Flecainid-Therapie bei Patienten nach Myokardinfarkt und mit asymptomatischen Herzrhythmusstörungen die Mortalitätsrate und die Anzahl der Patienten mit nicht tödlich verlaufendem Herzstillstand im Vergleich zu Placebo um das 2,2fache erhöht
- in dieser Studie wurde eine noch höhere Mortalität unter Flecainid bei Patienten mit mehr als einem Myokardinfarkt beobachtet
- es wurde gezeigt, dass Flecainid bei Patienten nach Myokardinfarkt und mit asymptomatischen ventrikulären Arrhythmien das Mortalitätsrisiko erhöht
- es wurden keine vergleichbaren placebokontrollierten klinischen Studien durchgeführt, um festzustellen, ob Flecainid bei anderen Patientengruppen mit einem höheren Risiko für Todesfälle einhergeht
- Auftreten sowohl ventrikulärer Arrhythmien und ventrikulärer Tachykardien beobachtet, z.B.
- Verstärkung ventrikulärer Extrasystolen
- Frequenzanstieg frühzeitiger Ventrikelkontraktionen
- Zunahme der Häufigkeit und des Schweregrades ventrikulärer Tachykardien
- Kammerflimmern
- bei Patienten mit Vorhofflattern kam es unter Flecainid zu 1 : 1-AV-Überleitung nach anfänglicher Verlangsamung der Vorhoftätigkeit und daraus resultierender Beschleunigung der Ventrikeltätigkeit
- Leitungsstörungen können sich unter der Behandlung mit Flecainid verschlimmern
- AV-Blockierungen (II. und III. Grades), Schenkelblock oder SA-Block beobachtet
- in diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden
- Leitungsstörungen können sich unter der Behandlung mit Flecainid verschlimmern
- Bradykardie oder Sinusarrest kann auftreten
- Behandlung mit Flecainid kann eine Herzinsuffizienz verursachen
- eine vorher unauffällige Herzinsuffizienz (latente Herzinsuffizienz, NYHA I) kann sich unter Flecainid verschlechtern (klinische Manifestation)
- in einem solchen Fall ist eine Dosisreduktion oder die zusätzliche Gabe von Medikamenten, die die Herzleistung steigern (medikamentöse Kompensation), erforderlich
- wie andere Antiarrhythmika kann auch Flecainid proarrhythmische Wirkungen zeigen
- Brugada-Syndrom
- Brugada-Syndrom kann durch die Behandlung mit Flecainid demaskiert werden
- im Falle von EKG-Veränderungen während der Behandlung mit Flecainid, die auf ein Brugada-Syndrom hindeuten könnten, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung gezogen werden
- ältere Patienten
- Eliminationsrate von Flecainid aus dem Plasma kann bei älteren Patienten verringert sein
- sollte beim Einstellen der Dosierung berücksichtigt werden
- Milchprodukte (Milch, Säuglingsnahrung und möglichweise Joghurt) können die Absorption von Flecainid bei Kindern und Säuglingen verringern
- Flecainid nicht zugelassen zur Anwendung bei Kindern < 12 Jahre, da keine ausreichenden Daten für die Anwendung in dieser Altersgruppe vorliegen
- dennoch wurde über eine Toxizität von Flecainid bei der Behandlung von Kindern, die ihre Milchaufnahme verringerten, berichtet, sowie bei Säuglingen, deren Ernährung von Milch- auf Dextroseprodukte umgestellt wurde
- Umstellung eines Patienten auf eine andere Formulierung
- als Wirkstoff mit einer geringen therapeutischen Breite ist bei der Anwendung von Flecainid Vorsicht geboten und bei der Umstellung eines Patienten auf eine andere Formulierung eine engmaschige Überwachung erforderlich
- Lebensverlängerung
- bei der Anwendung berücksichtigen, dass bisher für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nachgewiesen werden konnte, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlängerung bewirkt