FLUANXOL DEPOT 2% B

Docpharm GmbH
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Wirkstoff: Flupentixol →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 1 ML 16,01 €
N3 5X1 ML 30,80 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Langzeitbehandlung und Rezidivprophylaxe schizophrener Psychosen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 20 mg Flupentixoldecanoat (Ester), entsprechend 14,76 mg Flupentixol

  • Langzeitbehandlung und Rezidivprophylaxe schizophrener Psychosen
    • Dosierung nach Art und Schwere der Erkrankung und individueller Reaktionslage
    • Bestimmung der Dosierung und der zeitlichen Abstände der Injektion durch den behandelnden Arzt
    • 0,5 - 3 ml (10 - 60 mg Flupentixoldecanoat) in Abständen von 2 - 4 Wochen
      • höhere Dosierungen: andere Darreichungsformen verfügbar
    • Behandlungsdauer
      • Monate bzw. Jahre (dabei niedrigste notwendige Erhaltungsdosis anstreben)
      • nach einer längerfristigen Therapie
        • Dosisreduktion in sehr kleinen Schritten über einen großen Zeitraum hinweg und in einem engmaschigen Kontakt zwischen Arzt und Patient
    • ältere Patienten
      • Dosierungen im unteren Bereich der Dosierungsempfehlungen wählen
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • keine Anwendung
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • sorgfältige Dosierung und Serumspiegelbestimmung angeraten

Kontraindikationen

Flupentixol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Flupentixoldecanoat (Ester)
  • Überempfindlichkeit gegen Neuroleptika vom Phenothiazin- und Thioxanthentyp
  • akute Alkohol-, Opiat-, Hypnotika- oder Psychopharmakaintoxikation
  • Patienten im Kreislaufschock oder im Koma
  • bei intramuskulärer Injektion von Flupentixol
    • kontraindiziert bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder unter der Therapie mit oralen Antikoagulanzien (z.B. Phenprocoumon, Warfarin)

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Flupentixol - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agranulozytose
      • Leukopenie
      • Thrombozytopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Eosinophilie
      • Panzytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktion
      • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperprolaktinämie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtszunahme
      • gesteigerter Appetit
      • Appetitverlust
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperglykämie
      • gestörte Glukosetoleranz
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Abnahme der Libido
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unruhe
      • Schlafstörungen
      • Erregung
      • depressive Verstimmung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Reaktivierung bzw. Verschlechterung psychotischer Prozesse
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • extrapyramidal-motorische Symptome (in diesen Fällen Dosisreduktion und / oder die Gabe eines Antiparkinsonmittels, ggf. als i.v.-Injektion, erforderlich)
        • Frühdyskinesien (Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur)
        • Parkinsonsyndrom (Hypomimie, Tremor, Rigor, Akinese, Hypersalivation)
        • Akathisie (Unfähigkeit, sitzen zu bleiben, Bewegungsdrang)
        • Hyperkinesie
        • Hypokinesie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dystonie
      • Schwindelgefühl
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Benommenheit
      • Lethargie
      • delirante Symptome (insbesondere unter Kombination mit anticholinerg wirksamen Substanzen)
      • zerebrale Krampfanfälle
      • Regulationsstörungen der Körpertemperatur
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohliches malignes Neuroleptika-Syndrom (sofortiges Absetzen der Medikation und intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich)
        • Fieber > 40 °C
        • Muskelstarre
        • vegetative Entgleisung mit Herzjagen und Bluthochdruck
        • Bewusstseinstrübung bis Koma
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Manifestation von Spätdyskinesien (nach zumeist längerer und hochdosierter Therapie)
        • anhaltende - vielfach irreversible - hyperkinetische Syndrome mit abnormen unwillkürlichen Bewegungen, vor allem im Bereich von Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, aber auch athetoide, dystone und ballistische Bewegungen der Extremitäten
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abnormales Sehen
      • Akkommodationsstörungen
      • vermehrter Tränenfluss
      • Erhöhung des Augeninnendrucks
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pigment-, Kornea- und Linseneinlagerungen
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Tachykardie
        • insbesondere zu Behandlungsbeginn und bei Patienten mit Phäochromozytom, cerebrovaskulärer, renaler oder kardialer Insuffizienz
      • EKG-Veränderungen (Störungen der Erregungsausbreitung und -rückbildung)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzrasen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verlängerung des QT-Intervalls im EKG
      • ventrikuläre Arrhythmien (Kammerflimmern, Kammertachykardie, Torsade de Pointes, plötzliche Todesfälle unklarer Genese)
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • orthostatische Dysregulation
      • Hypotonie
        • insbesondere zu Behandlungsbeginn und bei Patienten mit Phäochromozytom, cerebrovaskulärer, renaler oder kardialer Insuffizienz
        • bei schwerer Hypotension müssen entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet werden
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hitzewallung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thromboembolien (einschließlich Fällen von Lungenembolie und Fällen von tiefer Venenthrombose)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
      • Gefühl der verstopften Nase
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Mundtrockenheit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspepsie
      • Obstipation
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unterleibsschmerzen
      • Blähungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohlicher paralytischer Ileus
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • passagere Leberfunktionsstörungen
      • Abflussstörungen der Galle
      • Gelbsucht
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dermatitis
      • allergische Hautreaktionen
      • Photosensibilität (Vorsicht bei Sonneneinstrahlung)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Miktionsstörung
      • Harnverhalt
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erektile Dysfunktion
      • Ausbleiben der Ejakulation
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gynäkomastie
      • Galaktorrhoe
      • Amenorrhoe
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Müdigkeit, insbesondere zu Beginn der Behandlung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Reaktionen an der Einstichstelle
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • plötzliches Absetzen kann Entzugserscheinungen hervorrufen
        • die häufigsten Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Diarrhoe, Rhinorrhoe, Schwitzen, Myalgia, Parästhesie, Schlaflosigkeit, Unruhe, Angstgefühl und Agitiertheit
        • kann vorkommen, dass Patienten auch unter Schwindel, abwechselndem Hitze- und Kältegefühl sowie unter Tremor leiden
        • Symptome beginnen innerhalb von 1 - 4 Tagen nach Absetzen des Medikamentes und lassen innerhalb von 7 - 14 Tagen nach

Anwendungshinweise

  • tiefe intramuskuläre Injektion
  • darf nicht intravenös gegeben werden (ölige Lösung)

Stillzeithinweise

Flupentixol - invasiv
  • bei notwendiger Therapie während der Stillzeit sollte abgestillt werden
  • Flupentixol akkumuliert in der Muttermilch und kann höhere Konzentrationen als im Serum erreichen

Schwangerschaftshinweise

Flupentixol - invasiv
  • Flupentixol sollte während der Schwangerschaft, insbesondere im 1. und 3. Trimenon, nur nach sorgfältiger Abwägung von therapeutischem Nutzen für die Mutter und möglichem Risiko für den Feten verordnet werden
  • keine ausreichenden klinischen Daten für Flupentixol über exponierte Schwangere vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • keine Hinweise auf Teratogenität
  • Flupentixol ist plazentagängig
    • fetale Serumkonzentrationen durchschnittlich 24 % der mütterlichen Serumkonzentration
  • Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Flupentixol) exponiert sind
    • sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
  • gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
    • Neugeborene sollten sorgfältig überwacht werden
  • wenn eine Behandlung mit Flupentixol in den letzten Schwangerschaftswochen unumgänglich ist
    • sollten Neuroleptika nach Möglichkeit niedrig dosiert werden, um reversible Nebenwirkungen (u.a. cholestatischer Ikterus) beim Neugeborenen zu vermeiden
  • Fertilität
    • Beeinträchtigung der Fertilität wurde bei Ratten ab 15 mg/kg KG Flupentixol festgestellt

Warnhinweise

Flupentixol - invasiv
  • Flupentixol darf nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden bei:
    • Leukopenie oder Erkrankungen des hämatopoetischen Systems
    • Leber- und Niereninsuffizienz
    • Hypokaliämie
    • Bradykardie
    • angeborenem langen QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kardialen Störungen (insbesondere koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien)
    • prolaktinabhängigen Tumoren, z.B. Mammatumoren
    • Phäochromozytom
    • schwerer Hypotonie und Hypertonie, orthostatischer Dysregulation
    • Parkinson-Syndrom
    • chronischen Atembeschwerden und Asthma
    • Glaukom, Harnverhalt, Pylorusstenose, Prostatahypertrophie mit Restharnbildung
  • Kontrollen, Überwachung
    • vor der Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika
      • Blutbild (einschließlich des Differenzialblutbildes sowie der Thrombozytenzahl) kontrollieren
        • bei pathologischen Blutwerten darf keine Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika erfolgen
      • bestehende Hypokaliämie vor der Behandlung ausgleichen
      • Ausgangs-EKG sollte für spätere Verlaufskontrollen vorliegen
    • Blutbildkontrollen während der Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika notwendig
      • nach Beginn der Behandlung sollten über einen Zeitraum von 4 Monaten wöchentlich Blutbildkontrollen (einschließlich des Differenzialblutbildes) vorgenommen werden
        • bei unauffälligen Befunden können danach Kontrollen in größeren Abständen erfolgen
      • bei schnellem Absinken der Leukozytenzahl, insbesondere bei Werten < 3000/mm3, oder anderen Blutbildveränderungen, ist die Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika sofort abzubrechen und durch andere Therapieformen zu ersetzen
        • ggf. sind intensivmedizinische Maßnahmen durchzuführen
        • Blutbildkontrollen sind bis zur Normalisierung erforderlich
    • Nieren- und Leberfunktion und Kreislaufsituation (einschließlich EKG-Ableitung) während der Therapie in regelmäßigen Abständen überwachen
      • bei chronischer Behandlung sollten entsprechende Kontrolluntersuchungen mind. alle 6 Monate durchgeführt werden
  • Krampfanfälle, Epilepsie
    • besondere Vorsicht bei Patienten mit organischen Hirnschäden und Krampfanfällen in der Anamnese, da Flupentixol die Krampfschwelle herabsetzt und Grand-Mal-Anfälle auftreten können
      • regelmäßige EEG-Kontrollen empfohlen
    • bei Vorliegen einer Epilepsie sollte Flupentixol nur zusammen mit einer Antikonvulsiva-Behandlung Verwendung finden
  • ältere Patienten und Patienten mit Vorschädigung des Herzens
    • Störungen der Erregungsleitung können auftreten
    • regelmäßige Überwachung der Herzfunktion empfohlen
  • Verlängerung des QT-Intervalls
    • Flupentixol kann, wie andere Antipsychotika auch, Verlängerung des QT-Intervalls verursachen
    • fortbestehende QT-Intervallverlängerung kann das Risiko maligner Arrhythmien erhöhen
    • Flupentixol sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei
      • Risikopatienten (Patienten mit Hypokaliämie, Hypomagnesiämie oder genetischer Veranlagung)
      • Patienten mit vorbestehenden Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, z.B. QT-Intervallverlängerung, ausgeprägter Bradykardie (< 50 Herzschläge pro Minute), einem vor kurzem aufgetretenen akuten Myokardinfarkt, einem nicht-kompensierten Herzversagen oder Herzrhythmusstörungen
    • gleichzeitige Behandlung mit anderen Antipsychotika sollte vermieden werden
  • Patienten mit Glaukom, Harnverhalt und Prostatahypertrophie
    • vorsichtige Dosierung aufgrund der anticholinergen Wirkungen von Flupentixol
  • Patienten mit Phäochromozytom, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder zerebraler Insuffizienz
    • zeigen häufiger hypotensive Reaktionen auf Gabe von Flupentixol
    • sollten deshalb sorgfältig überwacht werden
  • Prolaktin-Ausschüttung
    • Neuroleptika führen zu einer erhöhten Prolaktin-Ausschüttung
    • Experimente an Gewebekulturen sprechen dafür, dass etwa ein Drittel menschlicher Brusttumoren in vitro prolaktinabhängig sind
    • Vorsicht bei einschlägiger Vorgeschichte, obwohl aussagefähige klinische oder epidemiologische Studien nicht vorliegen
  • Spätdyskinesien
    • Manifestation von Spätdyskinesien möglich
      • auf erste dyskinetische Anzeichen, vorwiegend im lingualen und digitalen Bereich, unbedingt achten
    • obgleich die Prävalenz von Spätdyskinesien noch nicht hinreichend erforscht ist, scheint es so, dass ältere Patienten, insbesondere ältere Frauen, dafür besonders prädisponiert sind
    • Risiko der Spätdyskinesien und besonders das der Irreversibilität nimmt vermutlich mit der Therapiedauer und der Höhe der neuroleptischen Dosierung zu
      • allerdings kann sich eine Spätdyskinesie auch schon nach kurzer Behandlungsdauer und niedriger Dosierung entwickeln
    • Maskierung
      • neuroleptische Behandlung selbst kann die Symptome einer beginnenden Spätdyskinesie zunächst maskieren
      • nach Absetzen der Medikation tritt diese in Erscheinung
    • gesicherte Therapie dieser Symptome derzeit nicht bekannt
  • malignes neuroleptisches Syndrom
    • bei jedem Neuroleptikum kann sich während der Behandlung ein malignes neuroleptisches Syndrom entwickeln (Hyperthermie, Muskelstarre, Bewusstseinsschwankungen, Störungen des vegetativen Nervensystems)
      • Risiko möglicherweise bei potenteren Neuroleptika erhöht
      • erhöhte Mortalitätsrate bei Patienten mit bereits bestehenden organischen Hirnschäden, geistiger Behinderung und Alkohol- und Opiatmissbrauch
    • bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre an ein malignes Neuroleptika- Syndrom denken, welches nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert wird
    • da hier eine erneute Neuroleptikum-Gabe lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann, ist die Differenzialdiagnose von entscheidender Bedeutung (Medikamentenanamnese, Prüfung auf Rigor, Fieber sowie CK-Anstieg im Blut oder Harn)
  • erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
    • Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind
      • anhand der vorliegenden Studiendaten kann genaue Höhe dieses Risikos nicht angegeben werden
      • Ursache für die Risikoerhöhung nicht bekannt
    • Flupentixol nicht zugelassen zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen
  • erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
    • in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das Dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
      • Mechanismus nicht bekannt, der zu dieser Risikoerhöhung führt
    • kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt
      • Flupentixol sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden
  • Thromboembolie-Risiko
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet
    • da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Flupentixol identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden
  • Patient sollte angehalten werden, bei folgenden Symptomen keine Selbstmedikation mit Analgetika/Antibiotika durchzuführen, sondern sofort seinen behandelnden Arzt aufzusuchen
    • Fieber
    • Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen
    • Halsschmerzen
    • eitriger Angina
    • grippeähnliche Symptomen, insbesondere, wenn diese Symptome innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der medikamentösen Behandlung auftreten
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Kinder und Jugendliche sollten nicht mit Flupentixol behandelt werden