FLUCLOX STRAGEN 2g

Stragen Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Flucloxacillin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 10 ST 93,42 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • akute und chronische Infektionen durch Flucloxacillin-empfindliche Penicillinase-bildende Staphylokokken [mit Ausnahme von Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA/MRSE)] wie
    • Infektionen der Haut, Schleimhäute und des Weichteilgewebes (z.B. Furunkel, Abszesse, Pyodermie, Panaritien, Paronychien, Brustdrüsenentzündungen)
    • Infektionen der Atemwege
    • Infektionen der Knochen und des Knochenmarkes

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 2,176 g Flucloxacillin-Natrium 1 H2O, entsprechend 2 g Flucloxacillin

  • akute und chronische Infektionen mit Flucloxacillin-empfindlichen Keimen (insbesondere penicillinasebildenden Staphylokokken)
    • Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre
      • unkomplizierte bis mäßig schwere Infektionen: 3 g Flucloxacillin / Tag, aufgeteilt in 3 gleich große Einzeldosen
      • schwere, lebensbedrohliche Infektionen: 4 g und mehr / Tag (in 3 - 4 gleich großen Einzeldosen)
      • Maximaldosis
        • 12 g / Tag
        • i.m.-Einzelgabe: <= 2 g
    • Kinder und Jugendliche
      • Präparate in geeigneteren Stärken erhältlich
    • Hinweis
      • mögliche Resistenzentwicklungen gegenüber Flucloxacillin beschrieben
      • bei der Dosierung beachten
    • Behandlungsdauer
      • nicht länger als 2 Wochen
      • bei längerer Anwendung: Risiko für Leberschädigung höher (vorzugsweise bei älteren Patienten)
    • eingeschränkte Nierenfunktion (GFR < 18 ml / Min)
      • Dosisreduktion entsprechend Grad der Niereninsuffizienz, dem KG anpassen
      • maximale Dosis pro Tag bei Patient mit 70 kg KG
        • GFR 18 ml / Min, Plasma-Kreatinin: 3,5 mg / 100 ml
          • 1,5 g / 6 Stunden
        • GFR 8 ml / Min, Plasma-Kreatinin: 6,0 mg / 100 ml
          • 1,5 g / 8 Stunden
        • GFR 2 ml / Min, Plasma-Kreatinin: 15,5 mg / 100 ml
          • 1,0 g / 8 Stunden
        • GFR 0,5 ml / Min, Plasma-Kreatinin: 39,5 mg / 100 ml
          • 2,0 g / 24 Stunden
      • Hinweis
        • Flucloxacillin ist nicht dialysierbar
        • keine zusätzliche Gabe während bzw. nach der Dialyse erforderlich
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Dosisreduktion nötig, sofern die Nierenfunktion intakt ist

Kontraindikationen

Flucloxacillin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Flucloxacillin oder andere ß-Lactam Antibiotika (z.B. Penicilline, Cepahlosporine)
  • Leberfunktionsstörungen / Ikterus unter einer früheren Flucloxacillin-Therapie
  • intraarterielle/intrathekale, oculare oder subkonjunktivale Verabreichung

Nebenwirkungen

Flucloxacillin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • langfristige oder wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen mit Pilzen oder resistenten Bakterien führen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Neutropenie
      • Agranulozytose
      • Granulozytopenie
      • allergisch bedingte Leukopenie mit Eosinophilie, Anämie, Thrombozytopenie (Erscheinungen nach Beendigung der Therapie reversibel)
      • Hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
        • anaphylaktischer Schock (nur in Ausnahmefällen auch bei oraler Anwendung)
        • angioneurotisches Ödem.
        • beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen sollte die Behandlung abgebrochen werden
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Appetitlosigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypokaliämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verwirrtheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können nach i.v.-Injektion hoher Dosen Flucloxacillin neurologische Störungen mit Krampfanfällen auftreten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte gastrointestinale Störungen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bauchschmerzen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • pseudomembranöse Kolitis
        • beim Auftreten einer pseudomembranösen Kolitis sollte Flucloxacillin abgesetzt und ggf. eine kausale Therapie (z.B. Metronidazol oder Vancomycin oral) eingeleitet werden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis und cholestatische Gelbsucht
      • Veränderungen der Leberwerte (reversibel; klingen nach Beendigung der Therapie ab)
      • Hepatitis und cholestatische Gelbsucht
        • traten häufiger bei älteren Patienten oder bei längerer Anwendung auf
        • traten bis zu zwei Monate nach der Behandlung auf
        • in einigen Fällen war der Verlauf protrahiert und dauerte mehrere Monate
      • schwere hepatotoxische Nebenwirkungen
        • unter sehr seltenen Umständen Todesfälle beobachtet, überwiegend bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Exanthem
      • Urtikaria
      • Pruritus
      • Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema nodosum
      • Erythema multiforme
      • Stevens-Johnson- Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Arthralgie und Myalgie (treten manchmal erst später als 48 Stunden nach Therapiebeginn auf)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • interstitielle Nephritis (reversibel; klingt nach Beendigung der Therapie ab)
        • bei einer längeren Behandlung mit hohen Dosen v Kontrolle der Nierenfunktion empfohlen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • (Thrombo-)Phlebitis (nach i.v.-Injektion)
      • Schmerzen nach i.v.-Injektion
      • bei Injektion im Ellenbogenbereich ist wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse die Venenpunktion und die Injektion nur unter besonderer Vorsicht vorzunehmen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fieber (tritt manchmal erst später als 48 Stunden nach Therapiebeginn auf)
      • Schmerzen und Induration an der Injektionsstelle nach i.m.- Injektion
      • versehentliche intraarterielle Injektion/Infusion kann zu schwersten Schäden im betroffenen Gewebsbezirk führen

Anwendungshinweise

  • Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung
  • Verabreichung nach ärztlicher Anordnung so früh wie möglich, d. h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Symptome
  • regelmäßige Applikation
  • Hinweis
    • sofortig Verwendung der gebrauchsfertigen Zubereitung
    • wenn gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird
      • Anwender ist für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich
  • i.v.-Injektion / Infusion
    • langsame Injektion
    • 2 g Durchstechflasche mit 40 ml Wasser für Injektionszwecke lösen
    • weitestgehende Vermeidung von Venenschäden durch blutisotone Lösung (5%ige Lösung: 1 g Substanz in 20 ml Wasser für Injektionszwecke lösen) möglich
    • Verabreichung hypotoner Lösung auch möglich (mehr Wasser für Injektionszwecke zum Auflösen der Trockensubstanz verwenden)
  • i.m.-Injektion
    • 2 g Durchstechflasche mit 4,0 ml Wasser für Injektionszwecke lösen
    • 1 - 2%ige Procain- oder 0,5 - 1%ige Lidocain-Lösung auch als Lösungsmittel geeignet
  • intrapleurale und intraartikuläre Gabe
    • 1%ige Zubereitung von Flucloxacillin in physiologischer Kochsalzlösung
    • Applikation 1mal / Tag i.A. ausreichend
  • Zusatz folgender Injektions- bzw. Infusionslösungen möglich
    • Wasser für Injektionszwecke
    • physiologische Kochsalzlösung
    • 5%ige Glukoselösung
  • weitere Informationen: siehe Fachinformation
  • versehentliche intraarterielle Injektion: schwerste Schäden im betroffenen Gewebsbezirk!
    • Injektion im Ellenbogenbereich (besondere anatomischen Verhältnisse): Venenpunktion und Injektion nur unter besonderer Vorsicht

Stillzeithinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • Flucloxacillin tritt in geringem Maße in die Muttermilch über
  • in der Stillzeit darf Flucloxacillin angewendet werden
  • beim gestillten Säugling
    • Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder Sprosspilzbesiedlung beachten
    • Möglichkeit einer Sensibilisierung beachten

Schwangerschaftshinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • Anwendung von Flucloxacillin in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Beobachtungen am Menschen haben bisher keinen Hinweis auf schädliche Wirkungen von Penicillinen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen erkennen lassen
  • tierexperimentelle Studien
    • keine reproduktionstoxikologischen Effekte beobachtet
  • Fertilität
    • Tier- oder Humandaten zur Wirkung auf die Fertilität liegen nicht vor

Warnhinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte Flucloxacillin nach ärztlicher Anordnung so früh wie möglich, d.h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Symptome verabreicht und regelmäßig appliziert werden
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • vor Beginn der Therapie mit Flucloxacillin sorgsam auf frühere Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber ß-Lactamen prüfen
      • Kreuzallergien zwischen Penicillinen und Cephalosporinen hinreichend bekannt
    • schwere und bisweilen auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) bei Patienten, die ß -Lactam-Antibiotika erhielten, berichtet
      • obwohl Anaphylaxie häufiger nach parenteraler Therapie auftritt, ist sie auch bei Patienten mit oraler Therapie aufgetreten
      • diese Reaktionen treten eher bei Personen mit einer Vorgeschichte mit ß -Lactam- Überempfindlichkeit auf
    • wenn eine allergische Reaktion auftritt, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden
      • schwere anaphylaktoide Reaktionen erfordern möglicherweise eine sofortige Notfall-Behandlung mit Adrenalin
      • Sauerstoff, Steroid-Infusion und Atemwegssicherung, einschließlich Intubation, können auch erforderlich sein
  • Anwendung mit Vorsicht bei
    • Patienten mit bestehender Leberfunktionsstörung
    • Patienten ab dem 50. Lebensjahr
    • Patienten mit einer schwerwiegenden Grunderkrankung
  • schwere hepatotoxische Nebenwirkungen können auftreten und unter sehr seltenen Umständen sind Todesfälle berichtet worden
    • überwiegend bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung
  • besondere Vorsicht bezüglich einer Arzneimittel-induzierten Leberschädigung bei Patienten mit HLA-B*5701-Haplotyp
    • wird momentan bei einer wachsenden Anzahl an Patienten mit HIV-Infektion ausgewertet, bei denen auch ein erhöhtes Risiko für eine Exposition gegenüber Flucloxacillin besteht
  • Nierenfunktionsstörung
    • Dosisanpassung erforderlich
  • Früh- oder Neugeborene
    • bei Früh- oder Neugeborenen sollte Flucloxacillin wegen der Gefahr einer Hyperbilirubinämie mit besonderer Vorsicht angewendet werden
      • Studien haben gezeigt, dass nach parenteraler Gabe hoher Flucloxacillin- Dosen das Bilirubin aus seinen Plasmaproteinbindungen verdrängt wird und somit bei Früh- oder Neugeborenen mit bestehender Hyperbilirubinämie zu einem Kernikterus führen kann
    • bei Früh- oder Neugeborenen sollte ferner darauf geachtet werden, dass durch die noch verminderte renale Ausscheidung hohe Flucloxacillin- Serumkonzentrationen auftreten können
  • unter länger dauernder Behandlung (z.B. Osteomyelitis, Endokarditis) sind
    • regelmäßige Leber- und Nierenfunktionstests und Blutbildkontrollen angezeigt
  • Überwucherung mit unempfindlichen Keimen bzw. Pilzen bei Langzeittherapie möglich
  • Hypokaliämie
    • bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann eine (potenziell lebensbedrohliche) Hypokaliämie auftreten
    • eine durch Flucloxacillin hervorgerufene Hypokaliämie kann gegen eine Kaliumsupplementierung resistent sein
    • während der Behandlung mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin werden regelmäßige Messungen des Kaliumspiegels empfohlen
    • dieses Risiko sollte ebenfalls beachtet werden, wenn Flucloxacillin mit Hypokaliämie-induzierenden Diuretika kombiniert wird oder wenn weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypokaliämie (z.B. Mangelernährung, Dysfunktion der Nierenkanälchen) vorhanden sind