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| N1 | 1 ST | 82,49 € |
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Indikation
- Verringerung oder Aufhebung der Toxizität und Wirkung von Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat bei der zytotoxischen Therapie oder bei Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern (Calciumfolinat-Rescue)
- in Kombination mit 5-Fluorouracil in der zytotoxischen Therapie
- bei fortgeschrittenem oder metastasiertem kolorektalem Karzinom
- als adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms im Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Folinsäure, als Calciumfolinat
- Calciumfolinat-Rescue in der Methotrexat- Therapie
- Methotrexat-Protokoll gibt Dosierungsschema der Calciumfolinat-Rescue vor
- folgenden Richtlinien können zur Illustration der Protokolle, die bei Erwachsenen, Älteren und Kindern angewandt werden, dienen
- parenterale Anwendung der Calciumfolinat-Rescue bei Patienten mit Malabsorptionssyndromen oder anderen gastrointestinalen Störungen (wenn die enterale Absorption nicht sichergestellt ist) oder Dosierungen > 25 - 50 mg
- Calciumfolinat-Rescue notwendig, wenn Methotrexat in Dosen > 500 mg / m2 Körperoberfläche (KOF) gegeben wird und zu erwägen, wenn Methotrexat in Dosen von 100 - 500 mg / m2 KOF gegeben wird
- Dosierung und Dauer der Calciumfolinat-Rescue hängen in erster Linie von Art und Dosierung der Methotrexat-Therapie, Auftreten von Symptomen der Toxizität und individueller Exkretionskapazität für Methotrexat ab
- 1. Dosis: 15 mg (6 - 12 mg / m2 KOF) 12 - max. 24 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion
- gleiche Dosis alle 6 Stunden während der folgenden 72 Stunden
- nach mehreren parenteralen Dosen Umstellung auf orale Dosierung
- zusätzlich Maßnahmen, die die prompte Ausscheidung von Methotrexat sicherstellen, durchführen
- 48 Stunden nach dem Start der Methotrexat-Infusion, Methotrexat-Spiegel messen
- >= 0,5 µmol/l: zusätzlich 15 mg / m2 KOF alle 6 Stunden über 48 Stunden oder, bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol/l
- >= 1,0 µmol/l: zusätzlich 100 mg / m2 KOF alle 6 Stunden über 48 Stunden oder, bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol/l
- >= 2,0 µmol/l: zusätzlich 200 mg / m2 KOF alle 6 Stunden über 48 Stunden oder, bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol/l
- Kombination mit 5-Fluorouracil in der zytotoxischen Therapie
- fortgeschrittenes oder metastasiertes kolorektales Karzinom
- verschiedene Therapieprotokolle und Dosierungen werden verwendet, ohne dass eine Dosierung als die optimale Dosierung nachgewiesen wurde
- beispielhafte Therapieschemata:
- 2-monatiges Therapieprotokoll
- 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Infusion über 2 Stunden
- im Anschluss: 400 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion
- Tag 1 und 2: 600 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als 22-stündige Infusion, alle 2 Wochen wiederholen
- wöchentliches Therapieprotokoll
- 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Infusion über 2 Stunden
- 1 Stunde nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion: 500 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion
- 1 Zyklus: 6 Wochentherapien, anschließend 2 Wochen Pause
- monatliche Therapieprotokolle
- Alternative 1
- 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Bolusinjektion
- unmittelbar gefolgt von: 425 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion, während 5 aufeinanderfolgender Tage
- Wiederholung alle 4 - 5 Wochen
- Alternative 2
- 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Bolusinjektion
- unmittelbar gefolgt von: 370 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion, während 5 aufeinanderfolgender Tage
- Wiederholung alle 4 Wochen
- Alternative 1
- Hinweise
- Anzahl der Wiederholungszyklen liegt im Ermessen des behandelnden Arztes und ist abhängig von Ansprechen der Therapie und/oder Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen
- beim wöchentlichen bzw. monatlichen Therapieprotokoll wird die Kombinationstherapie üblicherweise für 6 Zyklen angewendet
- Modifizierung der 5-Fluorouracil-Dosen und Behandlungsintervalle in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten, vom klinischen Ansprechen und der dosislimitierenden Toxizität, wie in der Produktinformation zu 5-Fluorouracil angegeben, evtl. notwendig (Reduzierung der Calciumfolinat-Dosierung nicht notwendig)
- 2-monatiges Therapieprotokoll
- adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms im Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
- wöchentliches Therapieprotokoll
- 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Infusion über 2 Stunden
- 1 Stunde nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion: 500 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion
- 1 Zyklus: 6 Wochentherapien, anschließend 2 Wochen Pause
- Behandlungdauer:
- 1mal / Woche über 6 Wochen
- max. 1 Jahr
- "low-dose"-Folinsäure Therapieprotokoll
- 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als Bolusinjektion
- gefolgt von an den Tagen 1 - 5 eines Therapiezyklus: 425 mg 5-Fluorouracil / m2 KOF als Bolusinjektion
- Wiederholung alle 4 und 8 Wochen, anschließend alle 5 Wochen
- insgesamt 6 Therapiezyklen
- wöchentliches Therapieprotokoll
- fortgeschrittenes oder metastasiertes kolorektales Karzinom
- Dosisanpassung
- Therapieunterbrechung bei Auftreten hämatologischer Toxizität
- Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000:
- Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>= 3.500) und Thrombozyten (>= 100.000)
- Leukozyten < 2.500 oder Thrombozyten < 75.000:
- Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>= 3.500) und Thrombozyten (>= 100.000) jedoch für mind. 3 Wochen
- Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000:
- Therapieunterbrechung bei Auftreten gastrointestinaler (GI) Toxizität
- leichte bis mittelschwere Stomatitis u./o. leichte Diarrhöe (2 Stühle/Tag):
- Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt
- schwere Stomatitis u./o. mittelschwere bis schwere Diarrhöe (3 - 6 Stühle/Tag):
- Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt jedoch für mind. 3 Wochen
- Gastrointestinale Blutungen, behindernde Diarrhöe (>= 7 Stühle/Tag), exfoliative Dermatitis:
- Therapie absetzen
- leichte bis mittelschwere Stomatitis u./o. leichte Diarrhöe (2 Stühle/Tag):
- Therapieunterbrechung bei Auftreten hämatologischer Toxizität
- Antidot gegen die Folsäure-Antagonisten Trimetrexat, Trimethoprim und Pyrimethamin
- Trimetrexat-Toxizität
- Prävention
- Calciumfolinat sollte während einer Behandlung mit Trimetrexat und während der 72 Stunden nach der letzten Trimetrexat-Dosis täglich gegeben werden
- entweder: 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF i.v. über 5 - 10 Min. / 6 Stunden bis zum Erreichen einer täglichen Gesamtdosis von 80 mg/m2
- oder: je 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF oral aufgeteilt auf 4 Dosen / Tag in gleichen Zeitabständen
- Dosisanpassung in Abhängigkeit von der hämatologischen Toxizität von Trimetrexat
- Behandlungsdauer: während der gesamten Behandlungszeit mit Trimetrexat sowie für 72 Stunden nach der letzten Dosis
- Überdosierung (möglicherweise auftretend bei Trimetrexat-Dosen von > 90 mg/m2 ohne begleitende Calciumfolinat-Anwendung):
- nach Absetzen von Trimetrexat: 40 mg Calciumfolinat / m2 KOF i.v. / 6 Stunden für 3 Tage
- Prävention
- Trimethoprim-Toxizität
- nach Absetzen von Trimethoprim: Gabe von 3 - 10 mg Calciumfolinat / Tag
- Behandlungsdauer: bis zur Wiederherstellung eines normalen Blutbildes
- Pyrimethamin-Toxizität
- bei Hochdosis-Therapie oder längerer Therapie mit niedrigeren Dosen
- 5 - 50 mg Calciumfolinat / Tag
- Dosis abhängig von Ergebnissen des peripheren Blutbildes
- Behandlungsdauer: zeitgleich zur Pyrimethamin-Therapie
- bei Hochdosis-Therapie oder längerer Therapie mit niedrigeren Dosen
- Trimetrexat-Toxizität
Kontraindikationen
Calciumfolinat - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat
- perniziöse Anämie oder andere Anämien durch Vitamin B12-Mangel
Nebenwirkungen
Calciumfolinat - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- allergische Reaktionen (einschließlich anaphylaktoide / anaphylaktische Reaktionen)
- Urticaria
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Psychiatrische Erkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Schlaflosigkeit
- Unruhe
- Depression (nach hohen Dosen)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Nervensystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- gastrointestinale Störungen nach hohen Dosen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
- beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
- einige Fälle davon tödlich
- kann nicht ausgeschlossen werden, dass Folinsäure zum Auftreten von SJS / TEN beigetragen hat
- beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber (nach der Anwendung als Injektionslösung)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- Sicherheitsprofil abhängig von von dem für 5-FU angewendeten Therapieschema, bedingt durch die Verstärkung der durch 5-FU bedingten Toxizitäten
- zusätzliche Nebenwirkungen bei Kombination mit 5-FU
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Knochenmarkinsuffizienz, einschließlich Todesfälle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hyperammonämie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Palmar-Plantar-Erythrodysästhesie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
- Todesfälle aufgrund Mukositis aufgetreten
- Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- monatliches Therapieprotokoll
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erbrechen
- Übelkeit
- Diarrhoe
- bei Patienten mit Diarrhö kann eine rasche, zum Tod führende klinische Verschlechterung auftreten
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- (schwere) muköse Toxizität
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- keine Verstärkung der anderen durch 5-Fluorouracil induzierten Toxizitäten (z.B. Neurotoxizität)
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- wöchentliches Therapieprotokoll
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
- die eine stationäre Einweisung für die Behandlung erforderlich machen und sogar zum Tod führen können
- Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Anwendungshinweise
- Anwendung unter direkter Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung mit der Anwendung von Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen hat
- nur zur intramuskulären oder intravenösen Injektion
- nicht intrathekal anwenden
- bei intravenöser Injektion: max. 160 mg / Min. injizieren
- kann zur intravenösen Infusion mit 0,9% Natriumchlorid-Lösung oder 5% Glucose-Lösung verdünnt werden
- vor der Anwendung visuell prüfen
- bei Trübung oder sichtbaren Partikeln Lösung verwerfen
- nur für den Einmalgebrauch vorgesehen
Stillzeithinweise
Calciumfolinat - invasiv
- Calciumfolinat kann während der Stillzeit angewandt werden, wenn dies im Rahmen der therapeutischen Indikationen als notwendig erachtet wird
- nicht bekannt, ob Calciumfolinat in die menschliche Muttermilch übergeht
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Stillenden durchgeführt
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
- sollte trotz Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
- Fachinformation von Methotrexat beachten
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU
- 5-FU während der Stillzeit kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
- Fachinformation von 5-FU beachten
Schwangerschaftshinweise
Calciumfolinat - invasiv
- keine Hinweise, dass Folinsäure schädliche Wirkungen verursacht, wenn sie während der Schwangerschaft gegeben wird
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Schwangeren durchgeführt
- keine Tierstudien zur Reproduktionstoxikologie von Calciumfolinat durchgeführt
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
- während einer Schwangerschaft sollte Methotrexat nur nach strenger Indikationsstellung, bei der der Nutzen des Arzneimittels für die Mutter gegen das mögliche Risiko für den Fötus abgewogen wird, angewandt werden
- sollte trotz Schwangerschaft oder Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
- Fachinformation von Methotrexat beachten
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU
- 5-FU während der Schwangerschaft kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
- Fachinformation von 5-FU beachten
- Fertilität
- Folinsäure ist ein Zwischenprodukt im Folsäure-Metabolismus und kommt natürlich im Körper vor
- deswegen wurden nicht-klinische Studien zur Reproduktionstoxizität nicht durchgeführt
Warnhinweise
Calciumfolinat - invasiv
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat oder 5-Fluorouracil
- Anwendung nur unter der direkten Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung mit der Anwendung von Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen hat
- Maskierung eines Vitamin B12-Mangels
- Behandlung mit Calciumfolinat kann eine perniziöse Anämie oder andere Anämien, die durch Vitamin B12-Mangel verursacht sind, maskieren
- Makrozytose bedingt durch zytotoxische Arzneimittel sollte nicht mit Folinsäure behandelt werden
- viele zytotoxische Arzneimittel (direkte oder indirekte Hemmer der DNS-Synthese, z.B. Hydroxycarbamid, Cytarabin, Mercaptopurin, Thioguanin) führen zu einer Makrozytose
- Epileptiker, die mit Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimiden behandelt werden:
- evtl. Erhöhung der Anfallsfrequenz, bedingt durch eine Abnahme der Plasmakonzentrationen der antiepileptischen Arzneimittel
- während der Anwendung sowie nach Absetzen: klinische Überwachung, möglicherweise Überwachung der Plasmaspiegel, und falls notwendig Dosisanpassung des Antiepileptikums empfohlen
- Calciumfolinat / 5-Fluorouracil (5-FU)
- Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
- dosislimitierende Anzeichen: Leukopenie, Mukositis, Stomatitis und/oder Diarrhöe
- bei Auftreten von Toxizität: stärkere Dosisreduktion der 5-FU-Dosierung erforderlich als bei alleiniger Gabe von 5-FU
- Patienten mit Symptomen einer gastrointestinalen Toxizität, unabhängig vom Schweregrad
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU weder einleiten noch aufrechterhalten bis der Patient keine Symptome mehr zeigt
- Patienten mit Diarrhoe
- Diarrhöe kann Zeichen einer gastrointestinalen Toxizität sein
- sorgfältige Überwachung bis Patient symptomfrei ist
- da eine rasche klinische, zum Tod führende Verschlechterung auftreten kann
- bei Auftreten von Diarrhöe und / oder Stomatitis:
- Dosisreduktion von 5-FU empfohlen, bis zum vollständigen Abklingen der Symptome
- besonders ältere Patienten und Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung in einem schlechten Allgemeinzustand sind
- erhöhtes Risiko für das Auftreten dieser Toxizitäten
- Behandlung dieser Patienten mit besonderer Vorsicht
- ältere Patienten und Patienten, die sich einer vorgehenden Strahlentherapie unterzogen haben
- Therapiebeginn mit einer reduzierten Dosierung von 5-FU empfohlen
- Kontrolle des Calciumspiegels
- bei zu niedrigem Calcium-Spiegel ggf. zusätzliche Gabe von Calcium
- Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
- Calciumfolinat / Methotrexat
- für spezielle Einzelheiten zur Reduktion der Methotrexat-Toxizität Fachinformation von Methotrexat beachten
- Calciumfolinat hat keinen Einfluss auf die nicht-hämatologischen Toxizitäten von Methotrexat, wie die Nephrotoxizität als Folge von Methotrexat und/oder der Ausfällung von Metaboliten in der Niere
- bei Patienten mit einer verzögerten frühen Methotrexat-Elimination:
- hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ein reversibles Nierenversagen und alle mit Methotrexat verbundenen Toxizitäten entwickeln (Fachinformation für Methotrexat beachten)
- das Vorhandensein einer vorbestehenden oder Methotrexat-induzierten Niereninsuffizienz ist möglicherweise mit einer verzögerten Exkretion von Methotrexat verbunden
- kann die Notwendigkeit höherer Dosen oder einer länger dauernden Anwendung von Calciumfolinat notwendig machen
- zu hohe Calciumfolinat-Dosen vermeiden (mögliche Herabsetzung der Antitumor-Aktivität von Methotrexat), besonders bei ZNS-Tumoren, in denen sich Calciumfolinat nach wiederholten Behandlungszyklen anreichert
- Methotrexat-Resistenz als Folge eines verminderten Membrantransportes legt auch eine Resistenz gegen die Folinsäure-Rescue nahe (gleicher Transportmechanismus)
- versehentliche Überdosierung eines Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat als medizinischen Notfall behandeln
- je länger das Zeitintervall zwischen der Methotrexat-Anwendung und der Calciumfolinat-Rescue, desto geringer die Wirksamkeit von Calciumfolinat als Gegenmaßnahme zur Verminderung der Toxizität
- Möglichkeit, dass Patient andere Medikamente einnimmt, die mit Methotrexat interagieren, (z.B. Medikamente, die mit der Methotrexat-Elimination oder der Bindung an Serumalbumin interagieren)
- immer in Betracht gezogen werden, wenn Laborabweichungen oder klinische Toxizitäten beobachtet werden