FRAGMIN 2500IE P Fertigspr mit Sicherheitssystem
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 10 ST | 46,20 € |
| N2 | 20 ST | 82,41 € |
| N3 | 50 ST | 193,67 € |
| NotApplicable | 25 ST | – |
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Indikation
- peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei niedrigem oder mittlerem thromboembolischen Risiko - am Operationstag auch bei hohem Risiko
- Kinder und Jugendliche >/= 1 Monat
- zur Behandlung der symptomatischen venösen Thromboembolie (VTE)
Dosierung
Basiseinheit: 1 Fertigspritze mit 0,2 ml Injektionslösung enthält Dalteparin-Natrium 2500 I.E. anti-Faktor Xa (1 mg Dalteparin-Natrium entspricht 110 - 210 I.E. AXa); 1 I.E. = 1 Einheit des 1. Internationalen Standards für niedermolekulares Heparin (nicht zu verwechseln mit Heparin I.E.)
- peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen
- niedriges oder mittleres thromboembolisches Risiko
- präoperativer Beginn am Operationstag
- 2 Std. vor der Operation: 2500 I.E. anti-Faktor Xa
- postoperative Phase: 2500 I.E. anti-Faktor Xa 1mal / Tag, morgens
- präoperativer Beginn am Operationstag
- hohes thromboembolisches Risiko (z. B. orthopädische Chirurgie)
- präoperativer Beginn am Abend vor der Operation
- abends, 10 - 14 Stunden vor der OP: 5000 I.E. anti-Faktor Xa
- am Operationstag, abends, ca. 24 Std. nach Erstgabe: 5000 I.E. anti-Faktor Xa
- postoperative Phase: 5000 I.E. anti-Faktor Xa 1mal / Tag, abends
- präoperativer Beginn am Operationstag
- 2 Std. vor der Operation: 2500 I.E. anti-Faktor Xa
- 8 - 12 Std. nach Erstinjektion, frühestens 4 Std. nach der Operation: 2500 I.E. anti-Faktor Xa
- postoperative Phase
- 5000 I.E. anti-Faktor Xa 1mal / Tag, morgens
- Mindestabstand von 6 Std. zwischen der 1. und der 2. Injektion einhalten
- postoperativer Beginn
- 4 - 8 Std. nach der Operation: 2500 I.E. anti-Faktor Xa
- Voraussetzung: Hämostase bereits erreicht
- postoperative Phase
- 5000 I.E. anti-Faktor Xa I.E. 1mal / Tag (Intervall von 24 Std.)
- Mindestabstand von 6 Std. zwischen der 1. und der 2. Injektion einhalten
- präoperativer Beginn am Abend vor der Operation
- Behandlungsdauer
- individuell vom Arzt festzulegen
- bis zur vollen Mobilisation des Patienten
- i. d. Regel 7 - 10 Tage
- klin. Erfahrungen bei Hüftgelenkersatz-Operationen bis zu 5 Wochen
- niedriges oder mittleres thromboembolisches Risiko
- Hinweis: verschiedene unfraktionierte Heparine, niedermolekulare Heparine oder synthetische Polysaccharide sind nicht notwendigerweise gleichwertig; unterscheiden sich in Herstellungsweise, Molekulargewichten, deklarierten Aktivitäten und pharmakologischen Wirkungen, weswegen nicht von einem Wirkstoff zu einem anderen gewechselt werden soll; jeweils spezifische Dosierungsanleitung und Hinweise für Anwendung befolgen
Dosisanpassung
- Kinder und Jugendliche >/= 1 Monat
- Behandlung der symptomatischen venösen Thromboembolie (VTE)
- Hinweise
- es wird empfohlen, benzylalkoholfreie Formulierungen zu verwenden (es stehen benzylalkoholfreie Formulierungen zur Verfügung)
- eine Konzentration von 2.500 I.E./ml wird empfohlen, um die Genauigkeit der Dosierung für die jüngste Alterskohorte zu gewährleisten
- wenn Verdünnung erforderlich, muss diese vom medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden
- pädiatrische Verdünnungstabelle s. Fachinformation
- Kinder < 3 Jahre eine Darreichungsform ohne Benzylalkohol verwenden
- Anfangsdosen für pädiatrische Patienten mit einer symptomatischen VTE
- 1 Monat - < 2 Jahren
- 150 I.E./ kg KG 2mal / Tag
- 2 Jahre - < 8 Jahren
- 125 I.E./ kg KG 2mal / Tag
- 8 Jahre - < 18 Jahre
- 100 I.E./ kg KG 2mal / Tag
- 1 Monat - < 2 Jahren
- Hinweise
- Kontrolle des Plasma-Anti-F-Xa-Spiegels bei Kindern
- nach Beginn der Behandlung zunächst nach der ersten, zweiten oder dritten Dosis messen
- Proben für den Anti-F-Xa-Spiegel 4 Std. nach Applikation entnehmen
- Dosen schrittweise mit 25 I.E. / kg KG anpassen
- Zielwert Anti-F-Xa-Spiegel = 0,5 - 1,0 I.E. / ml
- nach jeder Anpassung Anti-F-Xa-Spiegel messen
- Erhaltungsdosis individuell einstellen, basierend auf der Dosis, mit welcher der angestrebte Anti-F-Xa-Spiegel 4 Stunden nach der Anwendung erreicht wurde
- Überwachung der Anti-F-Xa-Spiegel fortsetzen, bis eine angemessene Erhaltungsdosis festgelegt ist und in regelmäßigen Abständen fortsetzen, um den angestrebten Anti-F-Xa-Spiegel aufrechtzuerhalten
- bei den jüngsten Kindern:
- anfängliche Überwachung des Anti-F-Xa-Spiegels nach der ersten Dosis empfohlen
- danach ggf. häufigere Überwachung erforderlich, um die Dosisanpassung zu verfolgen, bis die zu erzielenden Anti-F-Xa-Spiegel erreicht sind
- eingeschränkte und instabile physiologische Nierenfunktion, z. B. bei Neugeborenen:
- engmaschige Kontrolle der Plasma-Anti-F-Xa-Spiegel empfohlen
- Sicherheit und Wirksamkeit zur Prophylaxe von VTE nicht nachgewiesen
- derzeit vorliegende Daten s. Produktinformation
- es können keine Dosierungsangaben gemacht werden
- Behandlung der symptomatischen venösen Thromboembolie (VTE)
Kontraindikationen
Dalteparin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere niedermolekulare Heparine oder unfraktionierte Heparine oder gegen Produkte aus Schweinefleisch
- aktuelle, vermutete oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparine
- kürzlich zurückliegende (z. B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem, am Auge oder Ohr
- aktive, klinisch signifikante Blutungen, wie z. B. gastrointestinale, zerebrale, intrakranielle oder intraokulare Blutungen (innerhalb der letzten 3 Monate)
- schwere Gerinnungsstörungen, z. B. infolge Erkrankungen, die mit einer erhöhten Blutungsbereitschaft einhergehen
- Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefäßsystems besteht, wie z. B.
- Magen- und/oder Darmgeschwüre
- Bluthochdruck (RR diast. >105mm Hg)
- hämorrhagischer apoplektischer Insult (innerhalb 3 Monate vor der Behandlung)
- Hirnarterienaneurysma
- Retinopathien
- Glaskörperblutungen
- Endokarditis lenta
- akute oder subakute Endokarditis septica
- Abortus imminens
- wegen erhöhter Blutungsgefahr darf bei Patienten mit Spinal- oder Epiduralanästhesie oder mit anderen Eingriffen, die eine Spinalpunktion bedingen, keine gleichzeitige Behandlung mit hohen Dalteparin-Dosen (wie z.B. bei der Behandlung akuter tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie oder der Rezidivprophylaxe venöser Thromboembolien bei onkologischen Patienten) durchgeführt werden
- bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz sind die aufgeführten Gegenanzeigen (mit Ausnahme von: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere niedermolekulare Heparine oder unfraktionierte Heparine oder gegen Produkte aus Schweinefleisch und eine aktuelle, vermutete oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparine) wegen der Notwendigkeit einer Gerinnungshemmung bei extrakorporaler Zirkulation als relativ anzusehen
- eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich
Nebenwirkungen
Dalteparin - invasiv
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- leichte Thrombozytopenie (Typ I) mit Thrombozytenwerten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl, die im Allgemeinen im Verlauf der Therapie reversibel ist
- offene oder okkulte Blutungskomplikationen an verschiedenen Körperstellen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Gastrointestinal- und Urogenitaltrakts)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- immunvermittelte, schwere Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II, mit oder ohne entsprechende thrombotische Komplikationen) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes
- schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venösen Thrombosen / Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna
- blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins kann vermindert sein (Heparintoleranz)
- immunvermittelte, schwere Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II, mit oder ohne entsprechende thrombotische Komplikationen) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes
- ohne Häufigkeitsangabe
- schwere Blutungen, teilweise mit tödlichem Ausgang
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Überempfindlichkeit wie z.B.
- Übelkeit
- Kopfschmerz
- Hyperthermie
- Gliederschmerzen
- Urtikaria
- Erbrechen
- Pruritus
- Dyspnoe
- Bronchospasmus
- Blutdruckabfall
- Überempfindlichkeit wie z.B.
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- anaphylaktische Reaktionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- anaphylaktischer Schock
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- intrakraniale Blutungen, teilweise mit tödlichem Ausgang
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Herzerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Hypotonie
- Bradykardie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Blutungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Vasospasmus
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hämatemesis
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Meläna
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- retroperitoneale Blutungen, teilweise mit tödlichem Ausgang
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Anstieg der Transaminase-Werte (GOT, GPT, gamma-GT)
- Anstieg von LDH und Lipase
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verhärtungen, Rötungen und Verfärbung an der Injektionsstelle
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hautnekrose an der Injektionsstelle
- Alopezie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Ausschlag (Rash)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Osteoporose nach längerer Anwendung nicht auszuschließen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Hypoaldosteronismus
- Hyperkaliämie
- metabolische Azidose (besonders bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion und Diabetes mellitus)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Priapismus
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- subkutanes Hämatom an der Injektionsstelle
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Spinal- oder Epiduralhämatom
- neurologische Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie z.B. lang dauernde oder permanente Paralyse
- Spinal- oder Epiduralhämatom
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- subkutane (s.c.) Injektion
- Ausnahme
- Gerinnungsprophylaxe im extrakorporalen System während Hämodialyse und Hämofiltration
- intravenös (i.v.) oder in die arterielle Seite des Dialysegeräts
- Gerinnungsprophylaxe im extrakorporalen System während Hämodialyse und Hämofiltration
- s.c.-Injektion bei der peri- und postoperativen Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen und der Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei internistischen Patienten mit vorübergehender eingeschränkter Mobilität
- ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen sollte vor der Injektion entfernt werden (Nachlaufen von Dalteparin in den Einstichkanal kann zu einem ungefährlichen oberflächlichen Bluterguss bzw. in seltenen Fällen zu einer lokalen Reizung führen)
- Einstich senkrecht zur Körperachse in eine mit zwei Fingern angehobene Hautfalte der vorderen oder seitlichen Bauchwand bzw. der Außenseite des Oberschenkels
- Hautfalte während der Injektion nicht lockern
- Injektion sollte exakt subkutan und langsam erfolgen
- darf nicht intramuskulär injiziert werden
- Kinder und Jugendliche
- s.c., vorzugsweise in das abdominale subkutane Gewebe anterolateral oder posterolateral, oder in den lateralen Teil des Oberschenkels in einem Winkel zwischen 45° und 90°
Stillzeithinweise
Dalteparin - invasiv
- es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Dalteparin zu unterbrechen ist
- dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie mit Dalteparin für die Frau zu berücksichtigen
- ein Risiko für den gestillten Säugling kann nicht ausgeschlossen werden
- Dalteparin-Natrium geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
- bisherige Untersuchungen ergaben Anti-Faktor-Xa-Spiegel von 2,5 - 22% der Plasmaspiegel in der Muttermilch
- 15 Frauen, 4. - 8. Tag nach Kaiserschnitt, 3 - 4 Stunden nach s.c.-Gabe von Dalteparin
- aufgrund der geringen Verfügbarkeit von niedermolekularen Heparinen nach oraler Aufnahme ist ein gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling unwahrscheinlich
Schwangerschaftshinweise
Dalteparin - invasiv
- unter der Geburt ist die Epiduralanästhesie bei Schwangeren, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, absolut kontraindiziert
- bei der Behandlung von Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko, z.B. bei perinatalen Frauen, ist Vorsicht geboten
- bei therapeutischem Bedarf kann Dalteparin in der Schwangerschaft angewendet werden
- bei über 1000 exponierten Schwangerschaften ergaben sich keine Hinweise auf Missbildungen oder eine Fetotoxizität bzw. neonatale Toxizität
- bei Schwangeren im letzten Trimester sind Halbwertszeiten für Dalteparin von 4 - 5 Stunden gemessen worden
- Dalteparin passiert nicht die Plazenta
- es wurde von therapeutischen Misserfolgen berichtet bei Anwendung niedermolekularer Heparine in voller therapeutischer Dosierung bei Schwangeren mit Herzklappenersatz
- keine ausreichenden Studien in Bezug auf Anwendung bei Schwangeren mit Herzklappenersatz vorliegend
- Studienlage
- mehr als 2000 publizierte Fälle (Studien, Fallserien und Kasuistiken) zur Anwendung von Dalteparin in der Schwangerschaft liegen vor
- im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin ist über eine geringere Blutungsneigung und ein vermindertes Risiko von osteoporotischen Frakturen berichtet worden
- größte prospektive Studie „Efficacy of Thromboprophylaxis as an Intervention during Gravidity" (EThIG) schloss 810 schwangere Frauen ein und untersuchte ein schwangerschaftsspezifisches Schema zur Risikogruppeneinteilung (niedriges, hohes, sehr hohes Risiko für venöse Thromboembolien) mit Tagesdosierungen von Dalteparin zwischen 50-150 I.E./kg Körpergewicht (in Einzelfällen bis max. 200 I.E./kg Körpergewicht)
- mehr als 2000 publizierte Fälle (Studien, Fallserien und Kasuistiken) zur Anwendung von Dalteparin in der Schwangerschaft liegen vor
- Tierstudien
- Dalteparin zeigte keine teratogenen oder fetotoxischen Eigenschaften
- Fertilität
- basierend auf aktuellen klinischen Daten gibt es keine Hinweise darauf, dass Dalteparin die Fertilität beeinträchtigt
- in Untersuchungen am Tiermodell wurden keine Auswirkungen auf Fertilität, Paarungsverhalten oder peri- und postnatale Entwicklung festgestellt
Warnhinweise
Dalteparin - invasiv
- Hinweise zur Anwendung
- darf nicht intramuskulär appliziert werden
- während der Behandlung mit Dalteparin-Natrium sind intramuskuläre Injektionen anderer Arzneimittel wegen der Gefahr von Hämatomen zu vermeiden
- vor Beginn einer Prophylaxe oder Therapie mit niedermolekularen Heparinen sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien abgeklärt werden
- Dalteparin-Natrium sollte nicht angewendet werden bei
- Verdacht auf Malignom mit Blutungsneigung
- Nieren- und Harnleitersteinen
- chronischem Alkoholismus
- Dalteparin-Natrium sollte nur unter erhöhter Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit potenziell erhöhtem Blutungsrisiko, z. B. bei
- schwerer Leber- und Niereninsuffizienz (CrCl 15 - 29 ml / Min.),
- peptischen Ulzera in der Anamnese
- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen
- Serum-Kalium-Spiegel sollten bei Risikopatienten (z. B. aufgrund von Diabetes mellitus, chronischem Nierenversagen (CrCl < 15 ml / Min.) oder Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen) während der Dalteparin-Gabe kontrolliert werden
- gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulanzien und / oder Acetylsalicylsäure
- Thrombozytopenie und Thrombozytenfunktionsstörungen
- unkontrolliertem Bluthochdruck oder diabetischer Retinopathie
- bei Patienten mit einer Operation in der jüngeren Vergangenheit müssen hohe Dosen von Dalteparin, wie sie beispielsweise zur Behandlung akuter tiefer Venenthrombosen oder einer Lungenembolie eingesetzt werden, vorsichtig angewendet werden
- für unfraktionierte oder niedermolekulare Heparine wurde, insbesondere bei intravenöser Applikation, im zeitlichen Zusammenhang mit einer Spinal- oder Epiduralanästhesie in Einzelfällen das Auftreten von spinalen und epiduralen Hämatomen berichtet
- diese können zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung, bis hin zu langdauernder oder permanenter Paralyse führen
- Risiko dieser seltenen Ereignisse ist möglicherweise im Zusammenhang mit postoperativen Epidural-Verweilkathetern zur Verabreichung von Analgetika oder bei gleichzeitiger Anwendung von blutgerinnungshemmenden Substanzen, wie z. B. nichtsteroidalen Antirheumatika, Fibrinolytika oder anderen Antikoagulanzien, höher
- Risiko ist auch bei wiederholter Epidural- oder Spinalpunktion erhöht
- es sollte daher in jedem Fall ein ausreichender Zeitabstand zwischen der Injektion und der Neuanlage bzw. dem Entfernen eines Epidural- oder Spinalkatheters eingehalten werden
- mit Neuanlage oder Entfernen des Epidural- oder Spinalkatheters sollte nach Verabreichung von Dalteparin zur Thromboseprophylaxe 10 bis 12 Stunden gewartet werden
- bei Patienten mit höheren therapeutischen Dalteparin-Dosen (z.B. 100 I.E. / kg alle 12 Std. oder 150 I.E. / 200 I.E. / kg einmal täglich) sollte Abstand mindestens 24 Stunden betragen
- sollte Arzt im Rahmen seines Ermessens entscheiden, dass im Kontext einer Epidural- oder Spinalanästhesie eine Antikoagulation appliziert werden soll, ist Patient besonders sorgfältig und engmaschig auf Symptome von neurologischen Beeinträchtigungen wie Rückenschmerzen, sensorischen oder motorischen Ausfällen (Gefühllosigkeit und Schwäche in unteren Gließmaßen) sowie Funktionsstörungen des Darms oder der Blase zu überwachen
- Pflegepersonal sollte auf Erkennung solcher Symptome geschult sein
- Patienten sind aufzufordern, sofort das medizinische Personal zu verständigen, wenn sie solche Symptome bei sich bemerken
- beim klinischen Verdacht auf ein Hämatom sind unverzüglich geeignete diagnostische und therapeutische Maßnahmen (Rückenmarkdekompression) einzuleiten
- keine ausreichenden Studien vorliegend zur Sicherheit und Wirksamkeit in der Prophylaxe von Herzklappenthrombosen bei Patienten mit Herzklappenersatz
- prophylaktische Dosen von Dalteparin sind nicht ausreichend, einer Herzklappenthrombose bei Patienten mit Herzklappenersatz vorzubeugen
- Anwendung wird für diese Indikation nicht empfohlen
- bei der Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen ist eine enge Überwachung der antithrombotischen Wirkung von Dalteparin generell nicht erforderlich, sollte aber bei bestimmten Patientengruppen durchgeführt werden, wie z. B.
- pädiatrische Patienten
- Patienten mit Nierenversagen (CrCl < 15 ml / Min.) oder schwerer Niereninsuffizienz (CrCl 15 - 29 ml / Min.)
- stark untergewichtige oder krankhaft adipöse Patienten
- Schwangere
- Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko oder mit erhöhter Neigung zu Rezidivthrombosen
- falls zur Überwachung der Dalteparin-Wirkung Gerinnungsparameter bestimmt werden, sollte dies mittels Anti-F-Xa-Spiegel erfolgen
- Steuerung der Dalteparin-Dosis mittels aPTT kann zu Überdosierungen und Blutungen führen, da die aPTT zur Überwachung der Gerinnungszeit nicht geeignet ist
- Patienten mit akuter Hämodialyse-Behandlung haben ein enges therapeutisches Intervall und eine Messung von Anti-F-Xa sollte bei diesen Patienten durchgeführt werden
- Kontrollen der Thrombozytenzahlen sollten erfolgen
- vor Beginn der Dalteparin-Gabe
- am 1. und 4. Tag nach Beginn der Dalteparin-Gabe
- anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 - 4 Tage
- Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Dalteparin-Gabe empfohlen
- Hämodialyse/Hämofiltration:
- Thrombozytenzahl sollte vor Beginn der Behandlung und in geeigneten Abständen danach kontrolliert werden
- Heparin und niedermolekulare Heparine können die adrenale Sekretion von Aldosteron unterdrücken
- führt zu Hyperkaliämie, insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus, chronischem Nierenversagen, vorbestehender metabolischer Azidose, erhöhtem Plasma-Kalium-Spiegel oder bei Einnahme kaliumsparender Arzneimittel
- Risiko einer Hyperkaliämie scheint mit der Dauer der Therapie zu steigen, ist aber normalerweise reversibel
- Plasma-Kalium- Spiegel sollte bei Risikopatienten vor der Heparinbehandlung gemessen werden
- Beeinflussung von Laborwerten
- durch Dalteparin-Natrium können folgende klinisch-chemischen Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:
- Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum
- falsch hohe T3- und T4-Werte bei nicht nüchternen Patienten
- falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg %)
- Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulphthalein-Testes
- durch Dalteparin-Natrium können folgende klinisch-chemischen Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:
- Osteoporoserisiko
- Langzeitbehandlung mit Heparin wurde mit Osteoporoserisiko in Verbindung gebracht.
- obwohl dies nicht bei Dalteparin beobachtet wurde, kann ein Osteoporoserisiko nicht ausgeschlossen werden
- Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
- die Anti-Faktor-Xa-Spiegel sollten zu Beginn der Therapie und nach jeder Dosisanpassung überwacht werden
- es liegen keine Daten bei Kindern mit Hirnvenen- und Sinusthrombose vor, die eine ZNS (Zentralnervensystem)-Infektion haben
- Blutungsrisiko sollte vor und während der Behandlung mit Dalteparin sorgfältig geprüft werden
- Ältere Patienten
- ältere Patienten (insbesondere Patienten über 80 Jahre) können innerhalb des therapeutischen Dosierungsbereichs einem erhöhten Risiko für Blutungskomplikationen ausgesetzt sein
- klinische Überwachung empfohlen