Furosemid Kalceks 10 mg/ml 2 ml Injekt.-/Inf.-Lsg.

Ever Pharma GmbH
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Wirkstoff: Furosemid →

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Fachinformationen

Indikation

  • wenn eine rasche Diurese erforderlich ist
  • Anwendung in Notfällen oder wenn eine orale Therapie nicht möglich ist
  • Anwendungsgebiete umfassen
    • Ödeme und / oder Aszites infolge von Herz- oder Lebererkrankungen
    • Ödeme infolge von Nierenerkrankungen (im Falle eines nephrotischen Syndroms steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund)
    • Lungenödem (z. B. im Falle einer akuten Herzinsuffizienz)
    • hypertensive Krise (zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 10 mg Furosemid

  • Ödeme und / oder Aszites infolge von Herz- oder Lebererkrankungen; Ödeme infolge von Nierenerkrankungen (im Falle eines nephrotischen Syndroms steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund); Lungenödem (z. B. im Falle einer akuten Herzinsuffizienz); hypertensive Krise (zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen)
    • allgemein
      • parenterale Anwendung von Furosemid
        • wenn eine orale Anwendung nicht möglich oder nicht effizient ist (z. B. bei verminderter intestinaler Resorption)
        • wenn ein rascher Wirkungseintritt erforderlich ist
        • zur Erzielung einer optimalen Wirksamkeit und Unterdrückung einer Gegenregulation ist einer kontinuierlichen Furosemid-Dauerinfusion gegenüber wiederholten Bolusinjektionen generell der Vorzug zu geben
        • es wird empfohlen, so schnell wie möglich auf eine orale Verabreichung zu wechseln
      • aktuelle klinische Leitlinien beachten (sofern verfügbar)
      • in Fällen, in denen eine Dauerinfusion von Furosemid zur Weiterbehandlung nach einer oder mehreren akuten Bolusdosen nicht möglich ist: Weiterbehandlung mit niedrigen Dosen in kurzen Zeitintervallen (ca. 4 Stunden) den Vorzug gegenüber einer Behandlung mit höheren Bolusdosen in längeren Zeitabständen geben
      • Therapie individuell nach dem Ansprechen des Patienten einstellen, um ein max. therapeutisches Ansprechen zu erreichen und die nötige Mindestdosis zur Aufrechterhaltung des Ansprechens zu bestimmen
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 15 Jahre)
      • Initialdosis: 20 - 40 mg Furosemid i.v. (oder in Ausnahmefällen i.m.)
      • Maximaldosis variiert je nach individuellem Ansprechen
      • falls höhere Dosen erforderlich sind
        • Dosissteigerung in Schritten von 20 mg und nicht öfter als alle 2 Stunden
      • Tageshöchstdosis: 1.500 mg Furosemid
      • Infusionsgeschwindigkeit darf 4 mg / Min. nie überschreiten

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche (</= 18 Jahre)
    • nur beschränkte Erfahrungen vorhanden
    • Kinder und Jugendliche (</= 15 Jahre)
      • i.v. Anwendung nur in Ausnahmefällen empfohlen
    • Dosierung wird an das KG angepasst
    • empfohlener Dosisbereich
      • 0,5 bis 1 mg / kg KG / Tag
      • max. Gesamttagesdosis: 20 mg
    • Behandlung so bald wie möglich auf eine orale Therapie umstellen
  • Nierenfunktionsstörungen
    • schwer (Serumkreatinin > 5 mg / dl)
      • Infusionsgeschwindigkeit von 2,5 mg Furosemid / Min. nicht überschreiten
  • ältere Patienten
    • Initialdosis: 20 mg / Tag
    • ggf. allmählich steigern, bis das erforderliche Ansprechen erreicht ist
  • Ödeme infolge einer chronischen und akuten dekompensierten Herzinsuffizienz
    • Erwachsene
      • Initialdosis: 20 - 40 mg / Tag
      • Dosis nach Bedarf je nach Ansprechen des Patienten anpassen
      • bei chronischer dekompensierter Herzinsuffizienz: Gabe in 2 oder 3 getrennten Einzeldosen / Tag
      • bei akuter dekompensierter Herzinsuffizienz: Gabe als Bolusinjektion
  • Ödeme infolge von Nierenerkrankungen
    • Erwachsene
      • Initialdosis: 20 - 40 mg / Tag
      • Dosis nach Bedarf je nach Ansprechen des Patienten anpassen
      • Gesamttagesdosis als Einzeldosis oder in mehreren separaten und über den Tag verteilten Dosen verabreichen
      • falls dies nicht zu einer optimalen Erhöhung der Flüssigkeitssauscheidung führt
        • Furosemid als i.v. Dauerinfusion mit einer initialen Infusionsgeschwindigkeit von 50 bis 100 mg / Stunde verabreichen
      • vor Beginn der Verabreichung von Furosemid
        • Hypovolämie, Hypotonie sowie Störungen im SäureSäure-Basen-Haushalt und im Elektrolythaushalt entsprechend korrigieren
      • Dialysepatienten
        • übliche Erhaltungsdosis liegt in einem Bereich von 250 - 1.500 mg / Tag
      • Patienten mit nephrotischen Syndrom
        • Dosis aufgrund des Risikos einer höheren Inzidenz von Nebenwirkungen mit Vorsicht bestimmen
  • Ödeme infolge von Lebererkrankungen
    • falls eine i.v. Behandlung absolut erforderlich ist
      • Initialdosis: 20 - 40 mg
      • Dosis, falls erforderlich, je nach Ansprechen des Patienten anpassen
      • Gesamttagesdosis als Einzeldosis oder in mehreren separaten Dosen über den Tag verteilt verabreichen
    • Furosemid in Kombination mit Aldosteronantagonisten einsetzen, falls diese Arzneimittel als Monotherapie nicht ausreichend sind
    • zur Vermeidung von Komplikationen
      • z. B. orthostatische Regulationsstörungen, Störungen im SäureSäure-Basen-Haushalt oder Elektrolythaushalt oder hepatischer Enzephalopathie: Dosis sorgfältig anpassen, um einen gleichmäßigen Flüssigkeitsverlust zu erreichen
    • Dosis kann bei Erwachsenen einen täglichen Gewichtsverlust von etwa 0,5 kg bewirken
    • in Fällen von Aszites mit Ödem soll der Gewichtsverlust durch erhöhte Diurese nicht mehr als 1 kg / Tag betragen
  • Lungenödem (bei akuter Herzinsuffizienz)
    • Initialdosis: 40 mg Furosemid zur i.v. Gabe
    • falls es der Zustand des Patienten erfordert, weitere Injektion von 20 - 40 mg Furosemid nach 30 - 60 Min. möglich
    • Furosemid zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen anwenden
  • hypertensive Krise (zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen)
    • Initialdosis: 20 - 40 mg i.v. als Bolusinjektion
    • Dosis, falls erforderlich, je nach Ansprechen des Patienten anpassen

Kontraindikationen

Furosemid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Furosemid
  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide (mögliche Kreuzallergie mit Furosemid)
  • Nierenversagen mit Anurie, das auf eine Furosemidtherapie nicht anspricht
  • Coma und Praecoma hepaticum im Zusammenhang mit einer hepatischen Enzephalopathie
  • schwere Hypokaliämie
  • schwere Hyponatriämie
  • Hypovolämie oder Dehydratation
  • Stillzeit
  • zusätzliche Kontraindikationen bei hochdosierter Zubereitung:
    • normale Nierenleistung sowie eingeschränkte Nierenfunktion mit Glomerulumfiltratwerten > 20 ml / Min., da in diesen Fällen die Gefahr eines zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes besteht
    • darf nicht zur Bolusinjektion verwendet werden
      • muss unter Kontrolle des Infusionsvolumens bzw. der Infusionsgeschwindigkeit infundiert werden, um das Risiko versehentlicher Überdosierung zu verringern

Nebenwirkungen

Furosemid - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hämokonzentration (bei übermäßiger Diurese)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Eosinophilie
      • Leukopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämolytische Anämie
      • aplastische Anämie
      • Agranulozytose
        • Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen wie anaphylaktischer Schock
        • erste Anzeichen für einen Schock sind u.a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Cyanose
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Elektrolytstörungen (auch symptomatisch)
      • Dehydratation und Hypovolämie (besonders bei älteren Patienten)
      • Triglyceride im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyponatriämie und Hypochlorämie (insbesondere bei eingeschränkter Zufuhr von Natriumchlorid)
        • häufig beobachtete Symptome einer Hyponatriämie sind Apathie, Wadenkrämpfe,Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände
      • Hypokaliämie
        • insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhöhten Kaliumverlusten, z.B. bei Erbrechen oder chronischer Diarrhö)
        • Hypokaliämie kann sich in neuromuskulärer (Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen), intestinaler (Erbrechen, Obstipation, Meteorismus), renaler (Polyurie, Polydipsie) und kardialer (Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen) Symptomatik äußern
        • schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen
      • Cholesterin im Blut erhöht
      • Harnsäure im Blut erhöht
      • Gichtanfälle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • eingeschränkte Glucosetoleranz und Hyperglykämie
        • bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann dies zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage führen
        • latenter Diabetes mellitus kann manifest werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypocalcämie
        • kann in seltenen Fällen Tetanie auslösen
      • Hypomagnesiämie
        • als Folge in seltenen Fällen Tetanie oder Auftreten von Herzrhythmusstörungen beobachtet
      • metabolische Azidose
      • metabolische Alkalose
      • Pseudo-Bartter-Syndrom (im Zusammenhang mit falscher Anwendung, Missbrauch und/oder Langzeitanwendung von Furosemid)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • hepatische Enzephalopathie bei Patienten mit Leberinsuffizienz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesien
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindel
      • Ohnmacht und Bewusstlosigkeit
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hörstörungen, meist reversibel
        • besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder einer Hypoproteinämie (z.B. bei nephrotischem Syndrom) und/oder bei zu schneller intravenöser Injektion
      • Taubheit (manchmal irreversibel)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tinnitus
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • bei intravenöser Infusion: Hypotonie einschließlich Orthostasesyndrom
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Vaskulitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombose (insbesondere bei älteren Patienten)
      • Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps (bei übermäßiger Diurese insbesondere bei älteren Patienten und Kindern)
        • äußert sich v.a. als Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erbrechen
      • Diarrhö
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • intrahepatische Cholestase
      • Erhöhung der Lebertransaminasen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Juckreiz
      • Pruritus
      • Urtikaria
      • Ausschläge, Hautausschläge
      • bullöse Dermatitis
      • Erythema multiforme
      • Pemphigoid
      • exfoliative Dermatitis
      • Purpura
      • Photosensibilität
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • lichenoide Reaktionen
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fälle von Rhabdomyolyse
        • oftmals im Zusammenhang mit schwerer Hypokaliämie berichtet
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kreatinin im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Urinmenge erhöht
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • tubulointerstitielle Nephritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Natrium im Urin erhöht
      • Chlorid im Urin erhöht
      • Blutharnstoff erhöht
      • Symptome einer Harnabflussbehinderung (z.B. bei Patienten mit Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose) bis hin zur Harnsperre (Harnverhalt) mit Sekundärkomplikationen
      • Nephrocalcinose und/oder Nephrolithiasis bei Frühgeborenen
      • Nierenversagen, Niereninsuffizienz
  • Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli (offenen Ductus arteriosus), wenn Frühgeborene in den ersten Lebenswochen mit Furosemid behandelt werden
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Fieber
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach intramuskulärer Injektion lokale Reaktionen wie Schmerzen

Anwendungshinweise

  • i.v. oder (in Ausnahmefällen) i.m. Anwendung
  • i.v. Furosemid langsam injizieren oder infundieren
  • Injektionsgeschwindigkeit von 4 mg / Min. nicht überschreiten
  • Furosemid-Injektionslösung keinesfalls gemeinsam mit anderen Arzneimitteln in der gleichen Spritze verabreichen
  • Furosemid generell i.v. verabreichen
  • i.m. Verabreichung auf Ausnahmefälle beschränken, in den weder eine orale noch eine i.v. Anwendung möglich ist
  • i.m. Injektion ist nicht zur Behandlung von akuten Erkrankungen wie Lungenödem geeignet
  • bei Verabreichung als Infusion
    • Furosemid unverdünnt über eine Infusionspumpe mit konstanter Flussrate verabreichen
    • alternativ kann die Lösung mit einer kompatiblen Trägerflüssigkeit verdünnt werden
      • z. B. physiologischer Kochsalzlösung oder Ringer-Laktat-Lösung

Stillzeithinweise

Furosemid - invasiv
  • Frauen dürfen nicht mit Furosemid behandelt werden, wenn sie stillen
    • gegebenenfalls ist abzustillen
  • Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Laktation

Schwangerschaftshinweise

Furosemid - invasiv
  • Furosemid ist in der Schwangerschaft nur kurzfristig und unter besonders strenger Indikationsstellung anzuwenden, da Furosemid die Plazenta passiert
  • Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet
    • da sie die Perfusion der Plazenta und damit das intrauterine Wachstum beeinträchtigen
  • falls Furosemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren angewendet werden muss
    • müssen Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Fetus genau überwacht werden
  • eine Verdrängung des Bilirubins aus der Albuminbindung und damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird für Furosemid diskutiert
  • Furosemid passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut 100 % der maternalen Serumkonzentration
  • bisher keine Fehlbildungen beim Menschen bekannt, die mit einer Furosemid-Exposition in Zusammenhang stehen könnten
    • jedoch zur abschließenden Beurteilung einer eventuell schädigenden Wirkung auf den Embryo/Fetus keine ausreichenden Erfahrungen vorliegend
  • beim Fetus kann dessen Urinproduktion (Diurese) in utero stimuliert werden
  • bei der Behandlung von Frühgeborenen mit Furosemid wurde das Auftreten von Urolithiasis beobachtet

Warnhinweise

Furosemid - invasiv
  • besonders sorgfältige Überwachung erforderlich bei:
    • Hypotonie
    • Harnwegsobstruktion, Harnabflussbehinderung (z.B. bei Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose)
    • Hypotonie
    • manifestem oder latentem Diabetes mellitus
      • regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers
    • Gicht
      • regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum
    • hepatorenales Syndrom (rasch progrediente Niereninsuffizienz, verbunden mit einer schweren Lebererkrankung, z.B. Leberzirrhose)
    • Hypoproteinämie z.B mit nephrotischem Syndrom
      • vorsichtige Einstellung der Dosierung
    • Patienten, die durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall besonders gefährdet wären, z.B. Patienten mit zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen oder koronarer Herzkrankheit
    • Frühgeborenen
      • Gefahr der Entwicklung einer Nephrocalcinose/Nephrolithiasis
        • Nierenfunktionskontrolle, Nierensonographie
  • Frühgeborene mit Atemnotsyndrom
    • eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen kann das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli bei diesen Patienten erhöhen
  • Auftreten einer symptomatischen Hypotonie mit Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit möglich
    • kann bei Patienten, die mit Furosemid behandelt werden, auftreten
    • betrifft insbesondere
      • ältere Menschen
      • Patienten, die gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die Hypotonie verursachen können
      • Patienten mit anderen Erkrankungen, die mit einem Hypotonierisiko verbunden sind
  • Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. bei Prostatahypertrophie)
    • Furosemid darf nur angewendet werden, wenn für freien Harnabfluss gesorgt wird, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre (Harnverhaltung) mit Überdehnung der Blase führen kann
  • Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
    • verstärkte Ausscheidung von Elektrolyten
      • Furosemid führt zu einer verstärkten Ausscheidung von Natrium und Chlorid und infolgedessen von Wasser
      • auch die Ausscheidung anderer Elektrolyte (insbesondere Kalium, Kalzium und Magnesium) ist erhöht
      • da während einer Therapie mit Furosemid als Folge der vermehrten Elektrolytausscheidung häufig Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beobachtet werden, sind regelmäßige Kontrollen der Serumelektrolyte angezeigt
    • Kontrollen
      • v.a. während einer Langzeittherapie sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium), Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden
    • besonders enge Überwachung erforderlich bei Patienten mit einem hohen Risiko, Elektrolytstörungen zu entwickeln, oder im Falle eines stärkeren Flüssigkeitsverlustes (z.B. durch Erbrechen, Diarrhö oder intensives Schwitzen)
    • Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure- Basen-Haushalt müssen korrigiert werden
      • kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Furosemid erfordern
    • mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrunde liegende Erkrankungen (z.B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleitmedikation und Ernährung beeinflusst
  • Gewichtsverlust
    • der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten
  • nephrotisches Syndrom
    • beim nephrotischen Syndrom muss wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen vorsichtig dosiert werden
  • gleichzeitige Anwendung mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz
    • placebokontrollierte Studien mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz
      • eine höhere Mortalitätsinzidenz bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3 %, Durchschnittsalter 89 Jahre, Altersspanne 75 bis 97 Jahre)
        • im Vergleich zu Patienten, die Risperidon allein (3,1 %, Durchschnittsalter 84 Jahre, Altersspanne 70 bis 96 Jahre)
        • oder Furosemid allein (4,1 %, Durchschnittsalter 80 Jahre, Altersspanne 67 bis 90 Jahre) erhalten hatten
      • die gleichzeitige Anwendung von Risperidon mit anderen Diuretika (hauptsächlich niedrig dosierte Thiaziddiuretika) war nicht mit einem ähnlichen Befund assoziiert
    • pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung konnte nicht identifiziert werden
      • kein einheitliches Muster für die Todesursache festgestellt
    • Vorsicht angezeigt und Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen
    • behandlungsunabhängig war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und soll daher bei älteren Patienten mit Demenz vermieden werden
  • Anwendung bei Lupus erythematodes
    • es besteht die Möglichkeit einer Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • Missbrauch als Dopingmittel kann Gesundheit gefährden