Genvoya 150mg/150mg/200mg/10mg Filmtabletten

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)
    • bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten >/= 2 Jahre und mit einem Körpergewicht >/= 14 kg
    • bei dem HI-Virus dürfen keine bekanntermaßen mit Resistenzen gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren, Emtricitabin oder Tenofovir verbundenen Mutationen nachweisbar sein

Dosierung

  • Behandlung des humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)
    • Einleitung der Therapie nur durch einen Arzt, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
    • 1 Tablette 1mal / Tag zum Essen einnehmen
      • Erwachsene und pädiatrische Patienten >/= 25 kg KG (Körpergewicht)
        • 1 Tablette (150 mg Elvitegravir / 150 mg Cobicistat / 200 mg Emtricitabin / 10 mg Tenofoviralafenamid) 1mal / Tag
      • pädiatrische Patienten >/= 2 Jahre mit >/= 14 kg - < 25 kg KG
        • 1 Tablette (90 mg Elvitegravir / 90 mg Cobicistat / 120 mg Emtricitabin / 6 mg Tenofoviralafenamid) 1mal / Tag
        • Präparat mit entsprechender Dosisstärke ist verfügbar
      • Kinder < 2 Jahre oder < 14 kg KG
        • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen (keine Daten)
    • vergessene Dosis
      • Einnahme </= 18 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit versäumt
        • Einnahme sobald wie möglich zum Essen nachholen
        • anschließend gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
      • Einnahme > 18 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit versäumt
        • versäumte Dosis auslassen
        • gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
    • Erbrechen nach der Einnahme
      • </= 1 Stunde nach Einnahme: 1 weitere Tablette einnehmen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Nierenfunktionsstörungen
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre und >/= 35 kg KG
      • geschätzte Kreatinin-Clearance (CrCl) >/= 30 ml / Min.
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Abfall der CrCl während der Behandlung < 30 ml / Min.
        • Therapie absetzen
      • CrCl >/= 15 ml / Min. - < 30 ml / Min. oder CrCl < 15 ml / Min. ohne chronische Hämodialyse
        • Anwendung sollte vermieden werden
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • Erwachsene mit terminaler Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml / Min.) bei chronischer Hämodialyse
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Anwendung jedoch i. A. vermeiden
      • Anwendung erwägen, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegen sollte
      • an Hämodialyse-Tagen:
        • Einnahme der Tablette nach Beendigung der Hämodialyse-Behandlung
    • Kinder < 12 Jahre mit Nierenfunktionsstörung
      • keine Dosierungsempfehlungen möglich (keine Daten)
    • Kinder < 18 Jahre mit terminaler Niereninsuffizienz
      • keine Dosierungsempfehlungen möglich (keine Daten)
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht oder mittelgradig (Child-Pugh-Klasse A oder B)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • Anwendung nicht empfohlen (nicht untersucht)

Kontraindikationen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Elvitegravir und Cobicistat - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid(fumarat)
  • gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen assoziiert sind
    • Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten
      • Alfuzosin
    • Antiarrhythmika
      • Amiodaron
      • Chinidin
    • Ergotaminderivate
      • Dihydroergotamin
      • Ergometrin
      • Ergotamin
    • Wirkstoffe zur Verbesserung der gastrointestinalen Motilität
      • Cisaprid
    • HMG-CoA-Reduktasehemmer
      • Lovastatin
      • Simvastatin
    • Lipidmodifizierender Wirkstoff
      • Lomitapid
    • Neuroleptika/Antipsychotika
      • Pimozid
      • Lurasidon
    • PDE-5-Hemmer
      • Sildenafil zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie
    • Sedativa/Hypnotika
      • oral angewendetes Midazolam
      • Triazolam
  • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind, aufgrund des potentiellen Verlusts des virologischen Ansprechens und der möglichen Resistenzentwicklung gegen die Wirkstoffkombination
    • Antikonvulsiva
      • Carbamazepin
      • Phenobarbital
      • Phenytoin
    • antimykobakterielle Wirkstoffe
      • Rifampicin
    • pflanzliche Präparate
      • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • gleichzeitige Anwendung von Dabigatranetexilat, einem P-Glykoprotein(P-gp)-Substrat

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abnorme Träume
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Depressionen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Flatulenz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspepsie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
      • Pruritus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit

Anwendungshinweise

  • Einnahme 1mal / Tag zum Essen
  • Tablette nicht zerkauen oder zerkleinern (aufgrund des bitteren Geschmacks)
  • Patienten, die nicht in der Lage sind, die Tablette im Ganzen zu schlucken
    • Tablette kann in 2 Hälften geteilt werden
    • die beiden Hälften direkt nacheinander einnehmen, um sicherzustellen, dass die ganze Dosis unverzüglich eingenommen wird

Stillzeithinweise

  • Arzneimittel sollte während der Stillzeit nicht eingenommen werden
  • HIV-infizierte Frauen, sollten ihre Kleinkinder auf keinen Fall stillen (Übertragung von HIV auf das Kind möglich)
  • es ist nicht bekannt ob Elvitegravir, Cobicistat oder Tenofoviralafenamid in die Muttermilch übergehen
  • Emtricitabin geht in die Muttermilch über
  • in tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Elvitegravir, Cobicistat und Tenofovir in die Muttermilch übergehen
  • es gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovir Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder haben

Schwangerschaftshinweise

  • Anwendung nur, wenn potentieller Nutzen das potentielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
    • bisher liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung des Präparates oder seinen Einzelwirkstoffen bei Schwangeren vor
    • bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung bei Schwangeren vor
    • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten jedoch nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin
    • Tierexperimentelle Studien mit Elvitegravir, Cobicistat oder Emtricitabin als Einzelwirkstoffe ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung
    • Tierexperimentelle Studien mit Tenofoviralafenamid ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen von Tenofoviralafenamid in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft oder fetale Entwicklung
  • Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und Frauen
    • zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • bisher liegen keine Daten zur Fertilität bei Anwendung beim Menschen vor
    • in tierexperimentellen Studien zeigten Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid keine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten oder Fertilitätsparameter

Warnhinweise

  • Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der Übertragung gemäß nationaler Richtlinien einhalten, da Restrisiko einer sexuellen Virus-Übertragung bestehen bleibt
  • Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Koinfektion
    • erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender ggf. letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit HIV-1-Infektion und einer Koinfektion mit dem Hepatitis-C Virus (HCV) nicht erwiesen
    • Tenofoviralafenamid ist aktiv gegen Hepatitis-B-Virus, klin. Wirksamkeit gegen dieses Virus jedoch noch nicht vollständig erwiesen
    • Absetzen der Therapie bei HIV-Infektion und HBV-Koinfektion kann ggf. zu schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis führen
      • sorgfältige klin. Überwachung für mehrere Monate nach Absetzen durch Labortest erforderlich
    • nicht gleichzeitig mit Arzneimittel anwenden die folgende Wirkstoffe enthalten:
      • Tenofoviralafenamid
      • Tenofovirdisoproxil
      • Lamivudin
      • Adefovirdipivoxil
  • Lebererkrankung
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • häufige Veränderung der Leberfunktion bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschl. einer chronischen aktiven Hepatitis (Überwachung gem. üblicher Praxis)
    • Therapieabbruch oder -unterbrechung bei Verschlimmerung der Lebererkrankung
  • Blutfette und Blutzucker
    • ggf. Anstieg der Werte
    • bezgl. der Überwachung der Werte wird auf anerkannte HIV-Therapierichtlinien verwiesen
    • je nach klin. Notwendigkeit behandeln
  • Mitochondriale Dysfunktion
    • mitochondriale Schädigungen unterschiedlichen Ausmaßes durch Nukleosid- und Nukleotid-Analoga
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern, die in utero und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren, liegen vor
    • hauptsächlich berichtete Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte); diese Ereignisse sind oft vorrübergehend
    • über einige spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) wurde berichtet (unklar ob vorübergehend oder bleibend)
    • jedes Kind, das in utero gegenüber Nukleosid- bzw. Nukleotid-Analoga exponiert war, auch HIV-negative Kinder, soll klin. und anhand von Laborparametern nachuntersucht und im Falle von relevanten Anzeichen oder Symptomen vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungen hin untersucht werden
    • diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
    • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klin. Verläufen oder Verschlechterung von Symptomen führt
      • Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART
    • jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig, geeignete Behandlung einleiten
    • Berichte über Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow)
      • Zeitpunkt des Auftretens variabel (bis zu mehreren Monaten nach Einleitung der Behandlung)
  • Opportunistische Infektionen
    • können weiterhin entwickelt werden
    • engmaschige klin. Überwachung von Patienten mit Begleiterkrankungen erforderlich
  • Osteonekrose
    • obwohl eine mulitfaktorielle Ätiologie angenommen wird, wurden Fälle insbesondere bei Patienten berichtet mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitanwendung einer ART berichtet
    • bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen: Arzt aufzusuchen
  • Nephrotoxizität
    • potentielles Risiko aufgrund einer chronischen Exposition gegenüber niedrigen Tenofovir-Spiegeln bei Einnahme von Tenofoviralafenamid nicht ausgeschlossen
  • Vorschriften zur Kontrazeption
    • Anwendung eines hormonellen Kontrazeptivum mit mind. 30 µg Ethinylestradiol und mit Norgestimat als Gestagen, oder
    • Anwendung einer anderen zuverlässigen Verhütungsmethode
    • Anwendung von anderen Gestagenen (als Norgestimat) vermeiden (Auswirkungen anderer Gestagene nicht bekannt)
  • Kinder und Jugendliche
    • klinsche Studie: höhere mittlere Expositionen von Elvitegravir-, Cobicistat-, Emtricitabin-, Tenofovir- und Tenofoviralafenamid, als die mittleren Expositionen, die bei Erwachsenen erreicht wurden
  • sonstige Bestandteile
    • Patienten mit hereditärer Galactose-Intoleranz, Lactose-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption
      • Arzneimittel nicht einnehmen