Gilurytmal 50mg/10ml

Carinopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ajmalin →

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N1 5 ST 46,24 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung symptomatischer und behandlungsbedürftiger Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzfrequenz (Tachykardie) im Vorhof des Herzens (supraventrikulär), wie z.B.
    • AV-junktionale Tachykardien
    • supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom
    • paroxysmales Vorhofflimmern (anfallsweise Rhythmusstörungen)
  • Behandlung schwerwiegender symptomatischer ventrikulärer Tachykardien, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohlich sind
  • bisher kein Nachweis einer Lebensverlängerung bei einer Behandlung der Herzrhythmusstörungen für Antiarrhythmikum der Klasse I

Dosierung

Basiseinheit: 10 ml Injektionslösung (1 Ampulle) enthalten 50 mg Ajmalin.

  • Behandlung symptomatischer und behandlungsbedürftiger Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzfrequenz (Tachykardie) im Vorhof des Herzens (supraventrikuläre), wie z.B. AV-junktionale Tachykardien, supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom, paroxysmales Vorhofflimmern; Behandlung schwerwiegender symptomatischer ventrikulärer Tachykardien, wenn diese nach Beurteilung des Arztes lebensbedrohlich sind
    • Dosierung und Wahl der Applikationsform von gesicherter Diagnosestellung abhängig
    • individuelle Dosierung
    • max. Einzeldosis: 10 ml Injektionslösung i.v. (entsprechend 50 mg Ajmalin)
    • Injektionsgeschwindigkeit: max. 10 mg Ajmalin i.v. / Min.
      • Injektionsdauer bei vorgeschädigtem Herzen: 50 mg Ajmalin i.v. / 15 - 20 Min.
    • Injektionsfortsetzung über den Eintritt des gewünschten Erfolges hinaus unnötig
    • Injektionswiederholung, falls erforderlich: nach 30 Min.
    • Verschlechterung einzelner EKG-Parameter kann ein Zeichen zu hoher Dosierung sein
      • Injektion unterbrechen oder beenden
    • bei therapierefraktären tachykarden ventrikulären Herzrhythmusstörungen
      • Dauertropfinfusion
        • Initial: 4 ml Injektionslösung (entsprechend 20 mg Ajmalin) i.v. / Stunde
        • Dosissteigerung, optional: 10 ml Injektionslösung i.v. (entsprechend 50 mg Ajmalin) / Stunde
        • tägliche Maximaldosis: 240 ml Injektionslösung (entsprechend 1200 mg Ajmalin)
        • Serumnatriumspiegel: max. 145 - 150 mval
        • nach kontinuierlicher Infusion von 20 - 50 mg / Stunde, wurden therapeutische Plasmaspiegel von 0,4 µg / ml - 0,2 µg / ml bestimmt
        • Verschlechterung einzelner EKG-Parameter kann ein Zeichen zu hoher Dosierung sein
          • dementsprechende Regulation der Infusion
        • Verschlechterung hämodynamischer Parameter oder EKG-Parameter unter der Infusion
          • sofortiges Unterbrechen der Infusion
    • Behandlungsdauer:
      • entsprechend Krankheitsbild
      • durch Arzt bestimmt

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • keine Anwendung bei Kindern (keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit)
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • aufgrund reduzierter Clearance
      • Dauertropfinfusion: geringere Dosierungen (10 - 30 mg Ajmalin i.v. / Stunde) ausreichend
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
    • aufgrund reduzierter Clearance
      • Dauertropfinfusion: geringere Dosierungen (10 - 30 mg Ajmalin i.v. / Stunde) ausreichend

Kontraindikationen

Ajmalin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ajmalin
  • höhergradige Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhöfen und -kammern (AVBlock II. und III. Grades)
  • vorbestehende intraventrikuläre Erregungsleitungsstörungen
  • Adam-Stokes-Anfällen
  • manifeste Herzinsuffizienz
  • erhebliche Zunahme der Erregungsausbreitung in den Herzkammern (Verbreiterung des QRS-Komplexes) bzw. Verlängerung der gesamten elektrischen Herzkammeraktion (QT-Zeit)
  • Vergiftungen mit herzwirksamen Glykosiden (Substanzen zur Förderung der Kontraktionskraft der Herzmuskulatur)
  • Myasthenia gravis (Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Substanzen mit der Folge einer gestörten Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel)
  • krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels (hypertrophe Kardiomyopathie)
  • Bradykardie (< 50 Schläge / Min.)
  • Tachykardien, die durch eine Herzmuskelschwäche (Herzdekompensation) bedingt ist
  • Anwendung innerhalb der ersten 3 Monate nach Myokardinfarkt
  • Patienten mit einer linksventrikulären Auswurffraktion von weniger als 35 % ( Ausnahme: Patienten mit lebensbedrohlichen ventrikulären Herzrhythmusstörungen)

Nebenwirkungen

Ajmalin - invasiv
  • Herzerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Auslösung bzw. Verschlechterung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) durch eine die Kontraktionskraft des Herzens senkende (negativ inotrope) und eine gefäßverengende (vasokonstriktorische) Wirkung
      • Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen (proarrhythmische Wirkungen), die zu einer starken Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes führen können
      • bedrohlicher Anstieg der Kammerfrequenz bei Vorliegen von Vorhofflimmern bzw. -flattern nach Gabe von Ajmalin
      • Sinusbradykardie
      • sinuatriale Blockierungen
      • Hemmung der intraventrikulären Reizausbreitung
      • Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhöfen und -kammern (AV-Blockierungen) verschiedener Grade
      • Asystolie
      • erheblicher Blutdruckabfall nach schneller i.v.-Injektion
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Blutbildveränderungen (Agranulozytosen, Thrombozytopenien)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Eosinophilie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krampfanfälle und Missempfindungen (Parästhesien) nach schneller i.v.- Infusion
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Augenzwinkern
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und des Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemstillstand nach zu schneller i.v.-Infusion
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfälle
      • Appetitlosigkeit
      • Verstopfung
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Wärmegefühl
      • Hautrötung (Flush-Symptomatik)
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • immunologische Veränderungen in anderen Organen, wie
        • Hauterscheinungen
        • Gelenkschmerzen (Arthralgien)
        • Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis)
        • beschleunigter Abbau von roten Blutkörperchen (Hämolyse)
        • Niereninsuffizienz
        • Herabsetzung der blutbildenden Funktion des Knochenmarks (Knochenmarkdepression)
        • Anstieg von bestimmten Antikörpern (IgE, IgG und IgM sowie antimitochondriale und antinukleäre Antikörper)
  • Leber- und Gallenerkrankungen:
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • symptomloser vorübergehender Anstieg von bestimmten Leberenzymen(Transaminasen) bis zum dreifachen Normwert innerhalb der ersten Wochen beiBehandlungsbeginn
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberschäden vom hepatozellulären (die Leber betreffend) Typ
      • Gallestauungen in der Leber (intrahepatische Cholestasen), die sich nach Absetzen der Medikation spontan zurückbilden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gallestauung (Cholestase)
        • Behandlung muss sofort abgebrochen werden, wenn innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen eines oder mehrere der nachfolgend beschriebenen Symptome auftreten:
          • Fieber, Juckreiz, Gelbfärbung der Augen, brauner Urin, heller Stuhl, wobei der Temperaturanstieg einige Tage vor den übrigen Symptomen auftreten kann
        • medikamentöse therapeutische Beeinflussung der Gallestauung (Cholestase) ist nicht möglich
      • Akute Leberentzündung (Hepatitis)

Anwendungshinweise

  • langsame i.v.-Injektion
    • unter EKG-Kontrolle
      • insbesondere bei dilatativer Kardiomyopathie
    • unter Defibrillations-, Intubations- und Reanimationsbereitschaft (Bereitschaft zur externen Ingangsetzung der Herzaktion, zur Einführung eines Beatmungsrohres durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre zur Wiederbelebung)
    • Beenden hämodynamischer stabiler (stabil in Bezug auf Blutdruck, Blutvolumen, etc.) Arrythmien unter klinischen Bedingungen
    • zur kontrollierten Infusion: Applikation mittels automatischer Infusionsspritzenpumpe möglich
    • fortlaufende EKG-Kontrolle unbedingt erforderlich
  • Dauertropfinfusion
    • unter EKG-Kontrolle
      • insbesondere bei dilatativer Kardiomyopathie
    • bei länger dauernder Infusion EKG-Monitoranschluss erforderlich
  • Mischen der Injektionslösung mit handelsüblichen neutralen oder sauren Infusionslösungen, z.B.
    • Ringer-Lactat-Lösung
    • Vollelektrolytlösungen
    • kalorische Lösungen

Stillzeithinweise

Ajmalin - invasiv
  • keine Daten zum Übertritt in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Ajmalin - invasiv
  • Anwendung im ersten Trimenon vermeiden
    • keine Daten zu Tierexperimenten bezüglich der Reproduktionstoxizität vorliegend
    • keine Literaturhinweise zur Anwendung während der Schwangerschaft verfügbar
  • Anwendung in der fortgeschrittenen Schwangerschaft nur in schwerwiegenden Fällen nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
    • prinzipiell kardiale und zentralnervöse Auswirkungen auf den Fetus möglich
  • Ajmalin sollte in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn eine strenge Indikationsstellung vorliegt, die Patientin klinisch überwacht werden kann und die Dosis reduziert wird

Warnhinweise

Ajmalin - invasiv
  • bei gleichzeitig auftretender Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen sollte zunächst eine Therapie der Herzinsuffizienz erfolgen, da die Herzrhythmusstörungen Folge der Herzinsuffizienz sein können
  • besondere Vorsicht bei der Anwendung von Ajmalin und ggf. Dosisanpassung erforderlich bei Patienten mit
    • eingeschränkter Leberfunktion
    • Erkrankung des körpereigenen Schrittmachers für die Herzaktion (Syndrom des kranken Sinusknotens)
    • leichteren Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhöfen und Herzkammern (AV-Block I. Grades)
    • nicht vollständiger Blockade der Erregungsleitung innerhalb der Herzkammern (inkompletter Schenkelblock)
    • niedrigem Blutdruck (nicht rhythmogene Hypotonie < 90 mmHg systolisch)
    • verminderter Leberdurchblutungsrate (manifeste Herzmuskelschwäche, akuter Herzinfarkt, niedriger Blutdruck)
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • Anwendung nur mit Vorsicht
  • intravenöse Anwendung erfordert eine strenge kardiologische Überwachung
    • sollte nur durchgeführt werden, wenn entsprechende Reanimationsausrüstung und geeigneteÜberwachungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen
  • Schrittmacherreizschwelle
    • Ajmalin erhöht die Schrittmacherreizschwelle deutlich
  • Poor Metabolizer
    • bei der Verabreichung als Dauertropfinfusion berücksichtigen, dass es für Ajmalin so genannte Poor Metabolizer gibt, bei denen Ajmalin langsamer verstoffwechselt wird
      • Häufigkeit des Vorkommens dieses Polymorphismus beträgt 7 - 8 %
    • bei länger dauernder Anwendung kann es bei diesen Patienten zu erheblich höheren Plasmakonzentrationen kommen
  • sollte es unter einer Infusion mit Ajmalin zu einer Verschlechterung hämodynamischer Parameter oder EKG-Parameter kommen, Infusion sofort unterbrechen
  • Kinder
    • keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern
    • Ajmalin sollte nicht bei Kindern eingesetzt werden
  • Lebensverlängerung
    • berücksichtigen, dass bisher für kein Antiarrhythmikum der Klasse I nachgewiesen werden konnte, dass eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen eine Lebensverlängerung bewirkt