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Fachinformationen

Indikation

  • Ginkgo AL® ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz.

Dosierung

  • Erwachsene nehmen 2-mal täglich 1 und ½ Ginkgo AL® 80 mg Filmtabletten ein (entsprechend 240 mg Ginkgo biloba-Trockenextrakt pro Tag).
  • Die zweimal tägliche Einnahme sollte morgens und abends erfolgen.
  • Kinder und Jugendliche
    • Es gibt keine relevante Indikation für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.
  • Besondere Patientengruppen
    • Es existieren keine Daten zur Dosierung im Falle eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.
  • Anwendungsdauer
    • Die Behandlung soll mindestens 8 Wochen betragen.
    • Wenn nach 3 Monaten keine Besserung der Symptome eingetreten ist oder sich die Krankheitssymptome verstärken, ist vom Arzt zu überprüfen, ob die Weiterführung der Behandlung noch gerechtfertigt ist.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Ginkgo biloba Extrakten oder einem sonstigen Bestandteil,
  • Schwangerschaft.

Therapiehinweise

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Nebenwirkungen

  • Nebenwirkungen, die unter der Behandlung mit Ginkgo AL® auftreten können sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt: sehr häufig (>/= 1/10), häufig (>/= 1/100, < 1/10), gelegentlich (>/= 1/1.000, < 1/100), selten (>/= 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • Nicht bekannt
      • Blutung an einzelnen Organen (Augen, Nase, Hirn- und gastrointestinale Blutungen)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Sehr häufig
      • Kopfschmerzen
    • Häufig
      • Schwindel
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Häufig
      • Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • Nicht bekannt
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Nicht bekannt
      • Allergische Hautreaktionen (Erythem, Ödem, Juckreiz und Ausschlag)

Anwendungshinweise

  • Zum Einnehmen.
  • Die Tabletten nicht auf dem Rücken liegend einnehmen. Die Tabletten sollte als Ganzes (nicht zerkaut) mit Flüssigkeit, am besten mit einem Glas Trinkwasser, geschluckt werden.
  • Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Stillzeithinweise

  • Es ist nicht bekannt, ob die Inhaltstoffe des Extraktes oder deren Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Aufgrund unzureichender Daten ist der Gebrauch während der Stillzeit nicht empfohlen.

Schwangerschaftshinweise

  • Ginkgo biloba Extrakte können die Fähigkeit zur Blutplättchenaggregation beeinträchtigen. Die Blutungsbereitschaft kann erhöht sein. Tierstudien zur Reproduktionstoxizität sind unzureichend.
  • Die Anwendung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert
  • Fertilität
    • Es wurden keine spezifischen Studien mit Ginkgo biloba an Menschen zur Untersuchung des Einflusses auf die Fertilität durchgeführt. In einer Studie an weiblichen Mäusen wurden Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Wenn sich die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels verschlechtern, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
    • Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln sollte dieses Arzneimittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
    • Da es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen können, sollte dieses Arzneimittel vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vor einer Operation abgesetzt werden.
    • Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Epileptikern durch die Einnahme von Ginkgo Zubereitungen das Auftreten weiterer Krampfanfälle gefördert wird.
    • Die gleichzeitige Einnahme von Ginkgo biloba haltigen Produkten und Efavirenz wird nicht empfohlen.
    • Sonstige Bestandteile
      • Lactose
        • Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose Malabsorption sollten Ginkgo AL® Filmtabletten nicht einnehmen.
      • Glucose
        • Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Ginkgo AL® Filmtabletten nicht einnehmen.
      • Natrium
        • Ginkgo AL® Filmtabletten enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei".
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Bei gleichzeitiger Einnahme dieses Arzneimittels mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (wie z. B. Phenprocoumon und Warfarin) oder Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika) kann deren Wirkung beeinflusst werden.
    • Verfügbare Studien mit Warfarin deuten nicht auf eine Interaktion zwischen Warfarin und Ginkgo biloba Produkten. Dennoch ist zu Beginn, bei Änderung der Dosierung, bei Beendigung der Einnahme oder wenn das Ginkgo biloba-Produkt gewechselt wird eine geeignete Überwachung ratsam.
    • Eine Interaktionsstudie mit Talinolol zeigt, dass Ginkgo biloba P-Glycoproteine auf Darmebene hemmen kann. Dies kann zu einer deutlich erhöhten Exposition von Medikamenten führen, die wie Dabigatranetexilat durch P-Glycoproteine im Darm beeinflusst werden. Vorsicht ist angebracht bei der Kombination von Ginkgo biloba und Dabigatran.
    • Eine Interaktionsstudie hat gezeigt, dass Cmax von Nifedipin durch Ginkgo biloba ansteigen kann. Bei einigen Personen wurde eine Erhöhung um bis zu 100% beobachtet, was zu Schwindel und starken Hitzewallungen führte.
    • Die gleichzeitige Einnahme von Ginkgo biloba haltigen Produkten und Efavirenz wird nicht empfohlen; die Plasmakonzentrationen von Efavirenz können durch Induktion von CYP3A4 herabgesetzt sein.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Es wurden keine ausreichenden Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.
  • Überdosierung
    • Intoxikationserscheinungen sind bisher nicht bekannt.