Glyceroltrinitrat-Carinopharm 1mg/ml

Carinopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Glyceroltrinitrat →

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N2 10 ST 132,03 €

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Fachinformationen

Indikation

  • schwere Angina pectoris
    • z.B. instabile und vasospastische Form
  • akuter Myokardinfarkt
  • akute Linksherzinsuffizienz

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit 50 ml Konzentrat enthält 50 mg Glyceroltrinitrat

  • schwere Angina pectoris; akuter Myokardinfarkt und akute Linksherzinsuffizienz
    • allgemein
      • Dosierung nach Bedarf des Patienten und nach dem Ansprechen der zu kontrollierenden Messwerte; in Abhängigkeit von den vorliegenden klinischen und hämodynamischen Ausgangswerten
      • zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkverlustes: niedrigst mögliche, klinisch effektive Dosierung wählen und ggf. eine intermittierende Verabreichung bzw. eine alternierende Gabe von anderen Vasodilatantien erwägen
    • Dosierung im klinischen Gebrauch:
      • initiale Dosis
        • 0,5 - 1,0 mg Glyceroltrinitrat / Std.
      • Erhaltungsdosis
        • wird dem individuellen Bedarf angepasst
      • Maximaldosen
        • i.d.R. 8 mg Glyceroltrinitrat / Std., selten 10 mg Glyceroltrinitrat / Std.
    • akuter Myokardinfarkt
      • möglichst früh mit der i.v. Dauerinfusion beginnen
      • bei systolischem Druck > 100 mmHg:
        • 2 - 8 mg Glyceroltrinitrat / Std. (33 - 133 µg / Min.) i.v.
          • in Ausnahmefällen bis zu 10 mg Glyceroltrinitrat / Std. (166 µg / Min.) i.v.
        • bis zum Nachlassen der Angina pectoris Symptomatik
    • akute Linksherzinsuffizienz (Lungenödem)
      • 2 - 8 mg Glyceroltrinitrat / Std. (33 - 133 µg / Min.) i.v. über 1 - 2 Tage
    • schwere Angina pectoris
      • unter stationären Bedingungen (Intensiv-Station): 2 - 8 mg Glyceroltrinitrat / Std. (33 - 133 µg / Min.) i.v.
      • während der Infusion Hämodynamik kontinuierlich überwachen
      • laufende Kontrolle des systolischen u. diastolischen Blutdruckes, der Herzfrequenz und der hämodynamischen Größen (Rechtsherzkatheter) wie systolischer Pulmonalarteriendruck (PASP), pulmonal-kapillärer Verschlussdruck (PCP), diastolischer Pulmonalarteriendruck (PADP), Herzminutenvolumen (CO) und EKG (ST-Streckenmessung) erforderlich
    • Anwendungsdauer
      • über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt
      • ausschleichend absetzen, da Absetzungsphänomene („rebound"-Phänomene") nicht auszuschließen sind
      • je nach klinischem Bild, Hämödynamik und EKG kann die Behandlung bis zu 3 Tagen oder länger fortgesetzt werden

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Dosisreduktion entsprechend der Schwere der Funktionsstörungen
    • schwere Leberfunktionsstörung
      • Anwendung mit Vorsicht
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Dosisreduktion entsprechend der Schwere der Funktionsstörungen
    • schwere Nierenfunktionsstörung
      • Anwendung mit Vorsicht

Kontraindikationen

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Glyceroltrinitrat oder andere Nitratverbindungen
  • akutes Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps)
  • kardiogener Schock, sofern nicht durch intraaortale Gegenpulsation oder positiv inotrope Pharmaka ein ausreichend hoher linksventrikulärer, enddiastolischer Druck gewährleistet ist
  • toxisches Lungenödem
  • ausgeprägte Hypotonie (systolischer Blutdruck < 90 mmHg)
  • Erkrankungen, die mit einem erhöhten intrakraniellen Druck einhergehen (bisher wurde nur bei hochdosierter i.v. Gabe von Glyceroltrinitrat eine weitere Drucksteigerung beobachtet)
  • gleichzeitige Einnahme von Phosphodiesterase-5-Hemmern, z.B. Sildenafil
    • weil es in diesem Fall zu einem erheblichen blutdrucksenkenden Effekt kommen kann
    • bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit die Anwendungsbeschränkungen von solchen Arzneimitteln beachten
    • Glyceroltrinitrat darf auch dann nicht angewendet werden, wenn Patienten, die Phosphodiesterase-5-Hemmer, z.B. Sildenafil eingenommen haben, akute pektanginöse Beschwerden entwickeln

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen („Nitratkopfschmerzen") bei Behandlungsbeginn
        • klingen erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Einnahme ab
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Hypoxie bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit
        • bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kollapszustände, häufig mit bradykarden Herzrhythmusstörungen und Synkopen
      • dosisabhängiger Blutdruckabfall mit Verstärkung der Angina pectoris-Symptomatik
        • bei stärkerem Blutdruckabfall ist die Infusion zu unterbrechen; falls keine spontane Erholung erfolgt, sind u.U. herz- und kreislaufregulierende Maßnahmen zu ergreifen, z.B. Hochlagern der Beine und Volumenersatzmittel
      • Herzfrequenzanstieg
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • flüchtige Hautrötungen (Flush)
      • allergische Hautreaktionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • exfoliative Dermatitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Erbrechen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Toleranzentwicklung
        • zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten hohe kontinuierliche Dosierungen vermieden werden
      • Auftreten einer Kreuztoleranz gegenüber anderen Nitratverbindungen
      • vorübergehende Hypoxämie
        • bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in hypoventilierte Alveolargebiete

Anwendungshinweise

  • i.v.-Infusion unter stationären Bedingungen und bei ständiger Herzkreislaufüberwachung
  • Glyceroltrinitrat kann unverdünnt mit entsprechenden Vorrichtungen oder verdünnt mittels Infusionsgeräten langsam i.v. infundiert werden (Verdünnung z.B. mit physiologischer NaCl-Lsg., Glucose 5 %, Glucose 10 %)
  • bei Kombination mit Infusionslösungen
    • Informationen der jeweiligen Hersteller über ihre Infusionslösungen, so auch zur Kompatibilität, zu Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen beachten
  • Verdünnungs- und Infusionstabelle: s. Fachinformation
  • Hinweis
    • bei der Infusion von Glyceroltrinitrat bewähren sich Infusionsschläuche aus Polyethylen oder Polytetrafluorethylen. Infusionsschläuche aus PVC (Polyvinylchlorid) führen zu erheblichen Wirkstoffverlusten durch Adsorption

Stillzeithinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Glyceroltrinitrat aus Gründen besonderer Vorsicht nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden

Schwangerschaftshinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • Glyceroltrinitrat aus Gründen besonderer Vorsicht nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden
  • keine ausreichenden Erfahrungen für den Menschen, insbesondere für das 1. Trimenon, vorliegend

Warnhinweise

Glyceroltrinitrat - invasiv
  • bei Volumenmangel ist bei Therapiebeginn eine adäquate Volumensubstitution erforderlich
  • Glyceroltrinitrat darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei
    • hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, konstriktiver Perikarditis und Perikardtamponade
    • niedrigen Füllungsdrücken z.B. bei akutem Herzinfarkt, eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz).
      • Blutdrucksenkung unter 90 mmHg systolisch sollte vermieden werden
    • Aorten und/oder Mitralstenose
    • Neigung zu orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen
    • Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • versehentliche intraarterielle Gabe
    • bei akzidentieller intraarterieller Gabe kann es zu einem Herzfrequenzanstieg bis hin zu Tachykardien kommen
  • Infusionsschläuche
    • bei der Infusion von Glyceroltrinitrat bewähren sich Infusionsschläuche aus Polyethylen oder Polytetrafluorethylen
    • Infusionsschläuche aus PVC (Polyvinylchlorid) führen zu erheblichen Wirkstoffverlusten durch Adsorption