GONAL F 450 I.E./0.75ml 33 Mikr./0.75ml FerPen

CC Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Follitropin →

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N1 1 ST 246,48 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene Frauen

  • Anovulation (einschließlich polyzystisches Ovarialsyndrom) bei Frauen, die auf eine Behandlung mit Clomifencitrat nicht angesprochen haben
  • Stimulation einer multifollikulären Entwicklung bei Frauen, die sich einer Superovulation zur Vorbereitung auf eine Technik der assistierten Reproduktion, wie In-vitro-Fertilisation (IVF), Intratubarem Gametentransfer oder Intratubarem Zygotentransfer unterziehen
  • zusammen mit luteinisierendem Hormon (LH) zur Stimulation der Follikelreifung bei Frauen, die einen schweren LH- und FSH-Mangel aufweisen

Erwachsene Männer

  • zusammen mit humanem Choriongonadotropin (hCG) zur Stimulation der Spermatogenese bei Männern, die an angeborenem oder erworbenem hypogonadotropem Hypogonadismus leiden

Dosierung

Basiseinheit: ein Fertigpen zur Mehrfachdosierung enthält 450 I.E. (entspricht 33 Mikrogramm) in 0,75 ml

  • allgemeine Hinweise
    • Vergleich zu urinärem FSH
      • Dosisempfehlungen für Follitropin alfa entsprechen den für urinäres FSH gebräuchlichen Dosierungen
      • klinische Untersuchungen von Follitropin alfa zeigen, dass sich die tägliche Dosis, Anwendungsschemata und Therapieüberwachung nicht von den für urinäres FSH üblichen Methoden unterscheiden
      • es wird angeraten, sich an die nachfolgend aufgeführten, empfohlenen Anfangsdosen zu halten
      • klinische Vergleichsstudien haben gezeigt, dass die Patienten mit Follitropin alfa im Vergleich zu urinärem FSH durchschnittlich eine niedrigere Gesamtdosis und eine kürzere Behandlungsdauer benötigen
        • niedrigere Gesamtdosis von Follitropin alfa im Vergleich zu urinärem FSH ist gerechtfertigt und führt zurOptimierung der Follikel-Entwicklung
        • Minimierung des Risikos einer unerwünschten ovariellen Hyperstimulation
      • für äquivalente Dosen der Darreichungsformen zur einmaligen Anwendung und zur Mehrfachanwendung dieses Arzneimittels wurde Bioäquivalenz nachgewiesen
    • Frauen mit Anovulation (einschließlich polyzystisches Ovarialsyndrom)
      • Therapiebeginn: innerhalb der ersten 7 Zyklustage (bei Frauen mit Menstruation)
      • initial: 75 - 150 I.E. FSH s.c. 1mal / Tag
      • Dosisanpassung
        • entsprechend individueller Reaktion
        • beurteilt durch Bestimmung der Follikelgröße im Ultraschall und durch Messungen des Östrogenspiegels
        • falls Dosissteigerung erforderlich für adäquate, nicht exzessive Stimulation des Follikelwachstums:
          • in 7- oder vorzugsweise 14-tägigen Intervallen um 37,5 I.E. oder 75 I.E. FSH
      • tägliche Maximaldosis: 225 I.E. FSH s.c.
      • kein Behandlungserfolg nach 4-wöchiger Behandlung
        • Stimulation in diesem Zyklus abbrechen
        • weitere Untersuchungen durchführen
        • anschließend neuen Zyklus mit höherer Dosierung beginnen
      • nach erfolgreicher Stimulation
        • einmalige Injektion von 250 µg rekombinantem Choriongonadotropin alfa (r-hCG) oder 5000 - 10000 I.E. hCG, 24 - 48 Stunden nach letzter Gabe von Follitropin alfa
        • der Patientin wird empfohlen, am Tag der hCG-Injektion und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben
        • alternativ kann eine intrauterine Insemination durchgeführt werden
      • bei überschießender Stimulation
        • Behandlung beenden
        • keine hCG verabreichen
        • Wiederaufnahme der Behandlung im nächsten Zyklus mit niedrigerer FSH-Dosierung
    • Stimulationstherapie zur Erreichung einer mehrfachen Follikelreifung bei Frauen vor In-vitro-Fertilisation oder anderen Methoden der assistierten Reproduktion
      • Therapiebeginn: i. d. R. am 2. oder 3. Zyklustag
      • initial: 150 - 225 I.E. Follitropin alfa s.c. 1mal / Tag
      • individuelle Dosisanpassung entsprechend ovarieller Reaktion
      • tägliche Maximaldosis: 450 I.E. Follitropin alfa s.c.
      • Behandlungsdauer
        • bis zur ausreichenden Follikelentwicklung
        • beurteilt durch Monitoring der Serum-Östrogenspiegel und / oder Sonographie
        • i.d.R. ungefähr am 10. Behandlungstag ausreichende Follikelentwicklung erzielt (Spanne: 5 - 20 Tage)
      • zur Induktion der Follikelendreifung
        • einmalige Injektion von 250 µg r-hCG oder 5.000 - 10.000 I.E. hCG, 24 - 48 Stunden nach letzter Injektion Follitropin alfa
      • Unterdrückung des endogenen LH-Peaks und zur Kontrolle der tonischen LH-Werte
        • Downregulation mit GnRH (Gonadotropin freisetzendes Hormon)-Agonist oder -Antagonist
          • Therapiebeginn mit Follitropin alpha: i. d. R. 2 Wochen nach Beginn der GnRH-Agonist-Gabe
            • Behandlung mit beiden Präparaten fortsetzen, bis eine ausreichende Follikelentwicklung erzielt ist
            • initial: 150 - 225 I.E. Follitropin alfa s.c. 1mal / Tag für 7 Tage
              • anschließend Dosis an ovarielle Reaktion anpassen
        • Erfolgschancen
          • Erfahrungen mit IVF zeigen, dass i. A. die Erfolgschancen der Behandlung während der ersten 4 Behandlungsversuche stabil bleiben und danach allmählich abnehmen
      • Frauen mit schwerem LH- und FSH-Mangel
        • Kombination von Follitropin alfa mit luteinisierendem Hormon (LH)
        • Therapieziel: Unterstützung der Follikelentwicklung mit anschließender endgültiger Reifung nach Gabe von humanem Choriongonadotropin (hCG)
        • Therapiebeginn: jederzeit bei Patientin mit Amenorrhoe und niedriger endogener Östrogensekretion
        • Anwendung muss über einen bestimmten Zeitraum täglich zusammen mit Lutropin alfa erfolgen
        • initial: 75 I.E. Lutropin alfa 1mal / Tag und 75 - 150 I.E. FSH 1mal / Tag
        • Dosisanpassung
          • entsprechend individueller Reaktion
          • beurteilt durch Bestimmung der Follikelgröße im Ultraschall und durch Messungen des Östrogenspiegels
          • wenn Dosissteigerung von FSH erforderlich
            • vorzugsweise in Intervallen von 7 - 14 Tagen und in Schritten von 37,5 - 75 I.E. Follitropin alfa
        • Behandlungsdauer: max. 5 Wochen / Zyklus
        • nach erfolgreicher Stimulation
          • einmalige Injektion von 250 µg r-hCG oder 5.000 - 10.000 I.E. hCG, 24 - 48 Stunden nach letzter Injektion von Follitropin alfa und Lutropin alfa
          • der Patientin wird empfohlen, am Tag der Injektion von hCG und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben
          • alternativ kann eine intrauterine Insemination oder abhängig von der ärztlichen Einschätzung des Falles ein anderes medizinisch assistiertes Reproduktionsverfahren durchgeführt werden
        • eine Unterstützung der Lutealphase kann in Betracht gezogen werden, da nach der Ovulation ein Mangel an luteotropen Substanzen (LH / hCG) zu einer frühen Corpus Luteum-Insuffizienz führen kann
        • bei überschießender Stimulation
          • Behandlung beenden
          • keine hCG verabreichen
          • Wiederaufnahme der Behandlung im nächsten Zyklus mit niedrigerer FSH-Dosierung
      • Männer mit hypogonadotropem Hypogonadismus
        • 150 I.E. Follitropin alfa s.c. 3mal / Woche, zusammen mit hCG
        • Behandlungsdauer
          • mind. 4 Monate
          • wenn der Patient nach dieser Zeit keine erwünschte Reaktion zeigt, kann die Kombinationstherapie fortgesetzt werden
          • klinische Erfahrungen zeigen, dass eine Behandlung von >/= 18 Monaten erforderlich sein kann, um die Spermatogenese zu induzieren

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • kein relevanter Nutzen
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
  • Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion
    • Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik nicht erwiesen
  • Kinder und Jugendliche
    • kein relevanter Nutzen

Kontraindikationen

Follitropin alfa - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Follitropin alfa oder FSH
  • Tumoren des Hypothalamus oder der Hypophyse
  • Vergrößerung der Ovarien oder Ovarialzysten, sofern sie nicht
    • durch ein polyzystisches Ovarialsyndrom bedingt sind
    • unbekannter Ursache sind
  • gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache
  • Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom
  • wenn abzusehen ist, dass das Therapieziel nicht erreicht werden kann, wie z.B. bei
    • primärer Ovarialinsuffizienz
    • Missbildungen der Sexualorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich machen
    • fibrösen Tumoren der Gebärmutter, die eine Schwangerschaft unmöglich machen
    • primärer testikulärer Insuffizienz

Nebenwirkungen

Follitropin alfa - invasiv

Behandlung von Frauen

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • leichte bis schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktionen und Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thromboembolien
        • sowohl in Zusammenhang mit als auch unabhängig von einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Exazerbation oder Verstärkung von Asthma
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • aufgeblähter Bauch
      • abdominale Beschwerden
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfall
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ovarialzysten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichtes oder mittelschweres OHSS, einschließlich der damit verbundenen Symptomatik
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • schweres OHSS, einschließlich der damit verbundenen Symptomatik
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Komplikationen in Zusammenhang mit einem schweren OHSS
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle, z.B.
        • Schmerzen
        • Rötung
        • Bluterguss
        • Schwellung
        • Reizung

Behandlung von Männern

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • leichte bis schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktionen und Schock
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Exazerbation oder Verstärkung von Asthma
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Akne
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gynäkomastie
      • Varikozele
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle, z.B.
        • Schmerzen
        • Rötung
        • Bluterguss
        • Schwellung
        • Reizung
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtszunahme

Anwendungshinweise

  • zur subkutanen Anwendung
  • Injektion erfolgt jeden Tag zur gleichen Zeit
  • 1. Injektion muss unter direkter ärztlicher Aufsicht erfolgen
  • Selbst-Anwendung nur bei motivierten und ausreichend geschulten Patienten, die die Möglichkeit haben, fachkundigen Rat einzuholen
  • Fertigpen mit Mehrfachdosis-Patrone für mehrere Injektionen
    • Patienten sollten
      • klare Anweisungen erhalten, um einen Fehlgebrauch zu vermeiden
      • mit der korrekten Anzahl Pens für das geplante Behandlungsschema versorgt werden
  • Hinweise zur Anwendung mit dem Fertigpen: siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Follitropin alfa - invasiv
  • während der Stillzeit nicht indiziert

Schwangerschaftshinweise

Follitropin alfa - invasiv
  • keine Indikation für die Anwendung während einer Schwangerschaft
  • Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren (< 300 Schwangerschaftsausgänge)
    • deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder fetale / neonatale Toxizität von Follitropin alfa hin
  • keine ausreichenden Daten über exponierte Schwangere, um eine teratogene Wirkung auszuschließen
  • tierexperimentelle Studien
    • keine teratogene Wirkung beobachtet
  • Fertilität
    • Follitropin alfa ist zur Anwendung bei Infertilität indiziert

Warnhinweise

Follitropin alfa - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern
      • Bezeichnung des Arzneimittels und Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels müssen eindeutig dokumentiert werden
  • allgemeine Empfehlungen
    • Follitropin alfa ist eine stark wirkende gonadotrope Substanz
      • kann leichte bis schwere Nebenwirkungen verursachen
        • darf nur von Ärzten angewendet werden, die mit Fertilitätsproblemen und deren Behandlung umfassend vertraut sind
    • Gonadotropintherapie erfordert einen gewissen zeitlichen Aufwand von Ärzten und medizinischem Fachpersonal sowie die Verfügbarkeit geeigneter medizinischer Einrichtungen zum Zyklus-Monitoring
      • sicherer und wirksamer Einsatz von Follitropin alfa erfordert Überwachung der ovariellen Reaktion der Frauen mittels Ultraschall
        • vorzugsweise in Kombination mit regelmäßigen Messungen der Estradiolwerte im Serum
      • ovarielle Reaktion verschiedener Patientinnen auf die FSH-Gabe kann zu einem gewissen Grad variieren
        • manche zeigen unzureichende ovarielle Reaktion auf FSH, andere eine übersteigerte Reaktion
      • bei Männern wie Frauen jeweils geringste wirksame Dosis zur Erreichung des Behandlungsziels verwenden
  • Porphyrie
    • engmaschige Überwachung von Patienten, die an Porphyrie leiden oder bei denen Porphyriefälle in der Familie bekannt sind
    • Verschlechterung oder erstes Auftreten einer Porphyrie
      • kann ein Beenden der Behandlung erforderlich machen
  • Behandlung von Frauen
    • allgemein
      • vor Behandlungsbeginn Infertilitätsursachen des Paares genau abklären und mögliche Kontraindikationen für eine Schwangerschaft feststellen
      • insbesondere Patientinnen bezüglich folgender Erkrankungen untersuchen und entsprechend behandeln
        • Hypothyreose
        • Nebennierenrindeninsuffizienz
        • Hyperprolactinämie
      • Vergrößerung der Ovarien oder eine Überstimulation können auftreten
        • unabhängig davon, ob Stimulation des Follikelwachstums als Behandlung der anovulatorischen Infertilität oder als assistierte Reproduktion durchgeführt wird
        • durch Anwendung der empfohlenen Follitropin-alfa-Dosis und des Behandlungsschemas sowie durch sorgfältige Überwachung der Therapie wird die Häufigkeit solcher Vorkommnisse minimiert
      • zur exakten Interpretation der Parameter der Follikelentwicklung und Follikelreifung sollte der Arzt Erfahrung in der Interpretation der relevanten Untersuchungsergebnisse besitzen
      • in klinischen Studien belegt
        • wenn Follitropin alfa zusammen mit Lutropin alfa angewendet wird
          • Sensitivität der Ovarien auf Follitropin alfa wird erhöht
        • wenn eine Erhöhung der FSH-Dosis angezeigt ist
          • Anpassung der Dosis sollte vorzugsweise in 7- bis 14-tägigen Intervallen und in Schritten von 37,5 - 75 I.E. erfolgen
      • kein direkter Vergleich von Follitropin alfa / LH mit humanem Menopausengonadotropin (hMG) durchgeführt
        • Vergleich mit historischen Daten zeigt, dass die mit Follitropin alfa / LH erreichte Ovulationsrate vergleichbar der unter hMG erreichten Ovulationsrate ist
    • ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
      • gewisse Vergrößerung der Ovarien ist bei einer kontrollierten ovariellen Stimulation zu erwarten
        • tritt bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom häufiger auf
        • bildet sich für gewöhnlich ohne Behandlung wieder zurück
      • im Gegensatz zu einer unkomplizierten Vergrößerung der Ovarien ist ein OHSS ein Zustand, der sich in zunehmendem Schweregrad manifestieren kann
      • OHSS umfasst
        • deutliche Vergrößerung der Ovarien
        • hohe Sexualsteroidkonzentrationen im Serum
        • erhöhte vaskuläre Permeabilität
          • welche zu einer Flüssigkeitsansammlung in folgenden Körperhöhlen führen kann
            • peritoneal
            • pleural
            • selten auch perikardial
      • folgende Symptomatik kann in schweren Fällen eines OHSS beobachtet werden
        • Unterleibsschmerzen
        • aufgeblähter Bauch
        • gravierende Vergrößerung der Ovarien
        • Gewichtszunahme
        • Dyspnoe
        • Oligurie
        • gastrointestinale Symptome, einschl.
          • Übelkeit
          • Erbrechen
          • Durchfall
      • bei klnischer Untersuchung können auch folgende Symptome festgestellt werden
        • Hypovolämie
        • Hämokonzentration
        • Störungen im Elektrolythaushalt
        • Aszites
        • Hämoperitoneum
        • Pleuraergüsse
        • Hydrothorax
        • akute Atemnot
      • sehr selten können bei einem schweren OHSS Komplikationen auftreten wie
        • Ovarialtorsion
        • thromboembolische Ereignisse, z.B.
          • Lungenembolie
          • ischämischer Schlaganfall
          • Herzinfarkt
      • unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung eines OHSS
        • junges Alter
        • fettfreie Körpermasse
        • polyzystisches Ovarialsyndrom
        • höhere Dosen exogener Gonadotropine
        • frühere OHSS-Episoden
        • hohe absolute oder rasch ansteigende Estradiolspiegel im Serum, z.B.
          • > 900 pg / ml oder > 3.300 pmol / l bei anovulatorischen Patientinnen
          • > 3.000 pg / ml oder > 11.000 pmol / l bei assistierter Reproduktion)
        • hohe Anzahl sich entwickelnder Ovarialfollikel, z.B.
          • > 3 Follikel mit einem Durchmesser von >= 14 mm bei anovulatorischen Patientinnen
          • >= 20 Follikel mit einem Durchmesser von >= 12 mm bei assistierter Reproduktion
        • hohe Anzahl gewonnener Eizellen in Zyklen mit assistierter Reproduktion (ART)
      • durch Einhaltung der empfohlenen Follitropin-alfa-Dosis und des empfohlenen Behandlungsschemas kann das Risiko einer ovariellen Überstimulation minimiert werden
      • zur frühzeitigen Identifizierung von Risikofaktoren Überwachung der Stimulationszyklen mittels Ultraschall sowie Bestimmungen des Estradiolspiegels empfohlen
      • Hinweise vorliegend
        • hCG spielt eine Schlüsselrolle bei der Auslösung eines OHSS
        • wenn eine Schwangerschaft eintritt
          • Syndrom kann schwerwiegender und langwieriger verlaufen
      • bei Anzeichen einer ovariellen Überstimulation, z.B.
        • Estradiolspiegel im Serum von > 5.500 pg / ml oder > 20.200 pmol / l und / oder insgesamt >= 40 Follikel
          • empfehlenswert
            • kein hCG zu geben
            • Patientin anzuweisen, für mind. 4 Tage keinen Geschlechtsverkehr zu haben oder geeignete Verhütungsmethoden (Barrieremethoden) anzuwenden
      • OHSS kann sich rasch (innerhalb von 24 Stunden oder innerhalb einiger Tage) entwickeln und zu einem schwerwiegenden medizinischen Ereignis werden
      • tritt meistens nach Beendigung der Hormonbehandlung auf und ist etwa 7 - 10 Tage nach der Behandlung am stärksten ausgeprägt
        • Patientinnen sollten über einen Zeitraum von mind. 2 Wochen nach der hCG-Gabe unter Beobachtung bleiben
      • bei der assistierten Reproduktion kann durch Absaugen sämtlicher Follikel vor der Ovulation die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Überstimulation verringert werden
      • leichtes oder mittelschweres OHSS
        • klingt normalerweise spontan ab
      • schweres OHSS
        • laufende Gonadotropinbehandlung ggf. abbrechen
        • Patientin hospitalisieren
        • mit einer geeigneten Therapie gegen OHSS beginnen
    • Mehrlingsschwangerschaften
      • bei Patientinnen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen
        • Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft im Vergleich zur natürlichen Konzeption erhöht
          • meistens Zwillinge
      • Mehrlingsschwangerschaften, insbesondere die höherer Ordnung
        • erhöhtes Risiko für maternale und perinatale Komplikationen
      • um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren
        • sorgfältige Überwachung der ovariellen Reaktion empfohlen
      • Patientinnen, die sich einer assistierten Reproduktion unterziehen
        • Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft steht hauptsächlich mit der Anzahl der übertragenen Embryonen, ihrer Qualität und dem Alter der Patientin im Zusammenhang
      • Patientinnen müssen vor Behandlungsbeginn über das potenzielle Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft informiert werden
    • Fehlgeburten
      • Häufigkeit von Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen bei Patientinnen, die sich einer Stimulationsbehandlung oder einer Technik der assistierten Reproduktion unterziehen, höher als nach einer natürlichen Empfängnis
    • ektope Schwangerschaften
      • Frauen mit Eileitererkrankungen in der Anamnese
        • Risiko einer ektopen Schwangerschaft, unabhängig davon, ob Schwangerschaft durch spontane Konzeption oder durch Fertilitätsbehandlungen eingetreten ist
      • Häufigkeit einer ektopen Schwangerschaft nach Anwendung einer Technik der assistierten Reproduktion höher als in der Allgemeinbevölkerung
    • Neoplasmen der Fortpflanzungsorgane
      • Frauen, die sich mehrfachen Behandlungszyklen zur Ovulationsinduktion unterzogen haben
        • Berichte über gutartige wie auch bösartige Neoplasmen der Ovarien und anderer Fortpflanzungsorgane
      • bisher konnte noch nicht geklärt werden, ob eine Behandlung mit Gonadotropinen Einfluss auf das Risiko unfruchtbarer Frauen für diese Tumoren hat
    • kongenitale Missbildungen
      • Häufigkeit kongenitaler Missbildungen nach Anwendung von Techniken der assistierten Reproduktion könnte etwas höher liegen als nach spontaner Empfängnis
        • Annahme, dass dies auf unterschiedliche Vorbelastung der Eltern (z.B. Alter der Mutter, Eigenschaften der Spermien) und Mehrlingsschwangerschaften zurückzuführen ist
    • thromboembolische Ereignisse
      • Frauen mit kürzlich aufgetretenen oder bestehenden thromboembolischen Erkrankungen oder Frauen mit allgemeinen Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse, wie eine eigene oder familiäre Anamnese
        • Gonadotropinbehandlung kann das Risiko einer Verschlechterung bzw. das Auftreten solcher Ereignisse weiter erhöhen
      • genaue Nutzen-Risiko-Abwägung bei diesen Patientinnen
      • Schwangerschaft bzw. OHSS
        • an sich erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse
  • Behandlung von Männern
    • erhöhte endogene FSH-Spiegel deuten auf primäre testikuläre Insuffizienz hin
      • solche Patienten sprechen auf eine Therapie mit Follitropin alfa / hCG nicht an
    • wenn abzusehen ist, dass das Therapieziel nicht erreicht werden kann
      • Follitropin alfa sollte nicht angewendet werden
    • zur Beurteilung des Ansprechens
      • empfohlen, 4 - 6 Monate nach Behandlungsbeginn Spermauntersuchung durchzuführen