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Fachinformationen

Indikation

  • Atrophische Vaginitis bei postmenopausalen Frauen
  • Anschlussbehandlung nach antiinfektiver Therapie von Vaginalinfektionen (von z. B. bakterieller Vaginose, Trichomoniasis, Candidose), wenn nach Infektsanierung Symptome (z. B. Fluor) persistieren

Dosierung

  • Atrophische Vaginitis bei postmenopausalen Frauen; Anschlussbehandlung nach antiinfektiver Therapie von Vaginalinfektionen, wenn nach Infektsanierung Symptome persistieren
    • Atrophische Vaginitis
      • sowohl für den Beginn als auch für die Fortführung einer Behandlung postmenopausaler Symptome ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest mögliche Therapiedauer anzuwenden
      • 1 Vaginaltablette (Lactobacillus-acidophilus-Kulturlyophilisat 50 mg (mit mind.108 lebensfähigen oder vermehrungsfähigen Keimen), Estriol 0,03 mg) abends
      • Anwendungsdauer: 12 Tage
      • anschließend Erhaltungstherapie empfohlen: 1 Vaginaltablette 2mal / Woche
    • Anschlussbehandlung nach anti-infektiver Therapie
      • 1 Vaginaltablette abends
      • Anwendungsdauer: 6 - 12 Tage
    • Vergessene Anwendung
      • bei täglicher Anwendung
        • wenn vergessene Anwendung erst am nächsten Tag festgestellt wird, diese nicht mehr nachholen
          • mit dem Dosierschema wie gewohnt fortfahren
      • bei Anwendung 2mal / Woche
        • wenn vergessen wird, das Arzneimittel zur einmal gewählten Zeit anzuwenden, dies so bald wie möglich nachholen

Dosisanpassung

  • Vaginitis mit starker Entzündung und eitrigen Infiltraten
    • Anwendung kontraindiziert
  • akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die relevanten Leberenzymwerte nicht normalisiert haben
    • Anwendung kontraindiziert
  • Mädchen vor der Geschlechtsreife
    • Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Estriol - urogenital
  • Überempfindlichkeit gegenüber Estriol
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lactobacillus-acidophilus-Kulturlyophilisat (produktspezifische Kontraindikation möglich, siehe jeweilige Herstellerinformation)
  • bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht
  • estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (v.a. Endometriumkarzinom)
  • Endometriose oder diesbezüglicher Verdacht
  • unbehandelte Endometriumhyperplasie
  • nicht abgeklärte Blutungen im Genitalbereich
  • frühere idiopathische oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (v. a. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin- Mangel)
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen (v. a. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
  • akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die relevanten Leberenzymwerte nicht normalisiert haben
  • Porphyrie
  • Vaginitis mit starker Entzündung und eitrigen Infiltraten
  • Mädchen vor der Geschlechtsreife

Nebenwirkungen

Estriol - urogenital
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • brennendes Gefühl im Vulvovaginalbereich (besonders zu Beginn der Behandlung)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vaginaler Ausfluss
      • vulvovaginaler Pruritus
      • vaginale Blutung
      • vaginale Rötung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vulvovaginaler Ausschlag
      • Hypermenorrhoe
      • vulvovaginale Beschwerden
      • vaginale Lazerationen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Bauchschmerzen
      • Übelkeit
      • Magenschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Durchfall
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • lokale allergische Reaktion mit Rötung und Pruritus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schmerzen an der Applikationsstelle
      • Ausschlag
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vaginitis
      • Zystitis
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Kopfschmerzen
      • Tremor
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Harninkontinenz
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Abnormale Haarstruktur
  • mit systemischer Hormonersatztherapie assoziierte Klasseneffekte
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ovarialkarzinom
      • venöse Thromboembolien
      • ischamischer Schlagangfall
        • Risiken waren mit systemischer Hormonersatztherapie assoziiert und gelten in geringerem Maß auch für östrogenhaltige Arzneimittel zur vaginalen Applikation, bei denen die systemische Östrogenexposition im normalen postmenopausalen Bereich bleibt
  • sehr seltene Nebenwirkungen bei höher dosierter systemischer Estrogen / Gestagen-Therapie
    • estrogenabhängige gutartige und bösartige Tumore, z. B. Endometriumkrebs und Brustkrebs
    • Myokardinfarkt
    • Erkrankung der Gallenblase
    • Haut- und Unterhauterkrankungen
      • Chloasma
      • Erythema multiforme
      • Erythema nodosum,
      • vaskuläre Purpura
    • wahrscheinliche Demenz.

Anwendungshinweise

  • Vaginaltablette abends möglichst tief in die Scheide einführen
  • bei trockener Scheide
    • Vaginaltablette vor dem Einführen mit Wasser anfeuchten, um die Auflösung zu unterstützen
  • tritt während einer Behandlung eine Menstruation ein
    • Anwendung solange unterbrechen und danach wieder aufnehmen

Stillzeithinweise

Estriol - urogenital
  • Anwendung in der Stillzeit möglich
  • Estriol geht in die Muttermilch über
    • geringe Menge und niedrige vaginale Resorptionsquote von Estriol

Schwangerschaftshinweise

Estriol - urogenital
  • das Arzneimittel kann während der Schwangerschaft nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen- Risiko-Abwägung angewendet werden
  • nur begrenzte Erfahrungen aus Studien zur Anwendung des Arzneimittels in der Schwangerschaft vorliegend
    • liefern keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Föten / Neugeborenen
  • langjährige Pharmakovigilanzdaten zeigen kein erhöhtes Risiko
  • da Estriol in vaginaler Darreichungsform sehr niedrig dosiert vorliegt und nur in geringem Umfang resorbiert wird
    • unerwünschte Wirkungen auf den Föten oder das Neugeborene bei einer Verwendung des Arzneimittels während der Schwangerschaft wenig wahrscheinlich
  • tierexperimentelle Untersuchungen
    • nach oraler Gabe von Estriol unerwünschte Effekte auf den Föten
    • sind allerdings nur bedingt auf den Menschen übertragbar
  • während der Schwangerschaft kommt es bereits durch die plazentare Produktion endogen zu einem stark erhöhten Estriolspiegel

Warnhinweise

Estriol - urogenital
  • lokale Estrogentherapie
    • nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen
    • Nutzen und Risiken mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abwiegen
    • Therpie nur so lange fortführen, wie der Nutzen die Risiken überwiegt
    • keine Kombination mit Estrogen-haltigen Arzneimitteln zur systemischen postmenopausalen Hormontherapie
      • keine Studien zur Sicherheit und den Risiken von Estrogen- Konzentrationen vorliegend, die bei der kombinierten Behandlung erreicht werden
  • Medizinische Untersuchungen/Nachuntersuchungen
    • vor Beginn bzw. Wiederaufnahme der Behandlung ist eine vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben
    • Patientin vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung sorgfältig körperlich und gynäkologisch untersuchen
      • Häufigkeit und Art richtet sich nach individuellen Risikosituation der Patientin
    • Aufklärung der Patientin welche Veränderungen, z. B. unerwartete genitale Blutungen oder Veränderungen der Brüste, sie dem Arzt mitteilen muss
    • Untersuchungen einschließlich bildgebender Verfahren wie Mammographie sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Patientin durchzuführen
  • Menstruation
    • Therapieunterbrechung bei Menstruationseintritt
    • Therapiefortsetzung nach Menstruationsende
  • versehentlicher orale Applikation
    • keine negativen Wirkungen zu erwarten
  • besondere ärztliche Überwachung bei der Erhaltungstherapie
    • Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat
    • gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der aktuellen Behandlung auftritt bzw. sich verschlechtert
      • Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumore, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades
      • Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte
      • Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
      • Risikofaktoren für Thromboembolien oder Thromboembolien in der Vorgeschichte
      • Migräne oder schwere Kopfschmerzen
      • systemischer Lupus erythematodes
      • Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)
      • Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
      • Cholelithiasis
      • Hypertonie
      • Epilepsie
      • Asthma
      • Otosklerose
      • fibrozystische Mastopathie
  • Gründe für einen sofortigen Abbruch der Erhaltungstherapie
    • Therapie ist bei Vorliegen einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen abzubrechen
      • Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
      • signifikante Erhöhung des Blutdrucks
      • Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
  • Endometriumhyperplasie
    • Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom ist unter oraler Estrogenmonotherapie in Abhängigkeit der Therapiedauer und der Estrogendosis erhöht
      • erhöhtes Risiko für vaginale Estriolmonotherapie für Endometriumhyperplasie oder Uteruskarzinom nicht belegt
    • langfristige Behandlung erforderlich
      • regelmäßige Untersuchungen mit besonderem Augenmerk auf Symptome, die auf eine Endometriumhyperplasie oder eine maligne Erkrankung des Endometriums hindeuten, empfohlen
    • Auftreten von Durchbruch- oder Schmierblutung während der Behandlung, anhaltend nach Beendigung der Behandlung
      • Ursachen abklären
      • zum Ausschluss einer malignen Entartung kann eine Endometriumbiopsie erforderlich sein
    • ungehinderte Estrogenstimulation kann zu einer prämalignen Transformation residualer Endometrioseherde führen
    • Arzneimittel bei Frauen mit Vorsicht anwenden, bei denen auf Grund einer Endometriose eine Hysterektomie vorgenommen wurde und eine residuale Endometriose vorliegt
  • Brust-, Uterus- und Ovarialkarzinom
    • systemische Estrogenbehandlung kann das Risiko von bestimmten Karzinomen, insbesondere Uterus-, Ovarial- und Brustkarzinom erhöhen
    • Estriol / Lactobacillus-acidophilus-Kulturlyophilisat Vaginaltabletten werden lokal angewandt und enthalten eine niedrige Estrioldosis
      • nicht zu erwarten, dass das Risiko für Karzinome durch deren Anwendung steigt
  • Venöse thromboembolische Erkrankungen, Schlaganfall und koronare Herzkrankheit
    • Hormonersatztherapie mit systemischer Wirkung wird mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE), Schlaganfall und koronarer Herzkrankheit verbunden
    • Estriol / Lactobacillus-acidophilus-Kulturlyophilisat Vaginaltabletten, die eine niedrige Estrioldosis enthalten und lokal angewandt werden
      • sollten das Risiko für eine VTE, einen Schlaganfall oder koronare Herzkrankheit nicht erhöhen
    • allgemein anerkannten Risikofaktoren für VTE
      • persönliche oder familiäre VTE in der Vorgeschichte
      • erhebliches Übergewicht (BMI > 30 kg/m2)
      • Lupus erythematodes (SLE)
      • gibt keinen Konsens zur möglichen Rolle von varikösen Venen bei VTE
      • engmaschige Überwachung wird bei diesen Patientinnen empfohlen
  • Sonstige Erkrankungszustände
    • Estrogene mit systemischen Wirkungen können eine Flüssigkeitsretention bewirken oder zu einem Anstieg der Triglyzeride im Plasma führen
      • Patientinnen mit Herzkrankheiten, renalen Funktionsstörungen oder vorbestehender Hypertriglyzeridämie sollten während der ersten Behandlungswochen sorgfältig beobachtet werden
    • Estriol / Lactobacillus-acidophilus-Kulturlyophilisat Vaginaltabletten enthalten eine niedrige Estrioldosis zur lokalen Behandlung
      • keine systemischen Wirkungen zu erwarten
    • Patientinnen, die unter einer schweren Niereninsuffizienz leiden
    • sorgfältig überwachen werden, da dadurch der Estriol-Blutspiegel erhöht sein kann