HCT PUREN 12.5 mg Tabletten

PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Hydrochlorothiazid →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ST 13,26 €
N3 100 ST 15,09 €

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Fachinformationen

Indikation

  • kardiale oder renale Ödeme
  • hepatische Ödeme, gewöhnlich in Kombination mit einem kaliumsparenden Diuretikum
  • arterielle Hypertonie

Dosierung

  • allgemein
    • Behandlung mit geringstmöglicher Dosis beginnen
    • Dosis individuell anpassen für maximalen therapeutischen Nutzen bei gleichzeitiger Minimierung der Nebenwirkungen
    • Tagesdosis kann als Einzeldosis oder auf zwei Dosen aufgeteilt verabreicht werden
    • Behandlungsdauer ist unbegrenzt und abhängig von Art und Schweregrad der Erkrankung
      • nach Langzeitbehandlung sollte Hydrochlorothiazid ausschleichend abgesetzt werden
  • Ödeme
    • initial: 50 - 100 mg Hydrochlorothiazid / Tag, möglicherweise 200 mg Hydrochlorothiazid / Tag
      • niedrigste wirksame Dosis durch Titration ermitteln und nur für einen begrenzten Zeitraum verabreichen
    • Erhaltungsdosis: 25 - 50 mg Hydrochlorothiazid / Tag oder jeden zweiten Tag
  • Arterielle Hypertonie
    • 12,5 mg oder 25 mg Hydrochlorothiazid / Tag
      • maximale Wirkung wird innerhalb von 3 - 4 Wochen erreicht
      • unzureichende Blutdrucksenkung mit 25 mg / Tag
        • kombinierte Behandlung mit einem anderen blutdrucksenkenden Arzneimittel empfohlen (vorher Natrium- und / oder Volumenmangel ausgleichen, andernfalls Behandlung unter engmaschiger medizinischer Überwachung beginnen)

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörung
      • keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich
    • Anurie und schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.)
      • Anwendung kontraindiziert
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • leichte bis mäßige Leberfunktionsstörung
      • keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich
    • schwere Leberfunktionsstörung
      • Anwendung mit besonderer Vorsicht
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • auf mögliche Einschränkungen der Nierenfunktion achten
  • Schwerwiegende Herzdekompensation
    • Resorption von Hydrochlorothiazid kann deutlich eingeschränkt sein
  • Kinder und Jugendliche
    • Anwendung nicht empfohlen (keine Erfahrungen)

Kontraindikationen

Hydrochlorothiazid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Hydrochlorothiazid, andere Thiazide oder Sulfonamide
  • schwere Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie; Kreatinin-Clearance < 30 ml/Min. und/oder Serum-Kreatinin > 1,8 mg/100 ml)
  • akute Glomerulonephritis
  • Coma und Praecoma hepaticum
  • Hypokaliämie
  • Hyponatriämie
  • Hypercalcämie
  • Hypovolämie
  • Dehydratation
  • Gicht

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Hydrochlorothiazid - peroral
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)
        • auf Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen Hydrochlorothiazid und nicht-melanozytärem Hautkrebs festgestellt
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozytopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämolytische Anämie
      • aplastische Anämie
      • Agranulozytose
        • Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • immunhämolytische Anämie
        • infolge der Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid bei gleichzeitiger Einnahme von Methyldopa immunhämolytische Anämie beobachtet
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen
        • können als Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Nebenwirkungen bei „Haut und Unterhautzellgewebe") auftreten, selten als akute interstitielle Nephritis, cholestatischer Ikterus, Vaskulitis, Blutbildveränderungen (siehe Nebenwirkungen bei „Blut und Lymph- system") oder Arzneimittelfieber
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen (z.B. mit Schock)
        • erste Anzeichen für einen Schock sind u.a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose, allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, als Folge der vermehrten Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung (insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion)
        • insbesondere Hypokaliämie und Hyponatriämie, ferner Hypomagnesiämie, Hypochlorämie und Hypercalcämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperurikämie
        • kann bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen
      • Hyperglykämie und Glukosurie
        • sowohl bei Stoffwechselgesunden als auch bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus bzw. bei Patienten mit Kaliummangel
      • Erhöhung der Serumlipide (Cholesterin, Triglyceride)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • reversibler Anstieg der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) im Serum
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • metabolische Alkalose bzw. Verschlechterung einer bestehenden Alkalose
      • Verschlechterung einer diabetischen Stoffwechsellage
        • latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung treten
    • Hinweise
      • Flüssigkeits- und Natriumverluste
        • bei hoher Dosierung kann es infolge übermäßiger Diurese zu Flüssigkeits- und Natriumverlusten (Hypovolämie und Hyponatriämie) kommen
        • kann sich in Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit und Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen bzw. Kopfdruck, Schwäche, Schwindel, Schläfrigkeit, Sehstörungen, Apathie, Verwirrtheitszuständen, Nervosität, Muskelschmerzen oder Muskelkrämpfen (z.B. Wadenkrämpfen), Herzklopfen, Hypotonie, orthostatischen Regulationsstörungen und Synkopen äußern
        • daher wichtig, unerwünschte Flüssigkeitsverluste (z.B. bei Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen) auszugleichen
      • Hämokonzentration
        • bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolämie zur Hämokonzentration und in seltenen Fällen zu Konvulsionen, Benommenheit, Verwirrtheitszuständen, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen
        • als Folge der Hämokonzentration kann es, insbesondere bei Vorliegen von Venenerkrankungen oder bei älteren Patienten, zu Thrombosen und Embolien kommen
      • Hypokaliämie
        • insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und / oder erhöhten extrarenalen Kaliumverlusten (z.B. bei Erbrechen oder chronischem Durchfall) kann als Folge erhöhter renaler Kaliumverluste eine Hypokaliämie auftreten, die sich in folgenden Symptomen äußern kann
          • neurologische Symptomatik: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Apathie
          • neuromuskuläre Symptomatik: Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen
          • intestinale Symptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Adynamie der glatten Muskulatur mit Obstipation, Meteorismus
          • renale Symptomatik: Polyurie, Polydipsie
          • kardiale Symptomatik: Herzrhythmusstörungen, Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen am Herzen
        • schwere Kaliumverluste können zu einem Subileus bis hin zum paralytischen lleus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen
        • EKG-Veränderungen (Bradykardie oder andere Herzrhythmusstörungen) und gesteigerte Glykosidempfindlichkeit können auftreten
      • Hypermagnesiurien
        • sind häufig und äußern sich nur gelegentlich als Hypomagnesiämien, weil Magnesium aus dem Knochen mobilisiert wird
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Depressionen
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen, Xanthopsie)
      • Einschränkung der Bildung von Tränenflüssigkeit (Vorsicht beim Tragen von Kontaktlinsen)
      • Verschlechterung einer bestehenden Kurzsichtigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aderhauterguss
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen (Herzklopfen)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzrhythmusstörungen
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Regulationsstörungen oder Blutdruckabfall, insbesondere bei Patienten mit Hypovolämie und Dehydratation (z.B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder unter hochdosierter Diuretika-Therapie)
      • Vaskulitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nekrotisierende Vaskulitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
      • akute interstitielle Pneumonie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • plötzlich auftretendes Lungenödem mit Schocksymptomatik
        • allergische Reaktion gegenüber Hydrochlorothiazid wird angenommen
      • akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Appetitlosigkeit
      • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Obstipation, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperamylasämie
      • Pankreatitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ikterus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute Cholezystitis bei vorbestehender Cholelithiasis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (z.B. Pruritus, Erythem, Hautausschlag, photoallergisches Exanthem, Purpura, Urtikaria)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • kutaner Lupus erythematodes
      • kutane Lupuserythematodes-artige Reaktionen
      • Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Glukosurie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • reversible Erhöhung der Serumkonzentrationen der harnpflichtigen stickstoffhaltigen Substanzen Kreatinin und Harnstoff
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • interstitielle Nephritis
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Potenzstörungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimittelfieber

Anwendungshinweise

  • Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit mit oder ohne Nahrung
  • als Einzeldosis oder auf zwei Dosen aufgeteilt

Stillzeithinweise

Hydrochlorothiazid - peroral
  • Anwendung von Hydrochlorothiazid während der Stillzeit nicht empfohlen
    • wenn Hydrochlorothiazid während der Stillzeit angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein
  • Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
  • Thiazid-Diuretika, angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen

Schwangerschaftshinweise

Hydrochlorothiazid - peroral
  • Hydrochlorothiazid sollte nicht angewendet werden bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie
    • auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen
  • bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden
  • Hydrochlorothiazid ist plazentagängig
  • nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vorliegend insbesondere während des 1. Trimenons
  • 2. und 3. Trimenon
    • aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des 2. und 3. Trimenons zu einer Störung der fetoplazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen
  • tierexperimentelle Studien
    • Ergebnisse unzureichend

Warnhinweise

Hydrochlorothiazid - peroral
  • Hydrochlorothiazid darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
    • Hypotonie
    • cerebrovaskulären Durchblutungsstörungen
    • koronarer Herzkrankheit
    • manifestem oder latentem Diabetes mellitus (regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers)
    • Niereninsuffizienz bei einem Serum-Kreatinin von 1,1 - 1,8 mg/100 ml bzw. leichter Einschränkung der Kreatinin-Clearance (30 - 60 ml/Min.)
    • eingeschränkter Leberfunktion
  • Therapie sollte abgebrochen werden, sobald eine der Kontraindikationen bzw. eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:
    • therapieresistente Entgleisung des Elektrolythaushalts
    • orthostatische Regulationsstörungen
    • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • ausgeprägte gastrointestinale Beschwerden
    • zentralnervöse Störungen
    • Pankreatitis
    • Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)
    • akute Cholezystitis
    • Auftreten einer Vaskulitis
    • Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit
    • Niereninsuffizienz (Serum-Kreatinin > 1,8 mg/100 ml und/oder Glomerulumfiltrat < 30 ml/Min.)
      • Hydrochlorothiazid in diesem Fall unwirksam und sogar schädlich, da die glomeruläre Filtrationsrate weiter gesenkt wird
  • regelmäßige Blutspiegelkontrollen angezeigt von
    • Serumelektrolyten (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium)
      • bei Behandlungsbeginn und längerer Anwendung muss insbesondere der Serum-Kaliumspiegel regelmäßig kontrolliert werden, um das Auftreten zu niedriger Kaliumspiegel im Blut zu verhindern
    • harnpflichtigen Substanzen (Serum-Kreatinin, Harnstoff)
    • Serumlipiden (Cholesterin und Triglyceride)
    • Blutzucker
    • Harnsäure
  • chronischer Diuretika-Abusus
    • bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten
    • Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus
  • Kontrollen während Langzeittherapie
    • während der Langzeittherapie müssen folgende Parameter regelmäßig kontrolliert werden:
      • Serumelektrolyte (insbesondere Kalium-, Natrium-, Calcium-, Magnesium-Ionen)
      • Kreatinin
      • Harnstoff
      • Serumlipide (Cholesterin und Triglyzeride)
      • Harnsäure
      • Blutzucker
  • Ernährung
    • während der Behandlung mit Hydrochlorothiazid sollten die Patienten auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen (z.B. Bananen, Gemüse, Nüsse)
  • zusätzliche Einnahme von ACE-Hemmern
    • unter der Behandlung mit Hydrochlorothiazid besteht bei zusätzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z.B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls bis zum Schock, sowie das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion, die selten zu einem akuten Nierenversagen führen kann
    • Diuretikabehandlung sollte daher 2 - 3 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Möglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern
  • Diabetes mellitus
    • bei Patienten mit manifestem oder latentem Diabetes mellitus sollten regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers erfolgen
  • Gewichtsverlust
    • der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg / Tag nicht überschreiten
  • Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelverschlussglaukom
    • Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten Winkelverschlussglaukom führen kann
  • nicht-melanozytärer Hautkrebs
    • in zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ) beobachtet
      • photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC beitragen
    • Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden
    • den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren, z.B.
      • Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV- Strahlung
      • im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen Sonnenschutzes
    • verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien
    • bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden
  • akute Atemwegstoxizität
    • sehr seltene schwere Fälle von akuter Atemwegstoxizität, einschließlich des akuten Atemnotsyndroms (ARDS), nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid berichtet
      • Lungenödem entwickelt sich typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid
      • zu den Symptomen gehören zu Beginn Dyspnoe, Fieber, Verschlechterung der Lungenfunktion und Hypotonie
    • bei Verdacht auf ARDS sollte Hydrochlorothiazid abgesetzt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden
    • Hydrochlorothiazid darf nicht bei Patienten angewendet werden, bei denen nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid bereits einmal ein ARDS aufgetreten ist
  • Kinder
    • über die Sicherheit der Anwendung von Hydrochlorothiazid bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor
    • Kinder sind daher von der Behandlung auszuschließen
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • Anwendung von Hydrochlorothiazid als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen