Hydromorphon Kalceks 20 mg/ml Inj.-/Inf.Lösung

Grindeks Kalceks Deutschland GmbH Wirkstoff: Hydromorphon →

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N1 5X1 ML 125,06 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
  • Behandlung von starken Schmerzen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 20 mg Hydromorphonhydrochlorid (entsprechend 17,73 mg Hydromorphon)

  • starke Schmerzen
    • Dosierung der Stärke der Schmerzen und dem individuellen Ansprechen des Patienten anpassen
    • Dosis bis zur optimalen analgetischen Wirkung titrieren
    • grundsätzlich: ausreichend hohe Dosis geben, im Einzelfall kleinste analgetisch wirksame Dosis anstreben
    • nicht geeignet für die initiale Opioid-Therapie
      • höhere Darreichungsformen nur zur individuellen Dosierung bei Patienten anwenden, die auf niedrigere Stärken von Hydromorphon-Zubereitungen oder vergleichbar starke Analgetika im Rahmen der chronischen Schmerztherapie nicht mehr ausreichend ansprechen
    • Reservoir einer Schmerzpumpe kann mit individuellen Dosen von 10 mg, 20 mg oder 50 mg aufgefüllt werden, da die Kalibrierung der Schmerzpumpe die Kontrolle der Dosierung gewährleistet
    • Hydromorphon nicht länger als unbedingt notwendig anwenden
    • wenn eine Langzeitbehandlung erforderlich ist: durch eine sorgfältige und regelmäßige Überwachung kontrollieren, ob und in welchem Umfang eine Weiterbehandlung notwendig ist
    • wenn ein Patient keine weitere Behandlung mehr benötigt: Tagesdosis allmählich reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden
    • Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
      • subkutane (s.c.) Anwendung
        • Bolus: 1 - 2 mg s.c. alle 3 - 4 Stunden
        • Infusion: 0,15 - 0,45 mg / Stunde - 0,004 mg / kg KG / Stunde
      • intravenöse (i.v.) Anwendung
        • Bolus: 1 - 1.5 mg i.v. alle 3 - 4 Stunden langsam über mind. 2 - 3 Min. injiziert
        • Infusion: 0,15 - 0,45 mg / Stunde - 0,004 mg / kg KG /Stunde
      • PCA = patientenkontrollierte Analgesie (s.c. und i.v.)
        • 0,2 mg Bolus bei einem Sperrintervall von 5 - 10 Min.
    • Kinder (< 12 Jahre)
      • nicht empfohlen
    • Umstellung von Patienten von oraler Einnahme auf parenterale Anwendung von Hydromorphon
      • Dosis gemäß folgendem Verhältnis berechnen: 3 mg Hydromorphon oral entsprechen 1 mg Hydromorphon, i.v. angewendet (es handelt sich um einen Richtwert zur Dosiseinstellung)
      • unterschiedliches Ansprechen der Patienten erfordert eine sorgfältige und individuelle Dosistitration bei jedem einzelnen Patienten
    • Wechsel von anderen Opioiden zu Hydromorphon
      • Studien zeigen: Hydromorphon, sowohl i.v. als auch s.c. (auf Milligramm-Basis) ist 5 - 10mal stärker wirksam als parenteral angewendetes Morphin
      • Behandlung mit einer Hydromorphon-Dosis beginnen, die ungefähr 1/10 der entsprechenden parenteralen Morphin-Dosis entspricht
      • Dosis unter Berücksichtigung der Patientensicherheit individuell bis zum Erreichen einer optimalen Schmerzlinderung titrieren

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
    • nicht empfohlen
    • keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorhanden
  • ältere Patienten (> 75 Jahre)
    • ggf. geringere Dosis erforderlich, um eine ausreichende Analgesie zu erzielen
  • Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
    • ggf. ist zur adäquaten Schmerzlinderung eine geringere Dosis als bei anderen Patientengruppen erforderlich
    • Dosiseinstellung bis zur klinischen Wirksamkeit sollte vorsichtig erfolgen

Kontraindikationen

Hydromorphon - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Hydromorphon
  • bedeutende Atemdepression mit Hypoxie oder Hyperkapnie
  • schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
  • schweres Bronchialasthma
  • Cor pulmonale
  • Koma
  • akutes Abdomen
  • paralytischer Ileus
  • gleichzeitige Gabe von Monoaminoxidasehemmern oder wenn diese innerhalb der letzten 14 Tage abgesetzt wurden

Nebenwirkungen

Hydromorphon - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Schwellung im Bereich des Oropharynx)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Appetitabnahme / Appetitlosigkeit
      • Anorexie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Angstzustände
      • Verwirrtheit
      • Schlaflosigkeit
      • Halluzinationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Agitiertheit
      • Depression
      • Dysphorie
      • euphorische Stimmung / Euphorie
      • Albträume
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Abhängigkeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Aggression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Somnolenz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tremor
      • Myoklonus
      • Parästhesie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Krampfanfälle
      • Sedierung
      • Lethargie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperalgesie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyskinesie
      • zentrales Schlafapnoe-Syndrom
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen (wie Verschwommensehen)
      • Miosis
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Bradykardie
      • Palpitationen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hitzegefühl / Hitzewallungen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Atemdepression
      • Bronchospasmus
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Obstipation
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mundtrockenheit
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspepsie
      • Diarrhoe
      • Geschmacksstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • paralytischer Ileus
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhung leberspezifischer Enzyme
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erhöhung von Pankreasenzymen
      • Gallenkolik
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Pruritus
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwitzen
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rötung des Gesichts
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verstärkter Harndrang
      • Harnverhalt
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verminderte Libido
      • Erektionsstörungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Asthenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ermüdung
      • Unwohlsein
      • periphere Ödeme
      • Entzugserscheinungen / Arzneimittelentzugssyndrom
        • Entzugserscheinungen können auftreten und sich in Symptomen wie gesteigerter Erregbarkeit, Angstzuständen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesie, Tremor und gastrointestinalen Symptomen äußern
      • Arzneimitteltoleranz
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verhärtungen an der Injektionsstelle (insbesondere nach wiederholter s.c. Gabe)
      • Reizung der Injektionsstelle
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelentzugssyndrom beim Neugeborenen

Anwendungshinweise

  • i.v. Injektion oder Infusion und s.c. Injektion oder Infusion
  • nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen
  • Arzneimittel immer vor der Anwendung visuell kontrollieren
  • nur klare Lösungen ohne Partikel verwenden
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Hydromorphon - invasiv
  • Hydromorphon sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
    • wenn die Anwendung erforderlich ist, sollte abgestillt werden
  • Hydromorphon wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden
  • keine Daten zur Anwendung während der Stillzeit verfügbar

Schwangerschaftshinweise

Hydromorphon - invasiv
  • Hydromorphon sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • Anwendung von Hydromorphon während der Schwangerschaft und während der Geburt / Wehen (wegen verminderter Uteruskontraktilität und der Gefahr einer Atemdepression beim Neugeborenen) nicht empfohlen
  • längerfristige Anwendung während der Schwangerschaft kann zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen
  • Opioide passieren die Plazenta
  • keine ausreichenden klinischen Daten über exponierte Schwangere vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • wiesen nach Dosierungen, die zu einer höheren Exposition führten als beim Menschen zu erwarten ist, keine teratogenen Wirkungen auf
    • perinatale Toxizität bei Ratten, die mit 2 und 5 mg / kg KG / Tag behandelt wurden, beobachtet
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • potenzielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • keine ausreichenden Daten der Wirkung von Hydromorphon in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien an Ratten
      • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Hydromorphon bei männlichen oder weiblichen Tieren in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität

Warnhinweise

Hydromorphon - invasiv
  • Vorsicht bei der Anwendung von Hydromorphon geboten (niedrigere Dosierung kann ratsam sein) bei
    • älteren, gebrechlichen und geschwächten Patienten
    • schwer beeinträchtigter Atemfunktion
    • Schlaf-Apnoe
    • gleichzeitiger Anwendung von anderen zentraldämpfend wirkenden Arzneimitteln
    • Opioid-Toleranz, physischer Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen (siehe unten)
    • chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung
    • verminderter Atemreserve
    • Kopfverletzungen, Hirnverletzungen (intrakranielle Läsionen) oder erhöhtem Hirndruck, Bewusstseinsstörungen unklaren Ursprungs
    • Hypotonie bei Hypovolämie
    • Pankreatitis
    • Hypothyreose
    • toxischer Psychose
    • Prostatahypertrophie
    • Erkrankungen der Gallenwege
    • Gallen-, Harnleiter- oder Nierenkolik
    • Nebennierenrindeninsuffizienz (z.B. Morbus Addison)
    • schwerer Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion
    • Alkoholismus
    • Delirium tremens
    • Krampfleiden
    • Obstipation
    • obstruktive oder entzündliche Darmerkrankungen
    • Kinder < 12 Jahren
  • Atemdepression
    • Atemdepression ist bedeutsamste Gefährdung einer Opioidüberdosierung
  • schlafbezogene Atemstörungen
    • Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen
    • die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher (siehe Kategorie Nebenwirkungen)
    • bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden
  • Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder vergleichbaren Arzneimitteln
    • gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder vergleichbaren Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • aufgrund dieser Risiken gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
    • wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von Hydromorphon zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird
      • sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
      • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
        • in diesem Zusammenhang dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren
  • Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
    • bei wiederholter Anwendung von Opioiden können sich Toleranz, eine physische und psychische Abhängigkeit sowie eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln
    • Missbrauch oder absichtliche Fehlanwendung von Hydromorphon kann Überdosierung und/oder Tod zur Folge haben
    • das Risiko für die Entwicklung einer Opioidgebrauchsstörung ist erhöht bei
      • Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären (Eltern oder Geschwister) Vorgeschichte
      • Rauchern
      • Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) in der Anamnese
    • die Patienten müssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) überwacht werden (z. B. zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten)
      • hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepinen)
      • bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden
    • Opioid-Toleranz, physische Abhängigkeit
      • bei längerfristiger Anwendung von Hydromorphon kann es zur Entwicklung einer Toleranz mit der Notwendigkeit höherer Dosen zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes kommen
        • Kreuztoleranz zu anderen Opioiden kann bestehen
      • chronische Anwendung kann zu physischer Abhängigkeit führen
  • Entzugserscheinungen
    • bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten
    • wenn die Therapie mit Hydromorphon nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das Auftreten der Symptome eines Entzugssyndroms zu vermeiden
  • paralytischer Ileus
    • Hydromorphon sollte nicht eingesetzt werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass ein paralytischer Ileus auftritt
    • sollte ein paralytischer Ileus vermutet werden oder während der Behandlung auftreten, muss die Behandlung mit Hydromorphon sofort abgebrochen werden
  • Operationen
    • Hydromorphon ist prä- und intraoperativ sowie in den ersten 24 Stunden postoperativ insbesondere wegen des gegenüber Nichtoperierten in der postoperativen Phase höheren Risikos eines Ileus nur mit Vorsicht anzuwenden
  • Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z.B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden
    • sollten 4 Stunden vor dem Eingriff kein Hydromorphon mehr erhalten
    • falls eine Weiterbehandlung mit Hydromorphon indiziert ist, sollte die Dosierung nach dem Eingriff den neuen Erfordernissen entsprechend eingestellt werden
  • Umstellung auf ein anderes Opioid
    • beachten, dass Patienten nach erfolgter Einstellung (Titration) auf wirksame Dosen eines bestimmten Opioids nicht ohne ärztliche Beurteilung und sorgfältige bedarfsorientierte Neueinstellung auf ein anderes Opioid umgestellt werden sollten
    • andernfalls ist kontinuierliche, analgetische Wirkung nicht gewährleistet
  • initiale Opioidthrapie
    • Arzneimittel ggf. nicht für initiale Opioid-Therapie geeignet (Herstellerangaben beachten)
    • Wirkstärken mit 10 mg bzw. 100 mg Hydromorphon dürfen als Einzeldosis nur bei Patienten angewendet werden, bei denen im Rahmen einer langfristigen Schmerzbehandlung mit niedriger dosierten Hydromorphon-Präparaten oder anderen vergleichbar starken Schmerzmitteln keine ausreichende Schmerzfreiheit mehr erreicht werden kann
    • rür das Befüllen des Reservoirs einer Schmerzpumpe können auch 10 mg oder 100 mg als Einzeldosis genutzt werden, da hier die Dosissteuerung über die Pumpeneinstellung erfolgt
  • Nebennierenrindeninsuffizienz
    • bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz sollte die Plasmacortisolkonzentration kontrolliert und ggf. Corticoide zugeführt werden
  • Einfluss auf Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder -Gonaden-Achsen
    • Opioide wie Hydromorphon können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder -Gonaden-Achsen beeinflussen
    • zu den möglichen Veränderungen zählen ein Anstieg von Prolaktin im Serum und eine Abnahme von Cortisol und Testosteron im Plasma
      • auf Grundlage dieser Hormonveränderungen können sich klinische Symptome manifestieren
  • Hyperalgesie
    • bei einer Hyperalgesie, die insbesondere bei hoher Dosierung auftreten kann, wird eine weitere Dosiserhöhung zu keiner weiteren Schmerzreduktion führen
    • Dosisreduktion oder der Wechsel zu einem anderen Opioid kann dann erforderlich werden
  • Doping
    • Hydromorphon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen