IKERVIS 1 mg/ml Augentropfen Emuls.Einzeldosisp.

EurimPharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ciclosporin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30X0.3 ML 129,71 €
90X0.3 ML 376,94 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung schwerer Keratitis bei Erwachsenen mit trockenen Augen
    • wenn trotz Behandlung mit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Emulsion enthält 1 mg Ciclosporin

  • schwere Keratitis
    • Behandlung muss von einem Augenarzt oder von einem in der Augenheilkunde qualifizierten Arzt eingeleitet werden
    • Erwachsene
      • 1 Tropfen in das betroffene Auge bzw. in die betroffenen Augen 1mal / Tag, vor dem Schlafengehen
      • Ansprechen auf die Behandlung mind. alle 6 Monate überprüfen
      • vergessene Dosis
        • Behandlung am nächsten Tag planmäßig fortsetzen
        • Patienten darauf hinweisen, dass nicht > 1 Tropfen in das betroffene Auge bzw. in die betroffenen Augen eingeträufelt werden darf
    • ältere Patienten
      • keine klin. Studien
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
      • keine Studien; jedoch keine besonderen Vorkehrungen erforderlich
    • Kinder und Jugendliche
      • kein relevanter Nutzen für Kinder und Jugendliche < 18 Jahren für das Anwendungsgebiet

Kontraindikationen

Ciclosporin - okulär
  • Überempfindlichkeit gegen Ciclosporin
  • okulare oder periokulare Malignitäten oder prämaligne Krankheitsbilder
  • akute/aktive oder vermutete okulare oder periokulare Infektion

Nebenwirkungen

Ciclosporin - okulär
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bakterielle Keratitis
      • Herpes zoster am Auge
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes Infektionsrisiko (generalisierte und lokale Infektionen)
      • Verschlechterung bestehender Infektionen
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem des Augenlids
      • verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit
      • okulare Hyperämie
      • verschwommenes Sehen
      • Augenlidödem
      • konjunktivale Hyperämie
      • Augenreizung
      • Augenschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bindehautödem
      • Tränenbildungsstörung
      • Augensekret
      • Pruritus am Auge
      • Bindehautreizung
      • Konjunktivitis
      • Fremdkörpergefühl in den Augen
      • Ablagerungen am Auge
      • Keratitis (punktförmig)
      • Blepharitis
      • Hornhautdekompensation
      • Chalazion
      • Hornhautinfiltrate
      • Hornhautnarbe
      • Pruritus am Augenlid
      • Iridocyclitis
      • Photophobie
      • okulare und periokulare Infektionen
      • Sehschärfe vermindert
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fälle von Hornhautverkalkung (mit der Verwendung von phosphathaltigen Augentropfen bei einigen Patienten mit stark geschädigter Hornhaut)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schmerzen an der Verabreichungsstelle (Brennen)
        • in der Regel treten sie unmittelbar nach der Anwendung auf, sind aber von kurzer Dauer (Sekunden bis wenige Minuten) und verschwinden, ohne dass weitere Maßnahmen erforderlich sind
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reizung / Reaktionen an der Verabreichungsstelle
      • Erythem an der Verabreichungsstelle
      • Tränenbildung / Tränenfluss an der Verabreichungsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beschwerden an der Verabreichungsstelle
      • Pruritus an der Verabreichungsstelle
      • Fremdkörpergefühl an der Verabreichungsstelle
      • Trockenheit an der Verabreichungsstelle
      • Kopfschmerzen
      • Reizung des Rachens

Anwendungshinweise

  • zur Anwendung am Auge
  • 1mal / Tag vor dem Schlafengehen in das betroffene Auge bzw. in die betroffenen Augen einträufeln
  • Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung
    • Patienten darauf hinweisen, sich vor der Anwendung ihre Hände zu waschen
    • vor der Anwendung Einzeldosisbehältnis vorsichtig schütteln
    • nur zur einmaligen Anwendung; Einzeldosisbehältnis reicht zur Behandlung beider Augen
    • nicht verwendete Emulsion unmittelbar entsorgen
    • Patienten darauf hinweisen, nach dem Einträufeln einen nasolakrimalen Verschluss anzuwenden, und die Augenlider für 2 Minuten zu schließen (zur Reduktion der systemischen Absorption)
    • wenn mehr als ein topisches Augenarzneimittel angewendet wird
      • zwischen der Anwendung der Arzneimittel Abstand von mind. 15 Minuten lassen
      • dieses Arzneimittel als letztes anwenden
  • keine Anwendung bei akuter oder vermuteter okularer oder periokularer Infektion

Stillzeithinweise

Ciclosporin - okulär
  • Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll bzw. die Behandlung zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
    • die entwicklungsfördernden und gesundheitlichen Vorteile des Stillens sollten zusammen mit dem klinischen Nutzen der Ciclosporin-Behandlung für die Mutter und möglichen unerwünschten Wirkungen von Ciclosporin auf das gestillte Kind berücksichtigt werden
  • nach oraler Verabreichung wird Ciclosporin in die Muttermilch ausgeschieden
  • nur ungenügende Informationen über die Effekte von Ciclosporin auf Neugeborene / Kinder
  • bei therapeutischen Dosen von Ciclosporin in Augentropfen: unwahrscheinlich, dass in der Muttermilch ausreichende Mengen vorliegen würden
    • daher sind schädliche Wirkungen bei gestillten Säuglingen angesichts der geringen potenziellen Exposition nicht zu erwarten, können aber nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Ciclosporin - okulär
  • Anwendung während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, der potentielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potentielle Risiko für den Fötus
  • keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
    • es gibt keine ausreichenden und gut kontrollierten Studien über die Anwendung bei schwangeren Frauen
  • tierexperimentelle Studien haben nach systemischer Anwendung von Ciclosporin Reproduktionstoxizität gezeigt
    • Expositionen lagen jedoch deutlich über der max. humantherapeutischen Exposition
    • Relevanz für die klinische Anwendung von Ciclosporin-Augentropfen wird als gering bewertet
  • Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Frauen
    • Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht wirksam verhüten, nicht empfohlen
  • Fertilität
    • keine Erfahrungen zu den Wirkungen auf die Fertilität beim Menschen
    • es wird angenommen, dass Ciclosporin keine Auswirkungen auf die Fertilität hat, weil die systemische Exposition gegenüber Ciclosporin vernachlässigbar ist
    • bei Tieren, die intravenöses oder orales Ciclosporin bis zu hohen Dosen erhielten, keine Beeinträchtigung der Fertilität berichtet

Warnhinweise

Ciclosporin - okulär
  • Behandlung muss von einem Augenarzt oder von einem in der Augenheilkunde qualifizierten Arzt eingeleitet werden
  • Überwachung
    • bei der topischen okularen Ciclosporin-Therapie werden regelmäßige Untersuchungen des Auges empfohlen, z. B. innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Behandlung und danach etwa alle 6 Monate
  • Augenherpes
    • wurde nicht in Patienten, die Augenherpes in ihrer Vorgeschichte hatten, untersucht und sollte deshalb bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden
  • Kontaktlinsen
    • produktspezifische Hinweise sind zu beachten s. jeweilige Herstellerinformation
    • Patienten mit schwerer Keratitis sorgfältig überwachen
  • Begleittherapie
    • Glaukom
      • nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertonie vorliegend
      • gleichzeitige Behandlung von Ciclosporin mit anderen Mitteln, v.a. Betablockern, die bekanntermaßen die Tränensekretion verringern, nur mit Vorsicht bzw. ist eine regelmäßige klinische Überwachung geboten
    • gleichzeitige Anwendung von Augentropfen, die Corticosteroide enthalten, kann die Wirkungen auf das Immunsystem verstärken
      • bei der gleichzeitigen Anwendung von Corticosteroiden ist daher Vorsicht geboten
  • Infektionen
    • bestehende oder vermutete okulare oder periokulare Infektionen sollten vor Beginn der Behandlung beseitigt werden
    • wenn eine Infektion während der Behandlung auftritt, sollte das Arzneimittel vorübergehend nicht angewendet werden, bis die Infektion abgeklungen ist
  • Wirkungen auf das Immunsystem
    • Arzneimittel (zur Anwendung am Auge), die einen Einfluss auf das Immunsystem haben, einschließlich Ciclosporin, können die Abwehr gegen Infektionen und Malignitäten beeinträchtigen
    • daher wird eine regelmäßige Untersuchung des Auges (der Augen), z.B. alle 6 Monate, empfohlen, wenn Ciclosporin über Jahre angewendet wird
    • bei Anzeichen einer Augeninfektion soll der Patient einen Arzt aufsuchen