Ilaris 150 mg/ml Injektionslösung
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 1 ST | 16803,45 € |
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Indikation
- periodische Fiebersyndrome
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
- Behandlung der folgenden autoinflammatorischen periodischen Fiebersyndrome
- Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS)
- Muckle-Wells-Syndrom (MWS)
- multisystemische entzündliche Erkrankung mit Beginn im Neugeborenenalter (neonatal-onset multisystem inflammatory disease; NOMID) / chronisches infantiles neuro-dermo-artikuläres Syndrom (chronicle infantile neurological, cutaneous, articular syndrom; CINCA)
- schwere Formen des familiären autoinflammatorischen Kältesyndroms (familial cold autoinflammatory syndrome; FCAS) / familiäre Kälteurtikaria (familial cold urticaria; FCU) mit Anzeichen und Symptomen, die über einen kälteinduzierten urtikariellen Hautausschlag hinausgehen
- Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor-assoziiertes periodisches Syndrom (TRAPS)
- Hyperimmunoglobulin-D-Syndrom (HIDS) / Mevalonatkinase-Defizienz (MKD)
- familiäres Mittelmeerfieber (FMF)
- Verabreichung gegebenenfalls in Kombination mit Colchicin
- Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS)
- Behandlung der folgenden autoinflammatorischen periodischen Fiebersyndrome
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
- Still-Syndrom
- Patienten > 2 Jahre
- Behandlung des aktiven Still-Syndroms einschließlich des adulten Still-Syndroms (adult-onset Still's disease; AOSD) und der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (SJIA) bei Patienten, die auf bisherige Therapien mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und systemischen Kortikosteroiden nur unzureichend angesprochen haben
- Verabreichung als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat
- Behandlung des aktiven Still-Syndroms einschließlich des adulten Still-Syndroms (adult-onset Still's disease; AOSD) und der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (SJIA) bei Patienten, die auf bisherige Therapien mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und systemischen Kortikosteroiden nur unzureichend angesprochen haben
- Patienten > 2 Jahre
- Gichtarthritis
- Erwachsene
- symptomatische Behandlung mit häufigen Gichtanfällen (mind. 3 Anfälle in den vorangegangen 12 Monaten), bei denen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Colchicin kontraindiziert sind, nicht verträglich sind oder keine ausreichende Wirkung zeigen und für die wiederholte Behandlungszyklen mit Kortikosteroiden nicht infrage kommen
- Erwachsene
Dosierung
Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 150 mg Canakinumab in 1ml
- periodische Fiebersyndrome (Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome; Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor-assoziiertes periodisches Syndrom (TRAPS); Hyperimmunoglobulin-D-Syndrom (HIDS) / Mevalonatkinase-Defizienz (MKD); familiäres Mittelmeerfieber (FMF)); Still-Syndrom; Gichtarthritis
- Hinweise
- CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF und Still-Syndrom: Einleitung und Überwachung der Behandlung von einem spezialisierten, in der Diagnose und Behandlung der relevanten Indikation erfahrenen Arztes
- Gichtarthritis: Anwendung durch einen in Biologika erfahrenen Arztes und Verabreichung des Arzneimittels von medizinischem Fachpersonal
- Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS)
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (>/= 4 Jahre)
- Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
- > 40 kg KG: 150 mg Canakinumab
- >/= 15 kg KG und </= 40 kg KG: 2 mg Canakinumab / kg KG
- >/= 7,5 kg KG und < 15 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG
- Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
- Kinder (2 - < 4 Jahre)
- Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
- >/= 7,5 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG
- Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
- Patienten mit einer Initialdosis von 150 mg Canakinumab oder 2 mg Canakinumab / kg KG
- zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- Erhaltungsdosis: 150 mg Canakinumab oder 2 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen
- kein zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn (vollständiger Rückgang des Hautausschlags und anderer allgemeiner Entzündungssymptome)
- zweite Gabe von 150 mg Canakinumab bzw. 2 mg Canakinumab / kg KG, optional
- falls ein vollständiges Ansprechen auf diese Behandlung erreicht wird: intensiviertes Dosierungsregime von 300 mg Canakinumab oder 4 mg Canakinumab / kg alle 8 Wochen beibehalten
- kein zufrieden stellender Behandlungserfolg innerhalb von 7 Tagen nach dieser erhöhten Dosis
- dritte Gabe von 300 mg Canakinumab oder 4 mg Canakinumab / kg KG, optional
- falls ein vollständiges Ansprechen auf diese Behandlung erreicht wird: erwägen, ob das intensivierte Dosierungsregime von 600 mg Canakinumab oder 8 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen aufrechterhalten wird
- zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- Patienten mit einer Initialdosis von 4 mg Canakinumab / kg KG
- zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- Erhaltungsdosis: 4 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen
- kein zufriedenstellender Behandlungserfolg 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- zweite Gabe von 4 mg Canakinumab / kg KG, optional
- falls ein vollständiges Ansprechen auf Behandlung erreicht wird: in Betracht ziehen, ob das intensivierte Dosierungsregime von 8 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen aufrechterhalten wird
- zweite Gabe von 4 mg Canakinumab / kg KG, optional
- zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- Dosierungsintervalle < 4 Wochen oder Dosen > 600 mg Canakinumab oder 8 mg Canakinumab / kg KG
- begrenzte klinische Erfahrungen
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (>/= 4 Jahre)
- TRAPS, HIDS / MKD und FMF
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
- > 40 kg KG: 150 mg Canakinumab s.c. 1mal / 4 Wochen
- >/= 7,5 kg KG und </= 40 kg KG: 2 mg Canakinumab / kg KG s.c. 1mal / 4 Wochen
- kein zufriedenstellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
- zweite Gabe von 150 mg bzw. 2 mg / kg in Erwägung ziehen
- falls ein vollständiges Ansprechen auf die Behandlung erreicht wird
- Beibehalten des intensivierten Dosierungsregimes von 300 mg (bzw. bei Patienten </= 40 kg KG: 4 mg / kg KG) alle 4 Wochen
- falls ein vollständiges Ansprechen auf die Behandlung erreicht wird
- zweite Gabe von 150 mg bzw. 2 mg / kg in Erwägung ziehen
- Patienten ohne eine klinische Besserung
- Überprüfung der Fortsetzung der Behandlung vom behandelnden Arzt
- Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
- Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
- >/= 7,5 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG s.c. 1mal / 4 Wochen
- maximale Einzeldosis: 300 mg Canakinumab
- Patienten ohne eine klinische Besserung: Fortsetzung der Behandlung vom behandelnden Arzt zu überprüfen
- Gichtarthritis
- zur Behandlung der Hyperurikämie eine entsprechende harnsäuresenkende Therapie (urate lowering therapy; ULT) einleiten oder optimieren
- Einsatz von Canakinumab als Bedarfstherapie zur Behandlung von Gichtanfällen
- Erwachsene
- Einzeldosis während eines Anfalls: 150 mg Canakinumab s.c.
- zur Erzielung der bestmöglichen Wirkung so rasch wie möglich nach Beginn eines Gichtanfalls verabreichen
- Patienten, die nicht auf die initiale Behandlung ansprechen: nicht erneut mit mit diesem Arzneimittel behandeln
- Patienten, die auf die Behandlung ansprechen und eine wiederholte Behandlung benötigen: Abstand von mind. 12 Wochen einhalten
- ausgelassene Dosen
- Patienten mit CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF oder Still-Syndrom (AOSD oder SJIA)
- ausgelassene Injektion so bald wie möglich nachholen und nicht bis zur nächsten vorgesehenen Gabe warten
- nachfolgende Dosen sind in den empfohlenen Zeitintervallen zu verabreichen
- Patienten mit CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF oder Still-Syndrom (AOSD oder SJIA)
- Patientenkarte
- alle Ärzte sollen mit der Fachinformation vertraut sein und Patienten / Betreuungspersonen über die Patientenkarte informieren
- Patientenkarte erläutert Patienten / Betreuungspersonen, was zu tun ist, wenn jegliches Symptom einer Infektion oder eines Makrophagenaktivierungssyndroms (MAS) bemerkt wird oder im Falle einer Impfung vor der Behandlung
- Arzt händigt die Patientenkarte jedem Patienten / jeder Betreuungsperson aus
- Hinweise
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- keine Dosisanpassung erforderlich
- eingeschränkte Leberfunktion
- keine Untersuchungen vorhanden
- Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden
- eingeschränkte Nierenfunktion
- keine Dosisanpassung erforderlich
- klinische Erfahrung begrenzt
- Kinder und Jugendliche
- CAPS, TRAPS, HIDS / MKD und FMF
- Sicherheit und Wirksamkeit bei CAPS-, TRAPS-, HIDS- / MKD- und FMF-Patienten < 2 Jahren nicht erwiesen
- begrenzte Daten
- Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden
- SJIA-Patienten
- Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern < 2 Jahren nicht erwiesen
- keine Daten vorhanden
- Gichtarthritis
- kein relevanter Nutzen dieses Arzeimittels bei Kindern und Jugendlichen
- CAPS, TRAPS, HIDS / MKD und FMF
Kontraindikationen
Canakinumab - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Canakinumab
- aktive, schwere Infektionen
Nebenwirkungen
Canakinumab - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Infektionen der Atemwege, einschließlich
- Pneumonie
- Bronchitis
- Influenza
- Virusinfektion
- Sinusitis
- Rhinitis
- Pharyngitis
- Tonsillitis
- Nasopharyngitis
- Infektion der oberen Atemwege
- Ohrinfektion
- Cellulitis
- Gastroenteritis
- Harnwegsinfektion
- Infektionen der Atemwege, einschließlich
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- vulvovaginale Candidiasis
- ohne Häufigkeitsangabe
- opportunistische Infektionen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypersensitivitätsreaktionen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwindel/Vertigo
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Oberbauchbeschwerden bei SJIA
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- gastroösophageale Refluskrankheit bei Gichtarthritis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Reaktion an der Injektionsstelle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gelenkschmerzen bei SJIA
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schmerzen der Skelettmuskulatur bei SJIA
- Rückenschmerzen bei Gichtarthritis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erschöpfung/Asthenie bei Gichtarthritis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- verminderte renale Kreatininclearance bei SJIA
- basierend auf einer Schätzung der Kreatininclearance, die meisten Fälle waren vorübergehend
- Proteinurie bei SJIA
- in den meisten Fällen wurde mit Teststreifen ein positives Ergebnis (Spuren von Protein im Urin bis 1+) gezeigt, welches vorübergehend war
- Leukopenie bei SJIA
- verminderte renale Kreatininclearance bei SJIA
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Neutropenie
- hohe ALT und/oder AST > 3 x oberer Normwert (bei SJIA-Patienten)
- Verminderung der Leukozytenzahl auf <= 0,8 x unterer Normalwert (bei Patienten mit Gichtarthritis)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- erniedrigte Thrombozytenzahl
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erhöhungen der Transaminasen (bei CAPS-Patienten)
- ohne Häufigkeitsangabe
- mittlere Werte für Hämoglobin erhöht (bei CAPS-Patienten)
- asymptomatische, leichte Erhöhungen des Serumbilirubins ohne gleichzeitige Erhöhung der Transaminasen (bei CAPS-Patienten)
- Harnsäureanstieg (bei Patienten mit Gichtarthritis)
- Anstiege der Mittel- bzw. Medianwerte der Alanin-Aminotransferase (ALT) / Aspartat-Aminotransferase (AST) (bei Patienten mit Gichtarthritis)
- mittlere Werte für Leukozyten erniedrigt (bei CAPS-Patienten)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
Anwendungshinweise
- zur subkutanen Anwendung
- folgende Injektionsstellen sind geeignet: Oberschenkel, Bauch, Oberarm und Gesäß
- um Schmerzen an der Einstichstelle zu vermeiden: für jede Injektion eine unterschiedliche Injektionsstelle wählen
- keine Injektionen
- geschädigte Haut oder Areale, die verletzt sind oder einen Ausschlag aufweisen
- Narbengewebe, da es zu einer unzureichenden Exposition kommen könnte
- Durchstechflasche
- zum einmaligen Gebrauch bei einem Patienten für eine Dosis bestimmt
- CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF und Still-Syndrom m (AOSD und SJIA)
- nach sorgfältiger Einweisung in die korrekte Injektionstechnik können die Patienten oder ihre Betreuungspersonen Canakinumab selbst verabreichen, sofern der Arzt dies für angebracht hält und falls erforderlich eine medizinische Nachsorge erfolgt
- Hinweise zur Verabreichung des Arzneimittels: s. Fachinformation
- Fertigpen
- Pen darf nicht geschüttelt werden
- jeder Fertigpen ist zum einmaligen Gebrauch bei einem Patienten für eine Dosis bestimmt
- CAPS, TRAPS, HIDS/MKD, FMF und Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
- nach einer sorgfältigen Einweisung in die korrekte Injektionstechnik können sich erwachsene und jugendliche Patienten (>/= 12 Jahre und > 40 kg KG) selbst oder ihre Betreuungspersonen Canakinumab verabreichen, sofern der Arzt dies für angebracht hält und falls erforderlich eine medizinische Nachsorge erfolgt
- jugendliche Patienten könnten die Aufsicht durch eine erwachsene Betreuungsperson benötigen, um die Selbstinjektion vorzunehmen
Stillzeithinweise
Canakinumab - invasiv
- empfohlen, dass Entscheidung, während der Behandlung mit Canakinumab zu stillen, erst nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen ist
- nicht bekannt, ob Canakinumab beim Menschen in die Muttermilch übergeht
- tierexperimentelle Studien
- haben gezeigt, dass ein muriner Anti-Murin-IL-1-beta-Antikörper keine unerwünschten Wirkungen auf die Entwicklung von gesäugten Mäuse-Jungtieren besaß und dass der Antikörper auf diese übertragen wurde
Schwangerschaftshinweise
Canakinumab - invasiv
- Schwangerschaft
- empfohlen, dass Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden möchten, nur nach einer gründlichen Nutzen-Risiko-Abwägung behandelt werden
- bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Canakinumab bei Schwangeren vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
- Risiko für den Fötus/die Mutter ist nicht bekannt
- weisen darauf hin, dass Canakinumab plazentagängig und im Fetus nachweisbar ist
- es liegen keine Humandaten vor, da Canakinumab jedoch ein Immunglobulin der Klasse G (IgG1) ist, wird von einer Plazentagängigkeit beim Menschen ausgegangen
- die klinischen Folgen hiervon sind unbekannt
- es wird empfohlen, Neugeborenen, die in utero Canakinumab ausgesetzt waren, bis zu einer Dauer von 16 Wochen nach der letzten Canakinumab-Dosis der Mutter vor der Geburt, keine Lebendimpfstoffe zu verabreichen
- empfohlen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft mit Canakinumab behandelt wurden, angewiesen werden, den Kinderarzt vor jeder Impfung des neugeborenen Kindes hierüber zu informieren
- Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption bei Männern und Frauen
- empfohlen, dass Frauen während der Behandlung mit Canakinumab und für bis zu 3 Monate nach der letzten Dosis wirksame Verhütungsmethoden einsetzen
- Fertilität
- keine formalen Studien zur potenziellen Wirkung von Canakinumab auf die menschliche Fruchtbarkeit durchgeführt
- Tierversuch
- Canakinumab zeigte bei Krallenaffen (C. jacchus) keine Wirkung auf Parameter der männlichen Fruchtbarkeit
- muriner Anti-Murin-IL-1-beta-Antikörper besaß keine unerwünschten Wirkungen auf die Fruchtbarkeit männlicher oder weiblicher Mäuse
Warnhinweise
Canakinumab - invasiv
- Rückverfolgbarkeit
- um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
- Infektionen
- Canakinumab mit vermehrten Auftreten von schwerwiegenden Infektionen verbunden
- Patienten müssen während und nach der Behandlung sorgfältig hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Infektionen überwacht werden
- Patienten mit Infektionen, wiederkehrenden Infektionen in der Anamnese oder Grunderkrankungen, die für Infektionen prädisponieren
- Anwendung mit Vorsicht
- Behandlung von CAPS, TRAPS, HIDS/MKD, FMF und Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
- während einer aktiven behandlungsbedürftigen Infektion darf Behandlung mit Canakinumab nicht eingeleitet oder fortgeführt werden
- Behandlung der Gichtarthritis
- Canakinumab darf nicht während einer aktiven Infektion verabreicht werden
- TNF-Inhibitoren
- Canakinumab sollte nicht gleichzeitig mit Tumor-Nekrose-Faktor(TNF)-Inhibitoren angewendet werden, da sich dadurch das Risiko für schwerwiegende Infektionen erhöhen könnte
- während der Behandlung über vereinzelte Fälle von ungewöhnlichen oder opportunistischen Infektionen berichtet (einschließlich Aspergillose, atypische mykobakterielle Infektionen, Herpes zoster)
- kausaler Zusammenhang mit Canakinumab unbekannt
- Canakinumab mit vermehrten Auftreten von schwerwiegenden Infektionen verbunden
- Tuberkulose-Screening
- bei rund 12 % der CAPS-Patienten, die sich in klinischen Studien einem PPD (purified protein derivative)-Hauttest unterzogen haben, ergab sich während der Verlaufskontrollen unter Behandlung mit Canakinumab ein positives Testergebnis ohne klinische Hinweise auf eine latente oder aktive Tuberkuloseinfektion
- Reaktivierung von Tuberkulose
- nicht bekannt, ob die Verwendung von Interleukin-1(IL-1)-Inhibitoren das Risiko der Reaktivierung von Tuberkulose erhöht
- vor Beginn der Therapie alle Patienten sowohl auf aktive als auch latente Tuberkulose-Infektionen untersuchen
- insbesondere bei erwachsenen Patienten wird empfohlen, dass diese Untersuchung detaillierte Anamnese beinhalten
- empfohlen angemessene Screening-Tests (z.B. Tuberkulin-Hauttest, Interferon-Gamma- Release-Test oder Röntgen der Brust) bei allen Patienten durchzuführen (nationale Empfehlungen sollten befolgt werden)
- Patienten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose während und nach der Behandlung überwachen
- alle Patienten anweisen, medizinischen Rat einzuholen, wenn Anzeichen oder Symptome von Tuberkulose (z.B. anhaltender Husten, Gewichtsverlust, subfebrile Temperatur) während Therapie auftreten
- falls es zu einer Umwandlung des PPD-Testergebnisses von negativ zu positiv kommt
- andere Verfahren für einen Test auf Tuberkulose können in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Hochrisikopatienten
- Neutropenie und Leukopenie
- Neutropenie (absolute Anzahl von neutrophilen Granulozyten [ANC] <1,5 × 109/l) und Leukopenie bei Gabe von IL-1-Inhibitoren, einschließlich Canakinumab, beobachtet
- Patienten mit Neutropenie oder Leukopenie
- Behandlung mit Canakinumab darf nicht begonnen werden
- vor Behandlungsbeginn und erneut nach 1 - 2 Monaten
- Anzahl an Leukozyten einschließlich neutrophiler Granulozyten untersuchen
- Langzeit- oder wiederholte Therapie
- es wird ebenfalls dazu geraten, während der Behandlung die Anzahl an Leukozyten in periodischen Abständen zu untersuchen
- wenn ein Patient neutropenisch oder leukopenisch wird, erforderlich
- Leukozytenzahl engmaschig zu überwachen
- Behandlungsabbruch zu erwägen
- maligne Erkrankungen
- maligne Erkrankungen bei Patienten gemeldet, die mit Canakinumab behandelt wurden
- Risiko der Entwicklung von malignen Erkrankungen in Zusammenhang mit einer Anti-Interleukin(IL)-1-Therapie unbekannt
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet
- Mehrheit dieser Fälle leicht in ihrer Ausprägung
- keine anaphylaktoiden oder anaphylaktischen Reaktionen während klinischen Entwicklung von Canakinumab bei mehr als 2600 Patiente, die die auf die Behandlung mit Canakinumab zurückzuführen sind, berichtet
- Risiko für schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, die im Fall injizierbarer Proteine nicht ungewöhnlich sind, lässt sich jedoch nicht ausschließen
- Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet
- Leberfunktion
- in klinischen Studien Fälle von vorübergehenden und asymptomatischen Erhöhungen der Serumtransaminasen oder des Bilirubins beobachtet
- Impfungen
- keine Daten zum Risiko einer sekundären Übertragung einer Infektion mit (abgeschwächten) Lebendimpfstoffen bei Patienten, die Canakinumab erhielten
- während der Behandlung mit Canakinumab dürfen keine Lebendimpfstoffe angewendet werden, sofern der Nutzen die Risiken nicht klar überwiegt
- vor Beginn einer Canakinumab-Therapie sollten Erwachsene, Kinder und Jugendliche alle empfohlenen Impfungen, einschließlich Pneumokokken-Impfung und Impfung mit inaktiviertem Influenza-Impfstoff, erhalten haben
- Mutation des NLRP3-Gens bei CAPS-Patienten
- klinische Erfahrung bei CAPS-Patienten ohne bestätigte Mutation des NLRP3-Gens ist begrenzt
- Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS) bei Patienten mit Still-Syndrom (SJIA und AOSD)
- MAS ist ein bekanntes, lebensbedrohliches Krankheitsbild, das bei Patienten mit rheumatischen Leiden, insbesondere dem Still-Syndrom, entstehen kann
- wenn MAS auftritt oder vermutet wird, ist es erforderlich, die Untersuchung und Behandlung so früh wie möglich zu beginnen
- Ärzte müssen gegenüber Infektions-Symptomen oder der Verschlechterung des Still-Syndroms aufmerksam sein, da diese bekannte Auslöser für MAS sind
- aufgrund der Erfahrung aus klinischen Studien scheint Canakinumab die Inzidenz von MAS bei Patienten mit Still-Syndrom nicht zu erhöhen
- definitive Schlussfolgerung jedoch nicht möglich
- Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
- Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) wurde bei Patienten, die mit Canakinumab behandelt wurden, vor allem bei Patienten mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA), selten berichtet
- Patienten mit DRESS müssen unter Umständen ins Krankenhaus eingewiesen werden, da diese Erkrankung tödlich verlaufen kann
- wenn Anzeichen und Symptome von DRESS auftreten und keine alternative Ätiologie festgestellt werden kann, darf Canakinumab nicht mehr verabreicht und eine andere Behandlung muss in Betracht gezogen werden