Ilaris150 mg/ml Injektionslösung

NOVARTIS Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Canakinumab →

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N1 1 ST 16992,37 €

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Fachinformationen

Indikation

  • periodische Fiebersyndrome
    • Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
      • Behandlung der folgenden autoinflammatorischen periodischen Fiebersyndrome
        • Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS)
          • Muckle-Wells-Syndrom (MWS)
          • multisystemische entzündliche Erkrankung mit Beginn im Neugeborenenalter (neonatal-onset multisystem inflammatory disease; NOMID) / chronisches infantiles neuro-dermo-artikuläres Syndrom (chronicle infantile neurological, cutaneous, articular syndrom; CINCA)
          • schwere Formen des familiären autoinflammatorischen Kältesyndroms (familial cold autoinflammatory syndrome; FCAS) / familiäre Kälteurtikaria (familial cold urticaria; FCU) mit Anzeichen und Symptomen, die über einen kälteinduzierten urtikariellen Hautausschlag hinausgehen
        • Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor-assoziiertes periodisches Syndrom (TRAPS)
        • Hyperimmunoglobulin-D-Syndrom (HIDS) / Mevalonatkinase-Defizienz (MKD)
        • familiäres Mittelmeerfieber (FMF)
          • Verabreichung gegebenenfalls in Kombination mit Colchicin
  • Still-Syndrom
    • Patienten > 2 Jahre
      • Behandlung des aktiven Still-Syndroms einschließlich des adulten Still-Syndroms (adult-onset Still's disease; AOSD) und der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (SJIA) bei Patienten, die auf bisherige Therapien mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und systemischen Kortikosteroiden nur unzureichend angesprochen haben
        • Verabreichung als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat
  • Gichtarthritis
    • Erwachsene
      • symptomatische Behandlung mit häufigen Gichtanfällen (mind. 3 Anfälle in den vorangegangen 12 Monaten), bei denen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Colchicin kontraindiziert sind, nicht verträglich sind oder keine ausreichende Wirkung zeigen und für die wiederholte Behandlungszyklen mit Kortikosteroiden nicht infrage kommen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 150 mg Canakinumab in 1ml

  • periodische Fiebersyndrome (Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome; Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor-assoziiertes periodisches Syndrom (TRAPS); Hyperimmunoglobulin-D-Syndrom (HIDS) / Mevalonatkinase-Defizienz (MKD); familiäres Mittelmeerfieber (FMF)); Still-Syndrom; Gichtarthritis
    • Hinweise
      • CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF und Still-Syndrom: Einleitung und Überwachung der Behandlung von einem spezialisierten, in der Diagnose und Behandlung der relevanten Indikation erfahrenen Arztes
      • Gichtarthritis: Anwendung durch einen in Biologika erfahrenen Arztes und Verabreichung des Arzneimittels von medizinischem Fachpersonal
    • Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS)
      • Erwachsene, Jugendliche und Kinder (>/= 4 Jahre)
        • Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
          • > 40 kg KG: 150 mg Canakinumab
          • >/= 15 kg KG und </= 40 kg KG: 2 mg Canakinumab / kg KG
          • >/= 7,5 kg KG und < 15 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG
      • Kinder (2 - < 4 Jahre)
        • Initialdosis 1mal / 8 Wochen s.c
          • >/= 7,5 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG
      • Patienten mit einer Initialdosis von 150 mg Canakinumab oder 2 mg Canakinumab / kg KG
        • zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
          • Erhaltungsdosis: 150 mg Canakinumab oder 2 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen
        • kein zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn (vollständiger Rückgang des Hautausschlags und anderer allgemeiner Entzündungssymptome)
          • zweite Gabe von 150 mg Canakinumab bzw. 2 mg Canakinumab / kg KG, optional
          • falls ein vollständiges Ansprechen auf diese Behandlung erreicht wird: intensiviertes Dosierungsregime von 300 mg Canakinumab oder 4 mg Canakinumab / kg alle 8 Wochen beibehalten
          • kein zufrieden stellender Behandlungserfolg innerhalb von 7 Tagen nach dieser erhöhten Dosis
            • dritte Gabe von 300 mg Canakinumab oder 4 mg Canakinumab / kg KG, optional
            • falls ein vollständiges Ansprechen auf diese Behandlung erreicht wird: erwägen, ob das intensivierte Dosierungsregime von 600 mg Canakinumab oder 8 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen aufrechterhalten wird
      • Patienten mit einer Initialdosis von 4 mg Canakinumab / kg KG
        • zufrieden stellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
          • Erhaltungsdosis: 4 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen
        • kein zufriedenstellender Behandlungserfolg 7 Tage nach Behandlungsbeginn
          • zweite Gabe von 4 mg Canakinumab / kg KG, optional
            • falls ein vollständiges Ansprechen auf Behandlung erreicht wird: in Betracht ziehen, ob das intensivierte Dosierungsregime von 8 mg Canakinumab / kg 1mal / 8 Wochen aufrechterhalten wird
      • Dosierungsintervalle < 4 Wochen oder Dosen > 600 mg Canakinumab oder 8 mg Canakinumab / kg KG
        • begrenzte klinische Erfahrungen
    • TRAPS, HIDS / MKD und FMF
      • Erwachsene, Jugendliche und Kinder (> 2 Jahre)
        • > 40 kg KG: 150 mg Canakinumab s.c. 1mal / 4 Wochen
        • >/= 7,5 kg KG und </= 40 kg KG: 2 mg Canakinumab / kg KG s.c. 1mal / 4 Wochen
        • kein zufriedenstellendes klinisches Ansprechen 7 Tage nach Behandlungsbeginn
          • zweite Gabe von 150 mg bzw. 2 mg / kg in Erwägung ziehen
            • falls ein vollständiges Ansprechen auf die Behandlung erreicht wird
              • Beibehalten des intensivierten Dosierungsregimes von 300 mg (bzw. bei Patienten </= 40 kg KG: 4 mg / kg KG) alle 4 Wochen
        • Patienten ohne eine klinische Besserung
          • Überprüfung der Fortsetzung der Behandlung vom behandelnden Arzt
    • Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
      • >/= 7,5 kg KG: 4 mg Canakinumab / kg KG s.c. 1mal / 4 Wochen
      • maximale Einzeldosis: 300 mg Canakinumab
      • Patienten ohne eine klinische Besserung: Fortsetzung der Behandlung vom behandelnden Arzt zu überprüfen
    • Gichtarthritis
      • zur Behandlung der Hyperurikämie eine entsprechende harnsäuresenkende Therapie (urate lowering therapy; ULT) einleiten oder optimieren
      • Einsatz von Canakinumab als Bedarfstherapie zur Behandlung von Gichtanfällen
      • Erwachsene
        • Einzeldosis während eines Anfalls: 150 mg Canakinumab s.c.
        • zur Erzielung der bestmöglichen Wirkung so rasch wie möglich nach Beginn eines Gichtanfalls verabreichen
      • Patienten, die nicht auf die initiale Behandlung ansprechen: nicht erneut mit mit diesem Arzneimittel behandeln
      • Patienten, die auf die Behandlung ansprechen und eine wiederholte Behandlung benötigen: Abstand von mind. 12 Wochen einhalten
    • ausgelassene Dosen
      • Patienten mit CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF oder Still-Syndrom (AOSD oder SJIA)
        • ausgelassene Injektion so bald wie möglich nachholen und nicht bis zur nächsten vorgesehenen Gabe warten
        • nachfolgende Dosen sind in den empfohlenen Zeitintervallen zu verabreichen
    • Patientenkarte
      • alle Ärzte sollen mit der Fachinformation vertraut sein und Patienten / Betreuungspersonen über die Patientenkarte informieren
      • Patientenkarte erläutert Patienten / Betreuungspersonen, was zu tun ist, wenn jegliches Symptom einer Infektion oder eines Makrophagenaktivierungssyndroms (MAS) bemerkt wird oder im Falle einer Impfung vor der Behandlung
      • Arzt händigt die Patientenkarte jedem Patienten / jeder Betreuungsperson aus

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Untersuchungen vorhanden
    • Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • klinische Erfahrung begrenzt
  • Kinder und Jugendliche
    • CAPS, TRAPS, HIDS / MKD und FMF
      • Sicherheit und Wirksamkeit bei CAPS-, TRAPS-, HIDS- / MKD- und FMF-Patienten < 2 Jahren nicht erwiesen
      • begrenzte Daten
      • Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden
    • SJIA-Patienten
      • Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern < 2 Jahren nicht erwiesen
      • keine Daten vorhanden
    • Gichtarthritis
      • kein relevanter Nutzen dieses Arzeimittels bei Kindern und Jugendlichen

Kontraindikationen

Canakinumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Canakinumab
  • aktive, schwere Infektionen

Nebenwirkungen

Canakinumab - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektionen der Atemwege, einschließlich
        • Pneumonie
        • Bronchitis
        • Influenza
        • Virusinfektion
        • Sinusitis
        • Rhinitis
        • Pharyngitis
        • Tonsillitis
        • Nasopharyngitis
        • Infektion der oberen Atemwege
      • Ohrinfektion
      • Cellulitis
      • Gastroenteritis
      • Harnwegsinfektion
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vulvovaginale Candidiasis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • opportunistische Infektionen
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypersensitivitätsreaktionen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel/Vertigo
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Oberbauchbeschwerden bei SJIA
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastroösophageale Refluskrankheit bei Gichtarthritis
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktion an der Injektionsstelle
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gelenkschmerzen bei SJIA
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen der Skelettmuskulatur bei SJIA
      • Rückenschmerzen bei Gichtarthritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erschöpfung/Asthenie bei Gichtarthritis
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderte renale Kreatininclearance bei SJIA
        • basierend auf einer Schätzung der Kreatininclearance, die meisten Fälle waren vorübergehend
      • Proteinurie bei SJIA
        • in den meisten Fällen wurde mit Teststreifen ein positives Ergebnis (Spuren von Protein im Urin bis 1+) gezeigt, welches vorübergehend war
      • Leukopenie bei SJIA
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Neutropenie
      • hohe ALT und/oder AST > 3 x oberer Normwert (bei SJIA-Patienten)
      • Verminderung der Leukozytenzahl auf <= 0,8 x unterer Normalwert (bei Patienten mit Gichtarthritis)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erniedrigte Thrombozytenzahl
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erhöhungen der Transaminasen (bei CAPS-Patienten)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • mittlere Werte für Hämoglobin erhöht (bei CAPS-Patienten)
      • asymptomatische, leichte Erhöhungen des Serumbilirubins ohne gleichzeitige Erhöhung der Transaminasen (bei CAPS-Patienten)
      • Harnsäureanstieg (bei Patienten mit Gichtarthritis)
      • Anstiege der Mittel- bzw. Medianwerte der Alanin-Aminotransferase (ALT) / Aspartat-Aminotransferase (AST) (bei Patienten mit Gichtarthritis)
      • mittlere Werte für Leukozyten erniedrigt (bei CAPS-Patienten)

Anwendungshinweise

  • zur subkutanen Anwendung
  • folgende Injektionsstellen sind geeignet: Oberschenkel, Bauch, Oberarm und Gesäß
  • um Schmerzen an der Einstichstelle zu vermeiden: für jede Injektion eine unterschiedliche Injektionsstelle wählen
  • keine Injektionen
    • geschädigte Haut oder Areale, die verletzt sind oder einen Ausschlag aufweisen
    • Narbengewebe, da es zu einer unzureichenden Exposition kommen könnte
  • Durchstechflasche
    • zum einmaligen Gebrauch bei einem Patienten für eine Dosis bestimmt
    • CAPS, TRAPS, HIDS / MKD, FMF und Still-Syndrom m (AOSD und SJIA)
      • nach sorgfältiger Einweisung in die korrekte Injektionstechnik können die Patienten oder ihre Betreuungspersonen Canakinumab selbst verabreichen, sofern der Arzt dies für angebracht hält und falls erforderlich eine medizinische Nachsorge erfolgt
      • Hinweise zur Verabreichung des Arzneimittels: s. Fachinformation
  • Fertigpen
    • Pen darf nicht geschüttelt werden
    • jeder Fertigpen ist zum einmaligen Gebrauch bei einem Patienten für eine Dosis bestimmt
    • CAPS, TRAPS, HIDS/MKD, FMF und Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
      • nach einer sorgfältigen Einweisung in die korrekte Injektionstechnik können sich erwachsene und jugendliche Patienten (>/= 12 Jahre und > 40 kg KG) selbst oder ihre Betreuungspersonen Canakinumab verabreichen, sofern der Arzt dies für angebracht hält und falls erforderlich eine medizinische Nachsorge erfolgt
      • jugendliche Patienten könnten die Aufsicht durch eine erwachsene Betreuungsperson benötigen, um die Selbstinjektion vorzunehmen

Stillzeithinweise

Canakinumab - invasiv
  • empfohlen, dass Entscheidung, während der Behandlung mit Canakinumab zu stillen, erst nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen ist
  • nicht bekannt, ob Canakinumab beim Menschen in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentelle Studien
    • haben gezeigt, dass ein muriner Anti-Murin-IL-1-beta-Antikörper keine unerwünschten Wirkungen auf die Entwicklung von gesäugten Mäuse-Jungtieren besaß und dass der Antikörper auf diese übertragen wurde

Schwangerschaftshinweise

Canakinumab - invasiv
  • Schwangerschaft
    • empfohlen, dass Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden möchten, nur nach einer gründlichen Nutzen-Risiko-Abwägung behandelt werden
    • bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Canakinumab bei Schwangeren vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
      • Risiko für den Fötus/die Mutter ist nicht bekannt
      • weisen darauf hin, dass Canakinumab plazentagängig und im Fetus nachweisbar ist
    • es liegen keine Humandaten vor, da Canakinumab jedoch ein Immunglobulin der Klasse G (IgG1) ist, wird von einer Plazentagängigkeit beim Menschen ausgegangen
      • die klinischen Folgen hiervon sind unbekannt
    • es wird empfohlen, Neugeborenen, die in utero Canakinumab ausgesetzt waren, bis zu einer Dauer von 16 Wochen nach der letzten Canakinumab-Dosis der Mutter vor der Geburt, keine Lebendimpfstoffe zu verabreichen
      • empfohlen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft mit Canakinumab behandelt wurden, angewiesen werden, den Kinderarzt vor jeder Impfung des neugeborenen Kindes hierüber zu informieren
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption bei Männern und Frauen
    • empfohlen, dass Frauen während der Behandlung mit Canakinumab und für bis zu 3 Monate nach der letzten Dosis wirksame Verhütungsmethoden einsetzen
  • Fertilität
    • keine formalen Studien zur potenziellen Wirkung von Canakinumab auf die menschliche Fruchtbarkeit durchgeführt
    • Tierversuch
      • Canakinumab zeigte bei Krallenaffen (C. jacchus) keine Wirkung auf Parameter der männlichen Fruchtbarkeit
      • muriner Anti-Murin-IL-1-beta-Antikörper besaß keine unerwünschten Wirkungen auf die Fruchtbarkeit männlicher oder weiblicher Mäuse

Warnhinweise

Canakinumab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Infektionen
    • Canakinumab mit vermehrten Auftreten von schwerwiegenden Infektionen verbunden
      • Patienten müssen während und nach der Behandlung sorgfältig hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Infektionen überwacht werden
    • Patienten mit Infektionen, wiederkehrenden Infektionen in der Anamnese oder Grunderkrankungen, die für Infektionen prädisponieren
      • Anwendung mit Vorsicht
    • Behandlung von CAPS, TRAPS, HIDS/MKD, FMF und Still-Syndrom (AOSD und SJIA)
      • während einer aktiven behandlungsbedürftigen Infektion darf Behandlung mit Canakinumab nicht eingeleitet oder fortgeführt werden
    • Behandlung der Gichtarthritis
      • Canakinumab darf nicht während einer aktiven Infektion verabreicht werden
      • TNF-Inhibitoren
        • Canakinumab sollte nicht gleichzeitig mit Tumor-Nekrose-Faktor(TNF)-Inhibitoren angewendet werden, da sich dadurch das Risiko für schwerwiegende Infektionen erhöhen könnte
      • während der Behandlung über vereinzelte Fälle von ungewöhnlichen oder opportunistischen Infektionen berichtet (einschließlich Aspergillose, atypische mykobakterielle Infektionen, Herpes zoster)
        • kausaler Zusammenhang mit Canakinumab unbekannt
  • Tuberkulose-Screening
    • bei rund 12 % der CAPS-Patienten, die sich in klinischen Studien einem PPD (purified protein derivative)-Hauttest unterzogen haben, ergab sich während der Verlaufskontrollen unter Behandlung mit Canakinumab ein positives Testergebnis ohne klinische Hinweise auf eine latente oder aktive Tuberkuloseinfektion
    • Reaktivierung von Tuberkulose
      • nicht bekannt, ob die Verwendung von Interleukin-1(IL-1)-Inhibitoren das Risiko der Reaktivierung von Tuberkulose erhöht
      • vor Beginn der Therapie alle Patienten sowohl auf aktive als auch latente Tuberkulose-Infektionen untersuchen
        • insbesondere bei erwachsenen Patienten wird empfohlen, dass diese Untersuchung detaillierte Anamnese beinhalten
        • empfohlen angemessene Screening-Tests (z.B. Tuberkulin-Hauttest, Interferon-Gamma- Release-Test oder Röntgen der Brust) bei allen Patienten durchzuführen (nationale Empfehlungen sollten befolgt werden)
      • Patienten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose während und nach der Behandlung überwachen
      • alle Patienten anweisen, medizinischen Rat einzuholen, wenn Anzeichen oder Symptome von Tuberkulose (z.B. anhaltender Husten, Gewichtsverlust, subfebrile Temperatur) während Therapie auftreten
      • falls es zu einer Umwandlung des PPD-Testergebnisses von negativ zu positiv kommt
        • andere Verfahren für einen Test auf Tuberkulose können in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Hochrisikopatienten
  • Neutropenie und Leukopenie
    • Neutropenie (absolute Anzahl von neutrophilen Granulozyten [ANC] <1,5 × 109/l) und Leukopenie bei Gabe von IL-1-Inhibitoren, einschließlich Canakinumab, beobachtet
    • Patienten mit Neutropenie oder Leukopenie
      • Behandlung mit Canakinumab darf nicht begonnen werden
    • vor Behandlungsbeginn und erneut nach 1 - 2 Monaten
      • Anzahl an Leukozyten einschließlich neutrophiler Granulozyten untersuchen
    • Langzeit- oder wiederholte Therapie
      • es wird ebenfalls dazu geraten, während der Behandlung die Anzahl an Leukozyten in periodischen Abständen zu untersuchen
    • wenn ein Patient neutropenisch oder leukopenisch wird, erforderlich
      • Leukozytenzahl engmaschig zu überwachen
      • Behandlungsabbruch zu erwägen
  • maligne Erkrankungen
    • maligne Erkrankungen bei Patienten gemeldet, die mit Canakinumab behandelt wurden
    • Risiko der Entwicklung von malignen Erkrankungen in Zusammenhang mit einer Anti-Interleukin(IL)-1-Therapie unbekannt
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet
      • Mehrheit dieser Fälle leicht in ihrer Ausprägung
    • keine anaphylaktoiden oder anaphylaktischen Reaktionen während klinischen Entwicklung von Canakinumab bei mehr als 2600 Patiente, die die auf die Behandlung mit Canakinumab zurückzuführen sind, berichtet
      • Risiko für schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, die im Fall injizierbarer Proteine nicht ungewöhnlich sind, lässt sich jedoch nicht ausschließen
  • Leberfunktion
    • in klinischen Studien Fälle von vorübergehenden und asymptomatischen Erhöhungen der Serumtransaminasen oder des Bilirubins beobachtet
  • Impfungen
    • keine Daten zum Risiko einer sekundären Übertragung einer Infektion mit (abgeschwächten) Lebendimpfstoffen bei Patienten, die Canakinumab erhielten
    • während der Behandlung mit Canakinumab dürfen keine Lebendimpfstoffe angewendet werden, sofern der Nutzen die Risiken nicht klar überwiegt
    • vor Beginn einer Canakinumab-Therapie sollten Erwachsene, Kinder und Jugendliche alle empfohlenen Impfungen, einschließlich Pneumokokken-Impfung und Impfung mit inaktiviertem Influenza-Impfstoff, erhalten haben
  • Mutation des NLRP3-Gens bei CAPS-Patienten
    • klinische Erfahrung bei CAPS-Patienten ohne bestätigte Mutation des NLRP3-Gens ist begrenzt
  • Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS) bei Patienten mit Still-Syndrom (SJIA und AOSD)
    • MAS ist ein bekanntes, lebensbedrohliches Krankheitsbild, das bei Patienten mit rheumatischen Leiden, insbesondere dem Still-Syndrom, entstehen kann
    • wenn MAS auftritt oder vermutet wird, ist es erforderlich, die Untersuchung und Behandlung so früh wie möglich zu beginnen
    • Ärzte müssen gegenüber Infektions-Symptomen oder der Verschlechterung des Still-Syndroms aufmerksam sein, da diese bekannte Auslöser für MAS sind
    • aufgrund der Erfahrung aus klinischen Studien scheint Canakinumab die Inzidenz von MAS bei Patienten mit Still-Syndrom nicht zu erhöhen
      • definitive Schlussfolgerung jedoch nicht möglich
  • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
    • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) wurde bei Patienten, die mit Canakinumab behandelt wurden, vor allem bei Patienten mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA), selten berichtet
    • Patienten mit DRESS müssen unter Umständen ins Krankenhaus eingewiesen werden, da diese Erkrankung tödlich verlaufen kann
    • wenn Anzeichen und Symptome von DRESS auftreten und keine alternative Ätiologie festgestellt werden kann, darf Canakinumab nicht mehr verabreicht und eine andere Behandlung muss in Betracht gezogen werden