IMBRUVICA 420 mg Filmtabletten

Orifarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ibrutinib →

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N1 30 ST 6174,95 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • als Einzelsubstanz
    • zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MCL
    • zur Behandlung von Patienten mit Morbus Waldenström (MW), die mind. eine vorangehende Therapie erhalten haben
    • zur Erstlinien-Therapie bei Patienten, die für eine Chemo-Immuntherapie nicht geeignet sind
  • in Kombination
    • mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednisolon (Ibrutinib + R-CHOP) im Wechsel mit R-DHAP (oder R-DHAOx) ohne Ibrutinib, gefolgt von Ibrutinib als Monotherapie
      • zur Behandlung von Patienten mit nicht vorbehandeltem Mantelzell-Lymphom (mantle cell lymphoma, MCL), die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sein könnten
    • mit Rituximab
      • zur Behandlung von Patienten mit Morbus Waldenström (MW)
  • als Einzelsubstanz oder in Kombination
    • mit Rituximab oder Obinutuzumab oder Venetoclax
      • zur Behandlung von Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (chronic lymphocytic leukaemia, CLL)
    • mit Bendamustin und Rituximab (BR)
      • zur Behandlung von Patienten mit CLL, die mind. eine vorangehende Therapie erhalten haben

Dosierung

  • Mantelzell-Lymphom (mantle cell lymphoma, MCL); chronische lymphatische Leukämie (CLL) und Morbus Waldenström (MW)
    • Hinweis: Einleitung und Überwachung der Behandlung nur durch einen Arzt mit Erfahrung in der Anwendung onkologischer Arzneimittel
    • Erwachsene
      • MCL
        • Patienten mit nicht vorbehandeltem MCL
          • 560 mg Ibrutinib 1mal / Tag
          • Tabelle 1: Ibrutinib-Dosierungsplan bei nicht vorbehandeltem MCL
            • Teil 1
              • insgesamt: 6 Zyklen, jeder Zyklus umfasst 21 Tage
              • Zyklus 1, 3 und 5
                • Ibrutinib in Kombination mit R-CHOP: an den Tagen 1 - 19
                • bezüglich Angaben zur Dosierung jedes Arzneimittels ist die jeweilige Fachinformation zu beachten
              • Zyclus 2, 4 und 6
                • R-DHAP: ohne Ibrutinib
                • austauschbar mit R-DHAOx (Rituximab, Dexamethason, Cytarabin, Oxaliplatin)
                • bezüglich Angaben zur Dosierung jedes Arzneimittels ist die jeweilige Fachinformation zu beachten
            • Teil 2
              • Behandlung soll nach Erholung der peripheren Blutwerte beginnen
              • Rituximab kann in Übereinstimmung mit den nationalen Behandlungsleitlinien zusätzlich gegeben werden
              • Ibrutinib täglich für 24 Monate
        • Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MCL
          • 560 mg Ibrutinib 1mal / Tag als Einzelsubstanz
          • Behandlungsdauer: bis zur Krankheitsprogression oder bis zur Unverträglichkeit fortgesetzen
      • CLL und MW
        • als Einzelsubstanz oder in Kombination
          • 420 mg Ibrutinib 1mal / Tag
      • in Kombination mit Venetoclax zur Behandlung der CLL
        • als Einzelsubstanz 1mal / Tag für 3 Zyklen (1 Zyklus entspricht 28 Tage)
        • gefolgt von 12 Zyklen Ibrutinib plus Venetoclax
        • Venetoclax: s. Fachinformation
      • Ibrutinib in Kombination mit einer Anti-CD20-Therapie
        • Ibrutinib vor der Anti-CD20-Therapie anwenden, wenn beides am gleichen Tag gegeben wird
    • vergessene Einnahme
      • falls eine Dosis nicht zur vorgesehenen Zeit eingenommen wurde, kann dies so bald wie möglich am selben Tag nachgeholt werden
      • am nächsten Tag mit dem üblichen Einnahmeschema fortfahren
      • am folgenden Tag keine zusätzlichen Dosen einnehmen, um die versäumte Dosis nachzuholen
    • Behandlungsdauer als Einzelsubstanz oder in Kombination mit einer Anti-CD20-Therapie
      • Fortsetzung bis zur Krankheitsprogression oder bis zur Unverträglichkeit

Dosisanpassung

  • CYP3A4-Inhibitoren
    • mäßige und starke CYP3A4-Inhibitoren erhöhen die Ibrutinib-Exposition
    • gleichzeitige Anwendung mit mäßigen CYP3A4-Inhibitoren
      • Dosisreduktion auf 280 mg Ibrutinib 1mal / Tag
    • gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren
      • Dosisreduktion auf 140 mg Ibrutinib 1mal / Tag oder Anwendung bis zu 7 Tage unterbrechen
  • Nebenwirkungen oder Komorbiditäten
    • Behandlung sofort unterbrechen bei Auftreten oder Verschlechterung von
      • Herzinsuffizienz vom Grad 2
      • Herzrhythmusstörungen vom Grad 3
      • nichthämatologischen Toxizitäten von Grad >/= 3
      • Neutropenie von Grad >/= 3 mit Infektion oder Fieber
      • hämatologischen Toxizitäten von Grad 4
    • Wiederaufnahme der Behandlung mit der empfohlenen Dosis
      • sobald die Symptome der Toxizität auf Grad 1 oder auf den Ausgangswert zurückgegangen sind (Abklingen)
  • empfohlene Dosisanpassungen
    • für nicht-kardiale Ereignisse
      • nichthämatologische Toxizitäten Grad 3 oder 4; Neutropenie mit Infektion oder Fieber Grad 3 oder 4; Hämatologische Toxizitäten Grad 4
      • bei Wiederaufnahme der Behandlung ist die gleiche oder eine niedrigere Dosis auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Bewertung empfohlen
      • bei Wiederauftreten der Toxizität ist die Tagesdosis um 140 mg zu reduzieren
      • Auftreten der Toxizität zum 1. Mal
        • nach Abklingen bei MCL
          • Wiederaufnahme mit 560 mg Ibrutinib / Tag
        • nach Abklingen bei CLL / MW
          • Wiederaufnahme mit 420 mg Ibrutinib / Tag
      • Auftreten der Toxizität zum 2. Mal
        • nach Abklingen bei MCL
          • Wiederaufnahme mit 420 mg Ibrutinib / Tag
        • nach Abklingen bei CLL / MW
          • Wiederaufnahme mit 280 mg Ibrutinib / Tag
      • Auftreten der Toxizität zum 3. Mal
        • nach Abklingen bei MCL
          • Wiederaufnahme mit 280 mg Ibrutinib / Tag
        • nach Abklingen bei CLL / MW
          • Wiederaufnahme mit 140 mg Ibrutinib / Tag
      • Auftreten der Toxizität zum 4. Mal
        • bei MCL oder MW / CLL
          • Ibrutinib absetzen
    • für Ereignisse von Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen
      • Herzinsuffizienz Grad 2
        • Auftreten der Toxizität zum 1. Mal
          • nach Abklingen bei MCL
            • Wiederaufnahme mit 420 mg Ibrutinib / Tag
          • nach Abklingen bei CLL / MW
            • Wiederaufnahme mit 280 mg Ibrutinib / Tag
        • Auftreten der Toxizität zum 2. Mal
          • nach Abklingen bei MCL
            • Wiederaufnahme mit 280 mg Ibrutinib / Tag
          • nach Abklingen bei CLL / MW
            • Wiederaufnahme mit 140 mg Ibrutinib / Tag
        • Auftreten der Toxizität zum 3. Mal
          • bei MCL oder MW / CLL
            • Ibrutinib absetzen
      • Herzrhythmusstörungen Grad 3
        • Auftreten der Toxizität zum 1. Mal
          • nach Abklingen bei MCL
            • Wiederaufnahme mit 420 mg Ibrutinib / Tag
            • vor Wiederaufnahme der Behandlung ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis zu bewerten
          • nach Abklingen bei CLL / MW
            • Wiederaufnahme mit 280 mg Ibrutinib / Tag
            • vor Wiederaufnahme der Behandlung ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis zu bewerten
        • Auftreten der Toxizität zum 2. Mal
          • bei MCL oder MW / CLL
            • Ibrutinib absetzen
      • Herzinsuffizienz Grad 3 oder 4; Herzrhythmusstörungen Grad 4
        • Auftreten der Toxizität zum 1. Mal
          • bei MCL oder MW / CLL
            • Ibrutinib absetzen
  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung notwendig
  • Nierenfunktionsstörung
    • keine spezifischen klinischen Studien durchgeführt
    • leicht - mäßig (Kreatininclearance > 30 ml / Min.)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • auf Flüssigkeitszufuhr achten
      • Serumkreatininspiegel regelmäßig überprüfen
      • Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung wurden in klinischen Studien mit Ibrutinib behandelt
    • schwer (Kreatininclearance < 30 ml / Min.) und bei Dialysepatienten
      • nur anwenden, wenn der Nutzen der Behandlung das Risiko überwiegt
      • Patienten engmaschig auf Anzeichen von Toxizität überwachen
      • keine Daten vorhanden
      • Dialysepatienten: keine Daten
  • Leberfunktionsstörung
    • Ibrutinib wird in der Leber metabolisiert
    • Daten einer Studie zeigten einen Anstieg der Ibrutinib-Exposition
    • leicht (Child-Pugh-Klasse A)
      • empfohlene Dosis: 280 mg Ibrutinib 1mal / Tag
    • mäßig (Child-Pugh-Klasse B)
      • empfohlene Dosis: 140 mg Ibrutinib 1mal / Tag
      • Patienten auf Anzeichen einer Toxizität überwachen und bei Bedarf Anweisungen zur Dosismodifikation beachten
    • schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • Anwendung nicht empfohlen
  • schwere Herzerkrankungen
    • Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen
      • wurden aus den klinischen Studien ausgeschlossen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine Daten vorliegend
    • vorliegende Daten bei Patienten mit reifem B-Zell Non-Hodgkin-Lymphom: s. Fachinformation

Kontraindikationen

Ibrutinib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ibrutinib
  • gleichzeitige Anwendung von Präparaten, die Johanniskraut enthalten
  • Schwangerschaft

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Ibrutinib - peroral

Nebenwirkungen, die bei Patienten mit B-Zell-Malignomen in klinischen Studien oder während der Anwendung nach Markteinführung berichtet wurden

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Pneumonie
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Infektion der oberen Atemwege
      • Hautinfektion
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sepsis
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Harnwegsinfektion
      • Sinusitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kryptokokken-Infektionen
      • Pneumocystis-Infektionen
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Aspergillus-Infektionen
      • Hepatitis-B-Reaktivierung (Lower level term, LLT für die Auswahl verwendet)
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • nicht-melanozytärer Hautkrebs
      • Basalzellkarzinom
      • Plattenepithelzellkarzinom
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Lymphozytose
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • febrile Neutropenie
      • Leukozytose
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leukostasesyndrom
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • interstitielle Lungenerkrankung
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperurikämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tumorlysesyndrom
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • periphere Neuropathie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • zerebrovaskulärer Vorfall
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • transitorische ischämische Attacke
      • ischämischer Schlaganfall
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verschwommensehen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Augenblutung
        • in manchen Fällen mit Sehverlust verbunden
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzinsuffizienz
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Vorhofflimmern
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • ventrikuläre Tachyarrhythmie
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Herzstillstand
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Blutung
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
      • Bluterguss
      • Hypertonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Epistaxis
      • Petechien
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • subdurales Hämatom
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhö
      • Erbrechen
      • Stomatitis
      • Übelkeit
      • Obstipation
      • Dyspepsie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberversagen
        • einschließlich Ereignisse mit tödlichem Ausgang
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem
      • Urtikaria
      • Onychoklasie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
      • Pannikulitis
      • neutrophile Dermatosen
      • pyogenes Granulom
      • kutane Vaskulitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Arthralgie
      • Muskelspasmen
      • muskuloskelettale Schmerzen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • aute Nierenschädigung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fieber
      • peripheres Ödem
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kreatinin im Blut erhöht

Nebenwirkungen, die im Ibrutinib-Arm der TRIANGLE-Studie berichtet wurden

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Pneumonie
      • Hautinfektion
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektion der oberen Atemwege
      • Sepsis
      • Harnwegsinfektion
      • Sinusitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Aspergillus-Infektionen
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nicht-melanomatöser Hautkrebs
      • Basalzellkarzinom
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Thrombozytopenie
      • Neutropenie
      • febrile Neutropenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leukozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • interstitielle Lungenerkrankung
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperurikämie
      • Tumorlysesyndrom
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • periphere Neuropathie
      • Kopfschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • transitorische ischämische Attacke
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verschwommensehen
      • Augenblutung
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vorhofflimmern
      • Herzinsuffizienz
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Blutung
      • Hypertonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bluterguss
      • Epistaxis
      • Petechien
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • Diarrhö
      • Erbrechen
      • Stomatitis
      • Obstipation
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspepsie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem
      • Onychoklasie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • Angioödem
      • kutane Vaskulitis
      • Pannikulitis
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • muskuloskelettale Schmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelspasmen
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • akute Nierenschädigung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fieber
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • peripheres Ödem
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kreatinin im Blut erhöht

Anwendungshinweise

  • 1mal / Tag mit einem Glas Wasser etwa zur gleichen Zeit einnehmen
  • Tabletten im Ganzen mit Wasser schlucken, nicht zerkleinern oder zerkauen
  • nicht zusammen mit Grapefruitsaft oder Bitterorangensaft einnehmen

Stillzeithinweise

Ibrutinib - peroral
  • Stillen soll während der Behandlung unterbrochen werden
  • nicht bekannt, ob Ibrutinib oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen
  • Risiko für gestillte Kinder kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Ibrutinib - peroral
  • Ibrutinib darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
    • bisher keine Erfahrungen mit der Anwendung von Ibrutinib bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption bei Frauen
    • basierend auf Beobachtungen bei Tieren kann Ibrutinib zur Schädigung des Fötus führen, wennes bei schwangeren Frauen angewendet wird
    • Frauen müssen während der Einnahme und bis zu 3 Monate nach Behandlungsende eine Schwangerschaft vermeiden
      • daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter während der Einnahme von Ibrutinib und bis 3 Monate nach Beenden der Behandlung äußerst zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden
  • Fertilität
    • keine Auswirkungen auf die Fertilität oder die Reproduktionsfähigkeit männlicher oder weiblicher Ratten beobachtet, die eine maximale Dosis von bis zu 100 mg / kg KG pro Tag (humane Äquivalenzdosis [Human Equivalent Dose, HED] 16 mg / kg KG pro Tag) erhielten
    • keine Erfahrungen zu Auswirkungen von Ibrutinib auf die Fertilität beim Menschen

Warnhinweise

Ibrutinib - peroral
  • blutungsassoziierte Ereignisse
    • Berichte über folgende Blutungsereignisse sowohl mit als auch ohne Thrombozytopenie bei mit Ibrutinib behandelten Patienten
      • weniger schwere Blutungsereignisse, wie z.B.
        • Hämatome
        • Nasenbluten
        • Petechien
      • schwere Blutungsereignisse, manche mit tödlichem Ausgang, einschl.
        • gastrointestinale Blutungen
        • intrakranielle Hämorrhagie
        • Hämaturie
    • Warfarin oder andere Vitamin-K-Antagonisten
      • sollen nicht gleichzeitig mit Ibrutinib eingenommen werden
    • gleichzeitige Anwendung von Antikoagulanzien oder Arzneimitteln, die die Thrombozytenfunktion hemmen (Thrombozytenaggregationshemmer), mit Ibrutinib erhöht das Risiko für schwere Blutungen
      • unter Therapie mit Antikoagulanzien wurde ein höheres Risiko für schwere Blutungen beobachtet als mit Thrombozytenaggregationshemmern
      • Risiken und Vorteile einer Therapie mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern sind bei einer gleichzeitigen Anwendung mit Ibrutinib abzuwägen
      • auf Anzeichen und Symptome für Blutungen achten
    • Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl und Vitamin-E-Präparate sollen vermieden werden
    • chirurgischer Eingriff
      • Behandlung mit Ibrutinib soll vor und nach einem chirurgischen Eingriff je nach Art des Eingriffs und Höhe des Blutungsrisikos für mind. 3 - 7 Tage unterbrochen werden
    • Mechanismus für die blutungsassoziierten Ereignisse ist nicht vollständig geklärt
      • Patienten mit kongenitalen Blutungsstörungen wurden nicht untersucht
  • Leukostase
    • Berichte über Fälle von Leukostase
    • hohe Anzahl zirkulierender Lymphozyten (> 400.000 / µl)
      • kann zu einem erhöhten Risiko führen
      • in diesem Fall vorübergehende Unterbrechung der Behandlung in Erwägung ziehen
      • Patienten sollen engmaschig überwacht werden
    • bei Bedarf unterstützende Maßnahmen wie Hydratation und / oder Leukopherese einleiten
  • Milzruptur
    • Berichte über Fälle von Milzruptur nach Absetzen der Behandlung mit Ibrutinib
    • wenn Behandlung mit Ibrutinib unterbrochen oder abgesetzt wird
      • Krankheitsstatus und Milzgröße sollen sorgfältig überwacht werden, z. B.
        • klinische Untersuchung
        • Ultraschall
    • Patienten, die Schmerzen im linken Oberbauch oder in der linken Schulterspitze entwickeln
      • sollen untersucht werden
      • Diagnose einer Milzruptur soll in Betracht gezogen werden
  • Infektionen
    • bei mit Ibrutinib behandelten Patienten wurden Infektionen beobachtet, einschl.
      • Sepsis
      • neutropenische Sepsis
      • bakterielle, virale oder mykotische Infektionen
    • einige dieser Infektionen mit stationärer Behandlung und Todesfällen in Verbindung gebracht
      • die meisten Patienten mit einer letal verlaufenden Infektion hatten zudem eine Neutropenie
    • Patienten sollen auf folgende Anzeichen überwacht werden und bei Bedarf soll geeignete antiinfektiöse Therapie eingeleitet werden
      • Fieber
      • anomale Leberfunktionstests
      • Neutropenie
      • Infektionen
    • Patienten mit erhöhtem Risiko für opportunistische Infektionen
      • Prophylaxe gemäß Behandlungsstandard in Betracht ziehen
    • invasive mykotische Infektionen
      • nach der Anwendung von Ibrutinib wurden Fälle invasiver mykotischer Infektionen beobachtet, darunter Fälle von
        • Aspergillose
        • Kryptokokkose
        • Infektionen mit Pneumocystis jiroveci
      • einige der Fälle waren mit tödlichem Ausgang assoziiert
    • progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
      • bei Patienten mit vorangehender oder gleichzeitiger immunsuppressiver Therapie
        • Fälle einer PML einschließlich Todesfälle nach der Anwendung von Ibrutinib berichtet
      • bei folgenden Patienten ist bei der Differentialdiagnose PML in Betracht ziehen
        • mit neu aufgetretenen oder sich verschlechternden neurologischen, kognitiven oder verhaltensbezogenen Anzeichen oder Symptomen
      • besteht Verdacht auf eine PML
        • geeignete diagnostische Untersuchungen sollen durchgeführt werden
        • Behandlung soll unterbrochen werden, bis eine PML ausgeschlossen wurde
      • wenn Zweifel bestehen
        • Überweisung an einen Neurologen und geeignete diagnostische Verfahren für den Nachweis einer PML sollen in Erwägung gezogen werden, einschl.
          • MRT-Untersuchung, vorzugsweise mit Kontrastmittel
          • Liquortests auf DNA des JC-Virus
          • wiederholte neurologische Untersuchungen
  • hepatische Ereignisse
    • bei mit Ibrutinib behandelten Patienten sind folgende Fälle aufgetreten
      • Hepatotoxizität
      • Hepatitis-B Reaktivierung
      • Fälle von Hepatitis E, die chronisch sein können
      • Leberversagen, einschließlich tödlicher Ereignisse
    • Leberfunktion und der Virushepatitis-Status sollen vor Beginn der Behandlung mit Ibrutinib beurteilt werden
    • Patienten sollen während der Behandlung regelmäßig auf Veränderungen der Leberfunktionsparameter überwacht werden
    • wie klinisch indiziert, sollen Viruslast und serologische Tests auf infektiöse Hepatitis gemäß den lokalen medizinischen Richtlinien durchgeführt werden
    • bei Patienten, bei denen hepatische Ereignisse diagnostiziert wurden, ist in Erwägung zu ziehen, einen Experten für Lebererkrankungen zur Behandlung hinzuzuziehen
  • Zytopenien
    • Berichte über behandlungsbedingte Zytopenien vom Grad 3 oder 4
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Anämie
    • großes Blutbild monatlich kontrollieren
  • interstitielle Lungenerkrankung (Insterstitial Lung Disease, ILD)
    • Berichte über Fälle von ILD unter Anwendung von Ibrutinib
    • Patienten auf für ILD indikative pulmonale Symptome hin überwachen
    • wenn sich Symptome entwickeln
      • Anwendung ist zu unterbrechen
      • ILD ist entsprechend zu behandeln
    • wenn Symptome bestehen bleiben
      • Risiken und Nutzen der Behandlung mit Ibrutininb sind abzuwägen
      • Anweisungen zur Dosismodifikation sind zu beachten
  • Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz
    • bei mit Ibrutinib behandelten Patienten sind tödliche und schwere Herzrhythmusstörungen sowie Herzinsuffizienz aufgetreten
    • folgende Patienten können ein höheres Risiko von Ereignissen einschließlich plötzlicher tödlicher kardialer Ereignisse haben
      • Patienten im fortgeschrittenen Alter
      • Patienten mit einem Score von >= 2 der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) oder kardialen Begleiterkrankungen
    • Berichte über Vorhofflimmern, Vorhofflattern, ventrikuläre Tachyarrhythmien und Herzinsuffizienz
      • insbesondere bei Patienten mit akuten Infektionen oder kardialen Risikofaktoren
        • Hypertonie
        • Diabetes mellitus
        • vorbestehende Herzrhythmusstörungen
    • vor Beginn der Behandlung mit Ibrutinib
      • angemessene klinische Anamnese kardialer Vorerkrankungen und Beurteilung der Herzfunktion sollten durchgeführt werden
    • während der Behandlung
      • Patienten sollten sorgfältig auf Anzeichen einer klinischen Verschlechterung der Herzfunktion überwacht und klinisch betreut werden
    • für Patienten, bei denen kardiovaskuläre Bedenken bestehen, sollten weitere Untersuchungen (z. B. EKG, Echokardiogramm) in Betracht gezogen werden
    • bei Patienten mit relevanten Risikofaktoren für kardiale Ereignisse ist vor Beginn der Behandlung eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen
      • alternative Behandlung sollte in Betracht gezogen werden
    • Tachyarrhytmie
      • Patienten, bei denen sich Anzeichen und / oder Symptome einer ventrikulären Tachyarrhythmie entwickeln
        • Ibrutinib vorübergehend absetzen
        • vor einer eventuellen Wiederaufnahme der Therapie eine gründliche klinische Nutzen-Risiko-Beurteilung durchführen
    • Vorhofflimmern
      • Patienten mit vorbestehendem Vorhofflimmern, die eine Therapie mit Antikoagulanzien benötigen
        • alternative Behandlungsoptionen zu Ibrutinib erwägen
      • Patienten, die während der Therapie Vorhofflimmern entwickeln
        • sorgfältige Überprüfung des Risikos für eine thromboembolische Erkrankung vornehmen
      • bei Patienten mit hohem Risiko und bei denen keine Alternativen zu Ibrutinib geeignet sind
        • engmaschig kontrollierte Behandlung mit Antikoagulanzien in Betracht ziehen
    • Herzinsuffizienz
      • Patienten sollen während der Behandlung mit Ibrutinib auf Anzeichen und Symptome von Herzinsuffizienz überwacht werden
        • in einigen dieser Fälle ging die Herzinsuffizienz nach dem Absetzen oder der Dosisreduktion von Ibrutinib vollständig zurück oder verbesserte sich
  • cerebrovaskuläre Vorfälle
    • Berichte über Fälle von cerebrovaskulären Vorfällen, transienten ischämischen Attacken und ischämischen Schlaganfällen einschließlich Todesfällen wurden bei mit Ibrutinib behandelten Patienten mit und ohne gleichzeitiges Vorhofflimmern und / oder Bluthochdruck
    • bei den Fällen mit berichteter Latenz lagen zwischen der Einleitung der Behandlung mit Ibrutinib und dem Auftreten zentraler ischämischer Gefäßerkrankungen in den meisten Fällen mehrere Monate (über 1 Monat in 78 % und über 6 Monate in 44 % der Fälle)
      • was die Notwendigkeit einer regelmäßigen Überwachung der Patienten betont
  • Tumorlysesyndrom
    • Berichte über Tumorlysesyndrome unter der Therapie mit Ibrutinib
    • Risikopatienten für ein Tumorlysesyndrom sind diejenigen Patienten, die vor der Behandlung eine hohe Tumorbelastung hatten
    • Patienten engmaschig überwachen und angemessene Vorsichtsmaßnahmen einleiten
  • nicht-melanozytärer Hautkrebs
    • häufigere Berichte über Fälle von nicht-melanozytärem Hautkrebs unter Ibrutinib, als bei Patienten, die in gepoolten komparativen randomisierten Phase-III-Studien mit einem Komparator behandelt wurden
      • Patienten sind auf Anzeichen von nicht-melanozytärem Hautkrebs zu überwachen
  • Hypertonie
    • bei mit Ibrutinib behandelten Patienten Fälle von Hypertonie aufgetreten
      • Blutdruck soll bei mit Ibrutinib behandelten Patienten regelmäßig kontrolliert werden
      • während der Behandlung soll bei Bedarf eine antihypertensive Therapie initiiert werden oder
      • bereits bestehende antihypertensive Therapie soll angepasst werden
  • hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
    • Berichte über Fälle von HLH, einschließlich tödlicher Fälle
    • HLH ist eine lebensbedrohliche pathologische Aktivierung des Immunsystems
      • durch klinische Anzeichen und Symptome einer systemischen Hyperinflammation gekennzeichnet, einschl.
        • Fieber
        • Hepatosplenomegalie
        • Hypertriglyceridämie
        • hohe Serum-Ferritinwerte
        • Zytopenien
    • Patienten sollen über Symptome einer HLH informiert werden
    • Patienten, die frühe Manifestationen einer pathologischen Aktivierung des Immunsystems entwickeln
      • sollen sofort untersucht und die Diagnose einer HLH soll in Betracht gezogen werden
  • Arzneimittelwechselwirkungen
    • gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren und starken oder mäßigen CYP3A4-Induktoren möglichst vermeiden
      • soll nur in Erwägung gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko deutlich überwiegt
    • gleichzeitige Anwendung von starken oder mäßigen CYP3A4-Inhibitoren und Ibrutinib kann zu einer gesteigerten Ibrutinib-Exposition und somit zu einem höheren Risiko für Toxizitäten führen
      • falls ein CYP3A4-Inhibitor angewendet werden muss, sollen die Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Toxizität von Ibrutinib überwacht werden
    • umgekehrt kann gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren zu einer verminderten Ibrutinib-Exposition und somit zu einem Risiko für mangelnde Wirksamkeit führen
      • falls ein CYP3A4-Induktor angewendet werden muss, sollen Patienten engmaschig auf Anzeichen einer mangelnden Wirksamkeit von Ibrutinib überwacht werden
  • Frauen in gebärfähigem Alter
    • Frauen in gebärfähigem Alter müssen während der Behandlung eine äußerst zuverlässige Verhütungsmethode anwenden