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|---|---|---|
| N3 | 100 ST | 31,84 € |
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Indikation
- in Kombination mit anderen Immunsuppressiva
- zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach allogener Transplantation von Niere, Leber, Herz, Lunge oder Pankreas
- Hinweis
- Azathioprin ist innerhalb immunsuppressiver Regime üblicherweise als ein Zusatz zu immunsuppressiven Substanzen angezeigt, die den Hauptpfeiler der Behandlung darstellen (Basisimmunsuppression)
- üblicherweise in Kombination mit Glukokortikosteroiden bei mäßig schweren bis schweren Verlaufsformen der nachfolgend genannten Erkrankungen
- um eine Glukokortikosteroid-einsparende Wirkung zu erzielen
- wenn Glukokortikosteroide nicht vertragen werden bzw. mit hohen Dosen von Glukokortikosteroiden keine ausreichende therapeutische Wirkung erzielt werden kann
- schwere Formen der aktiven rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis), die mit weniger toxischen, antirheumatischen Basis-Therapeutika (disease modifying anti-rheumatic drugs - DMARDs) nicht kontrolliert werden können
- Autoimmunhepatitis
- Systemischer Lupus erythematodes
- Dermatomyositis
- Polyarteriitis nodosa
- Pemphigus vulgaris und bullöses Pemphigoid
- Morbus Behçet
- Refraktäre autoimmune hämolytische Anämie, hervorgerufen durch IgG-Wärmeantikörper
- Chronisch refraktäre idiopathische thrombozytopenische Purpura
- Behandlung mittelschwerer bis schwerer chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) bei Patienten
- bei denen eine Glukokortikosteroid-Therapie notwendig ist, die keine Glukokortikosteroid-Therapie vertragen
- oder bei denen die Krankheit mit anderen üblichen Mitteln der ersten Wahl nicht behandelbar ist
- schubförmige Multiple Sklerose
- wenn eine immunmodulatorische Therapie angezeigt und eine Therapie mit Beta-Interferonen nicht möglich ist
- oder unter einer bisherigen Therapie mit Azathioprin ein stabiler Verlauf erreicht wurde
- Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis
- aufgrund des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der Behandlung
- Verabreichung in Kombination mit Glukokortikosteroiden und schrittweise Reduktion der Glukokortikosteroid-Dosis nach Monaten der Behandlung
- aufgrund des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der Behandlung
Dosierung
- nach Organtransplantation - Erwachsene
- initial: i. d. R. bis zu 5 mg Azathioprin / kg KG / Tag, oral oder i.v., in Abhängigkeit vom immunsuppressiven Regime
- Erhaltungsdosis: 1 - 4 mg Azathioprin / kg KG / Tag, je nach klinischen Erfordernissen und der hämatologischen Verträglichkeit
- Behandlung mit Azathioprin, auch in niedrigeren Dosen, muss unbegrenzt erfolgen, da es sonst zu einer Abstoßung des Transplantats kommen kann
- Multiple Sklerose
- übliche Dosis zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose: 2 - 3 mg Azathioprin / kg KG / Tag
- Behandlungsdauer: mind. 1 Jahr bis zur Manifestation der Wirkung und wenigstens 2 Jahre, bis die Krankheit tatsächlich unter Kontrolle ist
- Myasthenia gravis
- empfohlene Dosis: 2 - 3 mg Azathioprin / kg KG / Tag
- Behandlungserfolg frühestens 2 - 6 Monate nach Behandlungsbeginn
- je nach Schweregrad der Erkrankung sollte Azathioprin wegen des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der Behandlung in Kombination mit Glukokortikosteroiden gegeben werden
- Dosis an Glukokortikosteroiden kann schrittweise über Monate verringert werden
- Behandlungsdauer: mind. 2 - 3 Jahre
- andere Anwendungsgebiete - Erwachsene
- chronisch-aktive Autoimmunhepatitis
- initial: 1 - 1,5 mg / kg KG / Tag
- Erhaltungsdosis: bis zu 2 mg / kg KG / Tag
- andere Anwendungsgebiete
- initial: 1 - 3 mg / kg KG / Tag
- Erhaltungsdosis zwischen < 1 - 3 mg / kg KG / Tag
- Dosierung der therapeutischen Wirkung, die unter Umständen erst nach Wochen oder Monaten eintritt, und der hämatologischen Verträglichkeit anpassen
- nach Ansprechen der Therapie, die niedrigste wirksame Dosis anwenden, die zur Aufrechterhaltung der therapeutischen Wirkung erforderlich ist
- Behandlungsdauer
- Absetzen der Therapie, wenn nach 3 - 6-monatiger Behandlung keine Besserung eintritt
- Patienten mit CED
- Behandlungsdauer von mind. 12 Monaten in Erwägung ziehen, wobei ein Ansprechen auf die Behandlung klin. erst nach 3 - 4 Monaten erkennbar werden kann
- chronisch-aktive Autoimmunhepatitis
Dosisanpassung
- Kinder und Jugendliche
- Transplantate
- siehe Erwachsene nach Organtransplantation
- juvenile idiopathische Arthritis
- keine hinreichenden Daten zum Beleg der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
- Multiple Sklerose
- keine Erfahrungen
- Anwendung nicht empfohlen
- weitere Indikationen
- übergewichtige Kinder
- ggf. Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums verschreiben
- engmaschige Überwachung hinsichtlich des Ansprechens auf die Behandlung empfohlen
- übrige Anwendungsgebiete
- gleiche Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene
- übergewichtige Kinder
- Transplantate
- ältere Patienten
- Nieren- und Leberfunktion überwachen und Dosis im Falle einer eingeschränkten Funktion reduzieren
- Nieren- und / oder Leberfunktionsstörungen
- Dosisreduzierung in Erwägung ziehen
- Arzneimittelwechselwirkungen
- gleichzeitige Einnahme von Xanthinoxidase-Inhibitoren wie Allopurinol
- Dosis von Azathioprin auf 1/4 der normalen Dosis reduzieren, da Allopurinol die Metabolisierung von Azathioprin verringert
- gleichzeitige Einnahme von Xanthinoxidase-Inhibitoren wie Allopurinol
- Patienten mit TPMT-Mangel
- erhöhtes Risiko einer schweren Azathioprin-Vergiftung bei üblichen Azathioprindosen, was i. A. eine erhebliche Dosisreduzierung erforderlich macht
- optimale Initialdosis bei homozygoten Patienten mit TPMT-Mangel ist nicht bekannt
- empfohlene Azathioprindosen werden durch die meisten heterozygoten Patienten mit TPMT-Mangel toleriert, wobei bei einigen eine Dosisreduzierung erforderlich sein kann
- Patienten mit der NUDT15-Variante
- erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin-Toxizität
- i. A. Dosisreduzierung erforderlich, insbesondere bei Patienten, die Träger einer homozygoten NUDT15-Variante sind
- vor Behandlungsbeginn mit Azathioprin eine Genotypisierung zur Bestimmung der NUDT15-Variante in Erwägung ziehen
- engmaschige Überwachung der Blutwerte erforderlich
Kontraindikationen
Azathioprin - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Azathioprin oder Mercaptopurin (Metabolit von Azathioprin)
- Impfung mit Lebendimpfstoffen (insbesondere BCG, Pocken und Gelbfieber)
- schwere Infektionen
- schwere Störungen der Leber- oder Knochenmarksfunktion
- Pankreatitis
- Stillzeit
- Schwangerschaft, es sei denn, der Nutzen überwiegt die Risiken
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Azathioprin - peroral
- Hinweise
- bei bis zu 50 % der Patienten ist mit Nebenwirkungen zu rechnen
- Art, Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen kann u.a. von der verwendeten Azathioprin-Dosis, der Behandlungsdauer, der zu Grunde liegenden Erkrankung des Patienten oder den Begleittherapien abhängen
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- virale, mykotische und bakterielle Infektionen bei Transplantatempfängern, die Azathioprin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva, insbesondere mit Glukokortikosteroiden, erhielten
- darunter auch atypische, schwer verlaufende Infektionen, ausgelöst durch Varizella Zoster Viren oder andere Krankheitserreger
- virale, mykotische und bakterielle Infektionen bei Transplantatempfängern, die Azathioprin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva, insbesondere mit Glukokortikosteroiden, erhielten
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Anfälligkeit für Infektionen bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- virale, mykotische und bakterielle Infektionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Fälle von durch den JC-Virus verursachter PML
- nach Anwendung von Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva
- Epstein-Barr-Virus-Infektion (häufig eine Reaktivierung einer alten, durchgemachten Infektion und in ursächlichem Zusammenhang stehend zur Entwicklung von lymphoproliferativen Erkrankungen)
- Fälle von durch den JC-Virus verursachter PML
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Vulvakrebs
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Neoplasien, einschließlich lymphoproliferativer Erkrankungen, Hautkrebserkrankungen(Melanome und andere), Sarkome (Kaposi-Sarkome und andere) und In-situ-Karzinom der Cervix uteri, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien
- Risiko erhöht bei Patienten, die immunsuppressiv wirkende Arzneimittel erhalten, und besonders bei Transplantatempfängern unter aggressiver Behandlung
- das erhöhte Risiko für die Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphomen bei immunsupprimierten Patienten mit rheumatoider Arthritis im Vergleich zur normalen Bevölkerung scheint zumindest teilweise auf die Erkrankung selbst zurückzuführen zu sein
- Neoplasien, einschließlich lymphoproliferativer Erkrankungen, Hautkrebserkrankungen(Melanome und andere), Sarkome (Kaposi-Sarkome und andere) und In-situ-Karzinom der Cervix uteri, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- hepatosplenisches T-Zell-Lymphom bei CED-Patienten, die gleichzeitig andere anti-TNF-Arzneimittel anwenden
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leukozytopenie
- Knochenmarkdepression
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Thrombozytopenie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Anämie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Agranulozytose
- Panzytopenie
- aplastische Anämie
- megaloblastische Anämie
- Versagen der Knochenmarksfunktion
- erythrozytäre Hypoplasie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- hämolytische Anämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Überempfindlichkeitsreaktionen, einschl. allgemeines Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Diarrhoe, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie, Herzfunktionsstörung, Hypotonie, renale Dysfunktion, Leberfunktionsstörungen und Cholestase
- nach einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Azathioprin sollte die Notwendigkeit einer weiteren Anwendung von Azathioprin jeweils im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden
- Überempfindlichkeitsreaktionen, einschl. allgemeines Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Diarrhoe, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie, Herzfunktionsstörung, Hypotonie, renale Dysfunktion, Leberfunktionsstörungen und Cholestase
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit letalem Ausgang
- andere ausgeprägte Begleiterkrankungen können dazu beigetragen haben
- Stevens-Johnson-Syndrom
- toxische epidermale Nekrolyse
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit letalem Ausgang
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pellagra
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Meningismus
- Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)
- Tremor
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- reversible Pneumonitis
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit und Anorexie mit gelegentlichem Erbrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Pankreatitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fettstühle
- Diarrhoe
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- bei Transplantempfängern (Ursache unklar; gleichzeitige Behandlung mit Steroiden kann eine Rolle spielen)
- Magen-Darm-Geschwüre
- Darmblutungen, -nekrosen oder -perforation
- Kolitis
- Divertikulitis
- bei Transplantempfängern (Ursache unklar; gleichzeitige Behandlung mit Steroiden kann eine Rolle spielen)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Kolitis, Divertikulitis und Darmperforation bei Transplantatempfängern
- schwere Diarrhö bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Sialadenitis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leberfunktionsstörungen
- verschiedenartige Störungen bei nierentransplantierten Patienten, einschließlich
- Cholestase
- destruktiver Cholangitis
- Peliosis hepatis
- Disse-Raum-Fibrose
- nodulär regenerativer Hyperplasie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Cholestase und Verschlechterung von Leberfunktionswerten
- bei Absetzen der Therapie üblicherweise reversibel
- kann mit Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang stehen
- Cholestase und Verschlechterung von Leberfunktionswerten
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- lebensbedrohliche Leberschädigungen
- zu den histologischen Befunden gehören sinusoidale Dilatation, Peliosis hepatis, Lebervenenverschluss-Syndrom und noduläre regenerative Hyperplasie
- in einigen Fällen hat das Absetzen von Azathioprin entweder zu einer vorübergehenden oder einer dauerhaften Besserung der histologischen Leberveränderungen und ihrer Symptome geführt
- Lebervenenverschlusskrankheit
- bei klinischem Verdacht auf Lebervenenverschluss-Syndrom sollte Azathioprin dauerhaft abgesetzt werden
- lebensbedrohliche Leberschädigungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Alopezie
- bei Patienten, die Azathioprin und andere Immunsuppressiva erhielten, in einer Reihe von Fällen über Haarausfall berichtet
- in vielen Fällen trat eine spontane Besserung trotz fortgesetzter Therapie ein
- Zusammenhang zwischen Alopezie und Azathioprin-Therapie ist noch unklar
- Alopezie
- ohne Häufigkeitsangabe
- akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom)
- Photosensibilitätsreaktion
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- ohne Häufigkeitsangabe
- akutes Nierenversagen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Untersuchungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- anomaler Leberfunktionstest
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Anwendungshinweise
- Tabletten zum Einnehmen
- mind. 1 Stunde vor oder 3 Stunden nach Einnahme einer Mahlzeit oder von Milch einnehmen
- unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit schlucken
- bei der ersten Einnahme von Azathioprin tritt bei einer geringen Anzahl von Patienten Übelkeit auf
- zur besseren Verträglichkeit sollten die Tabletten nach einer Mahlzeit eingenommen werden
Stillzeithinweise
Azathioprin - peroral
- kontraindiziert während Stillzeit
- falls eine Behandlung mit Azathioprin unumgänglich ist, muss abgestillt werden
- Nachweis von Mercaptopurin (aktiver Metabolit von Azathioprin) im Kolostrum und in der Muttermilch
Schwangerschaftshinweise
Azathioprin - peroral
- darf während Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
- tierexperimentelle Studien
- Auftreten von Missbildungen im Tierversuch
- in Embryotoxizitätsstudien zeigte Azathioprin in verschiedenen Tierspezies teratogene oder embryoletale Wirkungen
- beim Menschen aber widersprüchliche Befunde über ein teratogenes Potenzial von Azathioprin
- Plazentagängigkeit
- bekannt, dass Azathioprin und seine Metaboliten in erheblichem Maße die Plazenta und Fruchtblase passieren und so von der Mutter in den Fetus gelangen können
- hämatologische Überwachung, Blutbildveränderung bei Neugeborenen
- bei einer Reihe von Neugeborenen, deren Mütter Azathioprin während der Schwangerschaft einnahmen, Veränderung des Blutbildes (Leukozytopenie und/oder Thrombozytopenie) festgestellt
- während der Schwangerschaft besonders sorgfältige hämatologische Überwachung anzuraten
- Schwangerschaftscholestase
- gelegentlich wurde über eine Schwangerschaftscholestase im Zusammenhang mit einer Azathioprin-Therapie berichtet
- eine frühzeitige Diagnose und das Absetzen der Azathioprin-Therapie können die Auswirkungen auf den Fötus minimieren
- wenn eine Schwangerschaftscholestase bestätigt wird, sollte eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Nutzen für die Mutter und den Auswirkungen auf den Fötus vorgenommen werden
- Empfängnisverhütung bei männlichen und weiblichen Patienten
- sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Anwendung von Azathioprin und für mind. 3 Monate empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
- gilt auch für Patienten mit verminderter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach der Transplantation üblicherweise wieder normalisiert
- Männer
- sollten während und bis 6 Monate nach Ende der Behandlung keine Kinder zeugen
- gilt auch für Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
- Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T)
- Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können
- andere oder zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen sind anzuraten
- sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Anwendung von Azathioprin und für mind. 3 Monate empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
- Kombination von Azathioprin mit Prednison
- bei einer Kombination von Azathioprin mit Prednison bei intrauterin exponierten Neugeborenen eine vorübergehende Beeinträchtigung der Immunreaktion festgestellt
- Berichte von intrauteriner Wachstumsretardierung, über Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht, insbesondere in Kombination mit Kortikosteroiden
- Berichte über spontane Aborte sowohl nach mütterlicher wie nach väterlicher Exposition vorliegend
- Chromosomale Veränderungen, die im Laufe der Zeit verschwanden, in Lymphozyten von Kindern gefunden, deren Eltern mit Azathioprin behandelt wurden
- mit Ausnahme von extrem seltenen Fällen wurden keine sichtbaren physischen Anzeichen für eine Abnormalität bei den Nachkommen von mit Azathioprin behandelten Patienten beobachtet
- Fertilität
- weder präklinische noch klinische Daten zu einem möglichen Einfluss von Azathioprin auf die männliche und weibliche Fertilität vorliegend
- Verbesserung der chronischen Niereninsuffizienz durch eine Nierentransplantation, die zur Anwendung von Azathioprin führt, geht mit einer erhöhten Fertilität sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Transplantatempfängern einher
Warnhinweise
Azathioprin - peroral
- Anwendung von Azathioprin ist mit potenziellen Gefahren verbunden
- Verschreibung sollte deswegen ausschließlich dann erfolgen, wenn während der gesamten Therapiedauer eine ausreichende Überwachung des Patienten auf toxische Wirkungen möglich ist
- Behandlung sollte von einem Arzt mit speziellen Kenntnissen über Immunkrankheiten und deren Behandlung eingeleitet werden
- Überwachung
- die Einleitung einer Therapie mit Azathioprin darf nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung und unter den nachfolgend beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen, bei
- vorbestehenden schweren Infektionen
- schweren Störungen der Leber- und Knochenmarkfunktion
- Vorliegen einer Pankreatitis
- Blutbild
- besondere Aufmerksamkeit sollte der Überwachung des Blutbildes gelten
- Erhaltungsdosis ggf. soweit reduzieren, solange eine klinische Reaktion stattfindet
- Verordnung von Azathioprin nur, wenn während der gesamten Therapiedauer eine ausreichende Überwachung des Patienten auf toxische Wirkungen möglich ist
- während der ersten 8 Wochen der Therapie muss mind. einmal wöchentlich ein komplettes Blutbild einschließlich Thrombozytenzählung angefertigt werden
- häufigere Kontrollen angezeigt bei:
- Einsatz höherer Dosen
- älteren Patienten
- Nierenfunktionsstörungen
- beim Auftreten einer hämatologischen Toxizität muss die Dosis reduziert werden
- leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen
- in diesem Fall müssen zudem regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt werden und beim Auftreten einer hepatischen oder hämatologischen Toxizität muss die Dosis verringert werden
- Patienten mit Milzüberfunktion
- leichten bis mäßigen Knochenmarksfunktionsstörungen
- häufigere Kontrollen angezeigt bei:
- Häufigkeit der Blutbildbestimmungen kann nach 8 Wochen reduziert werden
- empfohlen, komplette Blutbilder monatlich oder zumindest in Abständen von max. 3 Monaten zu wiederholen
- Patienten mit Leberfunktionsstörungen
- grundsätzlich besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen erforderlich, da über lebensbedrohliche Leberschädigungen berichtet wurde
- ist insbesondere bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wichtig; Azathioprin sollte in diesem Fall nur nach sorgfältiger Risiko- Nutzen-Abwägung angewendet werden
- grundsätzlich besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen erforderlich, da über lebensbedrohliche Leberschädigungen berichtet wurde
- Leberfunktionstests
- Azathioprin ist hepatotoxisch, weshalb im Verlauf der Behandlung regelmäßige Kontrollen durch Leberfunktionstests durchgeführt werden sollten
- häufigere Kontrollen empfohlen bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung und solchen, die sich einer Therapie mit möglicherweise hepatotoxischer Nebenwirkung unterziehen
- Patient sollte darüber informiert werden, Azathioprin bei Auftreten eines Ikterus sofort abzusetzen
- Anzeichen einer abnormalen Änderung des Blutbildes
- bei ersten Anzeichen einer abnormalen Änderung des Blutbildes sollte die Behandlung sofort unterbrochen werden, da die Anzahl der Leukozyten und Thrombozyten auch nach Behandlungsende weiter abnehmen kann
- Anzeichen einer Knochenmarksuppression
- Patienten, die Azathioprin erhalten, müssen darauf hingewiesen werden, ihren behandelnden Arzt unverzüglich über alle Anzeichen einer Infektion, ungeklärte blaue Flecken oder Blutungen oder über andere Anzeichen auf eine Knochenmarksuppression zu informieren
- eine Knochenmarksuppression ist bei rechtzeitigem Absetzen von Azathioprin reversibel
- engmaschige Blutbildkontrollen erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin mit
- Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol
- Aminosalicylsäurederivaten wie Mesalazin, Olsalazin oder Sulfasalazin
- ACE-Hemmern, Trimethoprim / Sulfamethoxazol, Cimetidin oder Indometacin
- Substanzen mit zytotoxischen/myelosuppressiven Eigenschaften
- die Einleitung einer Therapie mit Azathioprin darf nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung und unter den nachfolgend beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen, bei
- Thiopurinmethyltransferase (TPMT)
- etwa 10 % der Patienten haben durch genetischen Polymorphismus eine verminderte Aktivität des Enzyms Thiopurin-Methyltransferase (TPMT)
- insbesondere bei homozygoten Merkmalsträgern ist der Abbau von Azathioprin beeinträchtigt, so dass ein höheres Risiko für myelotoxische Wirkungen besteht
- gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, die das Enzym TPMT hemmen (z.B. Olsalazin, Mesalazin und Sulfasalazin), können diesen Effekt verstärken
- möglicher Zusammenhang zwischen einer verminderten TPMT-Aktivität und sekundären Leukämien und Myelodysplasien bei einzelnen Patienten berichtet, die 6-Mercaptopurin (aktiver Metabolit von Azathioprin) in Kombination mit anderen zytotoxischen Substanzen erhielten
- Tests zur Erkennung eines TPMT-Mangels
- einige Laboratorien bieten Tests zur Erkennung eines TPMT-Mangels an
- obwohl diese Tests nicht alle Patienten mit einem Risiko für eine schwere Toxizität identifizieren können, wird die Testung auf TMPT-Mangel insbesondere empfohlen
- prä-therapeutisch bei hochdosierter Azathioprin-Therapie
- bei rascher Verschlechterung des Blutbildes
- etwa 10 % der Patienten haben durch genetischen Polymorphismus eine verminderte Aktivität des Enzyms Thiopurin-Methyltransferase (TPMT)
- Patienten mit der NUDT15-Variante
- bei Patienten mit angeborenen, mutierten NUDT15-Gen besteht bei herkömmlichen Dosen einer Thiopurin-Therapie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin- Toxizität, wie eine frühe Leukopenie und Alopezie
- bei diesen Patienten im Allgemeinen Dosisreduktion erforderlich, insbesondere bei den Patienten, die homozygote Träger der NUDT15-Variante sind
- Inzidenz von NUDT15 c.415C>T unterliegt einer ethnischen Variabilität von ca. 10 % bei Ostasiaten, 4 % bei hispanischer Bevölkerung, 0,2 % bei Europäern und 0 % bei Afrikanern
- engmaschige Überwachung der Blutwerte ist in jedem Fall erforderlich
- bei Patienten mit angeborenen, mutierten NUDT15-Gen besteht bei herkömmlichen Dosen einer Thiopurin-Therapie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin- Toxizität, wie eine frühe Leukopenie und Alopezie
- Impfung
- Impfung mit Lebendimpfstoffen kann bei immungeschwächten Patienten zu Infektionen führen
- deswegen empfohlen, dass Patienten bis mind. 3 Monate nach dem Ende der Behandlung mit Azathioprin keine Lebendimpfstoff erhalten
- Wechselwirkungen
- gleichzeitige Anwendung von Azathioprin und Arzneimitteln mit myelosuppressiven Eigenschaften
- Dosierung sollte reduziert werden
- bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol
- Dosis von Azathioprin sollte auf ein Viertel der normalen Dosis reduziert werden
- besondere Vorsicht, wenn Azathioprin zusammen mit Tubocurarin und Succinylcholin angewendet wird
- Ribavirin
- gleichzeitige Anwendung von Ribavirin und Azathioprin nicht empfohlen
- Ribavirin kann die Wirksamkeit von Azathioprin verringern und die Azathioprin-Toxizität erhöhen
- gleichzeitige Anwendung von Azathioprin und Arzneimitteln mit myelosuppressiven Eigenschaften
- Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion
- Vorsicht bei der Anwendung
- Verringerung der Dosierung sollte bei diesen Patienten in Betracht gezogen und die hämatologische Remission engmaschig überwacht werden
- Lesch-Nyhan-Syndrom
- begrenzte Daten deuten darauf hin, dass Azathioprin bei Patienten mit einem erblichen Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (Lesch- Nyhan-Syndrom) nicht wirksam ist
- Azathioprin sollte nicht bei Patienten mit dieser Stoffwechselerkrankung verabreicht werden
- Varicella-Zoster-Virus-Infektionen
- Infektion kann unter der Behandlung mit Immunsuppressiva schwerwiegend verlaufen
- vor Behandlungsbeginn mit Immunsuppressiva sollte der verschreibende Arzt den Patienten daher auf eine VZV-Infektion in der Anamnese hin überprüfen
- serologische Untersuchungen können zur Bestimmung einer früheren Exposition hilfreich sein
- Patienten ohne VZV-Exposition in der Anamnese
- sollten jeglichen Kontakt mit Personen mit Windpocken oder Herpes zoster vermeiden
- wenn solche Patienten trotzdem einer VZV-Infektion ausgesetzt sein sollten, besondere Vorsicht geboten, um den Ausbruch von Windpocken oder Herpes zoster bei diesen Patienten zu vermeiden
- außerdem ist eine passive Immunisierung mit Varicella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) in Betracht zu ziehen
- falls der Patient bereits infiziert ist
- geeignete Maßnahmen ergreifen, die eine antivirale Therapie, eine Unterbrechung der Azathioprin-Therapie und eine unterstützende Behandlung einschließen können
- Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
- oppurtunistische Infektion, die vom JC-Virus hervorgerufen wird, bei Patienten, die gleichzeitig mit Azathioprin und anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet
- immunsuppressive Therapie sollte bei ersten Anzeichen oder Symptomen, die auf eine PML hinweisen, beendet und eine entsprechende Evaluierung zur Erstellung einer Diagnose vorgenommen werden
- Mutagenität
- chromosomale Veränderungen sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen
- Rolle, die Azathioprin bei der Entwicklung dieser Fehlbildungen spielt, ist schwer zu beurteilen
- vorübergehende chromosomale Veränderungen der Lymphozyten bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen
- mit Ausnahme einiger sehr seltener Fälle wurden keine offensichtlichen Anzeichen körperlicher Abnormalität bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, beobachtet
- Azathioprin und langwelliges UV-Licht zeigen synergistische klastogene Wirkungen bei Patienten, die mit Azathioprin bei einer Reihe von Krankheiten behandelt wurden
- chromosomale Veränderungen sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen
- Karzinogenität
- bei Patienten, die eine Therapie mit Immunsuppressiva erhalten, einschließlich Azathioprin, besteht ein höheres Risiko für das Auftreten lymphoproliferativer Erkrankungen und anderer maligner Erkrankungen, insbesondere
- Hautkrebserkrankungen (Melanome und andere)
- Sarkome (Kaposi-Sarkom und andere)
- In-situ-Karzinome der Cervix uteri
- erhöhtes Risiko scheint mit dem Grad und der Dauer der Immunosuppression zusammenzuhängen
- Absetzen der Immunosuppression kann unter Umständen zu einer teilweisen Regression der lymphoproliferativen Erkrankung führen
- Behandlungsschema mit mehreren Immunsuppressiva (einschließlich Thiopurine) sollte daher mit Vorsicht angewendet werden
- kann zu zu lymphoproliferativen Erkrankungen, darunter solchen mit berichteten Todesfällen, führen
- Kombination mehrerer gleichzeitig angewendeter Immunsuppressiva erhöht das Risiko für Epstein-Barr-Virus (EBV) bedingte lymphoproliferative Erkrankungen
- Berichte über hepatosplenische T-Zell-Lymphome bei CED-Patienten, die Azathioprin zusammen mit anti-TNF-Arzneimitteln anwenden
- Risiko einer „Über-Immunsuppression" bei mit mehreren Immunsuppressiva behandelten Patienten
- daher sollte eine solche Therapie in der niedrigsten noch wirksamen Dosierung weitergeführt werden
- Sonnenlicht und UV-Strahlung
- wie bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Karzinome der Haut üblich, sollte die Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung begrenzt werden
- Patienten sollten zudem schützende Kleidung tragen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden
- bei Patienten, die eine Therapie mit Immunsuppressiva erhalten, einschließlich Azathioprin, besteht ein höheres Risiko für das Auftreten lymphoproliferativer Erkrankungen und anderer maligner Erkrankungen, insbesondere
- Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS)
- bekannte, lebensbedrohliche Erkrankung, die bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen auftreten kann, insbesondere bei jenen mit entzündlicher Darmerkrankung
- möglicherweise besteht bei der Anwendung von Azathioprin eine erhöhte Anfälligkeit für das Auftreten dieser Erkrankung
- beim Auftreten (auch vermuteten Auftreten) von MAS
- so bald wie möglich Untersuchung und Behandlung
- Behandlung mit Azathioprin ist abzusetzen
- Ärzte sollten auf Symptome für Infektionen mit Pathogenen wie EBV und Zytomegalievirus (CMV) achten, da diese bekannte Auslöser von MAS sind
- Teratogenität / empfängnisverhütende Maßnahmen
- sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Behandlung mit Azathioprin empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
- da es beim Menschen widersprüchliche Befunde über ein teratogenes Potenzial von Azathioprin gibt
- Männer sollten während und bis 6 Monate nach Ende der Behandlung keine Kinder zeugen
- gilt auch für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
- sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Behandlung mit Azathioprin empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
- Fertilität / empfängnisverhütende Maßnahmen
- in präklinischen Untersuchungen war Azathioprin mutagen und teratogen
- daher sollen männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter während der Anwendung von Azathioprin und bis mind. 6 Monate nach Therapieende empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
- gilt auch für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach einer Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
- Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können
- andere oder zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen sind anzuraten
- Xanthinoxidasehemmer
- wenn Allopurinol, Oxipurinol und / oder Thiopurinol zusammen mit Azathioprin verabreicht werden, muss die Azathioprin-Dosis auf ein Viertel der ursprünglichen Dosis reduziert werden
- Neuromuskuläre Blocker
- besondere Sorgfalt erforderlich, wenn Azathioprin zusammen mit neuromuskulären Blockern wie Atracurium, Rocuronium, Cisatracurium oder Suxamethonium (auch als Succinylcholin bezeichnet) verabreicht wird
- Anästhesisten sollten sich erkundigen, ob ihre Patienten vor einer Operation Azathioprin erhalten
- Entzugserscheinungen nach Absetzen von Azathioprin
- Absetzen von Azathioprin kann z. B. bei systemischem Lupus erythematodes mit Nephritis, bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Autoimmunhepatitis zu einer gravierenden Verschlechterung des Zustandes führen
- Behandlung mit Azathioprin soll immer ausschleichend unter engmaschiger medizinischer Beobachtung beendet werden
- Hinweis zur Handhabung des Arzneimittels
- Azathioprin ist mutagen und potenziell karzinogen
- beim Umgang mit diesem Stoff müssen angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden
- gilt insbesondere für schwangeres Pflegepersonal
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- Purinanaloga (Azathioprin und Mercaptopurin) können den Niacin-Stoffwechselweg beeinträchtigen, was zu Nikotinsäuremangel/Pellagra führen kann
- es wurden einige Fälle von Pellagra im Zusammenhang mit der Einnahme von Azathioprin gemeldet, insbesondere bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
- die Diagnose Pellagra sollte bei Patienten mit lokalisiertem pigmentiertem Ausschlag, Gastroenteritis und ausgeprägten neurologischen Defiziten einschließlich Verschlechterung der kognitiven Leistungen in Betracht gezogen werden
- es muss eine angemessene Behandlung mit Niacin/Nicotinamid-Supplementierung eingeleitet und eine Dosisreduzierung oder ein Absetzen der Azathioprin-Therapie erwogen werden
- Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)
- Fälle eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) wurden bei Patienten berichtet, die Azathioprin erhielten
- treten bei mit Azathioprin behandelten Patienten Symptome auf, die auf ein PRES hinweisen, wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Hypertonie und Sehstörungen, sollte unverzüglich eine bildgebende Diagnostik durchgeführt werden
- wird ein PRES bestätigt, sind eine adäquate Kontrolle von Blutdruck und Krampfanfällen sowie das sofortige Absetzen von Azathioprin angezeigt
- in der Mehrzahl der beschriebenen Fälle bildete sich das PRES nach Absetzen von Azathioprin und entsprechender Therapie vollständig zurück