IMUREL

kohlpharma GmbH
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Wirkstoff: Azathioprin →

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Fachinformationen

Indikation

  • in Kombination mit anderen Immunsuppressiva
    • zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach allogener Transplantation von Niere, Leber, Herz, Lunge oder Pankreas
    • Hinweis
      • Azathioprin ist innerhalb immunsuppressiver Regime üblicherweise als ein Zusatz zu immunsuppressiven Substanzen angezeigt, die den Hauptpfeiler der Behandlung darstellen (Basisimmunsuppression)
  • üblicherweise in Kombination mit Glukokortikosteroiden bei mäßig schweren bis schweren Verlaufsformen der nachfolgend genannten Erkrankungen
    • um eine Glukokortikosteroid-einsparende Wirkung zu erzielen
    • wenn Glukokortikosteroide nicht vertragen werden bzw. mit hohen Dosen von Glukokortikosteroiden keine ausreichende therapeutische Wirkung erzielt werden kann
      • schwere Formen der aktiven rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis), die mit weniger toxischen, antirheumatischen Basis-Therapeutika (disease modifying anti-rheumatic drugs - DMARDs) nicht kontrolliert werden können
      • Autoimmunhepatitis
      • Systemischer Lupus erythematodes
      • Dermatomyositis
      • Polyarteriitis nodosa
      • Pemphigus vulgaris und bullöses Pemphigoid
      • Morbus Behçet
      • Refraktäre autoimmune hämolytische Anämie, hervorgerufen durch IgG-Wärmeantikörper
      • Chronisch refraktäre idiopathische thrombozytopenische Purpura
  • Behandlung mittelschwerer bis schwerer chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) bei Patienten
    • bei denen eine Glukokortikosteroid-Therapie notwendig ist, die keine Glukokortikosteroid-Therapie vertragen
    • oder bei denen die Krankheit mit anderen üblichen Mitteln der ersten Wahl nicht behandelbar ist
  • schubförmige Multiple Sklerose
    • wenn eine immunmodulatorische Therapie angezeigt und eine Therapie mit Beta-Interferonen nicht möglich ist
    • oder unter einer bisherigen Therapie mit Azathioprin ein stabiler Verlauf erreicht wurde
  • Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis
    • aufgrund des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der Behandlung
      • Verabreichung in Kombination mit Glukokortikosteroiden und schrittweise Reduktion der Glukokortikosteroid-Dosis nach Monaten der Behandlung

Dosierung

  • nach Organtransplantation - Erwachsene
    • initial: i. d. R. bis zu 5 mg Azathioprin / kg KG / Tag, oral oder i.v., in Abhängigkeit vom immunsuppressiven Regime
    • Erhaltungsdosis: 1 - 4 mg Azathioprin / kg KG / Tag, je nach klinischen Erfordernissen und der hämatologischen Verträglichkeit
    • Behandlung mit Azathioprin, auch in niedrigeren Dosen, muss unbegrenzt erfolgen, da es sonst zu einer Abstoßung des Transplantats kommen kann
  • Multiple Sklerose
    • übliche Dosis zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose: 2 - 3 mg Azathioprin / kg KG / Tag
    • Behandlungsdauer: mind. 1 Jahr bis zur Manifestation der Wirkung und wenigstens 2 Jahre, bis die Krankheit tatsächlich unter Kontrolle ist
  • Myasthenia gravis
    • empfohlene Dosis: 2 - 3 mg Azathioprin / kg KG / Tag
    • Behandlungserfolg frühestens 2 - 6 Monate nach Behandlungsbeginn
    • je nach Schweregrad der Erkrankung sollte Azathioprin wegen des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der Behandlung in Kombination mit Glukokortikosteroiden gegeben werden
      • Dosis an Glukokortikosteroiden kann schrittweise über Monate verringert werden
    • Behandlungsdauer: mind. 2 - 3 Jahre
  • andere Anwendungsgebiete - Erwachsene
    • chronisch-aktive Autoimmunhepatitis
      • initial: 1 - 1,5 mg / kg KG / Tag
      • Erhaltungsdosis: bis zu 2 mg / kg KG / Tag
    • andere Anwendungsgebiete
      • initial: 1 - 3 mg / kg KG / Tag
      • Erhaltungsdosis zwischen < 1 - 3 mg / kg KG / Tag
    • Dosierung der therapeutischen Wirkung, die unter Umständen erst nach Wochen oder Monaten eintritt, und der hämatologischen Verträglichkeit anpassen
    • nach Ansprechen der Therapie, die niedrigste wirksame Dosis anwenden, die zur Aufrechterhaltung der therapeutischen Wirkung erforderlich ist
    • Behandlungsdauer
      • Absetzen der Therapie, wenn nach 3 - 6-monatiger Behandlung keine Besserung eintritt
      • Patienten mit CED
        • Behandlungsdauer von mind. 12 Monaten in Erwägung ziehen, wobei ein Ansprechen auf die Behandlung klin. erst nach 3 - 4 Monaten erkennbar werden kann

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Transplantate
      • siehe Erwachsene nach Organtransplantation
    • juvenile idiopathische Arthritis
      • keine hinreichenden Daten zum Beleg der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
    • Multiple Sklerose
      • keine Erfahrungen
      • Anwendung nicht empfohlen
    • weitere Indikationen
      • übergewichtige Kinder
        • ggf. Dosen im oberen Bereich des Dosisspektrums verschreiben
        • engmaschige Überwachung hinsichtlich des Ansprechens auf die Behandlung empfohlen
      • übrige Anwendungsgebiete
        • gleiche Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene
  • ältere Patienten
    • Nieren- und Leberfunktion überwachen und Dosis im Falle einer eingeschränkten Funktion reduzieren
  • Nieren- und / oder Leberfunktionsstörungen
    • Dosisreduzierung in Erwägung ziehen
  • Arzneimittelwechselwirkungen
    • gleichzeitige Einnahme von Xanthinoxidase-Inhibitoren wie Allopurinol
      • Dosis von Azathioprin auf 1/4 der normalen Dosis reduzieren, da Allopurinol die Metabolisierung von Azathioprin verringert
  • Patienten mit TPMT-Mangel
    • erhöhtes Risiko einer schweren Azathioprin-Vergiftung bei üblichen Azathioprindosen, was i. A. eine erhebliche Dosisreduzierung erforderlich macht
    • optimale Initialdosis bei homozygoten Patienten mit TPMT-Mangel ist nicht bekannt
    • empfohlene Azathioprindosen werden durch die meisten heterozygoten Patienten mit TPMT-Mangel toleriert, wobei bei einigen eine Dosisreduzierung erforderlich sein kann
  • Patienten mit der NUDT15-Variante
    • erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin-Toxizität
    • i. A. Dosisreduzierung erforderlich, insbesondere bei Patienten, die Träger einer homozygoten NUDT15-Variante sind
    • vor Behandlungsbeginn mit Azathioprin eine Genotypisierung zur Bestimmung der NUDT15-Variante in Erwägung ziehen
    • engmaschige Überwachung der Blutwerte erforderlich

Kontraindikationen

Azathioprin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Azathioprin oder Mercaptopurin (Metabolit von Azathioprin)
  • Impfung mit Lebendimpfstoffen (insbesondere BCG, Pocken und Gelbfieber)
  • schwere Infektionen
  • schwere Störungen der Leber- oder Knochenmarksfunktion
  • Pankreatitis
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft, es sei denn, der Nutzen überwiegt die Risiken

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Azathioprin - peroral
  • Hinweise
    • bei bis zu 50 % der Patienten ist mit Nebenwirkungen zu rechnen
    • Art, Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen kann u.a. von der verwendeten Azathioprin-Dosis, der Behandlungsdauer, der zu Grunde liegenden Erkrankung des Patienten oder den Begleittherapien abhängen
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • virale, mykotische und bakterielle Infektionen bei Transplantatempfängern, die Azathioprin in Kombination mit anderen Immunsuppressiva, insbesondere mit Glukokortikosteroiden, erhielten
        • darunter auch atypische, schwer verlaufende Infektionen, ausgelöst durch Varizella Zoster Viren oder andere Krankheitserreger
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anfälligkeit für Infektionen bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • virale, mykotische und bakterielle Infektionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fälle von durch den JC-Virus verursachter PML
        • nach Anwendung von Azathioprin zusammen mit anderen Immunsuppressiva
      • Epstein-Barr-Virus-Infektion (häufig eine Reaktivierung einer alten, durchgemachten Infektion und in ursächlichem Zusammenhang stehend zur Entwicklung von lymphoproliferativen Erkrankungen)
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Vulvakrebs
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Neoplasien, einschließlich lymphoproliferativer Erkrankungen, Hautkrebserkrankungen(Melanome und andere), Sarkome (Kaposi-Sarkome und andere) und In-situ-Karzinom der Cervix uteri, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien
        • Risiko erhöht bei Patienten, die immunsuppressiv wirkende Arzneimittel erhalten, und besonders bei Transplantatempfängern unter aggressiver Behandlung
        • das erhöhte Risiko für die Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphomen bei immunsupprimierten Patienten mit rheumatoider Arthritis im Vergleich zur normalen Bevölkerung scheint zumindest teilweise auf die Erkrankung selbst zurückzuführen zu sein
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hepatosplenisches T-Zell-Lymphom bei CED-Patienten, die gleichzeitig andere anti-TNF-Arzneimittel anwenden
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Leukozytopenie
      • Knochenmarkdepression
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozytopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agranulozytose
      • Panzytopenie
      • aplastische Anämie
      • megaloblastische Anämie
      • Versagen der Knochenmarksfunktion
      • erythrozytäre Hypoplasie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeitsreaktionen, einschl. allgemeines Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Diarrhoe, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie, Herzfunktionsstörung, Hypotonie, renale Dysfunktion, Leberfunktionsstörungen und Cholestase
        • nach einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Azathioprin sollte die Notwendigkeit einer weiteren Anwendung von Azathioprin jeweils im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen mit letalem Ausgang
        • andere ausgeprägte Begleiterkrankungen können dazu beigetragen haben
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pellagra
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Meningismus
      • Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)
      • Tremor
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • reversible Pneumonitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit und Anorexie mit gelegentlichem Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pankreatitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fettstühle
      • Diarrhoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • bei Transplantempfängern (Ursache unklar; gleichzeitige Behandlung mit Steroiden kann eine Rolle spielen)
        • Magen-Darm-Geschwüre
        • Darmblutungen, -nekrosen oder -perforation
        • Kolitis
        • Divertikulitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Kolitis, Divertikulitis und Darmperforation bei Transplantatempfängern
      • schwere Diarrhö bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sialadenitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leberfunktionsstörungen
      • verschiedenartige Störungen bei nierentransplantierten Patienten, einschließlich
        • Cholestase
        • destruktiver Cholangitis
        • Peliosis hepatis
        • Disse-Raum-Fibrose
        • nodulär regenerativer Hyperplasie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Cholestase und Verschlechterung von Leberfunktionswerten
        • bei Absetzen der Therapie üblicherweise reversibel
        • kann mit Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang stehen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • lebensbedrohliche Leberschädigungen
        • zu den histologischen Befunden gehören sinusoidale Dilatation, Peliosis hepatis, Lebervenenverschluss-Syndrom und noduläre regenerative Hyperplasie
        • in einigen Fällen hat das Absetzen von Azathioprin entweder zu einer vorübergehenden oder einer dauerhaften Besserung der histologischen Leberveränderungen und ihrer Symptome geführt
      • Lebervenenverschlusskrankheit
        • bei klinischem Verdacht auf Lebervenenverschluss-Syndrom sollte Azathioprin dauerhaft abgesetzt werden
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
        • bei Patienten, die Azathioprin und andere Immunsuppressiva erhielten, in einer Reihe von Fällen über Haarausfall berichtet
        • in vielen Fällen trat eine spontane Besserung trotz fortgesetzter Therapie ein
        • Zusammenhang zwischen Alopezie und Azathioprin-Therapie ist noch unklar
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom)
      • Photosensibilitätsreaktion
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akutes Nierenversagen
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anomaler Leberfunktionstest

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • mind. 1 Stunde vor oder 3 Stunden nach Einnahme einer Mahlzeit oder von Milch einnehmen
  • unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit schlucken
  • bei der ersten Einnahme von Azathioprin tritt bei einer geringen Anzahl von Patienten Übelkeit auf
  • zur besseren Verträglichkeit sollten die Tabletten nach einer Mahlzeit eingenommen werden

Stillzeithinweise

Azathioprin - peroral
  • kontraindiziert während Stillzeit
  • falls eine Behandlung mit Azathioprin unumgänglich ist, muss abgestillt werden
  • Nachweis von Mercaptopurin (aktiver Metabolit von Azathioprin) im Kolostrum und in der Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Azathioprin - peroral
  • darf während Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
  • tierexperimentelle Studien
    • Auftreten von Missbildungen im Tierversuch
    • in Embryotoxizitätsstudien zeigte Azathioprin in verschiedenen Tierspezies teratogene oder embryoletale Wirkungen
  • beim Menschen aber widersprüchliche Befunde über ein teratogenes Potenzial von Azathioprin
  • Plazentagängigkeit
    • bekannt, dass Azathioprin und seine Metaboliten in erheblichem Maße die Plazenta und Fruchtblase passieren und so von der Mutter in den Fetus gelangen können
  • hämatologische Überwachung, Blutbildveränderung bei Neugeborenen
    • bei einer Reihe von Neugeborenen, deren Mütter Azathioprin während der Schwangerschaft einnahmen, Veränderung des Blutbildes (Leukozytopenie und/oder Thrombozytopenie) festgestellt
    • während der Schwangerschaft besonders sorgfältige hämatologische Überwachung anzuraten
  • Schwangerschaftscholestase
    • gelegentlich wurde über eine Schwangerschaftscholestase im Zusammenhang mit einer Azathioprin-Therapie berichtet
    • eine frühzeitige Diagnose und das Absetzen der Azathioprin-Therapie können die Auswirkungen auf den Fötus minimieren
    • wenn eine Schwangerschaftscholestase bestätigt wird, sollte eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Nutzen für die Mutter und den Auswirkungen auf den Fötus vorgenommen werden
  • Empfängnisverhütung bei männlichen und weiblichen Patienten
    • sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Anwendung von Azathioprin und für mind. 3 Monate empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
      • gilt auch für Patienten mit verminderter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach der Transplantation üblicherweise wieder normalisiert
    • Männer
      • sollten während und bis 6 Monate nach Ende der Behandlung keine Kinder zeugen
      • gilt auch für Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
    • Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T)
      • Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können
      • andere oder zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen sind anzuraten
  • Kombination von Azathioprin mit Prednison
    • bei einer Kombination von Azathioprin mit Prednison bei intrauterin exponierten Neugeborenen eine vorübergehende Beeinträchtigung der Immunreaktion festgestellt
    • Berichte von intrauteriner Wachstumsretardierung, über Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht, insbesondere in Kombination mit Kortikosteroiden
    • Berichte über spontane Aborte sowohl nach mütterlicher wie nach väterlicher Exposition vorliegend
  • Chromosomale Veränderungen, die im Laufe der Zeit verschwanden, in Lymphozyten von Kindern gefunden, deren Eltern mit Azathioprin behandelt wurden
    • mit Ausnahme von extrem seltenen Fällen wurden keine sichtbaren physischen Anzeichen für eine Abnormalität bei den Nachkommen von mit Azathioprin behandelten Patienten beobachtet
  • Fertilität
    • weder präklinische noch klinische Daten zu einem möglichen Einfluss von Azathioprin auf die männliche und weibliche Fertilität vorliegend
    • Verbesserung der chronischen Niereninsuffizienz durch eine Nierentransplantation, die zur Anwendung von Azathioprin führt, geht mit einer erhöhten Fertilität sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Transplantatempfängern einher

Warnhinweise

Azathioprin - peroral
  • Anwendung von Azathioprin ist mit potenziellen Gefahren verbunden
    • Verschreibung sollte deswegen ausschließlich dann erfolgen, wenn während der gesamten Therapiedauer eine ausreichende Überwachung des Patienten auf toxische Wirkungen möglich ist
    • Behandlung sollte von einem Arzt mit speziellen Kenntnissen über Immunkrankheiten und deren Behandlung eingeleitet werden
  • Überwachung
    • die Einleitung einer Therapie mit Azathioprin darf nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung und unter den nachfolgend beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen, bei
      • vorbestehenden schweren Infektionen
      • schweren Störungen der Leber- und Knochenmarkfunktion
      • Vorliegen einer Pankreatitis
    • Blutbild
      • besondere Aufmerksamkeit sollte der Überwachung des Blutbildes gelten
      • Erhaltungsdosis ggf. soweit reduzieren, solange eine klinische Reaktion stattfindet
    • Verordnung von Azathioprin nur, wenn während der gesamten Therapiedauer eine ausreichende Überwachung des Patienten auf toxische Wirkungen möglich ist
    • während der ersten 8 Wochen der Therapie muss mind. einmal wöchentlich ein komplettes Blutbild einschließlich Thrombozytenzählung angefertigt werden
      • häufigere Kontrollen angezeigt bei:
        • Einsatz höherer Dosen
        • älteren Patienten
        • Nierenfunktionsstörungen
          • beim Auftreten einer hämatologischen Toxizität muss die Dosis reduziert werden
        • leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen
          • in diesem Fall müssen zudem regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt werden und beim Auftreten einer hepatischen oder hämatologischen Toxizität muss die Dosis verringert werden
        • Patienten mit Milzüberfunktion
        • leichten bis mäßigen Knochenmarksfunktionsstörungen
    • Häufigkeit der Blutbildbestimmungen kann nach 8 Wochen reduziert werden
      • empfohlen, komplette Blutbilder monatlich oder zumindest in Abständen von max. 3 Monaten zu wiederholen
    • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
      • grundsätzlich besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen erforderlich, da über lebensbedrohliche Leberschädigungen berichtet wurde
        • ist insbesondere bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wichtig; Azathioprin sollte in diesem Fall nur nach sorgfältiger Risiko- Nutzen-Abwägung angewendet werden
    • Leberfunktionstests
      • Azathioprin ist hepatotoxisch, weshalb im Verlauf der Behandlung regelmäßige Kontrollen durch Leberfunktionstests durchgeführt werden sollten
      • häufigere Kontrollen empfohlen bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung und solchen, die sich einer Therapie mit möglicherweise hepatotoxischer Nebenwirkung unterziehen
      • Patient sollte darüber informiert werden, Azathioprin bei Auftreten eines Ikterus sofort abzusetzen
    • Anzeichen einer abnormalen Änderung des Blutbildes
      • bei ersten Anzeichen einer abnormalen Änderung des Blutbildes sollte die Behandlung sofort unterbrochen werden, da die Anzahl der Leukozyten und Thrombozyten auch nach Behandlungsende weiter abnehmen kann
    • Anzeichen einer Knochenmarksuppression
      • Patienten, die Azathioprin erhalten, müssen darauf hingewiesen werden, ihren behandelnden Arzt unverzüglich über alle Anzeichen einer Infektion, ungeklärte blaue Flecken oder Blutungen oder über andere Anzeichen auf eine Knochenmarksuppression zu informieren
      • eine Knochenmarksuppression ist bei rechtzeitigem Absetzen von Azathioprin reversibel
    • engmaschige Blutbildkontrollen erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin mit
      • Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol
      • Aminosalicylsäurederivaten wie Mesalazin, Olsalazin oder Sulfasalazin
      • ACE-Hemmern, Trimethoprim / Sulfamethoxazol, Cimetidin oder Indometacin
      • Substanzen mit zytotoxischen/myelosuppressiven Eigenschaften
  • Thiopurinmethyltransferase (TPMT)
    • etwa 10 % der Patienten haben durch genetischen Polymorphismus eine verminderte Aktivität des Enzyms Thiopurin-Methyltransferase (TPMT)
      • insbesondere bei homozygoten Merkmalsträgern ist der Abbau von Azathioprin beeinträchtigt, so dass ein höheres Risiko für myelotoxische Wirkungen besteht
      • gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, die das Enzym TPMT hemmen (z.B. Olsalazin, Mesalazin und Sulfasalazin), können diesen Effekt verstärken
      • möglicher Zusammenhang zwischen einer verminderten TPMT-Aktivität und sekundären Leukämien und Myelodysplasien bei einzelnen Patienten berichtet, die 6-Mercaptopurin (aktiver Metabolit von Azathioprin) in Kombination mit anderen zytotoxischen Substanzen erhielten
    • Tests zur Erkennung eines TPMT-Mangels
      • einige Laboratorien bieten Tests zur Erkennung eines TPMT-Mangels an
      • obwohl diese Tests nicht alle Patienten mit einem Risiko für eine schwere Toxizität identifizieren können, wird die Testung auf TMPT-Mangel insbesondere empfohlen
        • prä-therapeutisch bei hochdosierter Azathioprin-Therapie
        • bei rascher Verschlechterung des Blutbildes
  • Patienten mit der NUDT15-Variante
    • bei Patienten mit angeborenen, mutierten NUDT15-Gen besteht bei herkömmlichen Dosen einer Thiopurin-Therapie ein erhöhtes Risiko für eine schwere Azathioprin- Toxizität, wie eine frühe Leukopenie und Alopezie
      • bei diesen Patienten im Allgemeinen Dosisreduktion erforderlich, insbesondere bei den Patienten, die homozygote Träger der NUDT15-Variante sind
    • Inzidenz von NUDT15 c.415C>T unterliegt einer ethnischen Variabilität von ca. 10 % bei Ostasiaten, 4 % bei hispanischer Bevölkerung, 0,2 % bei Europäern und 0 % bei Afrikanern
    • engmaschige Überwachung der Blutwerte ist in jedem Fall erforderlich
  • Impfung
    • Impfung mit Lebendimpfstoffen kann bei immungeschwächten Patienten zu Infektionen führen
    • deswegen empfohlen, dass Patienten bis mind. 3 Monate nach dem Ende der Behandlung mit Azathioprin keine Lebendimpfstoff erhalten
  • Wechselwirkungen
    • gleichzeitige Anwendung von Azathioprin und Arzneimitteln mit myelosuppressiven Eigenschaften
      • Dosierung sollte reduziert werden
    • bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol
      • Dosis von Azathioprin sollte auf ein Viertel der normalen Dosis reduziert werden
    • besondere Vorsicht, wenn Azathioprin zusammen mit Tubocurarin und Succinylcholin angewendet wird
    • Ribavirin
      • gleichzeitige Anwendung von Ribavirin und Azathioprin nicht empfohlen
      • Ribavirin kann die Wirksamkeit von Azathioprin verringern und die Azathioprin-Toxizität erhöhen
  • Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion
    • Vorsicht bei der Anwendung
    • Verringerung der Dosierung sollte bei diesen Patienten in Betracht gezogen und die hämatologische Remission engmaschig überwacht werden
  • Lesch-Nyhan-Syndrom
    • begrenzte Daten deuten darauf hin, dass Azathioprin bei Patienten mit einem erblichen Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (Lesch- Nyhan-Syndrom) nicht wirksam ist
    • Azathioprin sollte nicht bei Patienten mit dieser Stoffwechselerkrankung verabreicht werden
  • Varicella-Zoster-Virus-Infektionen
    • Infektion kann unter der Behandlung mit Immunsuppressiva schwerwiegend verlaufen
    • vor Behandlungsbeginn mit Immunsuppressiva sollte der verschreibende Arzt den Patienten daher auf eine VZV-Infektion in der Anamnese hin überprüfen
      • serologische Untersuchungen können zur Bestimmung einer früheren Exposition hilfreich sein
    • Patienten ohne VZV-Exposition in der Anamnese
      • sollten jeglichen Kontakt mit Personen mit Windpocken oder Herpes zoster vermeiden
      • wenn solche Patienten trotzdem einer VZV-Infektion ausgesetzt sein sollten, besondere Vorsicht geboten, um den Ausbruch von Windpocken oder Herpes zoster bei diesen Patienten zu vermeiden
      • außerdem ist eine passive Immunisierung mit Varicella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) in Betracht zu ziehen
    • falls der Patient bereits infiziert ist
      • geeignete Maßnahmen ergreifen, die eine antivirale Therapie, eine Unterbrechung der Azathioprin-Therapie und eine unterstützende Behandlung einschließen können
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
    • oppurtunistische Infektion, die vom JC-Virus hervorgerufen wird, bei Patienten, die gleichzeitig mit Azathioprin und anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet
    • immunsuppressive Therapie sollte bei ersten Anzeichen oder Symptomen, die auf eine PML hinweisen, beendet und eine entsprechende Evaluierung zur Erstellung einer Diagnose vorgenommen werden
  • Mutagenität
    • chromosomale Veränderungen sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen
      • Rolle, die Azathioprin bei der Entwicklung dieser Fehlbildungen spielt, ist schwer zu beurteilen
    • vorübergehende chromosomale Veränderungen der Lymphozyten bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, nachgewiesen
      • mit Ausnahme einiger sehr seltener Fälle wurden keine offensichtlichen Anzeichen körperlicher Abnormalität bei Nachkommen von Patienten, die mit Azathioprin behandelt wurden, beobachtet
    • Azathioprin und langwelliges UV-Licht zeigen synergistische klastogene Wirkungen bei Patienten, die mit Azathioprin bei einer Reihe von Krankheiten behandelt wurden
  • Karzinogenität
    • bei Patienten, die eine Therapie mit Immunsuppressiva erhalten, einschließlich Azathioprin, besteht ein höheres Risiko für das Auftreten lymphoproliferativer Erkrankungen und anderer maligner Erkrankungen, insbesondere
      • Hautkrebserkrankungen (Melanome und andere)
      • Sarkome (Kaposi-Sarkom und andere)
      • In-situ-Karzinome der Cervix uteri
    • erhöhtes Risiko scheint mit dem Grad und der Dauer der Immunosuppression zusammenzuhängen
    • Absetzen der Immunosuppression kann unter Umständen zu einer teilweisen Regression der lymphoproliferativen Erkrankung führen
    • Behandlungsschema mit mehreren Immunsuppressiva (einschließlich Thiopurine) sollte daher mit Vorsicht angewendet werden
      • kann zu zu lymphoproliferativen Erkrankungen, darunter solchen mit berichteten Todesfällen, führen
    • Kombination mehrerer gleichzeitig angewendeter Immunsuppressiva erhöht das Risiko für Epstein-Barr-Virus (EBV) bedingte lymphoproliferative Erkrankungen
    • Berichte über hepatosplenische T-Zell-Lymphome bei CED-Patienten, die Azathioprin zusammen mit anti-TNF-Arzneimitteln anwenden
    • Risiko einer „Über-Immunsuppression" bei mit mehreren Immunsuppressiva behandelten Patienten
      • daher sollte eine solche Therapie in der niedrigsten noch wirksamen Dosierung weitergeführt werden
    • Sonnenlicht und UV-Strahlung
      • wie bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Karzinome der Haut üblich, sollte die Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung begrenzt werden
      • Patienten sollten zudem schützende Kleidung tragen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden
  • Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS)
    • bekannte, lebensbedrohliche Erkrankung, die bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen auftreten kann, insbesondere bei jenen mit entzündlicher Darmerkrankung
    • möglicherweise besteht bei der Anwendung von Azathioprin eine erhöhte Anfälligkeit für das Auftreten dieser Erkrankung
    • beim Auftreten (auch vermuteten Auftreten) von MAS
      • so bald wie möglich Untersuchung und Behandlung
      • Behandlung mit Azathioprin ist abzusetzen
    • Ärzte sollten auf Symptome für Infektionen mit Pathogenen wie EBV und Zytomegalievirus (CMV) achten, da diese bekannte Auslöser von MAS sind
  • Teratogenität / empfängnisverhütende Maßnahmen
    • sowohl männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter sollten während der Behandlung mit Azathioprin empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
      • da es beim Menschen widersprüchliche Befunde über ein teratogenes Potenzial von Azathioprin gibt
    • Männer sollten während und bis 6 Monate nach Ende der Behandlung keine Kinder zeugen
      • gilt auch für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
  • Fertilität / empfängnisverhütende Maßnahmen
    • in präklinischen Untersuchungen war Azathioprin mutagen und teratogen
    • daher sollen männliche als auch weibliche Patienten im reproduktiven Alter während der Anwendung von Azathioprin und bis mind. 6 Monate nach Therapieende empfängnisverhütende Maßnahmen treffen
      • gilt auch für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Urämie, da sich die Fruchtbarkeit nach einer Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert
    • Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können
      • andere oder zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen sind anzuraten
  • Xanthinoxidasehemmer
    • wenn Allopurinol, Oxipurinol und / oder Thiopurinol zusammen mit Azathioprin verabreicht werden, muss die Azathioprin-Dosis auf ein Viertel der ursprünglichen Dosis reduziert werden
  • Neuromuskuläre Blocker
    • besondere Sorgfalt erforderlich, wenn Azathioprin zusammen mit neuromuskulären Blockern wie Atracurium, Rocuronium, Cisatracurium oder Suxamethonium (auch als Succinylcholin bezeichnet) verabreicht wird
    • Anästhesisten sollten sich erkundigen, ob ihre Patienten vor einer Operation Azathioprin erhalten
  • Entzugserscheinungen nach Absetzen von Azathioprin
    • Absetzen von Azathioprin kann z. B. bei systemischem Lupus erythematodes mit Nephritis, bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Autoimmunhepatitis zu einer gravierenden Verschlechterung des Zustandes führen
    • Behandlung mit Azathioprin soll immer ausschleichend unter engmaschiger medizinischer Beobachtung beendet werden
  • Hinweis zur Handhabung des Arzneimittels
    • Azathioprin ist mutagen und potenziell karzinogen
    • beim Umgang mit diesem Stoff müssen angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden
      • gilt insbesondere für schwangeres Pflegepersonal
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • Purinanaloga (Azathioprin und Mercaptopurin) können den Niacin-Stoffwechselweg beeinträchtigen, was zu Nikotinsäuremangel/Pellagra führen kann
    • es wurden einige Fälle von Pellagra im Zusammenhang mit der Einnahme von Azathioprin gemeldet, insbesondere bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
    • die Diagnose Pellagra sollte bei Patienten mit lokalisiertem pigmentiertem Ausschlag, Gastroenteritis und ausgeprägten neurologischen Defiziten einschließlich Verschlechterung der kognitiven Leistungen in Betracht gezogen werden
    • es muss eine angemessene Behandlung mit Niacin/Nicotinamid-Supplementierung eingeleitet und eine Dosisreduzierung oder ein Absetzen der Azathioprin-Therapie erwogen werden
  • Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)
    • Fälle eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) wurden bei Patienten berichtet, die Azathioprin erhielten
    • treten bei mit Azathioprin behandelten Patienten Symptome auf, die auf ein PRES hinweisen, wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Hypertonie und Sehstörungen, sollte unverzüglich eine bildgebende Diagnostik durchgeführt werden
    • wird ein PRES bestätigt, sind eine adäquate Kontrolle von Blutdruck und Krampfanfällen sowie das sofortige Absetzen von Azathioprin angezeigt
    • in der Mehrzahl der beschriebenen Fälle bildete sich das PRES nach Absetzen von Azathioprin und entsprechender Therapie vollständig zurück