innohep 3.500 Anti-Xa I.E./0.35ml Inj.-Lsg.i.e.FS

axicorp Pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tinzaparin →

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30X0.35 ML 119,13 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Prophylaxe venöser Thromboembolien bei chirurgischen erwachsenen Patienten mit mittlerem thromboembolischen Risiko
  • Prophylaxe venöser Thromboembolien bei nicht-chirurgischen erwachsenen Patienten mit mittlerem thromboembolischen Risiko, die wegen einer akuten internistischen Erkrankung immobilisiert sind
  • Gerinnungshemmung im extrakorporalen Kreislauf während der Hämodialyse und Hämofiltration bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: 0,35 ml Injektionslösung entsprechen 3.500 Anti-Xa I.E.

  • Thrombose-Prophylaxe bei Erwachsenen
    • Chirurgische Patienten mit mittlerem thromboembolischen Risiko
      • 1 Fertigspritze (entsprechend 3.500 Anti-Xa I.E.) 2 Stunden vor der Operation s.c.
      • danach 1 Fertigspritze (entsprechend 3.500 Anti-Xa I.E.) 1mal / Tag s.c.
      • Behandlungsdauer: solange für den Patienten ein VTE-Risiko besteht
    • Chirurgische Patienten mit hohem thromboembolischen Risiko, z. B. wegen einer orthopädischen oder Tumor-Operation
      • 4.500 Anti-Xa I.E. s.c., 12 Stunden vor der Operation
      • danach 4.500 Anti-Xa I.E. 1mal / Tag s.c.
      • Hinweis
        • andere Darreichungsform wählen
      • Behandlungsdauer: solange für den Patienten ein VTE-Risiko besteht
    • Nicht-chirurgische Patienten, die wegen einer akuten Erkrankung immobilisiert sind
      • Patienten mit mittlerem thromboembolischen Risiko
        • 1 Fertigspritze (entsprechend 3.500 Anti-Xa I.E.) 1mal / Tag s.c.
        • Behandlungsdauer: solange für den Patienten ein VTE-Risiko besteht
  • Neuroaxiale Anästhesie
    • bei Durchführung einer neuroaxialen Anästhesie oder Lumbalpunktion Vorsicht geboten, wenn Patient prophylaktische Dosen bekommt
    • zeitlichen Mindestabstand von 12 Stunden zwischen der letzten prophylaktischen Dosis und dem Setzen der Nadel bzw. des Katheters einhalten
    • Behandlung erst 4 - 6 Stunden nach Durchführung der Spinalanästhesie oder nach Entfernen des Katheters fortsetzen
    • daher präoperativer Beginn der Thromboseprophylaxe 2 Stunden zuvor nicht kompatibel mit neuroaxialen Anästhesie
  • Hämodialyse und Hämofiltration bei Erwachsenen
    • Dauer </= 4 Stunden
      • 2.000 - 2.500 Anti-Xa I.E. als Bolusgabe zu Beginn der Dialyse
    • Dauer > 4 Stunden
      • 2.500 Anti-Xa I.E. als Bolusgabe zu Beginn der Dialyse/Filtration, gefolgt von 750 Anti-Xa I.E. pro Stunde als Dauerinfusion
    • Dosisanpassung
      • falls notwendig, kann Bolusgabe in Schritten von 500 Anti-Xa I.E. erhöht oder erniedrigt werden, bis zufriedenstellende Reaktion erreicht ist
      • übliche Dosis: 2.000 - 4.500 Anti-Xa I.E.
      • begleitende Bluttransfusion oder Verabreichung eines Erythrozytenkonzentrates
        • Injektion von 500 - 1.000 Anti-Xa I.E. als Extra-Bolus möglich
    • Überwachung der Dosis
      • Bestimmung der Plasma-Anti-Xa-Aktivität kann zur Überwachung der Dosierung während der Hämodialyse/Hämofiltration angewendet werden
      • Plasma-Anti-Xa-Wert 1 Stunde nach Verabreichung möglichst ca. 0,5 Anti-Xa I.E. / ml
  • Austauschbarkeit mit anderen niedermolekularen Heparinen (NMH)
    • siehe Fachinformation

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht belegt
    • keine Dosierungsempfehlung möglich
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Nierenfunktion anhand der Kreatinin-Clearance abschätzen (unter Verwendung einer Formel auf Basis des Serum-Kreatinins)
    • Kreatinin-Clearance bis >/= 20 ml / min: keine Akkumulation
      • wenn der Nutzen die Risiken überwiegt bei Bedarf Behandlungsbeginn möglich
    • Kreatinin-Clearance < 30 ml / min: Anwendung nicht empfohlen (keine Dosis ermittelt)
  • ältere Patienten
    • Standard-Dosierung
    • bei eingeschränkter Nierenfunktion Vorsicht geboten
  • Patienten mit sehr geringem oder sehr hohem Körpergewicht
    • alternativ zur fixen Dosis Applikation von 50 Anti-Xa I.E. 1mal / Tag / kg KG in Erwägung ziehen
    • chirurgische Patienten: 1. Dosis 2 Stunden vor der Operation
    • Behandlungsdauer: solange für den Patienten ein VTE-Risiko besteht

Kontraindikationen

Tinzaparin - extrakorporal
  • Überempfindlichkeit gegen Tinzaparin
  • aktuelle oder anamnestisch bekannte immunvermittelte Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II)
  • akute schwere Blutungen oder Zustände, die schwere Blutungen begünstigen
    • schwere Blutung ist dadurch definiert, dass eines der drei nachfolgenden Kriterien erfüllt ist:
      • Auftreten in einem kritischen Bereich oder Organ (z.B. intrakranial, intraspinal, intraokular, retroperitoneal, intraartikulär oder perikardial, intrauterin oder intramuskulär mit Kompartmentsyndrom)
      • Abfall des Hämoglobin-Wertes um 20 g/l (1,24 mmol/l) oder mehr
      • oder Transfusion von zwei oder mehr Einheiten von Vollblut oder roten Blutkörperchen erforderlich
  • septische Endocarditis

Nebenwirkungen

Tinzaparin - extrakorporal
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie (inkl. erniedrigtem Hämoglobinwert)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie (Typ I) (inkl. reduzierter Thrombozytenzahl)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II)
      • Thrombozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anaphylaktische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperkaliämie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blutung
      • Hämatom
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blutergüsse
      • Ecchymose
      • Purpura
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Leberenzymwerte (inkl. erhöhte Transaminasen, ALT, AST und GGT)
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dermatitis (inkl. allergischer und bullöser Dermatitis)
      • Hautauschlag
      • Juckreiz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Toxische Hautausschläge (inkl. Stevens-Johnson-Syndrom)
      • Hautnekrose
      • Angioödem
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Osteoporose (in Verbindung mit Langzeitanwendung)
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Priapismus

Anwendungshinweise

  • vor Anwendung visuell inspizieren
    • bei Eintrübungen oder Niederschlag nicht anwenden
    • Flüssigkeit kann sich während der Lagerung gelb verfärben, ist aber dennoch verwendbar
  • Thromboembolie-Prophylaxe
    • s.c. Applikation in Bauchhaut, Außenseite des Oberschenkels, unteren Rückenbereich, Oberschenkel oder Oberarm
    • Injektion darf nicht im Bereich des Bauchnabels oder von Narben oder in Wunden erfolgen
    • bei Injektionen in Bauchhaut sollte Patient auf dem Rücken liegen und Injektion alternierend auf der rechten und auf der linken Seite vorgenommen werden
    • Luftblase in der Spritze darf nicht herausgedrückt werden
    • zur Injektion sollte an Injektionsstelle Hautfalte gebildet werden
  • Hämodialyse
    • Verabreichung in arterielle Seite des Dialysators oder i.v. Gabe
    • Dialysator kann zur Vorbereitung mit 500 - 1.000 ml isotonischer Kochsalzlösung (9 mg / ml) gespült werden, die 5.000 Anti-Xa IE / Liter enthält

Stillzeithinweise

Tinzaparin - extrakorporal
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Tinzaparin zu unterbrechen ist
    • dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau abzuwägen
  • nicht bekannt, ob Tinzaparin beim Menschen in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentelle Studien: Übergang minimaler Mengen in die Muttermilch
  • obwohl orale Aufnahme von niedermolekularen Heparinen unwahrscheinlich ist, kann Risiko für Neugeborene/Kleinkinder nicht ausgeschlossen werden
  • bei Risikopatientinnen ist Gefahr von venösen Thromboembolien während der ersten 6 Wochen nach der Geburt des Kindes besonders hoch

Schwangerschaftshinweise

Tinzaparin - extrakorporal
  • Tinzaparin kann während aller Trimester der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist
  • die Behandlung schwangerer Frauen mit Antikoagulanzien sollte durch einen Spezialisten erfolgen
  • tierexperimentelle Studien: keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 2200 Schwangerschaftsverläufe) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Tinzaparin hin
  • Tinzaparin ist nicht plazentagängig
  • schwangere Frauen mit Herzklappenprothese
    • bei schwangeren Frauen mit Herzklappenprothese über Therapieversagen bei vollen gerinnungshemmenden Dosen von Tinzaparin oder anderen niedermolekularen Heparinen berichtet
    • Anwendung bei dieser Patientenpopulation nicht empfohlen
  • Fertilität
    • keine klinischen Studien vorliegend

Warnhinweise

Tinzaparin - extrakorporal
  • Blutungsneigung
    • Anwendung nur mit Vorsicht bei Patienten mit Blutungsneigung
    • Kombination mit Arzneimitteln, die die Funktion der Blutplättchen oder die Gerinnung beeinflussen, vermeiden oder ggf. engmaschig überwachen
  • Heparin-induzierte Thrombozytopenie
    • aufgrund des Risikos immunvermittelter, Heparin-induzierter Thrombozytopenie (Typ II) soll Thrombozytenzahl vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen danach gemessen werden
    • bei Patienten, die eine immunvermittelte, Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II) entwickeln,
      • muss das Arzneimittel abgesetzt werden
      • Thrombozytenzahl normalisiert sich für gewöhnlich innerhalb von 2 - 4 Wochen nach Absetzen
    • Tumorerkrankungen und deren Behandlungen, wie z.B. Chemotherapie, können Thrombozytopenie verursachen
      • regelmäßige Kontrollen der Thrombozytenzahl auch bei Langzeitbehandlung von tumorassoziierten Thrombosen erforderlich
        • insbesondere im ersten Behandlungsmonat
  • Hyperkaliämie
    • Heparin-Produkte können die adrenale Sekretion von Aldosteron unterdrücken, was zu einer Hyperkaliämie führt
    • Risikofaktoren, u.a.:
      • Diabetes mellitus
      • chronisches Nierenversagen
      • vorbestehende metabolische Azidose
      • erhöhte Plasma-Kaliumspiegel vor Behandlungsbeginn
      • gleichzeitige Therapie mit Arzneimitteln, die den Plasma-Kaliumspiegel erhöhen können
      • langfristige Anwendung
    • bei Risikopatienten sollte der Kaliumspiegel vor Beginn der Behandlung gemessen und dann in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden
    • Heparin-bedingte Hyperkaliämie ist normalerweise nach Beenden der Behandlung reversibel, allerdings sollten andere Therapieansätze in Betracht gezogen werden, wenn die Behandlung mit Tinzaparin als lebensrettend eingestuft wird, z.B.
      • Verringerung der Kalium-Einnahme
      • Absetzen anderer Arzneimittel, die das Kalium-Gleichgewicht beeinflussen können
  • Herzklappenprothesen
    • therapeutische Misserfolge bei Patienten mit Herzklappenprothesen beobachtet, die volle gerinnungshemmende Dosen von Tinzaparin oder anderen niedermolekularen Heparinen erhalten haben
    • Anwendung für diese Patientenpopulation nicht empfohlen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Kreatinin-Clearance < 30 ml/min: Anwendung wird nicht empfohlen, da für diese Patientengruppe keine Dosis ermittelt wurde
    • Kreatinin-Clearance bis >/= 20 ml/min: die vorhandene Datenlage belegt, dass keine Akkumulation stattfindet
      • bei Bedarf kann bei diesen Patienten, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt, die Behandlung mit Vorsicht unter einer Anti-Xa-Überwachung erfolgen
        • obwohl eine Anti-Xa-Überwachung zur Vorhersage eines Blutungsrisikos nur bedingt geeignet ist, ist sie die am besten geeignete Methode zur Messung der pharmakodynamischen Wirkung
  • ältere Patienten
    • bei älteren Menschen ist Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Nierenfunktion erhöht
    • deshalb Anwendung mit Vorsicht bei älteren Patienten
  • Austauschbarkeit
    • Niedermolekulare Heparine sind aufgrund ihrer unterschiedlichen pharmakokinetischen Eigenschaften und biologischen Aktivität nicht austauschbar
    • die Umstellung auf ein anderes niedermolekulares Heparin muss, insbesondere während der Langzeitbehandlung, mit besonderer Vorsicht erfolgen
    • die spezifischen Dosierungsanleitungen des jeweiligen Produkts sind zu befolgen