INVANZ 1 g Plv.f.e.Konz.z.Herst.e.Inf.-Lsg.

kohlpharma GmbH
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Wirkstoff: Ertapenem →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung folgender Infektionen bei Erwachsenen und Kinder ab 3 Monaten, wenn diese durch sicher oder wahrscheinlich Ertapenem-empfindliche Bakterien verursacht sind und eine parenterale Therapie erfordern:
    • intraabdominelle Infektionen
    • ambulant erworbene Pneumonie
    • akute gynäkologische lnfektionen
    • Infektionen der Haut und Weichteile beim diabetischen Fuß
  • Prophylaxe postoperativer Infektionen des Bauchraums nach elektiven kolorektalen Eingriffen bei Erwachsenen
  • Hinweise:
    • offizielle Therapieempfehlungen zum angemessenen Einsatz von Antibiotika beachten

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 1 g Ertapenem und ca. 6,0 mmol (ca. 137 mg) Natrium

  • Behandlung von Infektionen wenn diese durch sicher oder wahrscheinlich Ertapenem-empfindliche Bakterien verursacht sind und eine parenterale Therapie erfordern
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 - 17 Jahre)
      • 1 g Ertapenem 1mal / Tag i.v.
    • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (>/= 3 Monate - 12 Jahre)
      • 15 mg / kg Körpergewicht Ertapenem 2mal / Tag i.v.
      • max. Tagesdosis: 1 g Ertapenem / Tag
    • Behandlungsdauer:
      • 3 - 14 Tage
      • kann nach Art und Schwere der Infektion und den zugrunde liegenden Krankheitserregern schwanken
      • Umstellung auf orales Antibiotikum, wenn nach Besserung des klinischens Befundes angezeigt
  • Prophylaxe postoperativer Infektionen des Bauchraums nach elektiven kolorektalen Eingriffen
    • Erwachsene
      • 1 g Ertapenem als Einzeldosis i.v.
      • Gabe der Dosis soll 1 Stunde vor dem chirurgischen Eingriff beendet sein

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern < 3 Monaten nicht erwiesen
    • keine Daten
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • geringe bis mäßige Beeinträchtigung (Kreatinin-Clearance > 30 ml / min / 1,73 m2)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Beeinträchtigung
      • keine Anwendung (keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit)
    • Kinder und Jugendliche
      • keine Daten vorhanden
  • Hämodialyse-Patienten
    • keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
    • Anwendung kontraindiziert
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich, wenn keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegt

Kontraindikationen

Ertapenem - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ertapenem
  • Überempfindlichkeit gegen anderen Antibiotika vom Carbapenem-Typ
  • schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Beta-Laktam-Antibiotika, z. B.
    • Penicilline
    • Cephalosporine

Nebenwirkungen

Ertapenem - invasiv

Erwachsene > 18 Jahre

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orale Candidiasis
      • Candidiasis
      • Pilzinfektion
      • pseudomembranöse Enterokolitis
      • Kolpitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Pneumonie
      • Dermatomykose
      • postoperative Wundinfektion
      • Harnwegsinfektion
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Allergie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anaphylaxie, einschließlich anaphylaktoider Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anorexie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlaflosigkeit
      • Verwirrtheitszustände
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Unruhe
      • Angstzustände
      • Depressionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Beeinträchtigung des mentalen Status, einschließlich
        • Aggression
        • Delirium
        • Orientierungsstörung
        • veränderter Gemütszustand
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
      • Schläfrigkeit
      • Geschmacksstörungen
      • Krampfanfälle
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tremor
      • Synkope
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
      • getrübter Bewusstseinszustand
      • Dyskinesie
      • Myoklonus
      • Gangunsicherheit
      • Enzephalopathie
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Veränderungen an den Skleren
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sinusbradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arrhythmie
      • Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Phlebitis/Thrombophlebitis
      • Komplikationen an der Infusionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutungen
      • erhöhter Blutdruck
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
      • Beschwerden im Rachen- und Schlundraum
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • verstopfte Nase
      • Husten
      • Nasenbluten
      • Rasselgeräusche
      • Giemen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Obstipation
      • Säurereflux
      • Mundtrockenheit
      • Dyspepsie
      • Bauchschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dysphagie
      • Stuhlinkontinenz
      • Pelveoperitonitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Zahnverfärbungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Cholezystitis
      • Gelbsucht
      • Leberfunktionsstörungen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Pruritus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erythem
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dermatitis
      • Desquamination
      • Hypersensitivitätsvaskulitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Muskelkrämpfe
      • Schulterschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Niereninsuffizienz
      • akutes Nierenversagen
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Abort
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • genitale Blutungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Extravasation
      • Schwäche / Müdigkeit
      • Fieber
      • Ödeme / Schwellungen
      • Schmerzen im Brustkorb
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verhärtungen an der Infusionsstelle
      • Unwohlsein
  • Untersuchungen
    • Klinische Chemie
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Erhöhung der Transaminasen (ALT, AST)
        • Erhöhung der alkalischen Phosphatase
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Erhöhung des Gesamt-Serum-Bilirubins
        • Erhöhung des direkten Serum-Bilirubins
        • Erhöhung des indirekten Serum-Bilirubins
        • Erhöhung des Serum-Kreatinins
        • Erhöhung des Serum-Harnstoffs
        • Erhöhung der Serum-Glucose
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • Erniedrigung vin Serum-Bicarbonat
        • Erhöhung von Serum-Creatinin
        • Erhöhung von Serum-Kalium
        • Erhöhung von Serum-LDH
        • Erhöhung von Serum-Phosphat
        • Erhöhung von Serum-Kalium
    • Hämatologie
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Anstieg der Thrombozytenzahl
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Abnahme der Anzahl der Leukozyten
        • Abnahme der Anzahl der Thrombozyten
        • Abnahme der Anzahl der segmentkernigen neutrophilen Granulozyten
        • Abnahme des Hämoglobins
        • Abnahme des Hämatokrits
        • Anstieg der Anzahl der eosinophilen Granulozyten
        • Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
        • Verlängerung der Prothrombinzeit
        • Anstieg der Anzahl der segmentkernigen neutrophilen Granulozyten
        • Anstieg der Anzahl der Leukozyten
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • Abnahme der Anzahl der Lymphozyten
        • Anstieg der Anzahl der stabkernigen neutrophilen Granulozyten
        • Anstieg der Anzahl der Lymphozyten
        • Anstieg der Anzahl der Metamyelozyten
        • Anstieg der Anzahl der Monozyten
        • Anstieg der Anzahl der Myelozyten
        • Anstieg der Anzahl der atypischen Lymphozyten
    • Urinanalyse
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • vermehrter Nachweis von
          • Bakterien im Urin
          • Leukozyten im Urin
          • Epithelzellen im Urin
          • Erythrozyten im Urin
        • Hefepilze im Urin
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • Anstieg von Urobilinogen
    • Verschiedenes
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Clostridioides difficile-Toxin positiv

Kinder und Jugendliche (3 Monate - 17 Jahre)

  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Beeinträchtigung des mentalen Status (einschließlich Aggression)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Flush
      • Hypertonie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • veränderte Stuhlfarbe
      • Meläna
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Windeldermatitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erythem
      • Hautausschlag
      • Petechien
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen an der Infusionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brennen an der Infusionsstelle
      • Juckreiz an der Infusionsstelle
      • Erythem an der Infusionsstelle
      • Erythem an der Injektionsstelle
      • Wärmegefühl an der Infusionsstelle
  • Untersuchungen
    • Klinische Chemie
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Erhöhung der Transaminasen (ALT, AST)
    • Hämatologie
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Abnahme der Anzahl der neutrophilen Granulozyten
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Anstieg der Thrombozytenzahl
        • Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
        • Verlängerung der Prothrombinzeit
        • Abnahmen des Hämoglobins

Anwendungshinweise

  • intravenöse Anwendung
  • Infusion über einen Zeitraum von 30 Min.
  • zur einmaligen Anwendung
  • vor der Anwendung auf sichtbare Partikel oder Verfärbungen prüfen, soweit es Behälter erlaubt
  • Lösung ist farblos bis blassgelb; Farbschwankungen beeinträchtigen Wirksamkeit nicht
  • Herstellung zur intravenösen Anwendung:
    • Stammlösung unmittelbar nach der Zubereitung mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung verdünnen
    • Erwachsene und Jugendliche (13 - 17 Jahre)
      • Rekonstitution
        • Inhalt einer 1 g Durchstechflasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung lösen (ergibt Stammlösung mit Konzentration von ca. 100 mg / ml)
        • gut schütteln
      • Verdünnung
        • Beutel mit Lösungsmittel
          • für eine 1 g - Dosis Stammlösung sofort nach Auflösung in Beutel mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung transferieren
        • Durchstechflasche mit Lösungsmittel
          • für eine 1 g - Dosis wird der 50 ml - Durchstechflasche mit 0,9%iger Natriumchloridlösung 10 ml entnommen und verworfen
          • danach wird die Stammlösung der 1 g - Durchstechflasche sofort nach Auflösung in die 50-ml-Durchstechflasche mit 0,9%iger Natriumchloridlösung transferiert
    • Kinder (>/= 3 Monate - 12 Jahre)
      • Rekonstitution
        • Inhalt einer 1 g Durchstechflasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung lösen
        • gut schütteln
      • Beutel / Durchstechflasche mit Lösungsmittel
        • für eine Endkonzentration von höchstens 20 mg / ml:
          • Volumen entsprechend 15 mg/kg Körpergewicht (max. 1 g / Tag) in einen Beutel / eine Durchstechflasche mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung transferieren
  • Kompatibilität
    • Kompatibilität mit Heparin-Natrium- und Kaliumchlorid-haltigen intravenösen Lösungen ist erwiesen

Stillzeithinweise

Ertapenem - invasiv
  • aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf den Säugling darf während der Behandlung mit Ertapenem nicht gestillt werden
  • Ertapenem tritt in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Ertapenem - invasiv
  • Ertapenem sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das mögliche Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
  • es wurden keine adäquaten und kontrollierten Studien bei Schwangeren durchgeführt
  • Tierexperimentelle Studien:
    • ergaben keinen Hinweis auf direkte oder indirekte schädigende Wirkungen im Hinblick auf
      • eine Schwangerschaft
      • die embryofetale Entwicklung
      • den Geburtsvorgang
      • die postnatale Entwicklung
  • Fertilität
    • hinsichtlich der Auswirkungen einer Behandlung mit Ertapenem auf die Fertilität von Männern und Frauen liegen keine adäquaten und kontrollierten Studien vor
    • in präklinischen Studien zeigten sich keine direkt und indirekt schädlichen Auswirkungen auf die Fertilität

Warnhinweise

Ertapenem - invasiv
  • Überempfindlichkeit
    • schwere und gelegentlich auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) bei Patienten unter Behandlung mit Beta-Laktam-Antibiotika wurden berichtet
    • Reaktionen sind insbesondere bei Personen mit multiplen Allergien in der Anamnese zu erwarten
    • vor Behandlungsbeginn mit Ertapenem ist eine sorgfältige Nachfrage hinsichtlich einer früheren Überempfindlichkeitsreaktion auf Penicilline, Cephalosporine, andere Beta-Laktam-Antibiotika und weitere Allergene einzuholen
    • beim Auftreten einer allergischen Reaktion auf Ertapenem muss die Therapie sofort abgebrochen werden
    • schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen erfordern sofortige Notfallmaßnahmen
  • Superinfektion
    • Ertapenem-Langzeitbehandlung kann zu einem überschießenden Wachstum nicht empfindlicher Erreger führen
    • Zustand des Patienten ist unbedingt wiederholt zu kontrollieren
    • wenn eine Superinfektion während der Behandlung auftritt, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen
  • Antibiotika-assoziierte Colitis
    • Antibiotika-assoziierte Colitis und pseudomembranöse Colitis wurden unter praktisch allen Antibiotika einschließlich Ertapenem berichtet
      • Verlauf kann leicht bis lebensbedrohlich sein
      • diese Diagnose unbedingt in Erwägung zu ziehen, wenn bei Patienten nach der Anwendung von Antibiotika Durchfälle auftreten
      • ein Absetzen der Ertapenem-Therapie und die Einleitung einer gegen Clostridium difficile gerichteten Behandlung ist in Erwägung zu ziehen
      • Peristaltikhemmende Arzneimittel dürfen nicht gegeben werden
  • Krampfanfälle
    • in klinischen Studien wurden bei erwachsenen Patienten, die mit 1 g Ertapenem 1mal / Tag behandelt wurden, während der Studiendauer und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase Krampfanfälle berichtet
    • hauptsächlich betroffen waren ältere Patienten, Patienten mit vorbestehenden ZNS-Erkrankungen (z. B. Hirnläsionen oder Krampfanfälle in der Krankengeschichte) und/oder mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • nach Markteinführung wurden ähnliche Beobachtungen gemacht
  • Enzephalopathie
    • im Zusammenhang mit der Anwendung von Ertapenem wurden Fälle von Enzephalopathie berichtet
    • bei Verdacht auf eine Ertapenem-induzierte Enzephalopathie (z. B. Myoklonus, Krampfanfälle, veränderter mentaler Status, herabgesetztes Bewusstsein)
      • Absetzen von Ertapenem erwägen
    • Patienten mit Nierenfunktionsstörung
      • haben höheres Risiko für eine Ertapenem-induzierte Enzephalopathie und die Rückbildung kann verlängert sein
  • gleichzeitige Anwendung mit Valproinsäure / Valproat-Seminatrium
    • die gleichzeitige Anwendung von Ertapenem und Valproinsäure / Valproat-Seminatrium wird nicht empfohlen
  • suboptimale Exposition
    • auf Basis der verfügbaren Daten ist nicht auszuschließen, dass in den wenigen Fällen, in denen ein chirurgischer Eingriff länger als 4 Stunden dauert, Patienten suboptimalen Ertapenem-Konzentrationen und damit dem Risiko eines möglichen Therapieversagens ausgesetzt sein könnten
    • bei diesen außergewöhnlichen Fällen ist Vorsicht geboten
  • Hinweise zur Anwendung bei bestimmten Patientengruppen
    • zur Behandlung schwerer Infektionen mit Ertapenem liegen nur begrenzte Erfahrungen vor
    • ambulant erworbene Pneumonie
      • in klinischen Studien zur Behandlung ambulant erworbener Pneumonie bei Erwachsenen hatten 25 % der auswertbaren Patienten, die mit Ertapenem behandelt wurden, eine schwere Pneumonie (definiert als Pneumonia Severity Index > Grad III)
    • gynäkologische Infektionen
      • in einer klinischen Studie zur Behandlung akuter gynäkologischer Infektionen bei Erwachsenen hatten 26 % der auswertbaren Patientinnen, die mit Ertapenem behandelt wurden, eine schwere Infektion (definiert als Fieber >/= 39°C und/oder Bakteriämie); zehn Patientinnen hatten eine Bakteriämie
    • intraabdominelle Infektionen
      • in einer klinischen Studie zur Behandlung intraabdomineller Infektionen mit Ertapenem bei Erwachsenen hatten 30 % der auswertbaren Patienten eine generalisierte Peritonitis und 39 % Infektionen, die andere Regionen als den Appendix betrafen, z.B.
        • Magen
        • Duodenum
        • Dünndarm
        • Kolon
        • Gallenblase
      • nur eine begrenzte Anzahl von Patienten mit APACHE II Score >/= 15 konnte mikrobiologisch ausgewertet werden
      • Wirksamkeit bei diesen Patienten ist nicht erwiesen
    • Wirksamkeit bei ambulant erworbener Pneumonie
      • Wirksamkeit bei der Ertapenem-Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie, verursacht durch Penicillin-resistente Streptococci pneumoniae, ist nicht nachgewiesen
    • diabetischer Fuss mit Osteomyelitis
      • Wirksamkeit von Ertapenem bei der Behandlung von Infektionen des diabetischen Fußes mit gleichzeitiger Osteomyelitis ist nicht nachgewiesen
    • Anwendung bei Kindern
      • Kinder < 2 Jahre
        • relativ wenig Erfahrung mit Ertapenem
        • in dieser Altersgruppe die Empfindlichkeit der Erreger für Ertapenem besonders sorgfältig ermitteln
      • Kinder < 3 Monate
        • keine Daten vorhanden