Isofluran Baxter

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Wirkstoff: Isofluran →

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Fachinformationen

Indikation

  • flüchtiges, halogeniertes Inhalationsanästhetikum zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Inhalationsnarkose

Dosierung

Basiseinheit: Isofluran 100 % (V/V)

  • Einleitung und Aufrechterhaltung einer Inhalationsnarkose
    • Prämedikation
      • entsprechend dem individuellen Bedarf des Patienten unter Berücksichtigung der atemdepressiven Wirkung auswählen
        • ggf. Gabe von Anticholinergika
    • Einleitung einer Allgemeinanästhesie bei Kindern
      • nicht empfohlen: es können Husten, Atem-Anhalten, ein Sättigungsabfall, eine verstärkte Speichelsekretion sowie ein Laryngospasmus auftreten
    • Narkoseeinleitung
      • bei Verwendung zur Einleitung der Anästhesie: 0,5 Vol.-%
      • Konzentrationen von 1,3 - 3,0 Vol.-% rufen normalerweise nach 7 - 10 Min. eine für einen chirurgischen Eingriff ausreichende Narkosetiefe hervor
      • Einsatz von einem kurz wirkenden Barbiturat oder ein anderes Präparat z. B. Propofol, Etomidat oder Midazolam wird empfohlen, um Husten oder Laryngospasmen zu verhindern, die bei Anästhesie-Einleitung mit Isofluran allein oder in Kombination mit Sauerstoff-Lachgas-Mischung auftreten können
    • Aufrechterhaltung der Narkose
      • Während des Eingriffs: Konzentration von 0,5 - 2,5 Vol.-% bei gleichzeitiger Gabe von Lachgas und Sauerstoff
      • falls das Arzneimittel mit reinem Sauerstoff verabreicht wird: höhere Konzentration von Isofluran erforderlich (1,0 - 3,5 %)
      • minimale alveoläre Konzentration (MAC) von Isofluran
        • Erwachsene
          • 26 ± 4 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,28 %
            • O2 + N2O (70 %): 0,56 %
          • 44 ± 7 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,15 %
            • O2 + N2O (70 %): 0,50 %
          • 64 ± 5 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,05 %
            • O2 + N2O (70 %): 0,37 %
        • pädiatrische Population
          • Frühgeborene im Gestationsalter < 32 Wochen
            • O2 - 100 %: 1,28 %
          • Frühgeborene im Gestationsalter 32 - 37 Wochen
            • O2 - 100 %: 1,41 %
          • 0 - 1 Monate
            • O2 - 100 %: 1,60 %
          • 1 - 6 Monate
            • O2 - 100 %: 1,87 %
          • 7 - 11 Monate
            • O2 - 100 %: 1,80 %
          • 1 - 5 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,60 %
          • 6 - 10 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,40 %
            • O2 + N2O (60 %): 0,58 %
          • 10 - 15 Jahre
            • O2 - 100 %: 1,16 %
            • O2 + N2O (60 %): 0,53 %
      • besteht das Trägergas aus einer Mischung von 50 % Sauerstoff (O2) und 50 % Lachgas (N2O), beträgt der MAC-Wert für Isofluran ungefähr 0,65 Vol.-%
    • Ausleitung der Narkose
      • um eine schnelle Narkoseausleitung zu gewährleisten
        • Isofluran-Konzentration gegen Ende des Eingriffs auf 0,5 Vol.-% und während des Verschließens der Wunde auf 0 Vol.-% reduzieren
      • nach Absetzen aller Anästhetika: Atemsystem des Patienten so lange mehrmals mit 100%igem Sauerstoff ausspülen, bis Patient vollständig aus der Narkose erwacht ist
    • Behandlungsdauer
      • Dauer der Narkose hängt von der Art des operativen Eingriffs ab

Kontraindikationen

Isofluran - pulmonal
  • Überempfindlichkeit gegen Isofluran oder ein anderes halogeniertes Inhalationsanästhetikum
  • maligne Hyperthermie in der Vorgeschichte oder bei erblich bedingter Neigung dazu
  • Leberfunktionsstörungen, Ikterus, unklare Fieberzustände, Leukozytose oder Eosinophilie nach einer Narkose mit Isofluran oder einem anderen halogenierten Inhalationsanästhetikum in der Vorgeschichte

Nebenwirkungen

Isofluran - pulmonal
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Carboxyhämoglobinämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktion
        • Ätiologie der unter der Einwirkung von Inhalationsanästhetika beobachteten anaphylaktischen Reaktionen ist ungeklärt, da gleichzeitig eine Exposition gegenüber mehreren Begleitmedikationen bestand, von denen einige bekanntermaßen solche Reaktionen hervorrufen können
      • Überempfindlichkeit
        • einschließlich seltener Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen (durch klinische Untersuchungen z. B. durch Methacholin-Provokationstests bestätigt), wie
          • Kontaktdermatitis
          • Hautausschlag
          • Dyspnoe
          • Atembeschwerden
          • Beschwerden im Brustbereich
          • Gesichtsschwellungen
        • insbesondere in Zusammenhang mit berufsbedingter Langzeitexposition
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyperkaliämie
      • erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Unruhe/Agitiertheit
      • Delirium
      • Stimmungsschwankungen
        • leichte Stimmungsschwankungen können bis zu 6 Tage anhalten
      • Verlangsamung zahlreicher Reaktionen für 2 - 3 Tage
      • geringe Änderungen der Gemütslage für bis zu 6 Tage
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Konvulsion
      • Störung der geistigen Leistungsfähigkeit
        • Isofluran kann eine leichte Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten in den ersten 2-4 Tagen nach der Narkose hervorrufen
      • Hirndruckanstieg
        • bei Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma oder großen raumfordernden Prozessen bei mittleren Konzentrationen (0,7 bis 1,0 Vol.%)
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arrhythmie
      • Bradykardie
      • Herzstillstand
      • Verlängerung der QT-Zeit im EKG
      • Tachykardie
      • Torsade de pointes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzrhythmusstörungen und Tod in der postoperativen Phase
        • aufgrund eines Anstiegs der Serum-Kaliumspiegel
        • pädiatrische Patienten, Patienten mit latenten oder offenkundigen neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere mit Duchenne-Muskeldystrophie, scheinen am gefährdetsten zu sein
  • Gefässerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypotonie
      • dosisabhängige Hypotension
        • wie bei anderen Inhalationsanästhetika bei Einleitung oder im Verlauf der Narkose möglich
      • Hämorrhagie
        • bei Patientinnen, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch eingeleitet wird
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bronchospasmus
      • Dyspnoe
      • Keuchen
      • (dosisabhängige) Atemdepression (wie bei anderen Inhalationsanästhetika)
      • Laryngospasmus
      • erhöhte Irritabilität der oberen Atemwege (bei Kindern insbesondere bei fehlender Prämedikation)
        • Speichelsekretion
        • erhöhte tracheobronchiale Sekretion
        • Husten
        • Atemanhalten
        • Laryngospasmen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Ileus (postoperativ)
      • Erbrechen (postoperativ)
      • Übelkeit (postoperativ)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • postoperative Leberfunktionsstörungen
        • Gelbsucht
        • Hepatitis
        • hepatische Nekrose (teilweise mit tödlichem Ausgang)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schädigung der Leberzellen
      • erhöhter Bilirubinspiegel im Blut
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gesichtsschwellung
      • Kontaktdermatitis
      • Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myoglobinurie
      • Rhabdomyolyse
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhter Kreatininspiegel im Blut
      • verringerter Harnstoffspiegel im Blut
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • reduzierter Uterustonus (konzentrationsabhängig)
      • gesteigerte uterine Blutungsneigung (bei geburtshilflichen Eingriffen)
        • bei niedrigen bis mittleren Isofluran-Konzentrationen nicht zu beobachten
        • kann bei hohen Konzentrationen nicht ausgeschlossen werden
      • verstärkter Blutverlust
        • bei Patientinnen, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wurde
        • nach Kürettage
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • maligne Hyperthermie
      • Frösteln (postoperativ)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Brustbeschwerden
      • Schüttelfrost
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • passagere Leukozytose (postoperativ)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Leukozytenzahl
        • selbst bei Abwesenheit von chirurgischem Stress
      • erhöhte Leberenzymwerte
      • erhöhte Fluoridwerte
        • durch den biologischen Abbau des Medikaments bedingt
        • allerdings unwahrscheinlich, dass die beobachteten geringen Serumfluoridkonzentrationen (im Mittel 4,4 µmol/l in einer Studie) eine Nierenschädigung hervorrufen, da sie weit unterhalb des bekannten Schwellenwerts für eine Nephrotoxizität liegen
      • abnormales EKG
      • verringerter Cholesterinspiegel im Blut
      • alkalische Phosphatase im Blut verringert
      • erhöhter Kreatinphosphokinasespiegel im Blut
      • vorübergehender Anstieg der Glukosekonzentration im Serum
        • kausaler Zusammenhang zwischen der Anwendung des Anästhetikums, chirurgischen Maßnahmen und einem Anstieg der Glukosekonzentration ist ungeklärt
      • vorübergehende Anstiege von Serumkreatinin
      • vorübergehende Abnahme von Harnstoff-Stickstoff, Serumcholesterin und alkalischer Phosphataseaktivität

Anwendungshinweise

  • zum Verdampfen für die Inhalationsnarkose
  • zur exakten Steuerung: Verwendung speziell kalibrierter Verdampfer
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Isofluran - pulmonal
  • das Stillen nach der Narkose ist zu unterbrechen bei Anwendung während der Stillzeit
    • nach Ausscheiden des Arzneimittels aus dem Kreislauf kann das Stillen wieder aufgenommen werden
  • es ist nicht bekannt, ob Isofluran oder dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen
    • da viele Arzneimittel in die Muttermilch übergehen, ist bei Anwendung von Isofluran bei stillenden Müttern Vorsicht geboten

Schwangerschaftshinweise

Isofluran - pulmonal
  • sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
    • nach eingehender Abwägung des potenziellen Nutzens gegen das potenzielle Risiko für den Fetus angewendet werden
  • keine, oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Isofluran bei Schwangeren vorliegend
  • Informationen über die Anwendung von Isofluran während geburtshilflicher Narkosen sind in zunehmendem Maß verfügbar
    • aufgrund seiner relaxierenden Wirkung auf die Uterusmuskulatur, ist Isofluran bei Anwendung in der Geburtshilfe in der niedrigstmöglichen Konzentration zu verwenden
    • mit Ausnahme des Kaiserschnitts befindet sich die Einsatzmöglichkeit von Isofluran noch im Versuchsstadium
    • eine ausreichende Narkose für einen Kaiserschnitt wird mit 0,5 - 0,75 Vol.% Isofluran (sicher für die Aufrechterhaltung) in Sauerstoff/Lachgas gewährleistet
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Fertilität
    • es liegen keine Daten zur Fertilität bei der Anwendung beim Menschen vor
    • tierexperimentielle Studen zeigten keine Wirkung auf die männliche oder weibliche Fertilität

Warnhinweise

Isofluran - pulmonal
  • Isofluran darf nur von ausgebildeten Anästhesisten verabreicht werden, die einen speziell für Isofluran kalibrierten Verdampfer einsetzen, um die Konzentration des Anästhetikums genau zu steuern
  • Ausrüstung für eine Intubation, künstliche Beatmung, Sauerstoffzufuhr und Herz-Kreislauf-Wiederbelebungsmaßnahmen muss unmittelbar bereitgehalten werden
  • Anwendung mit Vorsicht
    • wiederholte Anwendung innerhalb kurzer Zeit (wie bei allen halogenierten Anästhetika)
    • bei Risikopatienten für Komplikatiotn bei einer QT-Verlängerung
      • einhergehend mit Torsade-de-pointes-Tachykardie (in Ausnahmefällen letal)
    • bei Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen (Allgemeinanästhesie, einschließlich Isofluran)
    • bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (wie Myasthenia gravis)
      • Vertärkung der neuromuskulären Blockade möglich
    • bei Patienten mit erhöhtem intrakraniellem Druck
      • möglicherweise eine Hyperventilation erforderlich
        • deutlicher Anstieg des zerebralen Blutflusses mit zunehmender Narkosetiefe (1,5-Vol.%) bei Anwendung von Isofluran
        • vorübergehender Anstieg des Liquordrucks möglich
          • Anstieg durch Hyperventilation vollständig reversibel
    • bei Patienten, die eine Bronchokonstriktion entwickeln könnten
      • Auftreten von Bronchospasmen möglich
    • bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
      • Berichte über Leberschädigungen, deren Schweregrad von einem leichten, vorübergehenden Anstieg der Leberenzyme bis hin zu einer letalen Lebernekrose in sehr seltenen Fällen reichen kann
      • möglicherweise erhöhtes Risiko für eine Leberschädigung nach einem früheren Kontakt mit halogenierten Anästhetika
        • insbesondere wenn diese frühere Exposition weniger als 3 Monate zurückliegt
      • Bevorzugen eines anderen nicht halogenierten Anästhetikums bei einer Zirrhose, einer Virushepatitis oder einer anderen vorbestehenden Lebererkrankung
    • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit
      • ,,Coronary Steal'' (eine nachteilige Rückverteilung des koronaren Blutstroms)
      • Patienten mit subendokardialer Ischämie besonders anfällig
      • zur Vermeidung einer Myokardischämie muss auf die Aufrechterhaltung einer normalen Hämodynamik geachtet werden (unabhängig von der Art der gewählten Anästhetika)
  • Narkosetiefe
    • Verstärkung von Hypotonie und Atemdepression bei zunehmender Narkosetiefe
      • andererseits kann es bei einer Dosisreduktion oder Beendigung der Isofluran-Behandlung zu einer leichten oder moderaten Hypertonie kommen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von vasoaktiven Medikamenten
      • bei Patienten, die von intravenöser Sedierung auf Isofluran-Sedierung umgestellt werden, kann frühzeitig nach Beginn der Isofluranverabreichung eine vorübergehende Hypotonie auftreten, die möglicherweise mit der endtidalen Konzentration von Isofluran in Zusammenhang steht
    • Narkosetiefe durch Isofluran rasch und einfach steuerbar
    • ausschließlich Verwendung von Verdampfern mit zuverlässiger und hinreichend genauer Wirkstoffabgabe
      • zusätzlich Einsatz von Techniken, die eine Überwachung der inspiratorischen bzw. exspiratorischen Konzentration ermöglichen
    • Grad der Hypotonie und der Atemdepression kann Aufschluss über die Narkosetiefe geben
  • Atemdepression
    • Isofluran kann eine Atemdepression verursachen
      • möglicherweise Verstärkung durch eine anästhetische Prämedikation oder durch andere Stoffe mit atemdepressiver Wirkung
    • sorgfältige Überwachung und ggf. Unterstützung der Atmung
  • Anwendung von Isofluran bei hypovolämischen, hypotonen oder geschwächten Patienten
    • nicht näher untersucht, Anwendung mit Vorsicht
    • für diese Patienten wird eine niedrigere Konzentration von Isofluran empfohlen
    • bei Patienten mit schwerem Schock, die nicht auf Vasopressoren ansprechen, äußerste Vorsicht geboten
    • verursachen einer deutlichen Hypotension durch Isofluran aufgrund seiner vasodilatierenden Wirkung
  • Anwendungsdauer
    • nur wenige Erfahrungen zur kontinuierlichen Anwendung von Isofluran über mehr als 48 Stunden
    • Anwendung nur dann länger als 48 Stunden, wenn der zu erwartende Nutzen das potenzielle Risiko übersteigt
      • bei jüngeren Kindern sollte besonders auf reversible neurologische Symptome nach längerem Gebrauch geachtet werden
  • Patientinnen, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wurde
    • vergleichbar starke Blutverluste wie bei Verwendung anderer Inhalationsanästhetika beobachtet worden
  • Schwangerschaft
    • während der Sedierung mit Isofluran kann der intrakranielle Druck (ICP) leicht ansteigen
    • bei Patienten mit erhöhtem ICP ist bei Anwendung von Isofluran Vorsicht geboten
    • bei diesen Patienten muss der ICP überwacht werden, oder es muss eine andere Sedierungsmethode in Betracht gezogen werden
  • Eingriffe zur Geburtshilfe
    • bei Eingriffen zur Geburtshilfe so niedrig wie möglich zu dosieren aufgrund der relaxierenden Wirkung von Isofluran auf die Uterusmuskulatur
  • maligne Hyperthermie
    • bei empfindlichen Personen kann die Narkose mit Isofluran einen hypermetabolischen Zustand der Skelettmuskulatur auslösen, der zu einem hohen Sauerstoffbedarf führen und ein klinisches Syndrom auslösen kann (maligne Hyperthermie)
    • Äußerung des Syndroms unter anderem in Form von unspezifischen Symptomen wie:
      • Muskelrigidität
      • Tachykardie
      • Tachypnoe
      • Zyanose
      • Arrhythmien
      • Blutdruckschwankungen
        • Auftreten vieler dieser unspezifischen Beschwerden auch bei einer leichten Narkose, akuter Hypoxie, Sepsis etc.
      • Äußerung einer Zunahme des Gesamtstoffwechsels
        • erhöhte Körpertemperatur (normalerweise nicht das erste Anzeichen eines gesteigerten Metabolismus)
          • zu Beginn oder im späteren Verlauf rascher Antieg möglich
        • stärkere Beanspruchung des CO2-Absorbersystems (heißer Absorberbehälter)
      • Absinken des Sauerstoffpartialdrucks und des pH-Werts möglich
        • Hyperkaliämie und Basendefizit möglich
    • zu den Behandlungsmaßnahmen zählen
      • das Absetzen der auslösenden Mittels (z. B. Isofluran)
      • die intravenöse Gabe von Dantrolen-Natrium
      • weitere unterstützende Maßnahmen; hierzu gehören
        • Intensivmaßnahmen zur Wiederherstellung einer normalen Körpertemperatur
        • eine Atem- und Kreislaufunterstützung (soweit angezeigt)
        • eine Regulierung des
          • Elektrolyt-
          • Flüssigkeits-
          • SäureSäure-Basen-Haushalts (nähere Hinweise zur Behandlung finden Sie in der Fachinformation zu Dantrolen-Natrium i. v.)
    • Folgen
      • als Spätkomplikation kann es zu Nierenversagen kommen
        • eine kontrollierte Diurese sollte aufrechterhalten werden
      • es wurden auch Fälle von maligner Hyperthermie mit letalem Ausgang berichtet
  • Berichte über Einzelfälle von erhöhtem Carboxyhämoglobin nach Anwendung von halogenierten, CF2H-haltigen Inhalationsanästhetika (z. B. Desfluran, Enfluran und Isofluran)
    • Bildung von Kohlenmonoxid durch Isofluran im geschlossenen System mit trockenem Atemkalk bekannt
      • Inhalation von Kohlenmonoxid kann bei gefährdeten Patienten zur Bildung von Carboxyhämoglobin in beträchtlicher Menge führen
      • Carboxyhämoglobin ist selbst in geringen Mengen toxisch und wird durch das Standardmonitoring, wie Pulsoximetrie, nicht ohne weiteres erfasst
      • direkte Messungen des Carboxyhämoglobins sind vorzunehmen, sollte ein Patient während einer Isofluran-Narkose mit geschlossenem System einen Sauerstoffmangel entwickeln, der nicht auf übliche therapeutische Maßnahmen anspricht
      • es sind alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um zu gewährleisten, dass ein Austrocknen des Atemkalks verhindert wird.
    • kein klinisch relevanter Anstieg der Kohlenmonoxidkonzentration bei Verwendung von CO2-Absorbern mit normalem Feuchtigkeitsgehalt
      • die Anwendungshinweise in der Gebrauchsanweisung des CO2-Absorber-Herstellers müssen genauestens befolgt werden
    • Berichte über Überhitzung, Rauch oder Isofluran auch spontanes Feuer im Narkosemittelverdampfer in seltenen Fällen bei Durchführung einer Allgemeinanästhesie mit halogenierten Kohlenwasserstoffen zusammen mit ausgetrockneten CO2-Absorbern
      • insbesondere bei Verwendung von kaliumhydroxidhaltigem Atemkalk (z. B. von Baralyme)
        • Austausch des CO2-Absorbers vor Verabreichung von Isofluran bei Verdacht auf eine Austrocknung
        • bei vielen CO2-Absorbern wird ein Austrocknen des Atemkalks nicht notwendigerweise durch ein Umschlagen des Farbindikators angezeigt, daher kein zuverlässiges Zeichen für eine ausreichende Feuchtigkeit
        • regelmäßiger Austausch des CO2-Absorbers deshalb unabhängig vom Zustand des Farbindikators
  • perioperative Hyperkaliämie
    • in seltenen Fällen Anstieg der Serum-Kaliumspiegel unter Verwendung von Inhalationsanästhetika
      • dieser Anstieg führte zu Herzrhythmusstörungen und zum Tod pädiatrischer Patienten in der postoperativen Phase
      • Patienten mit latenten oder offenkundigen neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere mit Duchenne-Muskeldystrophie, scheinen am gefährdetsten zu sein
      • in den meisten, jedoch nicht in allen, beobachteten Fällen wurde gleichzeitig Succinylcholin angewendet
      • bei diesen Patienten waren außerdem die Kreatinkinase-Spiegel im Serum deutlich erhöht und in einigen Fällen wurde Myoglobin mit dem Urin ausgeschieden
      • trotz der Ähnlichkeiten zur malignen Hyperthermie zeigte keiner dieser Patienten Anzeichen oder Symptome wie Muskelsteifigkeit oder einen erhöhten Stoffwechsel
      • frühzeitiges und konsequentes Behandeln der Hyperkaliämie und resistenter Herzrhythmusstörungen wird empfohlen, ebenso die nachfolgende Untersuchung auf noch nicht entdeckte neuromuskuläre Erkrankungen
  • Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Psyche
    • in den ersten 2-4 Tagen nach einer Narkose mit Isofluran kann es zu einer leichten Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit kommen
    • auch leichte Stimmungsschwankungen sind möglich und können bis zu 6 Tage nach der Narkose anhalten
      • dies ist zu berücksichtigen, wenn die Patienten wieder ihre Alltagsaktivitäten aufnehmen, insbesondere das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen
  • deutliche Verstärkung der Wirkung aller gewöhnlich angewandten Muskelrelaxanzien durch Isofluran
    • Auswirkung auf nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien am stärksten
  • aufgrund der schleimhautreizenden Wirkung von Isofluran, ist es schwierig, das Präparat als Inhalationsanästhetikum mit einer Maske zu verabreichen
    • während der Einleitung der Anästhesie können verstärkter Speichelfluss und tracheobronchiale Sekretion auftreten und, insbesondere bei Kindern, zu Laryngospasmen führen
  • Kinder unter zwei Jahren
    • Einsatz von Isofluran bei Kleinkindern nur mit besonderer Vorsicht
    • für Patienten dieser Altersgruppe liegen nur begrenzte Erfahrungen vor