Jyseleca 100 mg Filmtabletten

axicorp Pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Filgotinib →

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Fachinformationen

Indikation

  • Rheumatoide Arthritis
    • Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben
      • Filgotinib kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) angewendet werden
  • Colitis ulcerosa
    • Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie oder auf ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung gezeigt haben

Dosierung

  • mittelschwere bis schwere aktive rheumatoide Arthritis
    • 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
    • Erwachsene mit erhöhtem Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE), schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) oder maligne Erkrankungen
      • 100 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • ggf. Dosiserhöhung, im Fall einer unzureichenden Kontrolle der Erkrankung, auf 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
    • bei einer Langzeitbehandlung die niedrigste wirksame Dosis anwenden
    • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
      • Anfangsdosis von 100 mg Filgotinib 1mal / Tag empfohlen
      • ggf. Dosiserhöhung, im Fall einer unzureichenden Kontrolle der Erkrankung, auf 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • bei einer Langzeitbehandlung die niedrigste wirksame Dosis anwenden
  • Colitis ulcerosa
    • Induktionsbehandlung
      • 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • Behandlungsdauer
        • kein ausreichender therapeutischer Nutzen nach 10 Behandlungswochen
          • Induktionstherapie mit 200 mg Filgotinib 1mal / Tag über 12 zusätzliche Wochen kann eine weitere Symptomlinderung bewirken
        • kein therapeutischer Nutzen nach 22-wöchiger Behandlung
          • Filgotinib absetzen
    • Erhaltungstherapie
      • 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • Erwachsene mit erhöhtem Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE), schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) oder maligne Erkrankungen
        • 100 mg Filgotinib 1mal / Tag
        • ggf. Dosiserhöhung, bei Auftreten eines Krankheitsschubs, auf 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • bei einer Langzeitbehandlung die niedrigste wirksame Dosis anwenden
    • ältere Patienten
      • < 75 Jahre
        • Induktionsbehandlung: 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
        • Erhaltungstherapie: 100 mg Filgotinib 1mal / Tag
          • ggf. Dosiserhöhung, bei Auftreten eines Krankheitsschubs, auf 200 mg Filgotinib 1mal / Tag
        • bei einer Langzeitbehandlung die niedrigste wirksame Dosis anwenden
      • >/= 75 Jahre
        • Anwendung nicht empfohlen aufgrund fehlender Daten
  • Rheumatoide Arthritis und Colitis ulceorsa
    • Laborüberwachung und Dosiseinleitung oder -unterbrechung
      • Entwicklung einer schwerwiegenden Infektion
        • Behandlung unterbrechen, bis die Infektion unter Kontrolle ist
      • Richtlinien für die Überwachung der Laborparameter und Dosiseinleitung oder -unterbrechung
        • absolute Neutrophilenzahl (ANC)
          • ANC < 1 x 109 Zellen / l
            • Behandlung sollte nicht eingeleitet oder sollte unterbrochen werden
            • Behandlung erneut aufnehmen, sobald ANC diesen Wert wieder übersteigt
          • Überwachung
            • vor Behandlungsbeginn und danach im Rahmen der Routineuntersuchung des Patienten
        • absolute Lymphozytenzahl (ALC)
          • ALC < 0,5 x 109 Zellen / l
            • Behandlung sollte nicht eingeleitet oder sollte unterbrochen werden
            • Behandlung erneut aufnehmen, sobald ALC diesen Wert wieder übersteigt
          • Überwachung
            • vor Behandlungsbeginn und danach im Rahmen der Routineuntersuchung des Patienten
        • Hämoglobin (Hb)
          • Hb-Wert < 8 g / dl
            • Behandlung sollte nicht eingeleitet oder sollte unterbrochen werden
            • Behandlung erneut aufnehmen, sobald der Hb-Wert diesen Wert wieder übersteigt
          • Überwachung
            • vor Behandlungsbeginn und danach im Rahmen der Routineuntersuchung des Patienten
        • Lipid-Parameter
          • Behandlung der Patienten entsprechend den internationalen klinischen Leitlinien für Hyperlipidämie
          • Überwachung
            • 12 Wochen nach Beginn der Behandlung und danach entsprechend den internationalen klinischen Leitlinien für Hyperlipidämie

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörungen
    • leicht (Kreatinin-Clearance >/= 60 ml / Min.)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittelschwer oder schwer (Kreatinin-Clearance 15 - < 60 ml / Min.)
      • 100 mg Filgotinib 1mal / Tag
      • Präparat mit entsprechender Dosierung steht zur Verfügung
    • terminale Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 15 ml / Min.)
      • Anwendung nicht empfohlen
      • Filgotinib wurde bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht untersucht
  • Leberfunktionsstörungen
    • leicht oder mittelschwer (Child-Pugh A oder B)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer (Child-Pugh C)
      • Anwendung nicht empfohlen
      • Filgotinib wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
    • keine Daten vorliegend

Kontraindikationen

Filgotinib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Filgotinib
  • aktive Tuberkulose (TB) oder aktive schwere Infektionen
  • Schwangerschaft

Nebenwirkungen

Filgotinib - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektion des Harntrakts (UTI)
      • Infektion der oberen Atemwege (URTI)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herpes zoster
      • Pneumonie
      • Sepsis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lymphopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Neutropenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypercholesterinämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Veränderungen der Laborwerte
        • Anstieg des Serumkreatinins
        • Anstiege der Gesamtcholesterin-, HDL- und LDL-Spiegel
        • Verringerungen der Serumphosphatkonzentrationen

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
  • Einnahme mit oder unabhängig von einer Mahlzeit
  • es wurde nicht untersucht, ob die Tabletten geteilt, zerkleinert oder zerkaut werden dürfen
  • es wird empfohlen, die Tabletten im Ganzen zu schlucken

Stillzeithinweise

Filgotinib - peroral
  • Filgotinib sollte nicht während der Stillzeit angewendet werden
  • nicht bekannt, ob Filgotinib in die Muttermilch übergeht
  • ein Risiko für gestillte Neugeborene / Kinder kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Filgotinib - peroral
  • Filgotinib ist während der Schwangerschaft kontraindiziert
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Filgotinib bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
    • basierend auf tierexperimentellen Studien kann sich Filgotinib schädlich auf die Gesundheit des Fetus auswirken
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Verhütung
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und nach Beendigung der Behandlung mit Filgotinib für mindestens eine weitere Woche eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • die mögliche Auswirkung von Filgotinib auf die Spermienproduktion und die männliche Fertilität beim Menschen ist derzeit nicht bekannt
    • tierexperimentelle Studien
      • Beobachtung einer verringerten Fertilität, einer eingeschränkten Spermatogenese und histopathologischer Auswirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane
        • Daten aus zwei dedizierten klinischen Studien der Phase 2 (MANTA und MANTA RAy, n = 240) zur Bewertung der Sicherheit für menschliche Hoden bei Männern mit entzündlichen Arthritiserkrankungen und entzündlichen Darmerkrankungen
          • zeigten hinsichtlich des Anteils von Patienten, die in Woche 13 (gepoolter primärer Endpunkt: Filgotinib 6,7 %, Placebo 8,3 %) und in Woche 26 eine Abnahme der Samenparameter gegenüber dem Ausgangswert um 50 % oder mehr aufwiesen, keinen Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen
          • des Weiteren zeigten die Daten über alle Behandlungsgruppen hinweg keine relevanten Veränderungen der Spiegel der Sexualhormone bzw. keine Veränderung der Samenparameter gegenüber dem Ausgangswert
          • insgesamt deuteten diese klinische Daten nicht auf durch Filgotinib bedingte Auswirkungen auf die Hodenfunktion hin
      • keine Hinweise auf Auswirkungen auf die weibliche Fertilität

Warnhinweise

Filgotinib - peroral
  • bei folgenden Patienten sollte Filgotinib nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen
    • Alter von >/= 65 Jahren
    • Patienten mit atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen oder anderen kardiovaskulären Risikofaktoren in der Anamnese, wie z. B.
      • aktuelle Raucher
      • frühere langjährige Raucher
    • Patienten mit Risikofaktoren für maligne Erkrankungen, z. B.
      • aktuelle maligne Erkrankung
      • maligne Erkrankung in der Anamnese
  • Immunsuppressiva
    • gemeinsame Anwendung von Filgotinib mit anderen potenten Immunsuppressiva wie Azathioprin, Ciclosporin, Tacrolimus, biologischen DMARDs oder anderen Janus-Kinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) wird nicht empfohlen, da das Risiko einer zusätzlichen Immunsuppression nicht ausgeschlossen werden kann
  • Infektionen
    • bei Patienten, die Filgotinib erhielten, wurden Infektionen, einschließlich schwerer Infektionen, berichtet
      • die am häufigsten auftretende schwerwiegende Infektion war Lungenentzündung (Pneumonie)
      • zu den opportunistischen Infektionen zählen TB, ösophageale Candidiasis und Kryptokokkose
    • Risiken und Nutzen einer Therapie sollten vor Behandlungsbeginn mit Filgotinib bei folgenden Patienten abgewogen werden
      • Patienten mit chronischer oder rezidivierender Infektion
      • Patienten mit Exposition gegenüber TB
      • Patienten mit einer Anamnese einer schweren oder einer opportunistischen Infektion
      • Patienten, die in Regionen mit endemischer TB oder endemischen Mykosen gelebt oder diese bereist haben
      • Patienten mit Grunderkrankungen, aufgrund derer sie anfällig für Infektionen sein können
    • Patienten sollten während und nach der Behandlung mit Filgotinib engmaschig hinsichtlich der Entwicklung von Anzeichen und Symptomen von Infektionen überwacht werden
    • wenn sich während der Behandlung mit Filgotinib eine Infektion entwickelt
      • ist der Patient engmaschig zu überwachen
      • Behandlung mit Filgotinib sollte vorübergehend unterbrochen werden, wenn der Patient auf eine antimikrobielle Standardtherapie nicht anspricht
      • Behandlung mit Filgotinib kann wieder aufgenommen werden, sobald die Infektion unter Kontrolle ist
    • ältere Personen und Diabetiker
      • da Infektionen im Allgemeinen häufiger bei älteren Personen und Diabetikern auftreten, ist bei der Behandlung dieser Population Vorsicht geboten
      • bei Patienten >/= 65 Jahre
        • Filgotinib sollte nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen
    • Tuberkulose
      • vor Behandlungsbeginn mit Filgotinib sollten Patienten auf TB untersucht werden
        • keine Anwendung von Filgotinib bei Patienten mit aktiver TB
        • bei Patienten mit latenter TB ist vor der Gabe von Filgotinib eine antimykobakterielle Standardtherapie einzuleiten
        • Patienten sollten auf die Entwicklung von Anzeichen und Symptomen von TB untersucht werden
          • einschließlich Patienten, deren Testergebnis auf eine latente TB-Infektion vor Beginn der Behandlung negativ war
  • Virusreaktivierung
    • in klinischen Studien wurden Virusreaktivierungen, einschl. Fällen der Reaktivierung von Herpesviren (z.B. Herpes zoster), berichtet
    • in klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis schien das Risiko für Herpes zoster höher zu sein bei
      • Frauen
      • Patienten asiatischer Abstammung
      • Patienten >/= 50 Jahre
      • Patienten mit Herpes zoster in der Vorgeschichte
      • Patienten mit chronischer Lungenerkrankung in der Vorgeschichte
      • Patienten, die mit 200 mg Filgotinib 1mal / Tag behandelt wurden
    • wenn ein Patient Herpes zoster entwickelt
      • sollte die Behandlung mit Filgotinib vorübergehend unterbrochen werden, bis die Infektion abgeklungen ist
    • vor Beginn und während der Behandlung mit Filgotinib sollten eine Untersuchung auf virale Hepatitis und die Überwachung auf eine Reaktivierung gemäß klinischen Leitlinien durchgeführt werden
    • folgende Patienten waren von klinischen Studien ausgeschlossen
      • Patienten, die sowohl auf Hepatitis-C-Antikörper als auch Hepatitis-C-Virus-RNA positiv getestet wurden
      • Patienten mit positivem Test auf Hepatitis-B-Oberflächenantigen oder Hepatitis-B-Virus-DNA
  • maligne Erkrankungen
    • Berichte über Lymphome und andere maligne Erkrankungen bei Patienten, die JAK-Inhibitoren, einschließlich Filgotinib, erhielten
    • in einer großen, randomisierten, aktiv kontrollierten Studie zu Tofacitinib (ein weiterer JAK-Inhibitor) mit Patienten >/= 50 Jahre, die an rheumatoider Arthritis erkrankt waren und mindestens einen weiteren kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen
      • wurde im Vergleich mit TNF-Inhibitoren unter Tofacitinib eine höhere Inzidenz von malignen Erkrankungen beobachtet, insbesondere
        • Lungenkrebs
        • Lymphom
        • nicht-melanozytärer Hautkrebs (non-melanoma skin cancer, NMSC)
    • Filgotinib sollte nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen bei
      • Patienten im Alter von >/= 65 Jahren
      • Patienten, die langjährige Raucher sind oder waren
      • Patienten mit anderen Risikofaktoren für maligne Erkrankungen, z. B.
        • derzeitige maligne Erkrankung
        • maligne Erkrankung in der Anamnese
    • nicht-melanozytärer Hautkrebs (NMSC)
      • bei Patienten, die mit Filgotinib behandelt wurden, wurden Fälle von NMSCs berichtet
      • regelmäßige Hautuntersuchung empfohlen bei allen Patienten
        • insbesondere bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs
  • hämatologische Anomalien
    • ANC < 1 × 109 Zellen/l und ALC < 0,5 × 109 Zellen/l wurden in klinischen Studien zu rheumatoider Arthritis bei </= 1 % der Patienten und in klinischen Studien zu Colitis ulcerosa bei < 3 % der Patienten berichtet
    • bei Patienten, bei denen im Rahmen einer Routineuntersuchung eine ANC < 1 x 109 Zellen/l, ALC < 0,5 x 109 Zellen/l oder Hämoglobin < 8 g/dl festgestellt wurde
      • sollte eine Therapie nicht eingeleitet oder sollte diese vorübergehend unterbrochen werden
  • Impfungen
    • Anwendung von Lebendimpfstoffen während der Behandlung oder unmittelbar vor Behandlungsbeginn mit Filgotinib
      • nicht empfohlen
    • es wird empfohlen, den Impfstatus, einschließlich prophylaktischer Impfungen gegen Herpes zoster, vor Behandlungsbeginn mit Filgotinib entsprechend den aktuellen Impfempfehlungen zu überprüfen und aufzufrischen
  • Lipide
    • Behandlung mit Filgotinib war dosisabhängig mit Erhöhungen der Lipid-Parameter, einschl. der Gesamtcholesterin- und High-Density-Lipoprotein-Spiegel (HDL-Spiegel) verbunden, während die Low-Density-Lipoprotein-Spiegel (LDL-Spiegel) leicht erhöht waren
    • die LDL-Cholesterinwerte gingen bei der Mehrheit der Patienten, die unter Filgotinib mit einer Statintherapie begonnen hatten, wieder auf das Niveau vor Beginn der Behandlung zurück
    • die Auswirkung dieser Erhöhungen der Lipid-Werte auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurde nicht untersucht
  • schwere unerwünschte kardiovaskuläre ereignisse (MACE)
    • bei Patienten, die Filgotinib erhielten, wurden schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse beobachtet
    • in einer großen, randomisierten, aktiv kontrollierten Studie zu Tofacitinib (ein weiterer JAK-Inhibitor) mit Patienten >/= 50 Jahre, die an rheumatoider Arthritis erkrankt waren und mindestens einen weiteren kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen
      • wurde im Vergleich mit TNF-Inhibitoren unter Tofacitinib eine höhere Inzidenz von schweren unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen (MACE) beobachtet, definiert als
        • kardiovaskulärer Tod
        • nicht-tödlicher Myokardinfarkt (MI)
        • nicht-tödlicher Schlaganfall
    • Filgotinib sollte daher nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen bei
      • Patienten im Alter von >/= 65 Jahren
      • Patienten, die langjährige Raucher sind oder waren
      • Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung in der Anamnese
      • Patienten mit anderen kardiovaskulären Risikofaktoren
  • venöse Thromboembolie (VTE)
    • bei Patienten, die JAK-Inhibitoren, einschl. Filgotinib, erhielten, wurden Fälle von tiefer Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE) berichtet
    • in einer großen, randomisierten, aktiv kontrollierten Studie zu Tofacitinib (ein weiterer JAK-Inhibitor) mit Patienten >/= 50 Jahre, die an rheumatoider Arthritis erkrankt waren und mindestens einen weiteren kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen
      • wurde im Vergleich mit TNF-Inhibitoren unter Tofacitinib eine dosisabhängige höhere Inzidenz von VTE beobachtet, einschließlich
        • tiefe Venenthrombose (TVT)
        • Lungenembolie (LE)
    • bei Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre oder maligne Erkrankungen (siehe auch Abschnitt „schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE)" und „maligne Erkrankungen")
      • sollte Filgotinib nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen
    • bei Patienten mit anderen bekannten VTE-Risikofaktoren als den Risikofaktoren für kardiovaskuläre oder maligne Erkrankungen
      • sollte Filgotinib mit Vorsicht angewendet werden
    • zu den VTE-Risikofaktoren außer den Risikofaktoren für kardiovaskuläre oder maligne Erkrankungen zählen
      • früher aufgetretene VTE
      • Patienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen
      • Immobilisation
      • Anwendung hormoneller Kombinationskontrazeptiva oder Hormonsubstitutionstherapien
      • angeborene Blutgerinnungsstörung
    • während der Behandlung mit Filgotinib
      • sollten Patienten regelmäßig erneut untersucht werden, um die Veränderungen des VTE-Risikos beurteilen zu können
    • Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer VTE
      • sind unverzüglich zu untersuchen
      • Filgotinib ist bei Patienten mit vermuteter VTE unabhängig von der Dosis abzusetzen
  • Anwendung bei Patienten in einem Alter von >/= 65 Jahren
    • Filgotinib sollte bei diesen Patienten nur dann angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen
      • unter Berücksichtigung des erhöhten Risikos von MACE, malignen Erkrankungen, schwerwiegenden Infektionen und Mortalität jeglicher Ursache bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter, das in einer großen randomisierten Studie mit Tofacitinib (ein weiterer JAK-Inhibitor) beobachtet wurde