KALIUMCHLORID 7.45% GEFAERBT

B. Braun Melsungen AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Chlorid/Kalium →

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N3 20X100 ML 84,74 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Kaliummangel, insbesondere bei hypochlorämischer Alkalose
  • Kalium-Supplementierung im Rahmen einer parenteralen Ernährung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Konzentrat enthält 0,0745 g Kaliumchlorid, entsprechend 1 mmol K+ und 1 mmol Cl-

  • Kaliummangel, insbesondere bei hypochlorämischer Alkalose
    • Dosierung entsprechend den aktuellen Elektrolyt-Konzentrationen im Serum, dem Säure-Basen-Status und dem individuellen Bedarf des Patienten anpassen
    • Erwachsene und ältere Patienten
      • mittelschwerer, asymptomatischer Kaliummangel
        • Berechnung der zur Korrektur des Mangels und zur Erhaltungstherapie erforderlichen Kaliummenge:
          • K+erforderlich (mmol) = kg KG x 0,2 x 2 x (4,5 mmol / l - Serumkalium, aktuell); (extrazelluläres Volumen errechnet sich aus KG in kg x 0,2)
        • max. Infusionsgeschwindigkeit
          • bis zu 10 mmol Kalium / Stunde (entsprechend 0,15 mmol Kalium / kg KG / Stunde
      • schwerer, symptomatischer Kaliummangel (Serum-Kaliumspiegel < 2,5 mmol / l)
        • max. Tagesdosis: 2 - 3 mmol Kalium / kg KG
        • max. Infusionsgeschwindigkeit
          • bis zu 20 mmol Kalium / Stunde (entsprechend 0,3 mmol Kalium / kg KG / Stunde)
          • Serumspiegel < 2mmol / l und durchgehende EKG-Überwachung gewährleistet
            • bis zu 40 mmol / Stunde
    • Kinder
      • max. Tagesdosis
        • richtet sich nach dem Schweregrad des Kaliummangels und dem Gesamtzustand des einzelnen Patienten
        • überschreitet unter Umständen die im Rahmen einer parenteralen Ernährung verabreichte Menge an Kalium (siehe Abschnitt „Kalium-Supplementierung im Rahmen einer parenteralen Ernährung" unten)
      • max. Infusionsgeschwindigkeit
        • 1 mmol Kalium / kg KG / Stunde
        • dabei 20 mmol Kalium / Stunde nicht überschreiten
  • Kalium-Supplementierung im Rahmen einer parenteralen Ernährung
    • Dosierung entsprechend den aktuellen Elektrolyt-Konzentrationen im Serum, dem Säure-Basen-Status und dem individuellen Bedarf des Patienten anpassen
    • Erwachsene und ältere Patienten
      • täglicher Kaliumbedarf: 1 - 1,5 mmol / kg KG
      • Verabreichungsgeschwindigkeit
        • </= 10 mmol Kalium / Stunde (entsprechend 0,15 mmol Kalium / kg KG / Stunde)
    • Kinder
      • max. Tagesdosis (in mmol Kalium / kg KG)
        • reife Neugeborene
          • 1. Lebenswoche: 0 - 2,0
          • 1. Lebensmonat vor stabilem Wachstum: 1,0 - 3,0
          • 1. Lebensmonat bei stabilem Wachstum: 1,5 - 3,0
        • Frühgeborene
          • 1. Lebenswoche: 0 - 2,0
          • 1. Lebensmonat vor stabilem Wachstum:
            • < 1500 g: 1,0 - 2,0
            • > 1500 g: 1,0 - 3,0
          • 1. Lebensmonat bei stabilem Wachstum: 2,0 - 5,0
        • Kinder und Säuglinge nach 1. Lebensmonat: nicht > 3

Dosisanpassung

  • Veränderungen des SäureSäure-Basen-Haushalts beeinflussen die Plasmakonzentrationen
  • Kompensation einer Ketoazidose bei Diabetikern und bei Gabe von Glucose / Insulin
    • Kaliumbedarf erhöht

Kontraindikationen

Kaliumchlorid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Kaliumchlorid
  • Hyperkaliämie (Ausnahme: Diabetisches Koma)
  • Hyperchlorämie
  • Erkrankungen, die häufig mit einer Hyperkaliämie einhergehen, wie
    • Dehydratation
    • eingeschränkte exkretorische Nierenfunktion
    • Morbus Addison
    • Adynamia episodica hereditaria (Gamstorp-Syndrom)
    • Sichelzellenanämie

Nebenwirkungen

Kaliumchlorid - invasiv
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Azidose
      • Hyperchlorämie
      • Hyperkaliämie
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzrhythmusstörungen (bei zu schneller Infusion)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewebsnekrosen (bei paravenöser Applikation)

Hinweis

  • Nebenwirkungen sind lediglich als Folge von absoluter oder relativer Überdosierung und/oder überhöhten Zufuhrraten zu erwarten
  • entsprechen den Symptomen der Hyperkaliämie
  • Häufigkeit ist dosisabhängig

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen Anwendung (nur verdünnt als Zusatz zu Infusionslösungen in einer Konzentration von max. 40 mmol Kalium / l anwenden)
    • Kinder: 20 - 40 mmol KCl / l
    • Serum-Kaliumspiegel bei Erwachsenen < 2 mmol / l: bis zu 80 mmol Kalium / l
  • Infusion von Kalium im Rahmen einer Korrekturtherapie grundsätzlich nur mit Hilfe von Infusionspumpen
  • Infusion von Kalium im Rahmen einer Korrekturtherapie grundsätzlich nur mit Hilfe von Infusionspumpen
  • weitere Hinweise zur Verdünnung: siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Kaliumchlorid - invasiv
  • zur Wirkung einer intravenösen Applikation von Kaliumchlorid während der Stillzeit liegen keine systematischen Studien vor
  • daher Anwendung mit Vorsicht
  • bei entsprechender Indikation keine weiteren Bedenken gegen eine Anwendung in der Stillzeit

Schwangerschaftshinweise

Kaliumchlorid - invasiv
  • zur Wirkung einer intravenösen Applikation von Kaliumchlorid während der Schwangerschaft liegen keine systematischen Studien vor
  • sollte während dieser Zeit nur mit Vorsicht verabreicht werden und nur, wenn es dringend erforderlich ist, und der mögliche Nutzen größer ist als die möglichen Gefahren für den Fetus
  • bei entsprechender Indikation keine weiteren Bedenken gegen eine Anwendung in der Schwangerschaft

Warnhinweise

Kaliumchlorid - invasiv
  • nur mit Vorsicht anwenden (relative Kontraindikation) bei
    • Störungen der Nierenfunktion
    • Hyperchlorämie
    • kardialer Dekompensation
    • gleichzeitiger Therapie mit kaliumsparenden Diuretika, Aldosteronantagonisten, ACE-Hemmern, potentiell nephrotoxischen Medikamenten (nicht-steroidale Antiphlogistika u.a.)
  • Kontrollen des Serumionogramms und des Säuren-Basen-Haushalts erforderlich
  • Gewebeschädigungen durch paravenöse Zufuhr
    • auf streng intravenöse Anwendung besonders achten, da eine paravenöse Zufuhr höherkonzentrierter Kaliumlösungen zu Gewebeschädigungen in Form von Nekrosen führen kann
  • Niereninsuffizienz
    • bei Anzeichen einer Niereninsuffizienz sollte die intravenöse Zufuhr von kaliumhaltigen Infusionen abgebrochen werden
  • EKG
    • bei Störungen im Kaliumbestand (Hypo- oder Hyperkaliämie) finden sich typische Veränderungen im EKG
    • jedoch keine lineare Beziehung zwischen EKG-Veränderungen und der Kaliumkonzentration im Blut